Über besseren Schlaf, ein erfülltes Leben und die Suche nach dem Sinn

Auf meinem Blog findest du für gewöhnlich Beiträge mit harten Fakten und umfangreichen Anleitungen. Dieser sehr persönliche Beitrag ist anders. Ich möchte dir mal einen Einblick in meine Gedanken, meine Zweifel und Ängste geben und hoffe, dass diese auch dir weiterhelfen.

Wir alle haben unsere Ängste und Zweifel, die uns tagtäglich beschäftigen. Ja, jeder von uns, egal wie es nach außen hin erscheinen mag. Nur weil jemand auf Facebook ausschließlich glückliche Bilder postet oder sein Business gerade so richtig gut zu laufen scheint, ist es schwer zwischen echtem Erfolg und gutem Selbstmarketing zu unterscheiden.

Vor ein paar Wochen habe ich an meine Newsletter-Abonnenten eine E-Mail verschickt. Darin ging es um die Frage nach dem höheren Sinn meiner Tätigkeiten (online wie offline). Als sich daraufhin sehr viele Leser gemeldet haben, war mir klar, dass diese Frage nicht nur mich beschäftigt. Einen Auszug aus der E-Mail möchte ich dir hier nochmal zeigen:

“Bei mir ist schon fast das Wochenende angebrochen und ich wollte ein paar Gedanken mit dir teilen, die mich in letzter Zeit sehr beschäftigt haben.
Manchmal wache ich früh um 4 Uhr auf und kann nicht mehr einschlafen, weil in meinem Kopf so viele Dinge rumschwirren. Kennst du das?
Ich denke dann daran, was ich heute alles machen will/muss/kann. Meine Arbeit macht mir zum großen Teil wirklich viel Spaß, weshalb ich gern früh aufstehe. Gut ist dieser Workaholismus allerdings auf lange Dauer ganz sicher nicht.
Gleich treffe ich mit mit ein paar Freunden zum Pokern. Wir spielen regelmäßig aber gewonnen habe ich noch nie etwas, weshalb ich wohl auch ein gern gesehener Gast bin.
Trotz der 20 Euro, die ich an diesen Freitagen jedes mal abschreibe, hatte ich immer super Abende, an die ich mich gerne erinnere.
Es geht dabei nicht ums Gewinnen oder Verlieren. Es geht um die Zeit, die ich mit guten Freunden verbringe. Nicht der Output ist wichtig, sondern der Moment. Oder anders gesagt …
Der Weg ist das Ziel.
Warum erzähle ich dir hier von meinen Pokerabenden (dazu noch aus einem Land, in dem Glücksspiel strengstens verboten ist)?
Weil ich hier viele Parallelen zu meinem und vielleicht auch deinem Leben sehe. Anstatt uns immer nur auf den Erfolg oder Misserfolg unserer Arbeit zu konzentrieren, sollten wir uns auf den Prozess besinnen und uns daran erfreuen.
Einige Leute haben mich gefragt, warum ich manchmal so aufwändige Blogartikel schreibe, anstatt diese als E-Book zu verkaufen oder die Zeit in andere Projekte investiere?
Meine Antwort ist ganz einfach: Mir macht das Erstellen dieser Posts einfach Spaß. Das ist mein Lohn. Natürlich freue ich mich über positives Feedback und auch Einkommen durch Affiliate Marketing, es ist aber nicht meine Hauptmotivation.
Genauso stecke ich sehr viel Zeit und Geld in unsere Community auf My Wireless Life, ohne zu wissen ob sich die Plattform jemals für mich rentiert. Mit der Geschäftsbrille auf den Augen ist das Irrsinn, jedoch genieße ich die Zeit, in der ich dieses Netzwerk aufbaue und mit mich mit Mitgliedern austauschen kann.
Müssen wir denn immer von finanziellen Motiven oder der Aussicht auf Erfolg getrieben sein?
Ich für meinen Teil habe mir ganz fest vorgenommen, die Momente bewusster zu genießen, die mich erfüllen, anstatt mich selbst einem immer größer werdenden Erfolgsdruck auszusetzen.
Mir ist klar, dass du (genauso wie ich) finanziell unter Druck stehst. Vielleicht trägst du Verantwortung für deine Familie, für andere Menschen oder zumindest für dich selbst. Die finanzielle Basis muss deshalb geschaffen werden.
Alles was darüber hinaus geht, sollte aber erfüllend sein, anstatt ungesunden Druck auszuüben. Erfreue dich an schönen Momenten, anstatt immer nur das Ziel im Blick zu haben.
Mein Ziel für die nächsten Monate ist es, mich nicht mehr um 4 Uhr morgens im Bett zu wälzen, weil ich nicht mehr einschlafen kann. Das werde ich bewusst trainieren.
Versuche auch du ab und an mal innezuhalten und darüber nachzudenken, was du eigentlich schon alles erreicht hast. Schaue nach links und rechts, anstatt immer nur nach vorne.
Ich hoffe du kannst meinen Gedankengängen folgen und freue mich wie immer über dein Feedback dazu.
Damit verabschiede ich mich ins Wochenende und hoffe, dass ich heute endlich mal nicht mit leeren Händen vom Pokern nach Hause komme.”

