Begehst du als Blogger eine der 7 Todsünden? So wird dir vergeben

In der katholischen Kirche wird eine Todsünde als besonders schweres Vergehen verstanden, der nur durch vollkommene Reue vergeben werden kann. Welche der 7 Todsünden hast du in den letzten Monaten als Blogger begangen? Finde es heraus und suche Vergebung.

Wenn wir uns des umfangreichen Wissens von Wikipedia bedienen, dann erfahren wir, dass die Todsünden aus der klassischen Theologie entstammen und sieben schlechte Charaktereigenschaften darstellen, die den positiven Tugenden des Menschen gegenüberstehen.

Keine Angst, ich möchte dich nicht mit religiösen Ansichten langweilen, sondern mich der Analogie der 7 Todsünden bedienen, um die Verlockungen zu beschreiben, denen wir als Blogger ausgesetzt sind.

Bitte lies den Beitrag mit der notwendigen Portion Humor und besinne dich auf deine Grundsätze zurück, mit denen du vor einiger Zeit als Blogger gestartet bist.

 

Superbia – Hochmut

Hochmut

Alle Bilder von Flickr @Katiesz

Hochmut, oder auch Eitelkeit und Übermut, ist die ursprünglichste aller Sünden, die als Quelle für alle anderen Vergehen angesehen wird. Sie entsteht, wenn sich jemand anderen überlegen fühlt, keine Wertschätzung äußern kann und nur Bewunderung für sich selbst übrig hat.

Wer als Blogger die ersten Hürden genommen hat und endlich die selbstgesteckten Besucherziele oder Einnahmen erreicht, der vergisst schnell, wie dieses Ziel erreicht wurde. Dieser Hochmut kommt bekanntlich vor dem Fall.

Egal wie erfolgreich du bist, du solltest dich immer auf deine Grundwerte besinnen. Höre nicht auf damit, mit deinen Lesern persönlich in Kontakt zu treten, wirklich hochwertige Beiträge zu veröffentlichen und um Feedback zu bitten. Deine Leser werden sich nicht lange gefallen lassen, wenn du es zu stark schleifen lässt und auf einmal unnahbar bist.

Sünde: Abwendung von eigenen Werten und egozentrisches Verhalten, Nichtbeachtung von Lesern und Kritik.

Vergebung: Beantworte E-Mails und Kommentare von Lesern und nimm dir dessen Kritik zu Herzen. Besuche deine Lieblingsblogs und hinterlasse dort Kommentare, drücke deine Wertschätzung für die Arbeit von Bloggerkollegen aus.

 

Avaritia – Geiz

GeizGeiz bzw. Habgier ist wie Wolllust und Völlerei eine Sünde basierend auf unnötigem Exzess. Es bezieht sich auf das übermäßige Verlangen nach materiellem Besitz über das hinaus, was wir selbst benötigen.

Meiner Ansicht nach stehen wir als fortgeschrittene Blogger in der Verantwortung, nicht nur unser Wissen, sondern auch unsere Erfahrungen und unseren Erfolg zu teilen.

Als Blogger sind wir Teil einer Gemeinschaft, die sich gegenseitig unterstützt, fremde Beiträge teilt und sich untereinander verlinkt. Linkgeiz und Egoismus wirken sich früher oder später negativ auf deinen eigenen Erfolg aus.

Sünde: Keine echten Erfahrungswerte und Wissen in persönlichen Gesprächen teilen, nicht auf andere Beiträge verlinken und keine fremden Beiträge mit der eigenen Leserschaft teilen.

Sündenvergebung: Teile auf deiner Facebook Seite gute Beiträge anderer Blogger und verlinke diese in zukünftigen Artikeln. Gib dein eigenes Wissen in persönlichen Gesprächen an andere weiter, ohne dafür eine direkte Gegenleistung zu erwarten.

 

Luxuria – Wollust

WollustWollust bezeichnet Ausschweifung, Genusssucht und Begehren nach Geld, Essen, Ruhm, Macht oder Sex. Von dieser Sünde befallen sind Menschen, die ihre lustvollen Leidenschaften nicht konktrollieren können.

