Welchen Mehrwert schaffen eigentlich diese digitale Nomaden?

Immer wieder höre ich diese kritische Frage in Richtung digitale Nomaden. Sie ist ganz sicher nicht unberechtigt, weshalb ich mich damit auseinandergesetzt habe. Hast du dich schon einmal gefragt, welche Werte du mit deiner Arbeit schaffst? Wenn nicht, dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt.

Ich glaube es ist eine deutsche Tugend, andauernd etwas schaffen zu müssen. Wir tun uns schwer damit, Dinge zu tun, die keinen Mehrwert mit sich bringen. Einfach mal etwas aus Spaß an der Sache zu machen, ohne an das Ergebnis zu denken, gilt als verpönt.

Was willst du denn später mit diesem Abschluss machen? Warum verschwendest du dein Geld mit Klavierstunden? Und warum schreibst du eigentlich ein Buch, wenn es niemand lesen wird?

Ich denke nicht, dass wir auf diese Fragen immer Antworten brauchen. Ich bin davon abgekommen, immer nur auf Ergebnisse hinzuarbeiten. Nicht immer muss mein Handeln durch eine Motivation getrieben sein. Oft tue ich Dinge ganz einfach, weil sie mich erfüllen, ohne zu hinterfragen, was sie mir in der Zukunft bringen.

Problematisch wird es immer dann, wenn ich nach meiner Arbeit und der Herkunft meiner Einkünfte gefragt werde. Mit Antworten wie Blogging, Affiliate Marketing oder dem Verkauf von digitalen Produkten kommt so manches Mal die Folgefrage nach dem Mehrwert dieser Aktivitäten, wie z.B. in dieser E-Mail:

Verkauft ihr nicht hauptsächlich “Produkte” die einem zeigen wie man ähnliche “Produkte” wie ihr verkaufen kann, nämlich “Produkte” die einem zeigen wie…. ad infinitum… Kurz: viele verkaufen doch mehr oder weniger eine Art Kurs, Seminar, E-Book, etc. die einem zeigen wie man genau das selbe machen kann… aber muss nicht irgendjemand auch etwas erschaffen? Sei es der Kaffee den ich gerne auf Sri-Lanka schlürfe, oder ein digitaler Programmcode, den ich beim Mailen nutze, oder… Wo liegt da die “reale” Wertschöpfung, wie sie z.B. auch ein Töpfer im Prozess des Töpferns hat?

 

Da ich diese Kritik durchaus berechtigt finde, habe ich mich ausführlich damit auseinandergesetzt. Nicht zuletzt ein Artikel im Spiegel von Theresa über die Nomad Cruise vom vergangenen November, besser gesagt die Leserkommentare zu diesem Artikel, haben mich nachdenklich gemacht.

Viele Kommentare unter dem Beitrag waren zwar hart an der Grenze von jeglichen guten Umgangsformen, sprechen jedoch die vermeintlichen Schattenseiten des digitalen Nomadentums an. Hier zwei meiner Favoriten, die keine Einzelmeinungen waren:

“Der Kern des digitalen Normadentums ist jedoch simple: verkaufen mit allen Mitteln, zB beim Affiliate Marketing. Was diese Leute meistens uebersehen, dass sie fuer einen Hungerlohn und auf eigenes Risiko die Arbeit machen, aber andere (aka Amazon) das Geld verdienen.”

Zum einen denke ich, dass “für andere das Geld verdienen” der Kern jeder Festanstellung ist, aber sicher gibt es auch Selbständige, die sich absolut unter Wert verkaufen. So oder so wird jedoch ein Wert geschaffen, da der Gesamtumsatz für z.B. Amazon erhöht wird und dadurch mehr Leute mitverdienen (Affiliates, Amazon Angestellte, Produzenten und Händler).

“Schon das Wort das Digitalnomade ist für mich das Euphemismuswort 2015. Aber passt zu einer Gruppe von Menschen, die ausser Smartphone und Laptop nix hat und diese bedauerliche Situation dann auch noch toll finden muss.”

 

Einige Menschen erfreuen sich ganz einfach an anderen Dingen als materiellem Besitz. Diesen Leuten geht es nicht darum, immer nur zu schaffen und möglichst viel Geld zu verdienen. Es geht ihnen um mehr Lebensqualität, die nicht zwangsläufig an das Einkommen gebunden ist. Je nach Prioritäten unterscheidet sich wohl auch die Definition für Mehrwert.