 

Seit dieser E-Mail sind zwei Dinge passiert: zum einen habe ich an diesem Abend beim Poker überraschenderweise zum ersten mal so richtig abgesahnt und zum anderen habe ich mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, was mir in meinem Leben wirklich wichtig ist.

Viel zu oft habe ich mich darauf konzentriert, meine selbstgesteckten Ziele zu erreichen und dabei vergessen, den Moment zu genießen und Erfolge zu feiern. Meilensteine wie die nächsten 1.000 Blogleser, eine 50-prozentige Steigerung des Umsatzes meiner Übersetzungsagentur oder einfach nur das Abarbeiten meiner To-Do Liste sind auf einmal wichtiger geworden, als der Weg dorthin.

Das ständige Streben nach Resultaten hält uns davon ab, den Prozess und damit die Gegenwart bewusst zu genießen. Nicht alles in unserem Leben muss einen Zweck erfüllen.

 

“Warum” tust du, “Was” du tust?

In der letzten Woche habe ich zum zweiten Mal das Buch “Start with Why” von Simon Sinek gelesen. Es ist eines dieser Bücher, die dir diesen unglaublichen Aha-Moment bescheren. Ein Buch, das ich jedoch zweimal lesen musste, bis ich die Botschaft völlig verinnerlicht hatte.

Der Autor beschreibt das “Golden Triangle” zwischen Warum (Why), Was (What) und Wie (How) wir tun, was wir tun. An der Spitze dieser Pyramide steht der übergeordnete Sinn in unserem Leben – das Warum – das unserer Leidenschaft gleicht.

Auf der nächsten Stufe folgt die Verkörperung dieser Leidenschaft – das Was. Das kann beispielsweise ein Unternehmen, eine Karriere, ein Blog oder ein Buch sein. Auf der untersten Ebene steht das Wie, also die technische Umsetzung der Leidenschaft.

“WHY: Very few people or companies can clearly articulate WHY they do WHAT they do. When I say WHY, I don’t mean to make money—that’s a result. By WHY I mean what is your purpose, cause or belief? WHY does your company exist? WHY do you get out of bed every morning? And WHY should anyone care?” – Simon Sinek

Die so wichtige Hauptbotschaft des Buches ist, dass unser “Warum” immer an erster Stelle stehen sollte. Schnell vergessen wir, warum wir ein Projekt gestartet, ein Unternehmen gegründet oder eine lange Reise begonnen haben. Sobald du den höheren Zweck deiner Sache nicht mehr klar vor Augen hast oder kommunizieren kannst, solltest du etwas Abstand gewinnen, kurz stehen bleiben und an den Ursprung deines Vorhabens zurückgehen.

Für mich bedeutet es, dass mein Blog, meine Marketing-Agentur, mein Buch und auch unsere Community alles nur Mittel zum Zweck sind. Es handelt sich dabei um das “Was”, um mein Sprachrohr. Das “Warum” hinter all diesen Vorhaben ist meine übergeordnete Motivation, andere Menschen inspirieren zu wollen. Ich möchte dich und alle andere Leser dazu motivieren, nach mehr Freiheit und Unabhängigkeit im Leben zu streben.

Wenn ich mich dann mal wieder in Kleinigkeiten verliere und meine Motivation schwindet, dann halte ich kurz inne und besinne mich auf mein “Warum” zurück. Nur mit diesem klaren Warum könne wir andere Menschen inspirieren, nachhaltige Werte schaffen und uns selbst immer wieder motivieren.

Ich wünsche dir, dass du dein Warum bereits gefunden hast oder auf der Suche danach bist.

Außerdem wünsche ich mir von dir, dass du die Gegenwart nicht an dir vorbeiziehen lässt. Erfreue dich am Weg und feiere deine Erfolge, mögen sie auch noch so klein sein.