Zum Start des Blogprojektes haben wir doch alle die besten Absichten und folgen unseren ideologischen Vorstellungen. Mit zunehmendem finanziellen Druck und aufkommender Habgier wird es mit der Monetarisierung dann nach einiger Zeit gerne mal übertrieben.

Bleibe deinen Werten treu und verkaufe deine Leserschaft nicht für ein paar Werbebanner, Affiliate Einnahmen oder bezahlte Posts. Deine Leser sind es, die dich soweit gebracht haben. Danke es ihnen, indem du weiterhin einen Mehrwert verschaffst, anstatt sie als Geldgeber zu sehen.

Sünde: Sich den Erfolg zu Kopf steigen lassen und die Leserschaft als Kunden sehen, um schnelles Geld zu machen.

Sündenvergebung: Nimm mindestens eine Anzeige von deinem Blog und überdenke deine Strategie zur Monetarisierung. Besinne dich auf deine Werte, mit denen du gestartet bist und denke immer zuerst an den Wert, den du für deine Leserschaft erbringen kannst.

 

Ira – Zorn

ZornZorn wird hier verstanden als ein unkontrolliertes Gefühl von Wut oder Rachsucht, das in Gewalt gegenüber anderen oder dem Zufügen von eigenen Schäden (Drogen, Suizid) führen kann. Diese Sünde verschiebt einen gesunden Gerechtigkeitssinn hin zu Eifersucht und tiefer Wut.

Das Netz ist voll mit Copycats, Trollen und Menschen, die hinter dem Mantel der Anonymität ihren Unfug treiben. Damit solltest du keine Zeit verschwenden, da Zorn und Rachsucht Gefühle sind, die dich kein Stück weiter bringen.

Anstatt sich mit solchen Menschen abzugeben, sieh es als Bestätigung für deinen Erfolg. Sobald von dir kopiert wird und du Kommentare von Miesmachern erhältst, bedeutet das, dass du auf dem richtigen Weg bist. Denke an die Chinesen, bei denen es als hohe Form der Anerkennung git, fremde Sachen zu kopieren.

Sünde: Zeit mit nichtsbringenden Gefühlen wie Wut und Racheglüste verschwenden, die durch Copycats und Trolle ausgelöst werden

Sündenvergebung: Lasse dich nicht auf Rachefeldzüge und sinnlose Diskussionen ein. Kontrolliere deinen Zorn beim nächsten mal, wenn sich jemand deines Contents bedient und siehe es stattdessen als Zeichen von Anerkennung.

 

Gula – Völlerei

VöllereiVöllerei bezichnet jeglichen übermäßigen Kosum bis hin zur Verschwendung, der daraufhin anderen Menschen vorenthalten wird. Gefräßigkeit, Maßlosigkeit und Selbstsucht heben die eigenen Interessen über das Wohlbefinden anderer Menschen.

Ähnlich wie bei der Wollust geht es auch hier darum, die Grenzen der Monetarisierung deines Blogs zu kennen und dich daran zu erinnern, wer dir zum Erfolg verholfen hat. Gib dich nicht finanziellen Motiven hin.

Ohne die Hilfe anderer Menschen, vor allem anderer Blogger, hättest du es nicht soweit geschafft. Diese Anerkennung solltest du zeigen, indem du Dank aussprichst und anderen Menschen hilfst, die noch nicht so weit sind wie du.

Sünde: Sich finanzieller Habgier hinzugeben und den eigenen Erfolg nicht mit anderen Menschen zu teilen, die dich auf dem Weg dorthin unterstützt haben.

Sündenvergebung: Schreibe jede Woche eine Handvoll E-Mails an Menschen, die dir in der Vergangenheit geholfen haben und hilf anderen Bloggern, die noch nicht so weit sind wie du.

 

Invidia – Neid

NeidNeid, auch Eifersucht oder Missgunst, ist von einem unersätllichen Verlangen nach dem Status, den Fähigkeiten oder der Belohnung von jemand anderem gekennzeichnet.