Es gab weitere Kommentare, die durchaus berechtigte Kritik am Lifestyle der digitalen Nomaden geübt haben. Im Mittelpunkt der Meinungen stand die Frage nach dem Mehrwert, der durch die Arbeit am Laptop geschaffen wird.

Das wird die nächste große Blase dieses Wirtschaftssystems. Abermillionen verwöhnte BWL- und Marketingkünstler die mit dem Laptop auf dem Schoß Werte schaffen möchten und gut davon Leben. Jetzt darf man natürlich gespannt Fragen welche Werte bitte? Noch ein Musikblog, ein New Art Design Photo Webmagazin, ein Steuerhinterziehungsberatungs Webspace und nicht zu vergessen Essenskulturwebsite.

 

Klingt geil, ist aber hohl … ich frage mich nämlich, wie auf diese Art der ganze Mehrwert geschaffen wird, der uns was zum Essen und Anziehen beschert, die Wohnungen heizen und Kinder großziehen lässt.

 

Vielleicht sollten die meist jugendlichen “digitalen Normaden” mal ihren Kopf bemühen und sich ihrer Verantwortung wieder bewusst werden. Ich jedenfalls sehe nur Eines: Rücksichslosen Egomanentum von Leuten, die glauben, dass sie mit einem Blogeintrag anstelle von wirklichen Taten die Welt verbessern können.

 

Auch wenn hier pauschalisiert und wohl größtenteils an Blogger, Coaches oder Internet Marketer mit dubiosen Geschäftsmodellen gedacht wird, geben die Kommentare Grund zum Nachdenken.

Über den Mehrwert von Blogs, die nur von Bloggern gelesen werden, oder Podcasts, in denen wiederholt andere Podcaster interviewt werden, kann sicher gestritten werden. Auch die Hunderttausendste Produktvergleichs-Seite für Smartphones schafft sicher keinen großen Wert mehr.

Ich will mir hier gar nichts schön reden und bin mir sehr wohl bewusst darüber, dass die Skepsis gegenüber Geschäftsmodellen im Internet seine Berechtigung hat. Dennoch ist es wie immer ein großer Fehler, zu pauschalisieren.

Ich denke, dass Blogs, Podcasts oder andere Medien dann einen Mehrwert schaffen, wenn sie gelesen, gehört oder geschaut werden. Würde dieser Content keinen Mehrwert bieten, dann würde sich niemand dafür interessieren. Ob dieser Wert dann in konkreten Informationen, unterhaltsamen Bildern oder persönlichen Meinungen besteht, finde ich dabei unerheblich.

Einen großen Mehrwert empfinde ich zudem in dem freien Zugang zu einer Masse an subjektiven Informationen. Das verhindert nicht nur die Abhängigkeit von einigen großen Nachrichtenagenturen, sondern bietet auch extrem spezialisierte, gut aufbereitete Informationen mit einer persönlichen Note.

Schafft ein Blog oder ein Videokanal keinen Mehrwert, dann ist es eben ein Hobby, das zumindest dem Blogger oder YouTuber Freude bereitet und damit einen Mehrwert schafft.

 

Mehrwert entsteht im Internet durch den Austausch von Informationen

In Deutschland, das als Produktionsstandort gilt, wird sich wohl damit schwer getan, Dienstleistungen nach ihrem Wert zu bemessen. Natürlich bieten ein Haarschnitt oder ein Besuch im Theater ebenso einen Mehrwert wie ein Auto oder eine Schweizer Kuckucksuhr, nur dass wir diese nicht anfassen können.

Ein großer Unterschied zu herkömmlichen Schaffungsprozessen ist, dass sich die Arbeit vieler digitaler Nomaden nicht nach echter knochenharter Arbeit anfühlt. Es wird viel automatisiert und ausgelagert, so dass die Schweißtropfen ausbleiben. Anstelle von Rohstoffen geschieht die Wertschöpfung basierend auf Informationen.

