Der Fruitarier: Einen Monat lang von Obst, Nüssen und Samen ernähren [LIFESTYLE X]

“Leben und leben lassen” ist das Motto der Frutarier, weshalb sie nur das essen, was die Natur freiwillig hergibt. Das bedeutet, dass keine Tiere getötet und keine Pflanzen zerstört werden sollten. Zu den bekanntesten Frutariern gehören angeblich Mahatma Gandhi, Henry David Thoreau, Leonardo da Vinci und zeitweise auch Steve Jobs.

Extreme Ernährungsweisen basieren auf Ideologien oder ganz einfach auf gesundheitlichen Motivationen. Im besten Fall bilden sie einen Mix daraus. Ich habe mich im Vorfeld zu meinem Experiment mit Menschen unterhalten, die sich aus ganz unterschiedlichen Motivationen frugan ernähren.

Der ideologische Beweggrund für die Ernährung mit Obst, Nüssen und Samen ist die Annahme, dass nicht nur Menschen und Tiere, sondern auch Pflanzen beseelt sind. Ein unnatürlicher Tod, also das Ernten von Obst und Gemüse vor ihrem eigentlichen Verfall, ist genauso unverantwortlich wie das Töten von Tieren.

Auch in anderen Lebensbereichen achten Frutarier auf Verträglichkeit mit der Natur. So sollten Möbel nur von umgestürzten oder abgestorbenen Bäumen stammen. Ebenso achten Frutarier darauf, dass ihre Kleidungsstücke nicht aus Leder, Seide oder Baumwolle hergestellt werden.

 

Meine Ziele für diesen Monat

Ich möchte nur Lebensmittel essen, die von der Pflanze gepflückt werden können, ohne diese zu beschädigen. Mich nur von Fallobst zu ernähren wird schwer, aber ich werde versuchen meine Lebensmittel nur auf Wochenmärkten zu kaufen und im Supermarkt genau auf die Herkunft zu achten.

Zum Eingang des Experiments habe ich einen Gesundheitscheck mit Blutwerten durchgeführt und werde diesen mit dem Blutbild zum Ende des Monats vergleichen. Außerdem werde ich ein genaues Tagebuch über Gewicht und Gemütszustand führen und darüber, was ich alles verzehre.

In Gesprächen mit langjährigen Frutariern und deren Kritikern möchte ich herausfinden, was Menschen zu dieser Ernährung bewegt und wie sich diese auf die Gesundheit und das allgemeine Wohlbefinden auswirkt.

 

Das steht auf meinem Speiseplan

Vorrangig werden es Lebensmittel sein, die von der Pflanze gepflückt werden können, z.B. Obst wie Äpfel oder Beeren, Gemüse wie Tomaten und Kürbisse, Nüsse, Samen und Hülsenfrüchte wie Erbsen oder Bohnen. Ausgeschlossen sind Knollen, Blätter oder Wurzeln von Nahrungspflanzen sowie Lebensmittel tierischen Ursprungs.

Getreideprodukte sind eigentlich erlaubt, werden aber von einigen Frutariern gemieden, da es sich um Monokulturen handelt. Im Grunde können die Samen dann gegessen werden, wenn die Getreidepflanzen ihr Leben beendet und die Samen noch kein neues Leben gegeben haben.

Was ist mit Samen? Sind sie nicht Ursprung für neues Leben? Auch hier scheint es unterschiedliche Meinungen zwischen Frutariern zu geben.