Oft sehen wir Besucherzahlen und Einkommensberichte anderer Blogger, die bei uns nicht nur Anerkennung, sondern auch Neid auslösen. Dieses Gefühl ist genauso wie Wut völlig nutzlos.

Anstatt eifersüchtig auf erfolgreichere Blogger zu sein, solltest du dich an dessen Erfolg orientieren und von ihnen lernen. Auch solltest du dir deine Benchmarks sorgfältig auswählen und verstehen, was hinter dem Erfolg steckt.

Sünde: Eifersucht anstelle von Anerkennung für den Erfolg anderer Blogger zeigen. Sich falsche Benchmarks zu setzen, die nicht hilfreich, sondern demotivierend sind.

Sündenvergebung: Anstatt neidisch auf andere Blogger zu sein, erfreue dich an dessen Glück und umgib dich mit genau solchen erfolgreichen Menschen. Trete mit ihnen in Kontakt und lerne von dessen Erfolg.

 

Acedia – Trägheit/Faulheit

TrägheitTrägheit wird auch als körperliche oder mentale Faulheit (Trägheit des Herzens) bezeichnet. Diese Feigheit oder Ignoranz, die eigenen Pflichten zu erfüllen aber auch die Nichtausnautzung der eigenen Talente wird als Todsünde bezeichnet.

Blogging ist nicht immer Spaß, sondern bedeutet (besonders nach der aufregenden Startphase) auch echte Arbeit. Es gibt wenige Blogs, die über einen langen Zeitraum regelmäßig richtig gute Beiträge veröffentlichen, weshalb auch nur die wenigsten ein Business daraus machen können.

Deine Leser werden schnell merken, wenn du die Zügel schleifen lässt und nur noch halbherzig bei der Sache bist. Nimm dir Kritik zu Herzen und sieh es als Motivation, um wieder die Standards zu erreichen, die dich so weit gebracht haben.

Sünde: Leser als gegeben hinnehmen und nur noch halbherzig, mittelmäßige Beiträge schreiben. Sich nicht aus der Komfortzone herausbewegen.

Sündenvergebung: Nimm deinen Erfolg nicht als gegeben hin, höre auf die Kritik aus deiner Leserschaft und beweise mit jedem veröffentlichtem Beitrag, dass du es wert bist gelesen zu werden. Traue dich neue Wege zu gehen und wage Experimente.

 

Hast du dich dabei ertappt, eine der 7 Todsünden zu begehen?

Es ist schwer, seine eigenen Standards als Blogger über einen langen Zeitraum beizubehalten. Genau deshalb gibt es auch nur wenige Menschen, die wirklich von ihrem Blog leben können.

Wenn du es nicht (mehr) schaffst, regelmäßig einen Mehrwert mit deinem Blog zu schaffen, dann sei ehrlich zu dir und deinen Lesern. Niemand wird es dir verübeln, wenn du dich auf andere Projekte orientierst. Verdirb dir jedoch nicht deine Reputation mit mittelmäßigen Beiträgen und finanziellen Motiven.

Erinnere dich immer daran, was dir die ersten 1.000 oder 10.000 Besucher gebracht hat und bleibe bei dieser Strategie. Erinnere dich auch daran, wer dir auf dem Weg dorthin geholfen hat und teile ab und mal anerkennende Worte. Dein Karma wird es dir danken!

Danke für 14 Kommentare

Wir freuen uns über deine Fragen, Hinweise und allgemeines Feedback. Wenn du eine spezielle Frage zum Beitrag hast, schaue bitte zuerst in den bisherigen Kommentaren und im FAQ nach, ob du die Antwort dort findest.

