Online Arbeiten [10/15]: Mit Nischenseiten zum ortsunabhängigen Einkommen im Internet

Du stellst auf einer Website Informationen bereit, nach denen Menschen im Internet suchen. Die aufgebaute Reichweite lässt du dir von Werbetreibenden bezahlen. Das funktioniert mit kleinen Nischenseiten zu einem konkreten Thema oder mit umfangreicheren Blogs und Magazinen.

Blogs & Magazine: Es gibt durchaus Blogger, die von ihren Einnahmen durch Werbung, Affiliate Links und Kooperationen mit Unternehmen gut leben können. Aber es sind nur die Top 1 % in jeder Kategorie, vor allem in den Bereichen Reisen, Mode und Technologien.

Für alle anderen ist der Blog ein Marketingkanal zum Verkauf von eigenen Produkten oder zur Vorstellung von Dienstleistungen. Je nach Branche brauchst du mindestens 10.000 Besucher monatlich, um mit einer sinnvollen Vermarktung deiner Inhalte zu beginnen. Um diesen Traffic aufzubauen, solltest du wenigstens ein halbes Jahr einplanen.

Um mit Blogeinnahmen ein volles Einkommen zu verdienen, braucht es noch deutlich länger. Diese pauschalen Zahlen sollen dich nicht abschrecken, sondern dafür sensibilisieren, dass mit dem Bloggen kein schnelles Geld zu machen ist.

Auf der positiven Seite gibt es aber kaum ein besseres Medium, um dir eine Reichweite aufzubauen, mit deiner Zielgruppe in Kontakt zu treten und dir langfristig eine Plattform für den Verkauf von eigenen Produkten zu schaffen. Darüber hinaus eignet sich ein Blog zur Marktforschung. Leser lassen dich über die Zeit wissen, was für Informationen sie benötigen und in welcher Form sie diese konsumieren wollen.

Neben eigenen Angeboten, die du über den Blog verkaufst, kannst du auch die Inhalte selbst monetarisieren. Deine Sammlung von Anleitungen und Erfahrungsberichten stehen zwar kostenlos zur Verfügung, können aber indirekt monetarisiert werden. Das geschieht durch Werbung, Affiliate-Marketing, bezahlte Artikel oder Kooperationen mit Unternehmen.

 

Produktvergleichsseiten: Wenn du dich auf Google über die neuesten Handymodelle informierst, landest du mit großer Wahrscheinlichkeit auf einer Vergleichsseite. Dort werden die einzelnen Artikel beschrieben und bewertet.

Darunter findest du meist einen Button, auf dem so etwas steht wie „Jetzt zum besten Angebot”. Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link. Klickst du darauf und kaufst das Handy in dem verlinkten Shop, hast du keinerlei Nachteile davon; der Betreiber der Website aber bekommt eine Provision vom Handyanbieter. Genau so funktionieren Vergleichsportale.

Mir haben Affiliate-Nischenseiten dabei geholfen, vom Freelancer-Dasein wegzukommen und mir Zeit für andere Projekte zu schaffen. Außerdem haben sie mir Grundlagen zur Erstellung von Websites bis hin zu Suchmaschinenoptimierung und Online-Marketing gelehrt.

In zwei Jahren habe ich ungefähr 30 solcher Websites erstellt, von denen die Hälfte über 100 Euro im Monat eingebracht hat. Der Aufwand für die Pflege der Seiten hielt sich mit wenigen Stunden im Jahr in Grenzen. Das große Problem war, dass mir die Affiliate-Einnahmen zwar viele Freiheiten gaben, jedoch keinerlei Erfüllung. Als relativ passives Grundeinkommen haben sie aber ihren Zweck erfüllt.

Im Ansatz handelt es sich bei Nischenseiten entweder um Produktvergleiche oder eine Website, die nur ein einziges Produkt vorstellt. Die Angebote verweisen dann über einen Affiliate-Link auf das Partnerprogramm. Eine andere Möglichkeit ist, die Inhalte durch Werbeanzeigen zu vermarkten, welche dann AdSense-Seiten heißen.

