Wie du auch ohne Meldeadresse oder festen Wohnsitz (über)lebst

Mit der Abmeldung aus Deutschland entstehen viele Freiheiten, jedoch genauso viele Probleme. Das fängt bei der Kontoeröffnung an und hört bei der Nutzung von Online-Diensten noch lange nicht auf. Lass uns doch mal schauen, wann du die Meldeadresse benötigst und was es für Alternativen gibt.

Wenn du bereits aus Deutschland abgemeldet bist, dann weißt du, dass die Eröffnung von Bankkonten, der Betrieb eines Gewerbes oder der Abschluss von Verträgen oft Probleme bereitet. Unser System kennt die “Wohnsitzlosen” einfach nicht bzw. will diese nicht bedienen.

Egal, ob du überlegst, dich abzumelden oder bereits ohne Meldeadresse unterwegs bist – dieser Beitrag ist für dich. Wir schauen uns an, für welche Dinge ein Wohnsitznachweis unbedingt benötigt wird und was es für Alternativen gibt.

 

Bereits zweimal habe ich mich selbst aus Deutschland abgemeldet und war immer mal wieder ohne festen Wohnsitz. Zusätzlich zu meinen eigenen Erfahrungen habe ich Interviews geführt und Auskünfte eingeholt, u.a. mit dem Bundesinnenministerium, Rechtsanwälten und Anbietern von Domiziladressen und Büroservices.

Als rechtliche Grundlagen für diesen Beitrag dienen vor allem das Bundesmeldegesetz (BMG) und die Allgemeine Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Bundesmeldegesetzes (BMGVwV). Vorab sei gesagt, dass die Regelungen in der Praxis nicht immer klar umsetzbar sind, sondern oft im Ermessensbereich von Beamten und Sachbearbeitern liegen.

Ich bitte dich auch zu berücksichtigen, dass ich kein Jurist bin. Dieser Beitrag ist extrem gewissenhaft recherchiert und soll dir als Entscheidungsgrundlage dienen, jedoch solltest du im Zweifel selbst nochmal bei den entsprechenden Stellen nachfragen.

 

 

1. Grundsätzliches zum Melderecht im In- und Ausland

Die Meldepflichten in Deutschland gibt es bereits seit dem 19. Jahrhundert. Das Ziel war jeher, kriminelle Aktivitäten zu unterbinden und Daten zu erheben. Ob wir das gutheißen oder nicht, ist wohl eine längere Diskussion. Fakt ist, dass es diese Meldepflicht in Deutschland und auch anderen Ländern gibt.

Lange waren Meldegesetze Sache der Bundesländer, was sich jedoch durch das seit dem 01.05.2015 bundesweit geltende Bundesmeldegesetz (BMG) geändert hat. Kleine Abweichungen gibt es von Bundesland zu Bundesland aber dennoch, weshalb du bei spezifischen Fragen zu Fristen, Bußgeldern o.ä. in den jeweiligen Gesetzestext schauen solltest.

Neuerungen seit dem 01.11.2015: Die wichtigste Neuerung des Meldegesetzes zu diesem Datum war die Mitwirkungspflicht des Wohnungsgebers bei der Anmeldung von Mietern, um Scheinanmeldungen entgegen zu wirken. Ab diesem Stichtag müssen Vermieter den Einzug schriftlich oder elektronisch bestätigen. Bei Falschangaben drohen Geldbußen bis zu 50.000 Euro.

Neuerungen ab dem 01.11.2016: In dem Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Bundesmeldegesetzes und weiterer Vorschriften vom 01.06.2016, das voraussichtlich zum 01.11.2016 in Kraft tritt, gibt es weitere Neuerungen. Die wichtigste Änderung erfolgt im § 23 zur Erfüllung der allgemeinen Meldepflicht: “Die Abmeldung von in das Ausland verzogenen Personen kann schriftlich oder in entsprechender Anwendung des § 10 Absatz 2 und 3 elektronisch erfolgen.” Bedeutet also, dass wir für die Abmeldung aus Deutschland nicht mehr persönlich beim Meldebüro erscheinen müssen, sondern dies elektronisch (De-Mail, eID des Personalausweises oder mit elektronischer Signatur) geschehen kann.

