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Wie du als digitaler Nomade mit Offshore-Unternehmen nie mehr Steuern bezahlst

Ja, es ist möglich. Drei Voraussetzungen müssen gegeben sein, um nirgendwo in der Welt Steuern bezahlen zu müssen. Besonders für digitale Nomaden ist die Konstellation gar nicht so abwegig. Möglich ist die Steuerfreiheit mit Offshore-Strategien und einem nomadischen Lebensstil.

In diesem Artikel geht es nicht um Steuerflucht, sondern darum, dein Leben und Business international aufzustellen. Bevor ich dir etwas von Offshore-Unternehmen, Steuergesetzen und der Verlegung des gewöhnlichen Aufenthaltsortes erzähle, möchte ich an dein gutes Gewissen appellieren.

Sehr wahrscheinlich hast du viele Jahre Sozialleistungen wie Kindergeld, Bafög oder Arbeitslosengeld erhalten. Außerdem hast du kostenlose Bildung, eine ausgezeichnete Gesundheitsversorgung und eine gut ausgebaute Infrastruktur in Deutschland genossen. Viele dieser Dinge werden mit Steuergeldern finanziert, weshalb du anstatt über hohe Steuern zu schimpfen, zuerst überlegen solltest, wie viel du bereits bekommen hast.

Für eine Offshore-Strategie solltest du dich nicht vordergründig zur Steueroptimierung entscheiden, sondern um dir selbst eine größtmögliche Flexibilität bezüglich deiner Ortsauswahl, dem Verwaltungsaufwand und den fortlaufenden Kosten zu verschaffen.

Selbst habe ich Anfang 2014 ein Unternehmen in Hong Kong gegründet und meinen gewöhnlichen Aufenthaltsort ins Ausland verlegt. Meine Motivation dabei bestand nicht im Einsparen von Steuern, sondern ein Unternehmen zu haben, das komplett ortsunabhängig ist. Der nette Nebeneffekt ist, dass ich weder in Deutschland noch in Hong Kong Steuern bezahlen muss.

Zu diesem Beitrag gibt es den praktischen “Steuern Guide für digitale Nomaden” zum kostenlosen Download.

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Weltweite Steuerfreiheit

Zunächst müssen wir zwischen der persönlichen Einkommenssteuer und gewerblichen Ertragssteuern für das Unternehmen unterscheiden. Einkommenssteuer bezahlst du in der Regel in dem Land, in dem sich dein Wohnsitz befindest. Ertragssteuern fallen in dem Land an, in dem die geschäftliche Oberleitung ihren Sitz hat.

Die Theorie vom digitalnomadischen Steuernimmerland baut immer darauf auf, dass du dein Unternehmen in einem Offshore-Standort mit Nullsteuersatz angemeldet und weder in Deutschland noch im Ausland einen ständigen Wohnsitz hast. Wenn du also viel reist und dadurch tatsächlich in keinem Land der Welt als Steuerpflichtiger registriert bist, kannst du tatsächlich ganz legal jeglicher Steuerpflicht entkommen. Dafür müssen diese drei Voraussetzungen zutreffen:

  • Keine Steuerpflicht in Deutschland (Einkommenssteuer): Du hast weder deinen gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland, noch Verfügungsgewalt über eine Wohnung und beziehst keine Einkünfte aus dem Inland, womit du als nicht steuerpflichtig in Deutschland giltst.
  • Keine Steuerpflicht im Ausland (Einkommenssteuer): Du wechselst alle paar Monate auf Basis eines Touristenvisums dein Aufenthaltsland, wodurch du auch im Ausland von keinem Finanzamt erfasst wirst und damit nirgendwo in der Welt einkommenssteuerpflichtig bist.
  • Offshore-Unternehmen mit Nullsteuersatz (Ertragssteuern): Du meldest dein Unternehmen in einem Land an, in dem du die Option zur territorialen Besteuerung hast, womit du keine Gewinne versteuern musst, die außerhalb des Landes anfallen, in dem das Unternehmen registriert ist.

 

Keine Steuerpflicht in Deutschland

Aus steuerlicher Sicht ist es nicht ausreichend, in Deutschland abgemeldet zu sein. Wichtiger ist, wo sich dein gewöhnlicher Aufenthaltsort befindet. Ganz pauschal gesagt, befindet sich dieser dort, wo du mehr als 183 Tage im Jahr verbringst. Vorsichtig musst du sein, wenn du zwar im Ausland lebst aber noch eine Wohnung im Inland hast, die dir zur Verfügung steht.

Neben dem Wohnsitz ist entscheidend, ob du Einkünfte aus Deutschland beziehst. Dabei ist es aus egal, ob sich deine Kunden in Deutschland befinden. Wichtig ist es, von wo aus deine Leistung erbracht bzw. dein Produkt verkauft wird. Befindet sich die Geschäftsleitung deines Unternehmens (principal place of business) z.B. in Singapur und du bedienst deutsche Kunden, dann stammen diese Einkünfte aus Singapur und eben nicht aus Deutschland (anders ist das bei der Umsatzsteuer).

Solltest du also deinen Wohnsitz im Ausland haben und keinerlei Einkünfte aus Deutschland beziehen (u.a. Kapitalerträge, Mieteinnahmen, Rentenbezüge, gewerbliche Einkünfte), dann bist du nicht mehr steuerpflichtig im Inland. Ganz genaue Infos dazu findest du im Steuern-Guide.

 

Keine Einkommenssteuerpflicht im Ausland

Hier wird es etwas komplizierter, da du theoretisch immer die Steuergesetze deines jeweiligen Aufenthaltsortes kennen müsstest. In der Praxis ist es jedoch so, dass du als Selbständiger mit einem Touristenvisum unterwegs sein wirst, wodurch du natürlich nicht steuerpflichtig im Land bist.

