So betreibst du Networking wie die Profis

Networking ist ein Begriff, der unglaublich oft gebraucht wird und bei dir vielleicht ein Unbehagen auslöst. Das kann ich gut verstehen. Viel zu oft wird Networking mit aufdringlichen Verkäufern und Visitenkarten in Verbindung gebracht. Ich möchte dir ein paar Tipps geben, wie es besser geht und dich so richtig weiterbringt.

In ein paar Stunden haben wir unser erstes lokales Meetup mit Mitgliedern von My Wireless Life. Danach geht es zum Speed Networking und morgen dann auf die ganztägige DNX. Nüchtern betrachtet ist es Networking pur.

Vielmehr ist es aber das Treffen von alten und neuen Freunden. Es sind 48 Stunden mit Gleichgesinnten, mit inspirierenenden Menschen und ganz viel Input. Grund genug, um mal etwas ausführlicher über das oft missverstandene Konzept des Networkings zu sprechen.

Ich möchte dir zeigen, warum du unbedingt ganz bewusst Networking betreiben solltest, was ich unter gutem (und schlechtem) Networking verstehe und was für mich besonders gut funktioniert.

P.S. Diesen Beitrag habe ich zu 90% über mein iPhone geschrieben und dabei die letzten Sonnenstrahlen in Berlin genossen. Wusstest du, dass 6 der letzten 10 Bestseller in Japan auf einem Smartphone geschrieben wurden? The future is now!

 

Warum du auf Networking setzen solltest

Ich denke, du kennst die Antwort auf diese Frage. Networking kann dir nicht nur bei deinen professionellen Tätigkeiten helfen, es verschafft dir Zugang zu Personen, die deinen Geist erweitern, dir neue Perspektiven verschaffen und dich als Person wachsen lassen.

Online wie auch offline wirst du es als Einzelkämpfer schwer haben. Ein Netzwerk von Menschen in deiner Branche zu haben ist wichtig, weil:

  • du es nicht alleine schaffst
  • dich Feedback unglaublich weiterbringt
  • du von anderen Menschen viel lernen kannst
  • du dadurch an Kunden, Partner oder Leser kommst
  • du dadurch deine Social Skills verbessert
  • neue Bekanntschaften dein Leben bereichern
  • es unglaublich viel Spaß machen kann

 

Wie du richtig schlechtes Networking betreibst

Ich habe einen Stapel Visitenkarten auf meinem Schreibtisch, kann aber keiner dieser Karten ein Gesicht zuordnen. Warum? Weil mir diese Menschen nicht im Gedächtnis geblieben sind. Ich erinnere mich an Menschen, die authentisch sind und mit denen ich offene und lange Gespräche geführt habe.

Beim Networking geht es nicht darum, Visitenkarten zu verteilen. Es geht darum, interessante Menschen zu treffen, zuzuhören und sich im besten Fall gegenseitig zu helfen. Es geht es nicht darum, etwas zu verkaufen, es geht darum, Beziehungen zwischen Menschen aufzubauen.

Der Begriff Networking hat diesen negativen Touch, weil viele Personen es nur als Instrument sehen, um ihre egoistischen Ziele zu erreichen. Dazu gehören die folgenden schlechten Ansätze:

  • oberflächliche Gespräche mit egoistischen Motiven
  • auf Meetings und Events nur von sich selbst erzählen
  • massenweise Visitenkarten verteilen
  • Selbstmarketing in Foren, ohne auf andere Mitglieder einzugehen
  • nur eigene Beiträge in sozialen Netzwerken teilen

Es kommt beim Networking auf Qualität an, nicht auf Quantität. Es geht nicht darum, deinen Stapel Visitenkarten loszuwerden. Es geht darum, mit einer Handvoll interessanter Menschen ins Gespräch zu kommen und in Erinnerung zu bleiben. Mache dich interessant aber nicht indem du nur von dir selbst erzählst.

 

Wie du richtig, richtig gutes Networking betreibst

Networking geschieht immer zwischen Menschen, selbst im oft anonymen Internet. Verstecke dich nicht hinter Benutzernamen und ausgedachten Geschichten. Zeige dein Gesicht und dein wahres Ich. Du bist dann interessant, wenn du du selbst bist.

Außerdem muss und sollte Networking nicht gezwungen sein. Es ist ein lockerer Austausch. Du solltest es wie ein Gespräch mit guten Freunden betrachten oder wie einen ungezwungenen Flirt. 

Der allerwichtigste Punkt für gutes Networking ist jedoch, dass du zuerst gibst und nicht nimmst. Das heißt, dass du hilfsbereit bist, dich für die Geschichten deiner Gesprächspartner interessierst und ihnen im besten Fall einen Tipp aus deiner persönlichen Erfahrung geben kannst.

