Online Arbeiten [13/15]: Als Matchmaker im Vermittlungsgeschäft

Matchmaker sind Mittelsmänner zwischen zwei Parteien, die voneinander profitieren, sich aber nicht ohne weiteres begegnen würden. Wenn du es schaffst, diese Leute zusammenzubringen, hast du ein Vermittlungsgeschäft mit dem du gutes Geld verdienen kannst.

Headhunter, Börsenmakler, Buchagenten oder freie Vertriebsmitarbeiter verdienen Geld mit Provisionen. Ihr Wert besteht in dem Netzwerk, das sie aufgebaut haben. Sie haben Zugang zu Menschen und Unternehmen, die bereit sind, für eine erfolgreiche Vermittlung zu bezahlen.

Das Matching kann unter zwei Personen oder mit Firmen geschehen. Wenn du in deiner Heimatstadt gut vernetzt bist, könntest du Deals mit Eventveranstaltern machen. Gegen Provision empfiehlst du sie deinem Netzwerk.

Oder du organisierst regelmäßige Treffen mit Neuzugezogenen in deiner Stadt. Du triffst Vereinbarungen mit Fitnessstudios über einen Rabatt von 20 %, wenn du ihnen neue Mitglieder bringst. Diesen Rabatt gibst du zur Hälfte an dein Netzwerk weiter, der andere Teil ist deine Provision. Letztendlich funktioniert das wie Affiliate-Marketing, nur eben nicht mit Links, sondern mit einem Handschlag.

Zur Unterstützung eines solchen Vermittlungsgeschäfts oder auch alleinstehend, eignen sich Verzeichnisseiten. Stelle dir diese Webseiten vor wie Gelben Seiten für eine spezielle Branche und Region.

Du erstellst beispielsweise für den Raum Buxtehude eine Liste mit den besten Eisdielen. In einem Verzeichnis führst du alle Anbieter mit einer kurzen Beschreibung auf. Sobald ein Urlauber Eis essen will, sucht er im Internet, wo er deine Website findet.

Sobald die Verzeichnisseite umfangreich genug ist und du die ersten Besucher darauf hast, schreibst du alle Eisverkäufer an. Du bietest ihnen entweder einen Pauschalpreis für das Listing oder eine Hervorhebung ihres Eintrags gegen eine monatliche Gebühr an.


Vorteile: Kontakte sind wertvolle Ressourcen, die oft als gegeben hingenommen werden. In einem professionellen Umfeld kannst du dein Netzwerk zu einem Geschäftsmodell machen. Vor allem wenn du gerne am Telefon hängst, Veranstaltungen besuchst und im direkten Umgang mit Menschen bist, sind Vermittlungsmodelle eine Option für dich.

  • Vermarktung des eigenen professionellen Netzwerkes
  • Direkter, persönlicher Kontakt mit Menschen
  • Langfristige Provisionszahlungen möglich
  • Kein Risiko, da kein eigenes Inventar

Nachteile: Gute Beziehungen beginnen mit einem Händeschütteln vor Ort. Zu einem gewissen Grad ist dieses Modell deshalb ortsabhängig, auch wenn du die meisten Gespräche via E-Mail, Handy und Videotelefonie führen kannst. Eine weitere Herausforderung besteht darin, sich nicht von dem Anbieter mit der höchsten Provision „einkaufen” zu lassen, sondern den Kunden im Blick zu haben.

  • Nicht komplett ortsunabhängig
  • Provisionsgetrieben, was die Objektivität beeinflusst
  • Trennung zwischen privatem und professionellem Netzwerk schwierig

 

Erste Schritte für Matchmaker

  1. Branche: Entscheide dich für ein Thema und eine Industrie, in der du dich auskennst und bereits ein Netzwerk hast.
  2. Netzwerk: Die Qualität der Kontakte bestimmt deinen Wert. Gehe auf Veranstaltungen, hänge dich ans Telefon und baue Beziehungen auf.
  3. Markenaufbau: Stelle dich selbst oder deine Agentur als Marke auf einer Website vor.
  4. Provisionsmodell: Denke darüber nach, wie du dir das Matching von zwei Parteien vergüten lässt.
  5. Intro: Sobald du zwei passende Menschen aus deiner Datenbank zusammenbringen kannst, stelle sie einander vor.

18 digitale Geschäftsmodelle

Bist du verloren im Dschungel der Informationen? Der Wireless Life Kompass gibt dir einen Überblick über 18 ortsunabhängige Geschäftsmodelle, die jeweiligen Vor- und Nachteile und erste Schritte zum Start.