Das Touristenvisum gestattet es dir zwar nicht offiziell im Land zu arbeiten, was aber (noch) kein Problem für digitale Nomaden darstellt, die von ihrem Laptop aus arbeiten. Natürlich solltest du bei der Visumsbeantragung nicht versuchen zu erklären, was du als digitaler Nomade im Land machst.

Sobald du über die Länge des Touristenvisums als “Permanent Resident” in einem bestimmten Land bleibst, dann solltest du dich über deine Steuerpflichten informieren.

Wenn du den nomadischen Lifestyle lebst und alle paar Monate deinen Standort wechselst, dann wird dich kein Land steuerlich erfassen. Das bedeutet, dass du nirgendwo deine Einkommenssteuer bezahlen musst, solange du dort nicht zu lange bleibst.

 

Willst du mehr über Offshore-Strategien lernen?

Das Thema Internationalisierung wird auch im Wireless Life Guide ausführlich behandelt. Wenn dieser Beitrag für dich interessant ist, dann solltest du dir das Handbuch für digitale Nomaden unbedingt anschauen.

Zum Wireless Life Guide

 

 

Offshore-Unternehmen mit Nullsteuersatz

Sinnvoll ist die Unternehmensgründung an einem Offshore-Standort vor allem dann, wenn du deinen gewöhnlichen Aufenthalt nicht mehr in Deutschland hast und ein ortsunabhängiges Online Business betreibst.

Für eine Firmengründung im Ausland sprechen neben den steuerlichen Aspekten, dass du:

  • nicht mit deinem Wohnsitz an den Unternehmensstandort gebunden bist (“Non Resident Company”)
  • in einigen Ländern einen geringeren Aufwand für Buchhaltung und Jahresabschluss hast
  • direkten Zugang zu Herstellern, Zulieferern, Kunden und Personal bekommst
  • deine Haftung beschränken und durch den Einsatz von Nominees oder Trust Fonds anonym handeln kannst

Probleme kann es mit bestehenden Kunden aus Deutschland geben, die einer Zusammenarbeit mit ausländischen Unternehmen skeptisch gegenüberstehen. Das liegt daran, dass das Finanzamt deiner Kunden Einwände gegen Rechnungen aus Offshore-Gerichtsbarkeiten hat und diese „Kosten“ in der Regel pauschal nicht anerkennt.

Bei der Auswahl des Standortes kommt es deshalb auch darauf an, wie sehr dein Unternehmen in der Öffentlichkeit steht. Wenn du Dienstleistungen an deutsche Unternehmen erbringst, dann ist eine Limited auf den Seychellen oder den britischen Jungferninseln ganz sicher nicht die beste Wahl.

Weiterhin beachten solltest du eventuelle Sprachbarrieren, die erforderliche Einarbeitung in neue Rechts- und Steuersysteme, bürokratische Hürden sowie die Kosten für Eröffnung und Fortführung des Unternehmens.

 

Rechtsformen für Offshore-Unternehmen

Die Rechtsform hat Auswirkungen auf die Besteuerung, die Mindestkapitaleinlage, die Haftungsbegrenzung, den administrativen Aufwand und die Möglichkeiten zur Gewinnentnahme und der dafür anfallenden Quellsteuer.

Beliebt sind für Online Unternehmen vor allem die klassische Limited und die International Business Company (IBC). Ganz pauschal zu empfehlen ist die Limited, wenn du direkten Kontakt zu Kunden, Klienten und Zulieferern hast, da die öffentliche Wahrnehmung des Unternehmens eine wichtige Rolle spielt. Die Limited kann an vielen Standorten mit gutem Ruf (z.B. Hong Kong, England oder Singapur) gegründet werden.

Solltest du ein recht anonymes Business betreiben, bei dem der Unternehmensname lediglich im Impressum der Webseite zu sehen ist, dann bietet die IBC in karibischen Inselstaaten und Belize viele Vorteile. Eine IBC erbringt generell keine Leistungen im Inland des Gründungsstaates und ist von der Steuerpflicht freigestellt.

Weitere Offshore-Unternehmensformen sind die Global Business Company (GBC), die es nur auf Mauritius gibt, und die Société à responsabilité limitée (SARL), die vor allem in französischsprachigen Ländern zu finden sind.

 

Auswahl des Offshore-Standortes

Bei der Auswahl des passenden Landes kommt es ganz darauf an, aus welcher Motivation heraus du das Unternehmen gründen willst. Steuerlich gesehen sind natürlich Länder attraktiv, die einen niedrigen Steuersatz auf Unternehmensgewinne erheben oder Offshore-Unternehmen sogar gänzlich von der Steuer befreien und keine Quellensteuer auf Gewinnausschüttungen haben. An einigen Offshore-Standorten müssen nur Gewinne versteuert werden, die im Land anfallen, was bei einem Online Business gegen Null geht.

In einem Bericht hat die Weltbank die Effizienz und Qualität von Standorten hinsichtlich von Steuerlasten und Administrationsaufwand analysiert.

Ganz allgemein gilt: Höhere Anonymität, niedrigere Steuern und weniger Pflichten gibt es in Ländern mit einer weniger guten Reputation. Die klassischen Offshore-Standorte sind Belize, die Seychellen oder die britischen Jungferninseln (BVI), in denen die IBC am häufigsten zu finden ist. Wenn du nach mehr Stabilität und besserer Reputation suchst, dann ist die Limited in größeren Offshore-Staaten eine gute Wahl.

Wenn du mit einem Offshore-Unternehmen die Möglichkeit zur Investition im Land nutzen willst, dann solltest du die Eigentumsrechte vor Ort beachten und eine Rechtsform auswählen, die selbst Rechtsgeschäfte ausführen kann. Ob für dich die Kultur des Landes, die gute Erreichbarkeit oder die Verfügbarkeit von Personal eine Rolle spielt, hängt ganz von deinem Business und deinen Präferenzen ab.