 

1.1 Definition von Wohnung, Wohnsitz und Meldeadresse

In Gesetzestexten und vertraglichen Angelegenheiten kommt es auf die genaue Formulierung an, denn Wohnsitz, Wohnung und Meldeadresse müssen nicht zwingend das Gleiche bedeuten. Rechtlich gesehen sind die Unterschiede wie folgt:

  • Wohnsitz (§ 7 BGB): “Wer sich an einem Orte ständig niederlässt, begründet an diesem Ort seinen Wohnsitz.” Der Wohnsitz wird im Privatrecht genutzt und ist weniger streng gefasst. Nach dem BGB kannst du zwei gleichberechtigte Wohnsitze haben, nach dem BMG jedoch nur eine Hauptwohnung. Der Wohnsitz benötigt zudem keine Anschrift, sondern ist lediglich ein Ort.
  • Wohnung (§ 20 BMG): „jeder umschlossene Raum, der zum Wohnen oder Schlafen benutzt wird“ gilt laut Bundesmeldegesetz als Wohnung. Dabei kann es sich auch lediglich um Wohnraum, also beispielsweise ein Gästezimmer bei den Eltern, handeln. Diese Wohnung muss eine eindeutige Anschrift haben. Zur klaren Abgrenzung des wichtigen Begriffes der Wohnung gab mir das Bundesinnenministerium folgende Auskunft: “Vom „Wohnen” in einem Raum kann nur dann die Rede sein, wenn dort zumindest einfache Bedürfnisse erfüllt werden können, die über den bloßen Aufenthalt hinausgehen. Als Mindestanforderung wird man verlangen müssen, dass in irgendeiner Form die Möglichkeit zur Wasserentnahme gegeben ist und dass in irgendeiner Form eine Toilette vorhanden ist. Denn sonst kann ein Raum im Ergebnis stets nur kurzfristig zum Aufenthalt benutzt werden. Eine Heizung oder eine Kochgelegenheit müssen dagegen nicht zwingend vorhanden sein. Besonders im Sommer kann man über längere Zeit auch ohne beides auskommen. Wohnwagen sind dann als Wohnungen anzusehen, wenn sie diesen Anforderungen genügen, wenn also beispielsweise neben dem Wohnwagen eine Campingtoilette und ein Wasserhahn vorhanden sind. “
  • Meldeadresse: ist die beim Bürgerbüro gemeldete Anschrift der Wohnung bzw. des Wohnraums, der dir derzeit zur Verfügung steht und von dir genutzt werden kann (Verfügungsgewalt) und dies in absehbarer Zeit auch wird. Ob du tatsächlich ständig dort wohnst, spielt in keinem mir bekannten Gesetz eine Rolle.
  • Postadresse: Die Anschrift, die du bei vielen Vertragspartnern angibst, hat keine rechtliche Bindung (außer eventuell in den AGBs der Anbieter). Diese kann von deiner Meldeadresse abweichen, solange  unter der Adresse Post entgegengenommen wird. Das Sozialrecht besagt, dass für Menschen ohne festen Wohnsitz lediglich eine postalische Erreichbarkeit sichergestellt sein muss (z.B. für Obdachlose, digitale Nomaden).
  • ladungsfähige Anschrift: ist im Grunde eine Postanschrift für Privatperson oder Unternehmen, unter der diese tatsächlich anzutreffen sind und unter der ein Zustellungsbevollmächtigter Post entgegennehmen kann. Diese formalen Anforderungen an die ladungsfähige Geschäftsadresse müssen für Finanzamt, Gewerbeamt, Handelsregister und deine Rechnungslegung, aber auch für das Impressum deiner Website erfüllt werden.
  • Geschäftsadresse: ist die eingetragene Betriebsstätte deines Gewerbes, unter der die postalische Erreichbarkeit sichergestellt ist und sich auch ein von dir nutzbares Büro befindet.

 

1.2 Meldepflichten im Ausland

Ein Melderegister wie in Deutschland gibt es nicht überall auf der Welt. Manche Länder verzichten gänzlich auf die Meldepflicht, andere nehmen Adresse des Wohnsitzes direkt aus dem Wahlregister oder den Daten auf dem Führerschein. In den Staaten mit Meldepflicht muss sich entweder bei der Polizei oder im lokalen Meldebüro angemeldet werden.

Meldepflichten im EU-Ausland: dank der Reisefreiheit innerhalb der EU musst du dich bei einem Urlaub erst ab 3 Monaten Aufenthaltsdauer polizeilich anmelden. Bei längeren Aufenthalten gibt es Unterschiede zwischen einzelnen EU-Ländern (weitere Infos zu EU-Ländern hier). Generell sollte die Anmeldung kostenlos sein.