  Neue Kommentare abonnieren  
Neueste Älteste Beliebteste
Benachrichtige mich bei

Hi Sebastian,
toller Artikel 🙂 . Ich bin ja noch ganz neu am Bloggen und habe schon wahnsinnig viel durch “Wireless Life” gelernt. Die “Todsünden” drucke ich mir aus und hänge sie mir über den Schreibtisch – damit ich erst gar keine begehe ;-).
Danke für Deinen tollen Blog und die Community.
Liebe Grüße
Ute

Geiler Scheiss!
Herzlichen Glückwunsch zu dieser Idee. Es passt einfach und ist eine Empfehlung wert.
Hab grad überlegt welcher der Punkte am meisten auf mich zutrifft. Bin auf “an zu vielen Projekten auf einmal arbeiten” gekommen. Ob das dann wohl zum letzten Punkt – der Trägheit – führt?
Kilian;)

Eine schöne Analogie und ich kann alles nur unterstreichen, was du da schreibst. Ein grossartiger Artikel! 🙂

Sebastian

Hey Sebastian,

super Beitrag und viele Punkte, die ich auch schon lange bemängele. In dem Beitrag fehlen mir aber die externen Verlinkungen wie unter Geiz beschrieben! 😉

LG,

Sebastian

Super Beitrag, sollte man sich alle paar Wochen durchlesen!
Ich finde auch, dass es super wichtig ist, dass man sich und seinen Werten treu bleibt – auch wenn es manchmal schwer ist. Auf lange Sicht zahlt sich das auf jeden Fall aus und man ist mit sich im Reinen.

Liebe Grüße,
Marc

Sehr schöner Artikel. Ich finde auch, dass man stark auf seine Persönlichkeit und seinen Charakter als Blogger achten sollte. Denn das ist das wahre “Asset”, das einem niemand nehmen kann.
Weiter so.
LG, Walter

Hallo Sebastian,
dieser Artikel ist es auf jeden Fall wert, geteilt zu werden!
Ich bin nun seit einem Jahr als Bloggerin aktiv und beobachte eine Entwicklung, die mir nicht immer gefällt. Große Blogger heben ab und verlieren die Bodenhaftung. Neue Blogger haben noch nicht einen (sinnvollen) Artikel verfasst und denken schon an das Monetarisieren.

Zum Glück gibt es auch die anderen. Die Leidenschaftlichen, deren Blogs eine Seele haben. Diejenigen, die gerne mit ihren Lesern und anderen Bloggern kommunizieren und nicht ständig Angst haben, dass man ihnen die Butter vom Brot klaut.

Dein Blog gehört für mich zu den lesenswerten, weil er inhaltlich gut gemacht ist, mir einen Mehrwert bietet und du für mich als Schreiber greifbar bist.
Weiter so 🙂
Liebe Grüße
Nima

Hallo Sebastian, wieder mal ein toller Artikel von Dir!

Dein Satz über die Chinesen: “Denke an die Chinesen, bei denen es als hohe Form der Anerkennung gilt, fremde Sachen zu kopieren.”, gefällt mir sehr gut.

Neid musst Du Dir erarbeiten, Mitleid bekommst du geschenkt.

Das erste was ich in meiner allerersten Verkaufsschulung vor mittlerweile über 25 Jahren gelernt habe, und was heute noch Gültigkeit hat, ist, umgib Dich und Suche den Kontakt mit erfolgreichen Leuten. Suche Dir einen erfolgreichen Mentor. Nicht irgendjemand der kein guter Verkäufer ist oder genauso ein Anfänger wie Du selber, damit ist Dir nicht geholfen.

Schönen Gruss aus Nanjing
Dirk

Finde ich richtig gut und richtig wichtig diesen Artikel.

Irgendwie denke ich auch, dass es einfach schön ist zu geben und zu nehmen. Ich vernetze mich gern mit anderen Bloggern und kommentiere – sofern ich etwas zu sagen habe ihre Artikel. Ich kann gut verstehen, dass gerade bei größeren Blogs auch mal nicht auf ein Kommentar geantwortet wird. Obwohl ich mich doch immer freue und ich eher öfter kommentiere, wenn ich auch Antwort erhalte. (Das soll jetzt keinen Druck aufbauen hier zu antworten :). Ich weiß ja, dass du viel um die Ohren hast..)

Gerade das Teilen von Artikeln anderer Blogger auf den Social Media Kanälen musste ich mich erst trauen lernen, aber auch das macht mittlerweile echt Spaß.

Liebe Grüße,
Sabrina