Zum Wireless Life Kompass

1. Branche

Entscheide dich für ein Thema und eine Industrie, in der du dich sowohl auskennst als auch bereits ein Netzwerk hast. Dein Ziel ist es, die Bedürfnisse von zwei Parteien zu lösen, um damit eine Win-Win-Win-Situation für dich und alle anderen zu schaffen. Denke dabei an jeweils eine Gruppe von Anbietern und Nachfragern, die sich auf dem üblichen Marktplatz nur selten begegnen.

 

2. Netzwerk

Die Qualität des Netzwerks bestimmt deinen Wert. Gehe auf Veranstaltungen, hänge dich ans Telefon und baue Beziehungen auf. In der Regel beginnen gute Kontakte in der Offline-Welt, die dann aus der Ferne vertieft und gepflegt werden können. Für ein erfolgreiches Vermittlungsgeschäft brauchst du Zugang zu beiden Seiten, sowohl Anbieter als auch Nachfrager.

 

 

Fallstudie: Frank erkennt den Wert seines Netzwerks

Über seine Social Media-Agentur hat sich Frank mittlerweile ganz organisch ein Dienstleister-Netzwerk aus Designern, Programmierern und Textern aufgebaut. Kunden fragen ihn immer wieder nach Empfehlungen. Da er selbst außer den Marketingleistungen keine Services anbieten möchte, leitet er sie gerne weiter.

Um für Klienten einen weiteren Mehrwert zu schaffen und an der Vermittlung mitzuverdienen, handelt er mit seinem beruflichen Netzwerk Provisionsverträge aus. Für alle zukünftigen Empfehlungen, die über ihn zustandekommen, erhalten seine Kunden einen Rabatt von 10 % und Frank verdient eine Provision von 5 % auf alle Aufträge der ersten zwei Jahre.

Die Kontaktherstellung funktioniert ganz einfach über eine E-Mail. Franks Kunden geben ihn gerne als Vermittler an, da sie dadurch einen Preisnachlass bekommen. Die Dienstleister zahlen monatlich die Provisionen aus, die sich bald zu einem netten Nebeneinkommen aufaddieren.

 

3. Markenaufbau

Stelle dich selbst oder deine Agentur als Marke auf einer Website vor. Erst wenn deinen Kontakten bewusst wird, dass du die Vermittlung nicht als Freundschaftsdienst betreibst, sondern damit den Lebensunterhalt verdienst, werden sie die Leistung zu schätzen wissen und den Wert entlohnen.

 

4. Provisionsmodell

Denke darüber nach, wie du dir das Matching von zwei Parteien vergüten lässt. Wie hoch ist die Provision? Bezahlen dich Nachfrager oder Anbieter für die erfolgreiche Vermittlung? Wie lange verdienst du an Folgeaufträgen, wiederkehrenden Zahlungen oder Lizenzgebühren mit?

 

5. Intro

Sobald du zwei passende Menschen aus deiner Datenbank zusammenbringen kannst, stelle sie einander vor. Dafür sind verschiedene Rahmen, vom einfachen Telefonat hin zu einem Wochenende im Luxus-Hotel, denkbar.

Als Ergänzung zur individuellen Vermittlung sind Online-Plattformen denkbar, auf denen sich Anbieter und Nachfrager begegnen und gegen Provision oder Mitgliedschaftsgebühr Kontakt zueinander bekommen. Als Premium-Angebote kommen hochpreisige Netzwerkevents, Mastermind-Gruppen oder Wochenend-Retreats in Frage.

 

 

12 Ideen für Matchmaker

  • Teepartys für Verlage und angehende Autoren
  • Services für Zugezogene (Friseur, Fitnessstudio usw.)
  • Premium-Immobilienmakler
  • Programmierer für KMUs
  • Dienstleister für Existenzgründer
  • Vortragsredner für Firmenevents
  • Influencer für Werbetreibende
  • VertriebvonergonomischenBüromöbeln
  • Services für Hausbauer (Architekt, Einrichter, Dachdecker usw.)
  • Hersteller-Verzeichnis für nachhaltige Produkte
  • Investoren und Start-ups
  • Lokale Restaurants und Reisegruppen
  • Dating-Arrangement für Millionäre

 

 

Weiterführende Ressourcen

  • Provisionsregelungen für Freelancer: Billomat
  • Provisionsmodelle zur Kundenakquise: Gründer.de
  • Gesetzliche und steuerliche Regelungen: Sage.com

 

Hat dir der Beitrag geholfen? Es ist der 13. Teil einer Artikelserie zu ortsunabhängigen Geschäftsmodellen. Neben der Tätigkeit als Matchmaker gibt es natürlich viele weitere Möglichkeiten, um online zu arbeiten. Regelmäßig erscheint ein neuer Artikel zu dieser Reihe.

Wenn du jetzt schon herausfinden möchtest, welches Geschäftsmodell zu dir passt, mache den folgenden Test. Lasse uns gerne in den Kommentaren wissen, was dein Ergebnis ist und ob es zu dir passt.

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