Abgesehen vom Umfang der Website und der Strategie zur Monetarisierung, haben Nischenseiten eines gemeinsam: Sie konzentrieren sich auf ein wirklich kleines Marktsegment. Der Hauptsuchbegriff, das dem Produkt oder dem Service entspricht, hat ein monatliches Suchvolumen von unter 10.000 Suchanfragen.

In diesen für große Anbieter unbedeutenden Nischen ist es relativ leicht, in den Suchergebnissen von Google weit oben zu erscheinen. Durch das geringe Suchvolumen ist auch das Ertragspotenzial der Nischenseiten begrenzt.

Meiner Erfahrung nach verdienen gut laufende Seiten monatlich im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich. Sobald du etwas geübter bist, hält sich der Aufwand für die Erstellung einer Nischenseite in Grenzen, so dass du mit einer Vielzahl von Seiten auf ein beachtliches Einkommen kommst.
 


Vorteile: Dieses Geschäftsmodell eignet sich gut für den Einstieg in die digitale Welt, da du keine großen Investments tätigen musst und beim Erstellen einer Nischenseite viele Grundlagen des Online Marketing erlernst. Innerhalb von einigen Monaten verdienst du erstes Geld, wobei es für ein volles Einkommen deutlich länger braucht.

  • Risikoarme Möglichkeit, um dich im Internet auszuprobieren
  • Nischenseite kann das Fundament für größere Magazine oder Vergleichsseiten legen
  • Einkommen ist unabhängig von deiner Person
  • Investitionen beschränken sich auf die Kosten für Hosting und eventuell ein kostenpflichtiges WordPress Theme oder Plugin (unter 100 Euro)

Nachteile: Du verdienst genauso viel Geld, wie du Besucher auf der Seite hast. Bis du dir eine Reichweite aufgebaut hast, dauert es mehrere Monate, weshalb du nicht mit dem schnellen Geld rechnen solltest. Das größte Potenzial steckt nicht unbedingt in Leidenschaftsthemen, sondern in langweiligen Problemlösungen wie Haarausfall oder Bettwanzen, die nicht langfristig motivieren.

  • Aufbau organischer Reichweite für ein volles Einkommen dauert wenigstens ein Jahr
  • Hohe Abhängigkeit von Google als Quelle für Besucher
  • Hohe Abhängigkeit von Werbepartnern, die jederzeit ihre Provisionsmodelle ändern können (und dies in der Vergangenheit auch
    getan haben)
  • Geld steckt vor allem in langweiligen Themen, was nicht förderlich für die Motivation ist

 

Erste Schritte für Nischenseiten

  1. Recherche: Mit dem Google Keyword Planner suchst du eine Nische, die
    wenig Wettbewerb und ausreichend hohes Suchvolumen besitzt.
  2. Website: Du registrierst eine Domain, die deinem Hauptkeyword entspricht, und installierst hilfreiche Plugins für Affiliate-Marketing oder Werbeanzeigen.
  3. Inhalte: Zu den wichtigsten Suchbegriffen schreibst du suchmaschinenoptimierte Seiten; zu einzelnen Produkten einen Beitrag.
  4. Suchmaschinenoptimierung: Du optimierst die komplette Seite für Google und versuchst, möglichst viele Backlinks zu bekommen.
  5. Monetarisierung: Du bindest passende Angebote zu deinem Thema über Werbeanzeigen oder Affiliate-Links in deine Seite ein.

18 digitale Geschäftsmodelle

Bist du verloren im Dschungel der Informationen? Der Wireless Life Kompass gibt dir einen Überblick über 18 ortsunabhängige Geschäftsmodelle, die jeweiligen Vor- und Nachteile und erste Schritte zum Start.