Was ist erlaubt bei Frutariern:

  • Süßes Obst wie Beeren, Äpfel, Birnen, Pflaumen, Orangen, Melonen, Trauben, Papayas, Kirschen, Pfirsiche, Aprikosen, Feigen, Datteln, Durians, Mangos, Kokosnüsse
  • Gemüsefrüchte wie Gurken, Tomaten, Kürbisse, Paprika, Zucchini oder Avocado
  • Gemüse wie Salat, Sprossen oder Sellerie
  • Getränke wie Kokosnusswasser, Frucht- und Gemüsesäfte, Wasser
  • Hülsenfrüchte wie Erbsen, Bohnen und Sojabohnen

 

Was ist umstritten bei Frutariern:

  • Getreide wie Brot, Nudeln, Reis, Hirse, Mais
  • Nüsse und Samen wie Sonnenblumenkerne, Mandeln, Walnüsse
  • Olivenöl, Honig, Müsliriegel und Schokolade

 

Was ist nicht erlaubt bei Frutariern:

  • alles, was ein Veganer nicht anrühren würde
  • Knollenpflanzen wie Kartoffeln, Rote Bete, Rüben, Karotten oder Zwiebeln
  • Blatt- und Stängelteile
  • Obst und Gemüse, welches extra für den Verzehr gezüchtet und geerntet wird

 

Best Practices für Frutarier

Nach meiner ersten Recherche gehört zu den Best Practices am Morgen etwas leichtes, wasserhaltiges ohne viel Fruchtzucker zu essen wie Papaya oder Wassermelone. Zum Mittag etwas sättigendes wie Kokos oder Avocado und am Abend wieder etwas leichtes wie Salat mit Gurke, Eisberg, Tomate und Avocado. Zwischendurch sind Nüsse und Samen alle 2-3 Stunden eine gute Option, um den Hunger zu stillen.

Gegessen werden die Früchte am besten roh, ohne weiter verarbeitet oder gemixt zu werden. Auch hier gibt es unterschiedliche Ansätze bei den Frutariern von komplett roh bis gemixt und gekocht.

Ich werde den Monat strikt beginnen und wirklich nur rohes Obst, Gemüsefrüchte und Nüsse essen. Dabei werde ich mich nicht neben den Baum stellen und warten bis die Frucht abfällt, sondern auf asiatischen Märkten schauen, was wirklich reif und lokal geerntet wurde. In der zweiten Monatshälfte bin ich bereits in Deutschland und kann mir vorstellen, meinen Speiseplan auf weitere Gemüsesorten und Getreide auszuweiten.

Dabei werde ich nicht nur auf meinen Körper hören und akribisch Tagebuch führen, sondern Blut-, Leber und andere Körperwerte messen. Einen Eingangstest mit Blutbild, Vitaminen (B12, D), Cholesterin (ChE), Leberwerten (GOT, GGT) und Entzündungsmarkern habe ich bereits gemacht.

An dieser Stelle ein großes Dankeschön an Victoria von Raw Exotic und Johanna, die mir beide viele wertvolle Tipps gegeben haben. Johanna hat für ihren Videokurs für ein 7-Tage-Saftkur für alle Leser den Rabattcode “WIRELESSLIFE” eingerichtet.

 

Vorzüge und Gefahren des fruganen Lebensstils

Mir fehlt die Selbsterfahrung, aber durch erste Interviews und Recherchen im Netz, habe ich einen ersten Eindruck davon gewonnen, welche körperlichen Risiken und natürlich auch Vorzüge die Ernährung mit sich bringt.

Auf der Pro-Seite steht für Frutarier ein gehobenes Wohlbefinden, besserer Schlaf und weniger Magenprobleme. Die hohe Aufnahme von Ballaststoffen sorgt für eine Senkung des Cholesterinspiegels und anderer Blutfette. Zudem wirkt die frutarische Ernährung verdauungsfördernd.

Risiken können sich in Folge der Mangelernährung (wichtige Mineralien, Proteine, Vitamin B12/D, Eisen und Kalzium) in Depressionen, Müdigkeit, unruhigem Schlaf und Gewichtsverlust zeigen. Die hohe Fruktoseaufnahme durch das Obst kann sich negativ auf Stoffwechsel und Hormonhaushalt auswirken und sogar das Krebsrisiko erhöhen. Auch haben wohl einige Frutarier Probleme mit ihren Zähnen, die durch den hohen Fruchtzuckeranteil in den Früchten verursacht werden.

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