Insgesamt kann zwischen vier verschiedenen Zonen unterschieden werden:

  • Europäische Offshore-Standorte: u.a. Malta, Zypern und Schweiz
  • Britische Offshore-Standorte: u.a. England, Kanalinseln, Cayman, Hong Kong und Singapur
  • Amerikanische Offshore-Standorte: u.a. Delaware (USA), Panama und karibische Inseln
  • Sonstige (exotische) Offshore-Standorte: u.a. Somalia, Uruguay und Vanuatu

 

Welche Länder du meiden solltest, da sie für den Missbrauch von steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten bekannt sind und damit schnell auf dem Radar von Steuerfahndern erscheinen, zeigt dir die schwarze Liste der FATF.

Vorsichtig solltest du auch sein, wenn du zusätzlich zu deinem deutschen Gewerbe ein ausländisches Unternehmen gründest und beide Unternehmen durch Geschäftsbeziehungen verknüpft werden. Zur reinen Nutzung von steuerlichen Gestaltungsmöglichkeiten im Sinne einer Zwischengesellschaft oder Briefkastenfirma ist dies rechtswidrig.

Der einfache und saubere Weg ist die saubere Liquidierung des deutschen Gewerbes und die Anmeldung des separaten, ausländischen Unternehmens. Wie die Strategie für die Übergangsphase aus buchhalterischer Sicht gestaltet werden kann, solltest du mit deinem Steuerberater besprechen.

Alexander V. Schinzing von der Tax Saving Corporation, die Unternehmen in internationalen Strukturen und Mandanten bei der Verlagerung von Unternehmensteilen ins Ausland oder bei der Gründung von Firmen weltweit hilft, gibt dazu folgende Tipps:

“Nachdem die Bankenkrise von 2013 überwunden ist, bietet sich eine Firmengründung auf Zypern immer gut an. Zypern bietet gute Standards, deutschsprachigen Service, was insbesondere bei buchhalterischen Fragen recht angenehm ist, und ist von Zentraleuropa, Hongkong und dem Nahen Osten gut erreichbar. Daher auch „Hub to the East”. Die Steuersätze von 12,5% sind einheitlich, das Company’s Law einfach und überschaubar. Wer mit Intellectual Property arbeitet, findet mit einer effektiven Besteuerung von 2,5% einen sehr guten Grund, seine Firma auf Zypern zu gründen.

Wenn die Steuerlast noch weiter reduziert werden soll oder es um Lizenzen geht – E-Money, Finanzdienstleistungen oder Online-Glücksspiel – dann wäre Malta meine erste Wahl. Hier finden Gründer offene Arme und eine hervorragende IT-Infrastruktur. Allerdings ist der Aufwand etwas höher, da eine Realisierung der Malta-Firma oft nur zusammen mit einer Holding Sinn ergibt. Das treibt die Kosten nach oben.

Wer wirklich alle Zelte nach Deutschland abgebrochen hat, kann auch andere Länder in Erwägung ziehen und gar keine Steuern zahlen. Doch die Hürden sind hoch und man muss aufpassen, unter welchen die eigenen Rechnungen dann vom Finanzamt des Kunden anerkannt werden. Dubai Internet City wird in diesem Zusammenhang gerne als neuer Firmen- und Wohnsitz gewählt. Aber auch Hongkong und Singapur sind vorteilhaft.

Ein neuer Trend ist definitiv eine Firmengründung in Israel! Eher als Hochsteuerstaat bekannt, bietet Israel mit Holding-Privileg, Steuerbegünstigung von Intellectual Property und keine Steuern auf Exempted Companies ideale Voraussetzungen.”

 

Eröffnung des Offshore-Unternehmens

Nachdem du dich für einen Standort und eine Unternehmensform entschieden hast, geht es an die Gründung. Entweder du wählst den einfachen Weg über eine Agentur oder arbeitest dich in die Gründungsanforderungen für deinen gewählten Standort ein und meldest das Unternehmen alleine an.

Mein Tipp an dich: Spare dir den Aufwand und die Zeit und suche dir für ein paar Hundert Dollar Mehrkosten eine Agentur (z.B. TSC), die dir professionelle Hilfe anbietet. Diese Agenturen kennen sich mit den Gegebenheiten vor Ort gut aus und stellen dir auch eine Sekretärin (Secretary) und Postanschrift, die in vielen Offshore-Ländern als Voraussetzung für die Unternehmensgründung benötigt wird.

Bei manchen Anbietern kannst du deine zu gründende Gesellschaft wortwörtlich in den Warenkorb legen, was Skepsis bei dir auslösen sollte. Besser ist es, dir über eine Google-Suche oder Empfehlungen eine lokale Agentur in deinem Zielland zu suchen. Nach ein paar Gesprächen über Skype oder E-Mail wirst du ein Gefühl dafür bekommen, wie seriös der Anbieter ist.

Die Preise für die Auslandsgründung hängen ganz vom Land ab und reichen von 700 Euro für Belize über 1.500 Euro in Hong Kong bis hin zu mehr als 4.000 Euro in Singapur.

Neben der Eintragung des Unternehmens kannst du ein Geschäftskonto im gleichen oder in einem anderen Land mit dazu buchen. Nach Bedarf ist auch der Einsatz eines Nominees möglich, wodurch dein Name nicht in Handelsregister und anderen offiziellen Unternehmensdokumenten erscheint.

Weitere Leistungen, die du bei größeren Agenturen hinzubuchen kannst, sind das virtuelle Büro mit Sekretärin und Postscanservice sowie Buchhaltung und Auditing. Berücksichtigen solltest du zudem die Kosten für die Folgejahre. Dazu gehören in einigen Ländern die jährliche Registrierung sowie die Kosten für Buchhaltung und Auditing.