Zum Wireless Life Kompass

1. Recherche

Um eine Nischenseite zu starten, recherchierst du mit dem Google Keyword Planner zuerst eine Produktkategorie mit ausreichendem Suchvolumen, zu der es gleichzeitig nur wenige oder zweitklassige Informationen im Internet gibt. Bei der Auswahl deiner Nische solltest du drei Dinge beachten:

  1. Erstens, es muss eine Nachfrage geben.
  2. Zweitens, der Wettbewerb ist nicht stark, es gibt also ein Informationsdefizit.
  3. Drittens, für die angebotenen Problemlösungen sind Menschen bereit, im Internet Geld auszugeben.

Der letzte Punkt ist entscheidend. Dein Wissen löst Probleme, aber nicht immer ist dafür ein Produkt oder eine Dienstleistung erforderlich. Einige Websites bekommen wahnsinnig viele Besucher, die keine Kaufabsicht haben. Rein informative Suchanfragen wie „Marathon Kalender 2017” oder „Yogaübungen für Einsteiger” solltest du vermeiden.

 

 

Frank und das Magazin für Gartenfreunde

Neben seiner Arbeit als Geschäftsführer einer Social Media-Agentur geht Frank mit viel Enthusiasmus seinem Hobby, der Gartenarbeit nach. Durch den Verkauf der eigenen Anzuchtsets hat er bereits Erfahrungen in der Branche gesammelt. Jetzt stellt er in einem Magazin regelmäßig die neusten Trends und besten Produkte für die Anzucht von Gemüse und Kräutern im heimischen Garten vor.

Dafür schaut er sich zunächst mit dem Google Keyword Planer an, nach welchen Schlagwörtern Menschen im Internet suchen. Mit der langen Liste an Suchbegriffen beauftragt er einen Texter, der ihm Beiträge und Seiten mit allgemeinen Informationen dazu schreibt.

Auf einer umfangreichen Vergleichsseite stellt er die besten Angebote für Hobbygärtner gegenüber, um dem Suchenden die Kaufentscheidung so leicht wie möglich zu machen. Für die besten Angebote, die er selbst getestet hat, sucht er sich Affiliate Partner, die ihm Empfehlungen mit 5 – 20 % des Verkaufspreises vergüten.

Nachdem das Magazin inhaltlich steht, versucht Frank, Backlinks von fremden Seiten zu bekommen. Dafür hat er sich etwas einfallen lassen. Ein schön designter Saatkalender kann auf seiner Seite kostenlos heruntergeladen werden. Den Link zu dem Kalender schickt er zusammen mit einem netten Anschreiben per E-Mail an andere Haus- und Gartenmagazine. Außerdem teilt er die Seite in Facebook-Gruppen.

Die meisten Webseitenbetreiber freuen sich über diese wertvolle Ressource und verlinken gerne darauf, da sie damit ihren eigenen Lesern einen Mehrwert bieten können.

2. Website

Hast du dein Thema gefunden, kaufst du eine Domain, die möglichst das Hauptkeyword (Suchbegriff) in der URL hat. Für WordPress kannst du dir spezielle Themes und Plugins installieren, mit denen du automatisch Produkte von Amazon und anderen Affiliate Partnern importieren kannst.

 

3. Inhalte

Für das Hauptkeyword und ein paar verwandte Suchanfragen legst du Seiten zu allgemeinen Informationen mit je mindestens 1.000 Wörtern an. Natürlich kannst du die Textarbeiten auch über Jobportale wie Textbroker oder Twago auslagern.

Basierend auf Produktbewertungen, Warentests und weiteren Quellen suchst du die besten 10 – 20 Angebote in deiner Kategorie, die du jeweils in einem Beitrag vorstellst. Die Produktbeschreibungen sollten wenigstens 500 Wörter lang und objektiv geschrieben sein. Die Top-Produkte stellst du in einem Vergleich anhand technischer Merkmale gegenüber, um dem Interessenten eine bestmögliche Kaufentscheidung zu ermöglichen.