Nicht umsonst wird immer wieder von der Wissensgesellschaft besprochen. Geld wird mit Internet mit Informationen verdient. Facebook und Google sind nur zwei prominente Beispiele, dessen Mehrwert offensichtlich sein sollte.

App-Entwickler, die mit ihren Lösungen Prozesse vereinfachen und damit die Produktivität anderer Unternehmen erhöhen, tragen ganz sicher ihren Teil zur Wertschöpfung bei. Affiliate Marketer sorgen mit neuen Vertriebswegen für mehr Umsatz und letztendlich auch mehr Beschäftigung am anderen Ende der Produktionskette. Blogs, E-Books und Videokurse vermitteln sehr spezielles Wissen, das für den Betrachter einen Mehrwert schafft.

Der Mehrwert liegt für mich darin, einen schöpferischen Prozess bei anderen Menschen anzuschieben. Wenn jemand einen meiner Artikel oder E-Books liest, ein Video sieht oder eine hilfreiche E-Mail bekommt und dann anfängt, Dinge in seinem Leben zu hinterfragen, dann ist das für mich ein Mehrwert.

Hallo Sebastian, ich finde ganz ganz toll was du machst und welchen Mehrwert Du Interessierten und “Infizierten” Diginomaden bietest. Ich hatte vor einigen Tagen die Aufzeichnung eures Webinars zusammen mit Thomas gesehen, Klasse! Ich gehöre mit meinen 57 Jahren schon zur “älteren Gruppe” bin aber nichts desto trotz vom freien Leben nach deiner Philosophie begeistert. Ich habe mich erst jetzt mit dem digitalen Nomadentum beschäftigt und es gewinnt immer mehr an Charme.

 

E-Mails wie diese von Thomas beweisen mir, dass die Weitergabe von eigenen Erfahrungswerten und Wissen zumindest für einige Menschen einen Wert schafft. Wenn ich diesen Mehrwert für einen Preis X anbiete, dann ist dies nichts anderes, als der Kurs an der Volkshochschule, bei dem Geld gegen Wissen getauscht wird.

Welchen Mehrwert hat nun dieser Blogartikel, den du gerade liest? Das kannst wohl nur du als Leser beantworten. Mir jedenfalls hat das Schreiben Freude bereitet und zur Reflektion gedient. Damit hat er zumindest einem Menschen bereits einen Mehrwert verschafft und regt vielleicht auch bei dir einen Denkprozess an.

Danke für 35 Kommentare

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Ich finde die Frage mit dem Mehrwert von Arbeit ebenfalls berechtigt. Aber gibt es einen guten Grund das auf eine bestimmte Bevölkerungsgruppe zu beschränken? Die sogenannten Bullshit-Jobs gibt es schließlich überall.

P.S.
Wo ist der Mehrwert von SPON-Kommentaren? 😉

Richtig, in einer Informationsgesellschaft hat Wissen auch einen Mehrwert! Ich denke, dass Mehrwert im Sinne eines produzierten Autos genau so wichtig ist, wie z.B. der Mehrwert eines inhaltlich guten digitalen Produktes.

Hey Sebastian, die Frage des Mehrwertes habe ich mir auch bereits gestellt, bin dabei jedoch auf einen ganz anderen Pfad gelangt.. Mein Ergebnis war, dass erstaunlich viele Leute das Thema “Blog” noch immer mit einem virtuellem Tagebuch eines Teenagers assoziieren. Begonnen hat das ganze damit, dass ich mich im letzten Jahr relativ viel mit den Themen Web & Blog auseinandergesetzt habe. Ziel war es dabei in diesem Jahr selbst endlich aktiver zu werden und meine alte gegen eine neue -weitaus qualitativere- Seite auszutauschen, wo der Blog im Vordergrund steht. Im Gespräch mit anderen Leuten -vor allem gleichaltrigen Schülern- ist dabei häufig die Frage aufgekommen, warum man einen Blog zu einem Thema starten möchte, zu welchem es bereits viele qualitative Websites gibt. Auch hier wurde nicht ein einziges man der ja eigentlich simpelste Faktor „Hobby“ in Betracht gezogen. Da mich die Situation interessiert hat, begann ich daraufhin einige Leute eine simple Frage zu stellen: „Wie viele Blogs besuchst du regelmäßig?“ Die Antwort belief sich meist auf Null, gelegentlich auf einen bis zwei. Bei gemeinsamen betrachten der regelmäßig besuchten Seiten fiel hier jedoch auf, dass es sich bei viele davon nun doch um Blogs handelt. Es war den Lesern nur nicht bewusst!… Mehr lesen »