Danke für 13 Kommentare

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Mike

Hallo Sebastian, Heute Nacht um 0400 Uhr lang ich im Bett und dachte darüber nach wie ich in den nächsten Jahren mein Geld verdienen kann. Mit meinen 52 Lebensjahren sind einige Optionen nicht mehr oder nur noch schwer zu nutzen. In den letzten 25 Jahren habe ich als Computerfachman zum Teil richtig viel Geld verdient, nun meint meine Firma, dass ich mich komplett umstellen muss und eine andere Einstellung zur Arbeit bekommen soll. Auch hier wird nach dem Why gefragt und die Arbeitsweise auf “agile” umgestellt. Wir sollen uns klar machen warum wir das tun was wir tun. Das habe ich getan, mit dem Ergebnis, dass ich nur noch wegen dem Geld arbeite und keinen Spaß mehr an dem habe was ich tue. Regelmäßig liege ich in der Nacht wach auf meinem Bett und denke an die vielen Dinge die tagsüber auf mich einhämmern. Einhämmern, ja so emfinde ich die Arbeit im Großraumbüro, laut, schlechte Luft und alle 7 Minuten eine Unterbrechung meiner Gedanken. Als introvertierter und sensibler Mensch ist das die reinste Hölle. Warum ich das so lange durchgehalten habe weiß ich heute auch nicht mehr. Vor ca. 7 Jahren hatte ich einen Nervenzusammenbruch und habe die Arbeitszeit auf… Mehr lesen »

Gibt es Tipps für digitale Familien? Wir wollen uns mit unseren 4 Kindern auf in die Welt machen. Digitale Businesses haben wir schon. Wir sind bereit.

Wenn man das kritisch betrachtet so könnte man es auch so interpretieren … ” je mehr Schlaf desto erfolgreicher wird man” 🙂 🙂 in diesem Sinne schlaf ich mich ins neue Jahr PROSIT 2016 schon jetzt

Danke, Sebastian. Hat mich zum Nachdenken angeregt. Nicht einmal 6 Wochen ist mein Blog jung, aber er bestimmt tatsächlich mittlerweile schon mein Leben. Gerade fieber ich den 100ten Newsletter-Abonnenten entgegen (5 fehlen noch) – aber dann geht’s vermutlich direkt weiter zu den 200. Den Weg dahin sollte ich in der Tat mehr Aufmerksamkeit schenken .

Schön, dass wir beide das “Warum” hinter unseren Projekten teilen 🙂

Liebe Grüße aus Costa Rica
Christoph

Hallo Sebastian,
danke für den Buchtipp! Das kannte ich noch nicht, obwohl eigentlich genau mein Thema. Ich habe neulich auch eine Artikelreihe geschrieben, wie man eine Geschäftsidee findet, die zu einem passt. Und bin auch auch zu dem Schluss gekommen, dass das Warum noch vor dem Ziel, dem Business-Plan oder irgendwas stehen muss, um Sinn und Bedeutung zu haben:
https://www.startworks.de/wie-mache-ich-mich-selbststaendig-1/
Geld mit etwas zu verdienen, das für dich von Bedeutung ist, ist leichter, als den Sinn in etwas zu erkennen, das du nur des Geldes wegen machst.
Liebe Grüße,
Matthias

Toller Beitrag! Jetzt habe ich erst einmal richtig realisiert dass ich mich auch viel zu viel um meine Arbeit und meinen Blog kümmere und meine Freunde und Hobbys total vernachlässige… Irgendwie schade finde ich, doch dein Artikel hat mir die Augen geöffnet und ich plane für dieses Wochenende eine Auszeit von meinen Arbeiten am Blog und nutze die Zeit sinnvoll mit Freunden.

Danke und Gruß
Armin

Hi Sebastian!

Gerne verrate ich dir mein Warum:

Ein Leben ohne Wecker!

Und wie Finn schon schrieb, egal Was und Wie – hauptsache Jetzt und nicht irgendwann. Alles andere passiert einfach.

🙂

Finn

Super Artikel

Ich glaube, dass ist genau das woran ich immer denke? Was kann ich machen damit mir in meiner Freizeit nicht langweilig ist ( hab viel davon). Vieles kostet Geld.
Und sich mal umschauen und mal nach rechts oder links blicken, dies weiß man aber man tut es nicht. Den Moment genießen muss man lernen…

Aber manchmal darf man die Sinnfrage nicht stellen 😉

Und das WHY kann man bei manchen Geschäftsideen und in der heutigen Welt teils schwer beantworten, finde ich ohne dies immer kritisch zu sehen.

Ich genieße mal weiter den Sonnenschein. Und das mit dem Pokern, bei mir Bierchen trinken, verstehe ich vollkommen.

Bei manchen Dinge braucht man einfach kein Why, sondern nur now.

Grüße aus NRW