 

4. Suchmaschinenoptimierung

Dann gilt es, für die inhaltlich fertige und suchmaschinenoptimierte Nischenseite Backlinks (Links von anderen Webseiten) zu erhalten. Diese signalisieren Google, dass deine Website für eine bestimmte Suchanfrage relevant genug ist, um sie weiter oben in den Suchergebnissen zu positionieren.

Backlinks bekommst du über Kommentare und Gastbeiträge auf anderen Seiten, Einträge in Verzeichnissen oder hochwertige Inhalte, die andere Webseitenbetreiber gerne freiwillig verlinken. Die Suchmaschinenoptimierung, vor allem der Linkaufbau, ist die absolute Grundlage für den Erfolg einer Nischenseite.

 

5. Monetarisierung

Die Sammlung von Anleitungen und Erfahrungsberichten können indirekt monetarisiert, also zu Geld gemacht werden. Je größer deine Reichweite (Anzahl der Besucher) desto mehr wirst du verdienen. Vergütet wirst du dabei nicht von deinen Lesern, sondern durch Werbetreibende. Folgende Formen der Monetarisierung sind denkbar:

  • Affiliate-Marketing: Produkte oder Services dritter Anbieter bewerben und bei erfolgreicher Vermittlung eine Provision erhalten.
  • PPC Werbung : „Pay per Click”-Anzeigen wie Google AdSense in die Seite einbinden und für jeden Klick vergütet werden.
  • Direktmarketing: Großflächige Werbebanner, für die, auf deinen Besucherzahlen basierend, ein monatlicher Festpreis vereinbart wird.
  • Artikelmarketing: Unternehmen bezahlen dich dafür, dass du einen gesponserten Artikel oder eine Produktrezension veröffentlichst.
  • Linkverkauf: Für die Verlinkung eines Anbieters in einem Artikel oder auf der gesamten Seite bekommst du eine Vergütung.
  • Verzeichniseinträge: In Branchenlisten, schwarzen Brettern oder Jobboards können Unternehmen kostenpflichtige Anzeigen aufgeben.
  • Premium-Inhalte: Hochwertige und rechercheintensive Beiträge kannst du über eine Einmalzahlung oder ein Abo-Modell verkaufen.
  • Kooperationen: Für die Reichweite deines Blogs entlohnen dich Anbieter mit gesponserten Produkten, Reisen oder Veranstaltungstickets.
  • Markenbotschafter: Mit passenden Unternehmen kannst du eine langfristige Zusammenarbeit für Marketingkampagnen vereinbaren.

 

Das Schöne an diesem Geschäftsmodell ist, dass dich nicht die Webseitenbesucher, sondern werbetreibende Unternehmen bezahlen. Das verleitet leider einige Betreiber von Infoseiten dazu, nicht die besten Angebote, sondern die Produkte mit den höchsten Provisionen zu empfehlen. Bitte halte dich an deinen Wertekompass, anstatt dich vom schnellen Geld verführen zu lassen.

 

 

12 Ideen für Nischenseiten

  • Ersatzbirnen für Beamer
  • Luxushotels für homosexuelle Paare
  • Mittel gegen Bettwanzen
  • Wandheizungen für das Bad
  • MittelgegenHaarausfall
  • Kaffeevollautomaten
  • Kletterparks in Bayern
  • MittelgegenFußgeruch
  • Online-Fitnesskurse
  • Portable Richtmikrofone
  • Wasserflaschen mit integriertem Filter
  • Software zur Keywordrecherche

 

 

Weiterführende Ressourcen

 

Hat dir der Beitrag geholfen? Es ist der zehnte Teil einer Artikelserie zu ortsunabhängigen Geschäftsmodellen. Neben den Nischenseiten gibt es natürlich viele weitere Möglichkeiten, um online zu arbeiten. Jede Woche erscheint ein neuer Artikel zu dieser Reihe.

Wenn du jetzt schon herausfinden möchtest, welches Geschäftsmodell zu dir passt, mache den folgenden Test. Lasse uns gerne in den Kommentaren wissen, was dein Ergebnis ist und ob es zu dir passt.

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