Sobald du dich entschieden hast, wählst du einen Namen für dein Unternehmen aus, entscheidest dich für die anfängliche Kapitaleinlage und schickst du den Gründungsantrag an die Agentur. In den meisten Ländern kannst du mit einem Stammkapital von einem Dollar starten, wobei ein höherer Betrag empfehlenswert ist, wenn du Vertrauen bei Geschäftspartnern erwecken willst.

Eine komplette “Online-Gründung” ist in den meisten Ländern möglich, jedoch kann es sein, dass du für die Eröffnung des Geschäftskontos bei der Bank vor Ort vorsprechen musst. In der Regel ist der gesamte Gründungsprozess nach wenigen Wochen abgeschlossen.

 

Stolperfalle Offshore-Firma – Was ist zu beachten?

Besonders in Zeiten des automatischen Informationsaustausches (CRS) kannst (und solltest) du deine Geschäftsaktivitäten nicht mehr auf einer kleinen Insel verstecken. Bevor du dich voller Elan an die Gründung einer Offshore-Firma machst, beachte bitte die folgenden wichtigen Hinweise von Guido Möller.

Guido Möller ist Wealth-Manager und betreut Vermögen ab einer Millionen Euro bei der Wirtschaftskanzlei Asset Protection Management mit Sitz in London und der Schweiz. Er wird kontaktiert wenn es um Nachlassregelung, Scheidung, Insolvenz oder Streitereien unter Geschäftsleuten geht. Sein Spezialgebiet ist die steueroptimale Errichtung von Cook Islands Asset Protection Trusts sowie die weltweite Gründung von Offshore-Gesellschaften.

Vielen Dank, Guido, für diese wichtigen Ergänzungen zum Beitrag.

Die meisten Leser dieser Seite stammen wahrscheinlich aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Entweder stehen Sie am Anfang Ihrer digitalen Unternehmung oder sie haben ein bereits funktionierendes Online-Business am Laufen und sind örtlich unabhängig. Wenn nicht bereits geschehen, dann beabsichtigen die Digitalen Nomaden sich diesen Umstand zunutze zu machen und in einer globalisierten Welt die zahlreichen Vorzüge wie Geo-Arbitrage oder attraktive Steuersysteme zu nutzen. Dabei gibt es bei der Wahl der geeigneten steuerfreundlichen Gerichtsbarkeit einiges zu beachten. Grundsätzlich sollte sich jeder Nomade folgende Fragen stellen, bevor die Auswanderung in die Tat umgesetzt wird:

    • Was muss ich bei der korrekten Abmeldung aus meinem Heimatland beachten?
    • Wie bin ich im Ausland krankenversichert?
    • Wo sitzen meine Kunden? Akzeptieren diese ohne Weiteres meine Rechnungen, wenn diese von einem Unternehmen aus einem Nullsteuerland und ohne Umsatzsteuer-ID kommen?
    • Was gilt es für Gesetze und Richtlinien beim Handel mit digitalen Gütern innerhalb der Europäischen Union zu beachten? (Insbesondere bei der Umsatzsteuer, egal ob das eigene Unternehmen in der EU oder einem Drittland belegen ist)
    • Welches Land bietet mir in meiner individuellen Situation die größten Vorteile für mein geschäftliches und privates Vorankommen?
    • Welche fixen und variablen Kosten entstehen beim Betrieb meines Offshore-Unternehmens?
    • Wie hoch sind die Steuersätze?
    • Gibt es Buchhaltungs-, Jahresabschluss-, Publikations-, oder andere Pflichten?
    • Ist mein Tätigkeitsfeld im Sitzstaat überhaupt legal oder gegebenenfalls genehmigungspflichtig?
    • Welche Bank eröffnet ein Konto für mein Unternehmen, insbesondere ohne festen Wohnsitz?
    • Kenne ich mich mit den örtlichen Gepflogenheiten aus?
    • Bin ich der Landessprache mächtig?
    • Wer vertritt meine Interessen bei juristischen Auseinandersetzungen?
    • Lohnt sich für mich gegebenenfalls die Verwendung einer Agency, die für mich die Abrechnung in Europa übernimmt, womit ich mir den europäischen Markt erschließe?

Wer sich bei auch nur einer dieser Fragen unsicher ist, läuft Gefahr, dass ihm dieses Unwissen früher oder später auf die Füße fällt. Denn das Finanzamt versteht keinen Spaß.

Selbst viele erfahrene Digitale Nomaden werden staunen, was sich in den letzten Jahren alles an neuen Regularien und Gesetzen angehäuft hat. Die wenigsten wissen von ihren umsatzsteuerlichen Pflichten innerhalb der Europäischen Union beim Verkauf digitaler Produkte an Privatpersonen. Diese verursachen selbstverständlich auch wieder buchhalterischen Aufwand und so kann der Traum vom unbürokratischen Unternehmen schon einmal wie eine Seifenblase zerplatzen.

Wer sich wirklich wasserdicht absichern möchte, sollte besser etwas Geld in die Hand nehmen und sich professionell beraten lassen. Diese Investition wird sich in kürzester Zeit rechnen, denn hohe Nachzahlungen und juristische Schwierigkeiten können ganz schnell das schönste Geschäftsmodell zerstören.

Eine echte Alternative um möglichst viele Ziele mit einer geeigneten Offshore-Gesellschaft zu erreichen ist ein Wohnsitz in Kombination mit einer Firmengründung auf Malta. Der kleine EU Staat im Mittelmeer genießt auch bei deutschen Finanzämtern eine anständige Reputation und damit die wichtige Akzeptanz der eigenen Rechnungen bei Kunden auf der ganzen Welt. Man verfügt über eine EU-Umsatzsteuer ID und ist zudem auch krankenversichert. Bei korrekter Ausgestaltung steht ein effektiver Steuersatz von gerade einmal 5% auf Unternehmensebene zu Buche. Als so genannter Non-Dom sind Einkünfte, die ihren Ursprung nicht auf Malta haben und nicht nach Malta transferiert (Remittance) werden komplett steuerfrei.