Mir wurde diese Frage nach dem Mehrwert meiner Arbeit auch schon öfter gestellt. Und ich habe lange vor allem bei unserem eigenen Reiseblog mich sehr schwer damit getan, Artikel zu veröffentlichen, die keine Ratgeberqualität hatten. Einfach weil ich gedacht habe, dass jeder Artikel einen Mehrwert im Sinne von “Ich muss jemandem etwas beibringen” haben muss. Dann ist in mir irgendwann die Erkenntnis gereift, dass auch Unterhaltung ein Mehrwert ist. Deswegen werden doch viele Blogs auch gelesen. Weil die Menschen sich davon unterhalten fühlen. Es ist wie Fernsehen nur eben anders. Und so wie wir uns beim Fernsehprogramm trefflich über den Mehrwert von Soaps und Reality-TV-Formaten streiten können, ist es doch auch mit all den Webseiten und Blogs.
Aber wie schon mehrfach gesagt wurde: So lange es jemanden gibt, der meinen Blog liest, ist die Welt doch in Ordnung. Die anderen können ja wegzappen 😉

ICH BIN was ICH BIN

Die Frage nach dem “Mehrwert” sollte man bei ganz anderen Berufsgruppen stellen, z.B. bei den Bürokraten, die von den Steuersklaven prächtig ausgehalten nichts weiter tun, als im Büro herumzusitzen und den Menschen mit dem gewaltsam auferlegtem Zwang, irgendwelche hirnlosen Formulare auszufüllen, ihre kostbare Lebenszeit und -kraft stehlen. Man sollte sich auch bei den ebenso von den Steuersklaven sehr gut ausgehaltenen Pfaffen fragen, was diese bieten, außer einer verdummenden Gehirnwäsche, und ja, diese werden von Steuergeldern mitfinanziert, die auch Nichtchristen zwangsweise mit zu zahlen haben. Ebenso sollte man sich bei den feministischen Männerhasserverbänden, die ebenso prächtig von den Steuersklaven ausgehalten werden, da der Feminismus inzwischen eine Art Staatsreligion geworden ist, fragen, was diese beitragen, außer gute und sensitive Männer niederzumachen. Ebenso sollte man sich fragen, was denn die Tabakindustrie für einen Mehrwehrt schafft, außer Naturzerstörung und Luftverpestung. Nein, wir wollen leben, genießen, frei sein, und der wichtigste Mehrwehrt im leben ist die Zeit, die wir haben, um das zu tun, was wir wirtklich lieben oder auch um die Muße zu genießen. Die Arbeitsreligion, die fordert, dass wir wie irre malochen sollen, um Häuser zu bauen und dann wieder malochen sollen, um die Bomben herzustellen, die diese Häuser zerstören, ist einfach nur… Mehr lesen »

Stephan

Zu jeder guten Diskussion gehören auch egozentrische und weniger differenzierte Meinungen. Es geht hier nicht um Ich, Ich, Ich. Die Frage des Mehrwerts ist eine individuelle. Für alle genannten Berufsgruppen gibt es auch Gruppen, die einen Mehrwert daraus ziehen. Dieser ist aber weder zwingend für die Allgemeinheit, noch kann er durch aggressives Geplapper und Populistik negiert werden. Selbst wenn diese Berufsgruppen nicht einmal eine Abnehmergruppe hätten, haben sie in einer demokratischen Gesellschaft dennoch eine Daseinsberechtigung.

