Ein kleines Wort mit großer Wirkung (das du viel zu selten nutzt)

Auf dem Wireless Life Blog findest du für gewöhnlich Beiträge mit harten Fakten und Anleitungen. Dieser Beitrag ist anders. Er enthält nur eine wichtige Botschaft. Wenn du dir diese zu Herzen nimmst, dann garantiere ich dir dein persönliches Wohlbefinden.

Zweifelst du manchmal daran, ob dein wahres Ich nicht gut genug ist für andere Leute? Ob die Wahrheit zu langweilig ist? Ob du Menschen verärgerst? Und verstellst dich dann, anstelle dein wahres Gesicht zu zeigen?

Mir geht es oft so. Es ist wohl nur allzu menschlich. Vielleicht liegt es an geringem Selbstwertgefühl oder sozialem Druck – viel zu oft erfüllen wir lieber die Erwartungen anderer, anstatt es uns selbst recht zu machen.

Habe keine Angst davor, dein wahres Gesicht zu zeigen und andere Menschen zu verärgern. Habe keine Angst davor, egoistisch zu handeln und viel öfter ein kleines Wort über die Lippen zu bringen …

Nein

Als Kindern wurde uns beigebracht, dass es unhöflich ist, Nein zu sagen. Immer freundlich nicken und Danke sagen war die Devise. Im Erwachsenenalter sind wir für unser Handeln und dessen Konsequenzen aber selbst verantwortlich. Genau deshalb hast du immer das Recht, den Kopf zu schütteln.

Wenn du Ja zu etwas sagst, dass du eigentlich nicht willst, dann belügst du nicht nur dich selbst, sondern auch mindestens eine andere Person. Das Resultat ist deine eigene Unzufriedenheit, die im Ergebnis auch die Person belastet, zu der du Ja gesagt hast.

Denke einfach mal an deine aktuelle oder letzte Beziehung. Diese kann auf lange Sicht nicht funktionieren, wenn einer der Partner unglücklich ist. Die eigene Unzufriedenheit belastet früher oder später beide Partner.

Das gilt nicht nur für Beziehungen, sondern auch für gesellschaftliche Erwartungen. Du kannst und solltest viel öfter Nein sagen. Nein zu Kindern, Heirat, Familienfeiern, Studium, Festanstellung und Rentenversicherung. Folge diesen Erwartungen nicht blind, sondern mache dir Gedanken darüber, ob du wirklich aus vollem Herzen Ja dazu sagen möchtest.

 

“Not being honest with yourself is how you say yes to everyone else but not to you. It’s a form of self-harm. If you don’t say yes on your own terms, you are saying it on everyone else’s terms, and the results will hurt you.”

James Altucher hat es in seinem großartigen Buch “The Power of No” gesagt. Wenn du nicht ehrlich zu dir selbst bist, dann belügst du nicht nur dich, sondern auch andere Menschen. Bevor du Ja sagst zu anderen Menschen, solltest du immer zuerst Ja sagen zu dir selbst.

Denn was passiert, wenn wir Ja zu einer Sache sagen? Dann sagen wir gleichzeitig Nein zu einer anderen Sache. Oft schädigen wir uns damit selbst, nur um die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen.

Wenn du Ja sagst zum Status-Quo, dann sagst du Nein zu Veränderung.

Wenn du Ja sagst zu einem Klienten, dann sagst du Nein zu einem anderen Projekt.

Wenn du Ja sagst zu Wut und Eifersucht, dann sagst du Nein zu Mitgefühl.

Wenn du Ja sagst zu Angst vor dem Unbekannten, dann sagst du Nein zu Abenteuern.

Wenn du Ja sagst zu Alkohol, dann sagst du Nein zu einem klaren Bewusstsein.

Wenn du Ja sagst zu Fast Food, dann sagst du Nein zu deiner Gesundheit.

Wenn du Ja sagst zu einer schlechten Beziehung, dann sagst du Nein zu deinem Wohlbefinden.

Wenn du Ja sagst zu Fernsehen, dann sagst du Nein zu einer netten Unterhaltung. 

 

 

Von Bill Cosby kommt die Aussage “I don’t know the key to success, but the key to failure is trying to please everyone” und ich kann absolut zustimmen. Dein persönliches und berufliches Glück wirst du nicht finden, indem du es alles recht machen willst.

Du solltest immer(!) Nein sagen zu Personen und Dingen, die deine Gesundheit, dein Wohlbefinden und deine eigene Entwicklung negativ beeinflussen.

Sage auch Nein zu deinem vergangenen Ich und Sorgen über die Zukunft. Du hast jeden Tag die Chance zu neuen Dingen Ja zu sagen und damit Veränderungen anzustoßen. Definiere dich nicht durch die Person, die du einmal warst.

Sage Nein zu deinem Vermögensverwalter und Versicherungsvertreter.

Sage Nein zu Erwartungen deines Umfeld und der Gesellschaft.

Sage Nein zu deinem Arbeitgeber oder Auftraggeber.

Sage Nein zu Freunden, wenn sie dir nicht gut tun.

Sage Nein zu Glaubenssätzen, die dich einengen.

Sage Nein zu aussichtslosen Diskussionen.

Sage Nein zu deinem E-Mail-Posteingang.

Sage Nein zu Vergangenheit und Zukunft.

Sage Nein zu Selbstmitleid und Klagen.

Sage Nein zu Eifersucht und Wut.

Und am wichtigsten: Sage immer zuerst Ja zu dir selbst!