Man sollte also nicht nur den Steuersatz sondern durchaus das Gesamtbild im Auge behalten. 5% sind ein Klacks und für dieses geringe Steueraufkommen bekommt man sogar noch soziale und unternehmerische Sicherheit geboten. Dieses Komplettpaket wird man in Nullsteueroasen vergeblich suchen.

 

Mit Hilfe einer Agentur ist die Gründung tatsächlich nicht sehr kompliziert. Wenn du selbst den Großteil des Jahres im Ausland bist, dann solltest du über diese Option auf jeden Fall nachdenken. Raten würde ich es dir allerdings nur, wenn du dein Leben wirklich langfristig ausrichten möchtest.

Hast du bereits Erfahrungen mit Offshore-Strategien gemacht? Ich freue mich über deinen Kommentar.

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Wir freuen uns über deine Fragen, Hinweise und allgemeines Feedback. Wenn du eine spezielle Frage zum Beitrag hast, schaue bitte zuerst in den bisherigen Kommentaren und im FAQ nach, ob du die Antwort dort findest.

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Dieter Dehmsen

Hallo! Möchte nach mehreren Jahren Geschäftstätigkeit meine Firma auf Malta verkaufen. Mit Anschrift beim Steuerberater, Bankkonto bei der SATA Bank und allem notwendigen Drum und Dran. Ist sofort einsatzbereit. Firmenname muss geändert werden.

Es war mal geplant dorthin auszuwandern und auch dort in den Ruhestand zu gehen. Aufgrund privater Veränderungen wird es aktuell jedoch nicht mehr Malta sein, wohin ich auswandere.

Gibt es jemanden den das eventuell interessiert?

Holding kann bei Bedarf vorgeschaltet werden. Ist laut meinen neuesten Infos NICHT so aufwändig wie im obigen Beitrag geschildert.

Oezi Arslan

Lieber Sebastian,
vielen Dank für den ausführlichen und aufschlussreichen Artikel. Sehr lesenswert und gut verständlich zusammengefasst.

Nun meine Frage an dich:

Unternehmer A sitzt in Dubai und hat sich komplett aus Deutschland abgemeldet. Er hat ein permanent Visa und dort ein Unternehmen in einer freihandelszone gegründet.

Er  Generiert aber Aufträge aus Deutschland (verkauft über das Telefon). Brauch demnach nur ein Office mit Telefon und Internetzugang. Dieses Büro hat seinen Sitz aber in Dubai und NICHT in Deutschland.

Die verkaufte Ware wird über einen Zwischenhändler B aus Deutschland nach Deutschland geliefert, von dem Unternehmer A Die Waren bezieht.

Die Deustchen Kunden erhalten aber eine Rechnung von Unternehmer A aus Dubai.

Unternehmer A hingegen begleicht die Rechnungen an Zwischenhändler B.

folgendes soll beantwortet werden:

1. Wie sieht die Rechnungsstellung aus? muss Umsatzsteuer an das dt. Finanzamt bezahlt werden?

Bzw. muss Unternehmer A auf seinen Rechnungen an Deutsche B2B Kunden die Mwst. mit auflisten?

2. muss das Einkommen aus diesen Verkäufen  in Deutschland versteuert werden oder in dem Land in dem der Unternehmer A seinen Wohnsitz hat?

Felix

Lieber Sebastian,

danke Dir für die tolle Website, die Inspiration und die Top-Infos.
Meine aktuelle Situation möchte ich mit Euch teilen, da ich hier noch keine Infos dazu gefunden habe.
Szenario ist Folgendes:
– Gründung einer GmbH im EU-Ausland ohne DBA mit Deutschland
– Arbeit für diverse deutsche Kunden als Unternehmensberater
– Erbringung der Arbeitsleistung aus dem Ausland
– Wohnsitz, etc.. komplett im Ausland, keine Verbindungen mehr zu Deutschland außer geschäftlich über die GmbH aus dem Ausland
– Selbst-Anstellung als Geschäftsfüher meiner GmbH –> mein Gehalt wird daher im Ausland versteuert

Laut Aussage meines Anwalts gelten meine Einkünfte mit Kunden aus Deutschland als innöändische Einkünfte,
da meine Arbeitsleistung als Berater in Deutschland verwertet wird. (§ 49 Abs. 1 Nr. 3 EStG).

Das widerum hieße, dass auf alle meine Einkünfte aus der Zusammenarbeit mit Unternehmen in Deutschland
15% Körperschaftssteuer anfallen würde, die ich in Deutschland abführen müsste.

Siehst Du das genauso? Ist dies in Deinem Fall anders, wenn ja wieso?

Nano Yijuan

Großartiger Artikel!

Wie genau grenzt sich die 183-Tage (6M) Regel gegen “Verfügungsgewalt über eine Wohnung ” ab?
Heißt das, das wenn ich jahrelang nicht in DE wäre, aber dort jederzeit in eine Wohnung (Schlüsselgewalt) könnte, ich dann ggfs. trotzdem in DE steuerpflichtig wäre?

Gerhard

Ich möchte dauerhaft auf einem Schiff leben und arbeiten. Und ich will durch die Welt ziehen. Ich biete Mediendienstleistungen für gewerbliche Kunden an und benötige nur einen Rechner und Internet.