Bettina

mhhhhhhm, da bin ich jetzt aber nach ein paar Zeilen ausgestiegen………das ist doch genaus so ein Bashing wie andersrum – die anderen, die anderen, die anderen – immer die anderen böser als ich

ich bin auch keine Christin, aber glaube nicht, dass man alle Gläubigen oder “Pfaffen” in einen Topf werfen kann
genausowenig kann ich das Bashing von Feministinnen verstehen, ich habe genau kein Interesse daran, die “guten und braven” Männer niederzumachen, aber ich bin auch nicht bereit, mich als Männerhasserin titulieren zu lassen, nur weil ich mich für mein Recht einsetze, gleich behandelt zu werden und nicht aufgrund meines Geschlechts diskriminiert zu werden

Stephan

Wieso wird das Digitale Nomadentum mit Bloggern und Verzicht auf materielle Werte gleichgesetzt? Ich verstehe unter Digitalen Nomaden Menschen, die zur Arbeit lediglich ein Laptop und Internetzugang benötigt und von wechselnden Orten auf der Welt arbeitet. Nach der Definition bin ich seit 2005 ein digitaler Nomade. Aber weder bin ich Blogger oder muss mich dubioser Machenschaften im Internet bedienen, um Geld zu verdienen, noch verzichte ich auf materielle Dinge. Obwohl ich Mehrwert in mehrstelliger Millionenhöhe schaffe, stellt sich mir diese Frage überhaupt nicht. Wo Angebot und Nachfrage sich treffen, ist immer ein Mehrwert. Ob dies nun in den Augen von Neidern, Unwissenden und Besserwissern zutrifft oder nicht, darüber mache ich mir keine Gedanken.

Was in diesem Artikel absolut richtig beschrieben ist, ist die deutsche Tugend, immer etwas zu schaffen, und immer mit Sinn zu agieren. Allerdings sehe ich bereits Sinn darin, das zu tun, was einem selbst gut tut. Nur weil andere anders denken und den Mumm nicht haben, ihren Wünschen und Träumen zu folgen, muss ich mich nicht ändern. Dafür liege ich am Strand, nachdem meine Arbeit getan ist, und kann schon die nächste geographische Station unseres – Familie mit 2 Kindern – Nomadenlebens organisieren.

Julius

Die Diskussion, ob das geschriebene Wort einen Wert hat, ist so alt wie die Sprache selbst. Welchen Wert hat ein Dichter, ein Musiker, ein Geschichts- oder Sprachwissenschaftler, ein Blogger oder ein Schriftsteller? Einen subjektiven. Das Medium spielt doch am Ende gar keine Rolle, ob es jetzt gedruckt ist oder auf dem Bildschirm zu lesen ist. Es sind und bleiben Texte zu einem bestimmten Thema. Und über den Sinn, Inhalt & Wert kann und sollte man streiten. Ich finde 50 Shades of Nonsense oder Vampirliebesgeschichten schlecht und ohne Mehrwert, aber da würde mir vielleicht ein romantischen Teenagerherz widersprechen und ich glaube, da liegt keiner von uns beiden falsch. Wir haben beide Recht. Sind nur unterschiedlicher Meinung. Wenn sich dein Leben über Konsumgüter, Familie & Kinder und einem sicheren Job definiert, dann wirst du keinen Mehrwert in einem DN Lebensmodell finden. Umgedreht, muss ein DN, aber auch keinen Mehrwert in diesem konventionellen Leben finden. Hat doch beides seine Berechtigung oder?

Hallo Julis, genau diesen Punkt sehe ich auch.
Forschung und Entwicklung und Produktion sind DAS Ding, insbesondere für die deutsche Gesellschaft. Aus Augen des “einfachen” Mannes sind “vergeistigte” Tätigkeiten wie Sozial- und Kulturwissenschaften, Kunst, aber auch Betriebswirtschaftslehre alles nur hohle Phrasen. Naja…
Der Weise und sein Rat sind eine ganze Weile älter als das Internet. 😉
Und auch ohne Internet gibt es Selbsthilfebücher, Therapien und Beratungen.
Ich sehe das wie Stephan (unten): Angebot trifft Nachfrage.

Danke an Julius und Viola für ihre wohltuenden und tröstlichen Kommentare!

Wie beschränkt muss man sein, um nur das als Mehrwert zu definieren, was man in der Hand halten kann.

Von wegen Blase… das Digitale Nomadentum steht nicht im Widerspruch zur Realwirtschaft. Digitale Produkte sind genauso Mehrwert wie das Brötchen vom Bäcker. Wie es im Artikel schon richtig steht: es kommt drauf an, ob es gut gemacht ist. Egal ob Brötchen oder Blogkurs.