Meldepflichten weltweit: Hier gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern. Beispielsweise gibt es in Australien, Neuseeland oder den USA keine zentrale Meldepflicht. Andere Länder wie China oder Japan haben hingegen zentrale Register, in denen sich auch jeder Ausländer anmelden muss. Die Anmeldung kann als Grundlage für die Besteuerung oder die Pflicht zur Einzahlung in das nationale Sozialsystem dienen.

Die nicht vorhandene Pflicht zur Anmeldung in einigen Ländern mag zunächst nach einer Erleichterung klingen, sorgt aber auch dafür, dass du keine Meldebescheinigung erhältst. Wenn dann, wie in vielen asiatischen oder lateinamerikanischen Ländern, die Abrechnungen von Versorgern (Strom, Gas, Wasser, Telefon) nur auf eine Adresse und nicht auf deinen Namen ausgestellt werden, wird es schwer mit dem so oft benötigten Wohnsitznachweis. Alternativen für diese Länder findest du ganz unten im Beitrag.

 

1.3 Gesetzliche Meldepflicht in Deutschland

In Deutschland sind die Nicht-Anmeldung sowie die Nicht-Abmeldung Ordnungswidrigkeiten, die mit Bußgeld geahndet werden können. Sobald du eine neue Wohnung beziehst, musst du dich dort anmelden bzw. dorthin ummelden. Wenn du ins Ausland verziehst, musst du dich in der Regel komplett aus Deutschland abmelden. Zu den Ausnahmen kommen wir im Laufe dieses Beitrags.

Hier die für diesen Artikel wichtigsten Paragraphen aus dem Bundesmeldegesetz und relevante Regelungen:

  • Anmeldung und Abmeldung (§ 17 BMG): “(1) Wer eine Wohnung bezieht, hat sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug bei der Meldebehörde anzumelden. (2) Wer aus einer Wohnung auszieht und keine neue Wohnung im Inland bezieht, hat sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Auszug bei der Meldebehörde abzumelden.” Eine Abmeldung ist also verpflichtend, wenn du aus einer Wohnung ausziehst und keine neue Wohnung im Inland beziehst, also ins Ausland verziehst oder wohnungslos wirst. Ein Verstoß gegen die Meldepflicht ist eine Ordnungswidrigkeit und führt zu einer Geldbuße. Ein- und Auszugsdatum sind nicht gleich dem Mietbeginn oder Mietende, sondern entsprechen dem tatsächlichen Umzugsdatum. Zur Abmeldung gehst du mit dem ausgefüllten Abmeldeformular und deinem Personalausweis zum Meldebüro und bekommst dann eine Abmeldebescheinigung. Voraussichtlich ist die Abmeldung ab dem 01.11.2016 auch elektronisch möglich.
  • Geldbuße bei Ordnungswidrigkeit (§ 54 BMG): Die Geldbuße kann bis zu 1.000 Euro betragen, wobei die Einleitung des Ordnungswidrigkeitsverfahrens sowie die Festlegung der Höhe der Geldbuße im Ermessen der zuständigen Behörde liegt. Allerdings habe ich in vielen Gesprächen mit Leuten, die sich erst Jahre nach der Auswanderung abgemeldet haben, noch nie gehört, dass jemand tatsächlich eine Geldstrafe zahlen musste.
  • Zweitwohnsitz ohne Hauptwohnsitz: Es ist nicht möglich, nur einen Zweitwohnsitz in Deutschland zu haben. Sobald der Hauptwohnsitz abgemeldet wird, muss auch die Zeitwohnung abgemeldet werden, da diese sonst automatisch zum Hauptwohnsitz werden würde.
  • Vermieterbescheinigung (§ 19 BMG): Seit dem 1.11.2015 gilt, dass der Wohnungsgebers (Vermieter) dem Mieter bei An- oder Ummeldung eine Bescheinigung ausstellen muss. Ab dem 01.11.2016 besteht diese Pflicht voraussichtlich nur nach bei Einzug, nicht aber für die Abmeldung. Bei Missbrauch dieser Bestimmung kann eine Geldbuße für Vermieter verhängt werden: „Es ist verboten, eine Wohnungsanschrift für eine Anmeldung nach § 17 Absatz 1 einem Dritten anzubieten oder zur Verfügung zu stellen, obwohl ein tatsächlicher Bezug der Wohnung durch einen Dritten weder stattfindet noch beabsichtigt ist.“
  • Abmeldebescheinigung: Diese bekommst du direkt bei der Abmeldung im Bürgerbüro ausgehändigt, kannst sie aber auch nachträglich per Post anfordern. Wichtig wird die Bescheinigung vor allem für Passangelegenheiten, die außerordentliche Kündigung von Verträgen und als Argumentationshilfe für Krankenversicherung und Finanzamt.
  • Folgeadresse im Ausland: In der Regel fragen Sachbearbeiter beim Meldebüro nach einer Folgeadresse im Ausland. Erfahrungsberichten zufolge reicht hier die Stadt und das Land aus, in das du ziehst bzw. dein erster Stop ist. Wenn doch eine konkrete Adresse gefordert wird, dann gib einfach eine Hoteladresse an. Das Bundesinnenministerium sagte mir dazu, dass eine Folgeadresse angegeben werden sollte, insofern diese bekannt ist.
  • Anmeldung bei Heimaturlaub (§ 27 Abs. 2 BMG): “Für Personen, die sonst im Ausland wohnen und im Inland nicht nach § 17 Absatz 1 gemeldet sind, besteht diese Pflicht nach Ablauf von drei Monaten.” Bedeutet also, dass du dich bei einem Heimatbesuch, der länger als drei Monate dauert, wieder anmelden musst. Das gilt nicht, wenn du eine eigene Wohnung langfristig beziehst oder permanent nach Deutschland zurückkehrst (dann gilt die 2-Wochen-Frist).
  • Wohnwagen und Schiffe (§ 20 BMG): “Wohnwagen und Wohnschiffe sind nur dann als Wohnungen anzusehen, wenn sie nicht oder nur gelegentlich fortbewegt werden.” Das würde also zutreffen, wenn das Wohnmobil die größte Zeit auf dem gleichen Stellplatz steht oder das Boot festgemacht ist. Dann musst du dich nach § 29 Absatz 4 BMG (besondere Meldepflicht für Beherbergungsbetriebe) innerhalb von zwei Wochen unter der Anschrift des Stellplatzes anmelden, insofern du keine andere Wohnung angemeldet hast. Sobald du ständig mit dem Wohnmobil oder Boot unterwegs bist und über keine feste Wohnung mehr verfügst, musst du dich abmelden.
  • Obdachlose “Personen ohne festen Wohnsitz” (ofW) können sich genau unter diesem Term beim Meldebüro registrieren lassen. Damit bleibt zumindest der Anspruch auf Sozialgeld und unter Umständen sogar auf ALGII bestehen, wenn eine Postadresse nachgewiesen werden kann. Eine Anschrift stellen soziale Einrichtungen (z.B. Caritas, Drogenberatungsstellen, Streetworkprojekte oder Einrichtungen der Obdachlosen-/Nichtseßhaftenhilfe) zur Verfügung.
  • Abfragen aus dem Melderegister (§ 44 BMG): Neben allen staatlichen Behörden können auch Unternehmen wie Banken, Versandhandel oder die Landesrundfunkanstalt und sogar Privatpersonen Daten gebührenpflichtig abfragen, wenn dies begründet werden kann. Unternehmen benötigen die Meldedaten vor allem für Inkassogeschäfte und das Forderungsmanagement. Weitergegeben dürfen Familienname, Vorname, Doktortitel, aktuelle Anschrift und die Tatsache, dass die Person gestorben ist. Weitere Angaben aus dem Melderegister wie Geschlecht, Familienstand, Staatsangehörigkeit oder Religion dürfen nur nach deiner Zustimmung weitergegeben werden.

 

1.4 Wann eine Abmeldung notwendig ist und wann du freie Wahl hast

Die Abmeldung aus Deutschland hat ebenso viele Vorteile wie Nachteile. Mit der Aufgabe deiner Meldeadresse gibst du viele Rechten und Pflichten ab. Damit schaffst du dir Entscheidungsfreiheiten aber auch Probleme, aufgrund des fehlenden Wohnsitznachweises. Es kann also durchaus vorteilhaft sein, trotz längerem Auslandsaufenthalt in Deutschland gemeldet zu bleiben, was unter Umständen auch nach dem Wegzug möglich ist.

Laut Gesetz ist die An- und Abmeldung in Deutschland zwar nicht optional aber wie so oft, gibt es auch hier Grauzonen, in denen man für oder gegen eine Abmeldung argumentieren kann. Wenn du dich in einer solchen Grauzone befindest, dann wäge die für dich zutreffenden Vor- und Nachteile der Abmeldung ab. Zum Weiterlesen gibt es einen umfangreichen Beitrag zu den Konsequenzen der Abmeldung.