Denke nicht darüber nach, was andere Menschen für dich tun können. Denke darüber nach, wie du anderen Menschen helfen kannst.

 

Ein großer Teil des Networkings findet heutzutage im Internet statt. Das ist auch okay, da wir dadurch viel mehr Menschen erreichen können. Dennoch sollte es immer dein Ziel sein, deinen Online-Bekanntschaften auch mal persönlich die Hand zu schütteln.

Für mich funktioniert der Aufbau von neuen Beziehungen über die folgenden Kanäle besonders gut (geordnet nach dem Grad der Beziehung):

Twitter – Folge den Menschen, mit denen du gerne Kontakt herstellen willst. Teile interessante Inhalte, erwähne die Autoren, sei hilfsbereit und sei natürlich. Twitter ist ein wunderbares Tool, um neue Beziehungen anzustoßen, die dann in anderen Kanälen vertieft werden können.

Facebook Gruppen – Der Austausch auf Facebook per se ist wohl eher oberflächlich, doch eignen sich spezielle Gruppen wie die Digitale Nomaden Gruppe oder die 4HWW Berlin (4-Hour-Workweek), um zu lernen, zu helfen und Kontakte zu knüpfen.

Kommentare auf Blogs – Persönlicher als Chats in sozialen Netzwerken sind Kommentare auf deinen Lieblingsblogs. Du wirst oft Beiträge finden, die du durch einen hilfreichen Kommentar aufwerten kannst. Das ist eine perfekte Möglichkeit, um sich in das Gedächtnis des Bloggers zu rufen.

Traditionelle Foren – Generell bin ich kein großer Fan von Foren im Bulletin-Stil. Mir gefällt der Umgangston und die Anonymität in vielen Foren nicht. Natürlich gibt es Ausnahmen wie das Digitale Nomaden Forum oder das Weltreiseforum, über die du schnell Gleichgesinnte kennenlernen kannst.

Spezielle Netzwerke – Natürlich muss ich an dieser Stelle unsere Community von My Wireless Life erwähnen. In diesem und anderen speziellen Netzwerken geht es genau darum, Menschen mit ähnlichen Interessen zusammenzubringen. Ein idealer Ort zum Networking also.

Mastermind Gruppen – Sobald du interessante Kontakte hergestellt hast, können Masterminds ein idealer Weg sein, um diese zu vertiefen. Bei dem Austausch in kleinen Gruppen vor Ort oder via Skype lernst du von anderen, holst dir Feedback ein und vertiefst Beziehungen. (Mehr zu den Masterminds)

Konferenzen – Veranstaltungen wie die DNX für digitale Nomaden oder die ITB für die Reisebranche sind großartig, um aus den eher oberflächlichen Online-Bekanntschaften echte Beziehungen oder gar Freundschaften werden zu lassen. Besonders wichtig hier: weniger Visitenkarten und Shakehands, mehr tiefergehende und authentische Gespräche.

Meetups – Lockere Treffen vor Ort geben dir die Möglichkeit, sofort persönlichen Kontakt mit interessanten Menschen herzustellen. Gehe auf Vorträge, Workshops und Meetups, die nicht nur aus deiner Branche sein müssen. Eine tolle Plattform zum Finden solcher Events ist Meetup.com.

 

Die beste Strategie, um ganz gezielt Beziehungen zu deinen Vorbildern, Kunden oder einfach interessanten Menschen aufzubauen, führt über Hilfsbereitschaft. Tue etwas gutes für andere und sie werden sich an deinen Namen erinnern.

Du solltest zwar niemanden wie ein Psychopath stalken, aber dich über soziale Netzwerke, Kommentare und Gastbeiträge in das Gedächtnis dieser Menschen rufen. Sobald du dich bekannt gemacht hast, ist es auf Veranstaltungen vor Ort so viel einfacher, die bereits bestehende Beziehung weiter aufzubauen.

Was denkst du? Hast du noch einen Geheimtipp für gutes Networking?

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Hi Sebastian,
sehr guter Artikel. Das beste Buch zu diesem Thema ist Never Eat Alone – kennst du bestimmt, oder? Da fällt mir ein, ich sollte mal wieder reinschauen – lang ist’s her 🙂
Freue mich auf deinen Workshop am Wochenende bei der DNX!
Beste Grüße,
Johannes

Mal liest man so, mal liest man so …

Also als Beispiel:
mal liest man “immer Visitenkarten bereit halten” – klar sollte man eher dem Motto “weniger ist mehr” nachgehen, aber ich denken, man muss einfach die richtige Mischung dafür finden!

Und das bedarf glaube ich wie in jedem Bereich einfach ein wenig Übung!
Wie lang hat es gebraucht, bis du gutes und schlechtes Networking für dich ausgemacht hast?