Mein Ziel ist es die Kosten zu reduzieren und meine Wohnung mobil zu machen (wegen möglicher zukünftiger Krisen). Eigentlich zahle ich auch gerne Steuern und bin ehrlich (nicht nur in Steuersachen und aus tiefster innerer Überzeugung), jedoch störe ich mich sehr an der Steuerungerechtigkeit In Deutschland. Außerdem wird man vom Finanzamt richtig abgezogen, nur weil man mal die Steuererklärung etwas später abgibt, was manchmal nicht anders geht, wenn man alles selber machen muss. Die kleinen Selbständigen werden drangsaliert, während den Konzernen die Steuersparmodelle gegen horrende Vortragshonorare (also quasi Schmiergelder) abgesegnet werden.

Die Frage, die sich mir nun stellt: Kann man das Schiff ausflaggen, in ein Land, wo man kaum Steuern zahlt, oder wo es wenigstens halbwegs Steuergerechtigkeit gibt, und von dort aus arbeiten und Rechnungen schreiben? Mit den Voraussetzungen ortsunabhängig wohnen und arbeiten zu können und nur Geschäftskunden zu haben, sollten die Bedingungen doch gut stehen, oder?
(Ich stehe noch ganz am Anfang meiner Überlegungen)

Dave

Guten Tag,
wenn ich mich als digitaler Nomade in Deutschland ordnungsgemäß abgemeldet habe, wie kann ich dann eine Hong Kong ltd. gründen, wenn ich keine (gültige) Meldebescheinigung habe?
Bei der Gründung benötigt man ja ein “certificate of residence”. Ich weiß, in Thailand kann man sich ein solches ausstellen lassen, wenn man sich z.B. ein Motorrad kaufen will, aber ob das dann reicht für die Registrierung der Firma?

Thomas W.

Servus Sebastian,

ich bin kurz davor eine Limited in HK zu gründen, dennoch nicht nicht Hong Kong zu ziehen geschweige dort zu leben. In Deutschland werde ich mich auch abmelden, heißt ich werde Standortunabhängig sein (mit dem Touristenvisum durch die Welt), so wie du es im Beitrag beschrieben hast.

Jetzt stellt sich mir aber nur eine Frage: Wenn ich in Hong Kong eine Firma habe, dann muss ich mir ja auch Gehalt auszahlen (richtig oder?). Oder werde ich einfach das Geschäftskonto für normale Ausgaben (Flug, Unterkunft, Essen, Shopping etc.) verwenden?

Falls ich mir ein Gehalt auszahlen muss: Auf welches Bankkonto? Auf mein deutsches Konto? Das könnte doch zu Problemen führen, bzgl. Einkommenssteuer – auch wenn ich nicht dort gemeldet bin. Oder sollte man einfach auch ein normales Kundenkonto in HK eröffnen und muss man dort dann auch Einkommenssteuern zahlen, obwohl man dort nicht lebt?

Kurz zusammengefasst: Muss man ein Gehalt auszahlen? Wenn ja, auf welches Konto (dort wo es nicht versteuert werden muss).

Beste Grüße,

Thomas

Katharina R

Lieber Sebastian,

Deine Website ist die reichhaltigste, die ich bis dato angetroffen habe!!!! Danke für alle wertvollen Informationen!!!!
Steurfrage:
Ist die Anmeldung zum Offshore Unternehmen noch möglich, nachdem bereits online Rechnungen erstellt wurden von “TNA” (Plattform) und gewissermaßen bereits Geld generiert wurde, wie auf dem dortigen TNA-Dashboard erkennbar?
…es ist noch keine Summe auf das Firmenkonto eingegangenund es besteht auch noch keine Gewerbeanmeldung.
Ist sozusagen auch ein Offshore-Gewerbe grünbar, nachdem beriets Einkommen generiert wurde? (In Deutschland mit NOCH derzeitigem Wohnsitz).

Alles Liebe und Gute,
Katharina

Astrid

@Alexander Hammerschmied

Ich habe eine Firma auf Malta gegründet, hatte dort eine Wohnung gemietet und möchte die Firma verkaufen. Eine deutschsprachige Steuerkanzlei auf Malta gibt es (es gibt sogar mehrere, von denen aber nicht alle zu empfehlen sind, weil entweder unzuverlässig oder zu teuer).

ich möchte meiner Firma verkaufen. Willste se haben?
Bei weiteren Fragen nochmal hier schreiben. Wir können dann persönlich in Kontakt treten.

Viele Grüße,
Astrid

Hi Sebastian!
Auch hier wieder mal danke für diesen super ausführlichen Artikel.
Ist es notwendig einen Wohnsitz in zB Malta zu haben oder geht das auch über eine Agentur die mir eine Adresse vermietet (So wie in Estland)? Da eine Wohnung ja dann doch wieder nicht unerhebliche mtl. Kosten wären…
LG, Alex

Lisa

Super Artikel!

Ich bin Freiberuflerin, arbeite seit Anfang des Jahres ortsunabhängig und bin seit Mitte April aus Deutschland abgemeldet.

Meine Frage ist, warum ich überhaupt irgendwo ein Offshore-Unternehmen gründen sollte? Was wären die Vorteile? Kann ich nicht einfach Rechnungen mit 0 % Umsatzsteuer stellen und meine Einnahmen einfach weiterhin auf mein deutsches Bankkonto oder per PayPal überweisen lassen? Weiß das jemand?

Ich möchte diesen Lebensstil voraussichtlich nur 2,3 Jahre führen, in diesem Zeitraum werde ich wohl kein neues Konto etc. eröffnen müssen. Hoffe ich ;).

Kennt jemand einen guten deutschen Steuerberater, bevorzugt aus Baden-Württemberg, der sich damit wirklich auskennt?