 

Probiere es einfach mal aus. Sage jeden Tag mindestens zu einer Sache Nein, zu der du normalerweise Ja gesagt hättest. Sei egoistisch und richte dich weniger nach den Agenden von anderen Menschen. Nur so holst du dir deine Freiheit zurück.

Wenn dich jemand nach einer Entscheidung fragt, dann lasse dich nicht zu einer sofortigen Antwort zwingen. Wenn du dir nicht sicher bist, dann sage ihr oder ihm, dass du dir darüber erst Gedanken machen musst. Lasse dich nicht unter Druck setzen und zu einer voreiligen Zustimmung zwingen, die du später vielleicht bereust.

Wann hast du das letzte mal Ja zu etwas gesagt und es später bereut?

 

P.S. Natürlich gibt es Grenzen. Es gibt Momente, in denen du nicht Nein sagen solltest. Das ist immer dann der Fall, wenn du anderen Menschen damit schadest und Gesetze brichst. Diese Grundregeln braucht es einfach, um unser Zusammenleben in einer komplexen Gemeinschaft zu ordnen. In allen anderen Situation solltest du von deinem Recht zu einem Nein Gebrauch machen.

Danke für 9 Kommentare

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Martina

Ein Nein kann auch eine Leere mit einer Unsicherheit erzeugen, die es zu füllen oder zu überwinden gilt.
Obwohl nach deiner interssanten Auflistung steckt ja auch immer ein “Ja” zu etwas darin. Welches vielleicht mehr Aufmerksamkeit braucht..
Hm! Spontane Gedanken von einer, der deine Botschaften sehr gut gefallen haben.

Liebe Grüße!
Martina

Hi Sebastian,

“Sage Nein zu deinem E-Mail-Posteingang.” Hat mir besonders gefallen und zum Schmunzeln gebracht! 😀 Das werde ich morgen direkt mal ausprobieren.

Danke für die Inspirationen!

Liebe Grüße,
Alina

Schöner Artikel, Sebastian! Ich vertrete ähnlich wie Dirk die Ansicht, dass es auch vor dem “Nein”-Sagen wichtig ist, erst einmal die Situation so bewusst und wertfrei wie möglich wahr- und anzunehmen. Es bringt dauerhaft nicht viel, sich verstandesgemäße Techniken einzutrichtern, denn spätestens wenn eine Situation uns emotional tirggert, ist es vorbei mit dem schlauen Wissen und guten Vorsätzen. Eine wahrhafte Veränderung unserer Konditionierungen und Verhaltens-/Denkmuster erreichen wir m. E. erst, wenn wir den dazugehörigen Emotionen Beachtung schenken, ihnen Raum geben und erst eine Entscheidung (Ja oder Nein) treffen, wenn wir auch emotional intelligent agieren können. Dein Artikel ruft auf jeden Fall zur Achtsamkeit auf und das finde ich klasse! Ich sage oft, dass es im Grunde egal ist, was wir tun, Hauptsache, wir tun es mit Herz und Verstand (“Herzwissen” nenne ich das), wir tun es so bewusst wie nur möglich und sind bereit, jedwede Konsequenz unseres Handelns anzunehmen. Und da spielt es keine Rolle, ob es um Essgewohnheiten, Nicht-Rauchen oder etwas anderes geht. Das darf jede/r für sich entscheiden. Interessant ist, dass in fast all meinen Gesprächen mit Menschen zutage tritt, dass sie im Grunde wissen, dass ihnen dieses oder jenes nicht gut tut, doch entweder sind sie sich… Mehr lesen »

Wie viele innere Glaubenskriege habe ich bereits geführt um dieses Ja-Nein Spiel…

Rückblickend gesehen würde ich mein Leben nicht ändern wollen. Ich bin glücklich mit den Veränderungen der letzten Jahre. Denn die obigen Beispiele treffen sehr gut auf mich zu. Ich fühle mich wohler in meiner Haut, gelassener. Ich muss niemanden Rechenschaft ablegen außer mir selbst (dem kritischsten aller).

Ich weiß genau, wann ich ja und wann ich nein zu sagen habe und das ist auch gut so! 🙂

Viele liebe Grüße
Vladimir

Dirk

Hi Sebastian, schöner Artikel und generell stimme ich dir voll zu. Viel zu oft tun wir Dinge, die wir nicht tun wollen, um zu “gefallen”, es anderen recht zu machen, der Norm zu entsprechen usw. Das Problem aus meiner Sicht ist, das wir uns dessen eben nicht bewusst sind und es von daher erstmal wichtig ist, JA zu sagen zu dem Gefühl, das dein Arbeitgeber dir auf den Sack geht, oder deine “Freunde” nicht mehr zu deinem Lifestyle passen. Es ist erstmal schmerzhaft, das anzuerkennen. Eine Möglichkeit die wir tun können ist anhalten. Ich werde mir erstmal bewusst, was eine bestimmte Situation mit mir macht. Z.B. Wenn du Ja sagst zu Wut und Eifersucht, dann sagst du Nein zu Mitgefühl. Das ist prinzipiell richtig UND es ist wichtig Wut und Eifersucht erstmal wahrzunehmen und JA zu sagen, sonst wirst du es nicht langfristig verändern können. Du könntest auch Mitgefühl mit dir selber haben, das du JETZT gerade nun mal eifersüchtig bist. Meine persönliche Erfahrung. Lieben was ist. Da ist nicht unbedingt ein Widerspruch. Es geht sowohl als auch. Erst dann können wir klarer NEIN sagen, wenn wir uns bewusst sind was uns und anderen gut tut. Und uns auch so… Mehr lesen »