Uff, das musst ich loswerden; )

Hi Sebastian, danke für den reflektierten Beitrag. Ich persönlich bin auch verdammt oft hin- und hergerissen zwischen “Oh, schon wieder ein Schaufelverkäufer, der mir sagt, wie ich im Internet/mit Blogs Geld verdienen kann” und “Wow, super Tipps, kann ich gut gebrauchen”. Ich denke, jeder kann und soll sich das rausziehen, was er braucht oder zu brauchen meint. Außerdem muss ich die Schreihälse ja nicht länger abonnieren, wenn sie mich nerven. Was die Reaktionen im Netz angeht: Da steckt ein riesiger Berg voll Neid dahinter. Schließlich werden in den Berichten über Digitale Nomaden Menschen vorgestellt, die einfach mal ihr Leben so leben, wie sie sich das ausmalen – und nicht, wie es die Gesellschaft gerne hätte. Natürlich wird der, der aus dem Gefängnis der Eintönigkeit, Sicherheit und Vorhersehbarkeit ausbricht, mit Schmutz beworfen. Schließlich hat er das geschafft, was die anderen im Knast gerne hätten: Freiheit zu gewinnen. Interessanterweise sagen aber die ganzen Insassen: Wir wollen gar nicht frei sein. Wir müssen hier noch sinnlose Dinge produzieren, damit der Welt noch mehr Rohstoffe entzogen werden und wir für uns hart erschuftetes Geld wieder sinnlose Dinge kaufen können. Zusammengefasst: Jeder, wie er mag. Und am besten ganz viel mit Leuten umgeben, die ähnlich… Mehr lesen »

Ich finde viele der Argumente, die gegen das Bloggen, wie du es hier beschreibst, vorgetragen werden, schwach.
Natürlich ist der Mehrwert von einem Blog oder einer Webseite, die nochmal alles gleich macht wie abertausend andere
gering. Allerdings gibt es unterschiedliche Geschmäcke von Lesern und auch wenn nur 10 von 100.000 Blogs einen
wirklich guten Mehrwert für Leser bieten, dann ist das für mich ein Erfolg.

Ich möchte im Gegensatz dazu fragen: Was ist der Mehrwert von dem 100.000 Gegenstand den man sich anschafft?
Wie viele materielle Gegenstände/ Objekte besitzt der durchschnittliche deutsche Bürger und wie viele davon bieten
ihm einen wirklichen Mehrwert? Ist da das Verhältnis wirklich so viel besser als 10 von 100.000 Gegenständen?

Dazu kommt, dass viele Gegenstände, die wir einkaufen, aus erschöpflichen Quellen kommen und die Natur belasten.
Blogs, Webseiten und Informationen bereit gestellt im Internet haben diesen Nachteil nicht.

Meine Meinung dazu ist, dass es vielleicht zu viele Blogs gibt. Auch viele die keiner braucht. Aber es gibt auch einige Blogs, die
wirklich hilfreich sind (sonst würde ja keiner Blogs lesen). Das in einem Geschäftsfeld auch Übersättigung oder ein
Überangebot entstehen kann ist eine natürliche Folge der Marktwirtschaft.

Georg, toll gesagt, mit dem Konsum von Gegenständen!

Heike Mertens

Lieber Sebastian,
auch ich bin schon älter und seit Jahren in unterschiedlichen Dienstleistungsberufen tätig. Habe mich für meine Generation ( bin 1959 geboren) schon früh mit dem virtuellen Arbeiten beschäftigt, sicher auch, da ich immer gerne auch beruflich gereist bin und in der Fliegerei, in internationalen Hotels und bei Regus tätig war. Inzwischen bin ich seit 12 Jahren selbstständig und Dank der inzwischen o weit gediehenen Technik weltweit mobil. Nicht so oft, wie Ihr jungen Leute und sicher auch nicht ganz so kompetent, was Technik anbelangt, aber für meine Verhältnisse doch recht gut und auch Dank Eurer Tipps im Netz. so habe ich zum Beispiel von sipgate erfahren und kann nun meine Kunden weltweit mit einer Telefonnummer aus meiner heimatstadt anrufen.
Also ich habe durch die Blogs viel gelernt und lerne noch und möchte mich auf diesem Weg einmal dafür bedanken.