LG
Lisa

Sebastian

Klasse Artikel, passt fast zu 100% zu dem was ich vorhabe!
Ich spiele mit dem Gedanken eine Firma in Belize (0% Unternehmenssteuer) zu gründen, und meinen Wohnsitz nach Panama (0% tax on foreign source income) zu verlagern. Wobei ich mir auch dein Model vorstellen kann. Bist du denn weiterhin in Deutschland registriert oder wie funktioniert das genau?

“Bist du denn weiterhin in Deutschland registriert oder wie funktioniert das genau?” – das funktioniert so leider nicht.

Sebastian

wie denn dann?

Martin

Hallo Sebastian,
vielen Dank für den Artikel, das ist das aufschlußreichste was ich bis jetzt zu dem Thema gelesen haben und vorangegangen Komentare sprechen für eine hohe Seriosität. Ich baue zur Zeit meinen Nebenberuf als Freiberufler aus um in 2-3 Jahren komplett unabhängig auf meinem Boot zu leben. Ich werde in Europa bleiben und ca. alle 4 Monate das Land wechseln ( je nach Windrichtung;). Meinen Wohnsitz wollte ich eigentlich komplett auflösen, inklusive Abmeldung. Wenn ich jetzt Rechnungen an meinen Kunden in Deutschland stellen will, mus ich ja zwangsläufig eine Ofshore – Gesellschaft gründen was soll den sonst auf der Rechnung stehen? Als Freiberuflicher Ingenieur bräuchte ich in Deutschland nicht mal ein Gewerbe anmelden und bis zu einem Jahresverdienst von 50.000€ nicht mal Ust abführen. Ist es unter den Umständen Oberhaupt sinnvoll sich abzumelden? Der zweite Punkt ist KV. Da ich schon 52 bin, sind private Krankenversicherungen erwartungsgemäß teurer als die gesetzliche.
Ich hoffe ich kann mit meinen Fragen einen sinnvollen Beitrag leisten.

Adriana

Hey Sebastian,
ich finde es einfach toll, dass du hier gelebte Erfahrungen preisgibst – echt lobenswert!
Kennst du dich vielleicht mit der Konstellation Offshore gründen in Seychellen und Bankkonto in Neuseeland oder Australien eröffnen aus?
In Neuseeland und Australien zahlen Backpacker nun ja Steuern auf ihre Einnahmen, aber wie sieht es aus, bei Einnahmen aus Deutschland die nun mal über ein Onlinebusiness erfolgen – erhebt da Neuseeland/Australien auch Steuern drauf? Weißt du dazu vielleicht etwas? Das Internet gibt da leider nicht viel Preis..
Ich habe zu den beiden Ländern eine besondere Bindung und zb. weniger zu Asien, obwohl Hong Kong ja durchweg gelobt wird.

Liebe Grüße sende ich dir!!

Adi

Hey Sebastian,
danke für deine wertvollen Infos 🙂
Das meiste habe ich kapiert, was ich jedoch nicht verstehe, wenn ich meinen Wohnsitz aus Deutschland abgemeldet habe, wie ich meinen Reisepass im Ausland erstellen lassen soll, wenn ich doch immer von das eine in das andere Land reise (jeden Monat ein anderes Land) – muss ich da jedesmal zu der deutschen Auslandvertretung hin?
Würde mich sehr über deine Antwort freuen!

Benedikt

Super Artikel Sebastian! Vielleicht kannst du mir weiterhelfen: Ich bin mein ganzen Leben unterwegs gewesen weil ich in verschiedenen Orten aufgewachsen bin, ich habe nur ein paar Jahre während der Grundschule in Deutschland gewohnt (geboren in der Turkei), die letzen paar Jahre war ich als backpacker unterwegs, nachdem ich ein paar Jahren als English Lehrer im Ausland gearbeitet habe. Jetzt arbeite Ich an einem Unternehmenskonzept, welches Leute ausbildet, Garten systeme zu bauen und sie dann auch zu verkaufen (vertikale aquaponik systeme, zum beispiel.) Es sind Leute in mehreren Länder interessiert und ich habe mittlerweile Kontakte und Möglichkeiten in vielen Orten, Land dafür zu nutzen. Ich interessiere mich besonders für Regionen die diese Technik gut gebrauchen könnte (Afrika, Naher Osten, Indien, usw). Noch ein anderes Projekt ist es, ein e-commerce store für Tshirts aufzubauen und mit Dropshippers zu arbeiten(auch international). Jetzt überlege ich mir, vielleicht ein IBC zu gründen, was als umbrella für diese Projekte agieren kann und alles rechtlich verbindet, und mich danach (oder davor?) komplett aus Deutschland abzumelden. Ich bin zwar in Deutschland gemeldet (in Düsseldorf), habe ein Deutschen Pass, bin aber nur sehr selten in Deutschland (normalerweise nur ein paar Wochen im Sommer in Berlin). Meinst du, ich… Mehr lesen »

Frau Sale

phillip hier findest du verschiedene Vergleiche zwischen Ländern und deren Steuersatz und Vorteile usw. Ich denke die könntest du gut für deine Recherchen einbeziehen.
http://www.gruendungskanzlei.eu/offshore-gesellschaften/

Ich möchte darauf hinweisen, dass sich eine solche Steueroptimierung m.E. erst ab einem Gewinn von ca. 100.000 EUR lohnt! Ausnahme: man hat seinen gewöhnlichen Aufenthalt in einem Land, das das Halten von Briefkastenfirmen erlaubt. Für in Deutschland Ansässige gilt: Auch die alternativen Steueroasen wie Zypern sind nicht Ohne. Ein ECHTES Büro und ein ECHTER Geschäftsführer vor Ort verursachen auch dort relativ hohe Kosten (deutsche Finanzämter sind nicht doof!). Nicht einbezogen sind zusätzliche Kosten, die nicht auf den ersten Blick auf dem Papier stehen (jeder, der mal 1 Jahr oder länger da gelebt hat, weiß genau was ich meine!). Vor diesem Hintergrund sind solche Angebote kritisch zu sehen.

Ecki

Hallo Sebastian,

erst mal danke für den sehr informativen Artikel.

In dem Beitrag von Bridges (in deinem Beitrag über die Firmengründung in HK) wird kurz erwähnt, wie wichtig es ist, die offshore und onshore (falls vorhanden) – Zahlungsströme voneinander abzugrenzen, um den Offshorestatus zu bekommen und zu behalten.

Ich vermute, dass Deine Ltd. ausschließlich Offshore-Geschäfte mach? Ich wüsste gern, wie aufwändig es ist, den Offshore-Status aufrecht zu erhalten.

Viele Grüße!

Peddro

Schön und gut aber was ist mit Umsatzsteuer?

Musst du nicht weiterhin USt berechnen wenn du mit deiner Hong Kong Ltd. Digitale Produkte und Dienstleistungen an deutsche Kunden verkaufst?

Wie geht das überhaupt, du hast ja keine Steuernummer mehr?

Tobias Schüle

Hallo Sebastian,

immer wieder lese ich gerne deine Artikel. Ich werde im Dezember eine Limited in Hong Kong gründen und eine Frage für mich war bisher die Krankenversicherung.

Nun hast du geschrieben, dass man seinen Wohnsitz nicht in Deutschland abmelden muss für die steuerlichen Punkte.
Wäre es daher möglich eine private Krankenversicherung in Deutschland zu haben und eine einfache Auslandskrankenversicherung? Falls dann was wichtiges “wäre” könnte man ja dies dann in seiner Zeit in Deutschland erledigen?
Oder würdest du komplett auf internationale Krankenversicherung setzen?

Danke,
Tobi

Wenn du noch einen Wohnsitz in DE hast dann gilt der Ort der Geschäftsführung als in DE ansässig und du musst Körperschafts-& Gewerbesteuer für die LTD. in Deutschland zahlen. UND in Hongkong da Deutschland kein Doppelbesteuerungsabkommen mit HK hat.

Fabian

Hi Sebastian,

bedeutet “Ausland” in dem obigen Kontext schlicht “nicht Deutschland” oder EU-Ausland?
Denn innerhalb der EU benötigt man als Deutscher kein Touristenvisum, es gibt keine Grenzkontrollen – erfüllt man somit die 183-Tage-Regel, wenn man sich 4 Monate in Spanien und 4 Monate in Portugal aufhält?

Danke,
Fabian

Philipp

Hallo Sebastian,

ich arbeite als Freelancer für verschiedene deutsche Firmen und würde gerne daher auch eine Offshore Firma gründen. Ich habe deinen Artikel zu Hong Kong gelesen und fand das schon ziemlich ansprechend. Hast du einen Vergleich zu zum beispiel Panama oder Ressourcen die ich für die weitere Recherche nutzen könnte?

Vielen Dank,

Philipp

Peter Hanauer

Es gibt durchaus Länder, in denen man keine Einkommensteuer zahlt. Ich lebe seit zwei Jahren in England und bin Non-Dom, das bedeutet, dass ich auf Auslandseinkünfte, die nicht aus dem UK stammen und auch nicht dort hin überwiesen werden keine Steuern bezahlen muss: http://www.asset-protection-management.com/non-domiciled-remittance-base-besteuerung-mit-wohnsitz-im-uk/

Mit meinem Business als Consultant natürlich echt praktisch und legal 🙂

Wenn man nicht sein eigenes Business betreibt, sondern als unabhängiger Mitarbeiter angestellt ist, dann funktioniert der oben-beschriebene Weg nicht. Laut meinem Wissensstand müsste man dann streng-genommen alle Leistungen immer in dem Land versteuern, in dem man sich gerade aufhält. Davon abgesehen wird man wohl in den meisten Ländern gar keine Arbeitsgenehmigung haben…

Gibt es da eine ähnliche Lösung wie von dir oben beschrieben?

Aris

Hi Sebastian,

mich würde das Thema Krankenversicherung interessieren.
Habe dazu leider nichts im Web gefunden und wäre sehr daran interessiert zu wissen:
Wie bist du versichert in Bezug auf nichtständigen Wohnsitz in Deutschland und Offshore Firma?

Viele Grüße,
Aris

Hi Sebastian,
ein sehr interessantes Thema und eine Option, mit der ich mich in Zukunft auch intensiver beschäftigen wollte. Allerdings bin ich zurzeit noch etwas intensiver in Deutschland gebunden, weshalb ich definitiv nicht unter die 183 Tage komme.
Innerhalb der nächsten 3-5 Jahre wollte ich das Leben als „Digitaler Nomade“ aber auch angehen und dann wird die Off-Shore Option auf jeden Fall wieder bedeutsamer für mich.
Gruß Timm

Peter

Du würdest also keine Firma in Nevis gründen?

Peter

Ich sehe gerade das Nevis gar nicht auf der Liste der FATF ist, sondern es nur war, aber nicht mehr

Sehr interessantes Thema Sebastian! Wenn man nicht mehr in Deutschland gemeldet ist bzw. weniger als 183 Tage in Deutschland verbringt – was bei einigen hier wohl der Fall sein wird – stellt sich die Frage so und so wo man ordnungsgemäß sein Business anmeldet und wo man Steuern zahlt. Mich würde interessieren ob man bei verlängerten Besuchervisa wie z.B. dem B1-Visum in den USA (6 Monate) die gleichen Regeln hat…

Bin mir persönlich nicht sicher wie ich zu dem Thema stehe. Sehe da keine Lösung in naher Zukunft auf uns zukommen, denn wie du schon sagst: Man hat in Deutschland viele steuer-finanzierte Vorteile über die Jahre genossen. Würde mich interessieren wie andere darüber denken…