Pflichten, die nach der Abmeldung entfallen:

  • Schulpflicht
  • Wehrpflicht (in Friedenszeiten)
  • Sozial- und Krankenversicherungspflicht
  • (eventuell) Einkommensteuerpflicht
  • Kirchensteuerpflicht

Rechte, die du nach der Abmeldung aufgibst:

  • Teilnahme an Wahlen
  • Anmeldung von KFZs
  • Anmeldung eines Gewerbes
  • soziale Leistungen auf Kommunalebene
  • Abschluss von Verträgen, bei denen eine Meldeadresse benötigt wird

Wann die Anmeldung in Deutschland Pflicht ist: Wenn dir Wohnraum in Deutschland zur Verfügung steht (Schlüsselgewalt) und dieser auch genutzt wird. Dieser Wohnraum kann eine eigene Wohnung, ein Zimmer bei den Eltern oder ein feststehender Wohnwagen sein. Selbst wenn die Wohnung zwischenzeitlich nicht genutzt wird, du aber weiterhin Einrichtungsgegenstände dort hast und in naher Zukunft wieder einziehen willst, musst du dort gemeldet bleiben. Es spielt dabei keine Rolle, wie viele Tage im Jahr du in Deutschland bist.

Wann die Abmeldung aus Deutschland Pflicht ist: Wenn du aus deiner bestehenden Wohnung ausziehst und dich bei keinem neuen Wohnsitz im Inland anmeldest, dann musst du dich zwangsweise abmelden. Das bedeutet, dass dir auch kein Zimmer bei Familie oder Freunden zur Verfügung steht, unter dem du dich anmelden könntest (wichtig ist hier die oben genannte Definition der Wohnung nach dem Bundesmeldegesetz).

Wann die An- und Abmeldung in Deutschland optional ist: Hast du einen Wohnraum, der dir zur Verfügung steht und den du beabsichtigst, in absehbarer Zeit wieder zu nutzen, kannst du dort gemeldet bleiben. Genauso gut, kannst du auch argumentieren, dass du nicht vorhast, dort wieder einzuziehen und den Schlüssel zu dieser Wohnung abgeben bzw. die Wohnung langfristig untervermieten. Dabei muss erkennbar sein, dass du keine Absicht hast, dort in den nächsten Monaten wieder einzuziehen.

Zu der Frage, wann eine Abmeldung verpflichtend und wann optional ist, habe ich vom Bundesinnenministerium folgende Auskunft bekommen:

“Nach § 17 Absatz 2 Satz 1 Bundesmeldegesetz (BMG) ist abmeldepflichtig, wer aus seiner bisherigen Wohnung auszieht und anschließend eine Wohnung im Ausland bezieht. Auszug bedeutet das tatsächliche, endgültige Verlassen der Wohnung. Davon abzugrenzen ist eine vorübergehende Unterbrechung der Benutzung einer Wohnung, die nicht als Auszug zu werten ist und damit keine Abmeldepflicht auslöst. Die Abgrenzung des Auszugs von einer vorübergehende Abwesenheit ist nach Nummer 17.2.2 der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Bundesmeldegesetzes wie folgt zu treffen: Kein Auszug, sondern lediglich eine vorübergehende Unterbrechung der Benutzung der Wohnung liegt vor, wenn die Absicht und die tatsächliche Möglichkeit bestehen, die Benutzung der Wohnung fortzusetzen. Von einem Auszug ist in der Regel auszugehen, wenn aus der Wohnung zur Benutzung erforderliche Einrichtungsgegenstände entfernt werden oder die voraussichtliche Abwesenheit länger als ein Jahr ist.“”

 

 

2. Wofür die Meldeadresse wichtig ist

Es gibt Dinge, die ohne eine deutsche Meldeadresse einfach nicht mehr funktionieren. Einige davon lassen sich mit einem Wohnsitznachweis einer ausländischen Anschrift regeln, andere sind ganz einfach an die Meldeadresse gebunden.

Bevor du dich aus Deutschland abmeldest und damit die Meldeadresse aufgibst, solltest du also unbedingt die folgende Liste studieren. Wenn du bereits im Ausland bist, dann gibt es am Ende des Beitrags ein paar Alternativlösungen.

 

2.1 Bankkonto und Gewerbeanmeldung

Die Eröffnung eines Bankkontos in Deutschland ohne Meldeadresse ist nur bei einigen Direktbanken möglich. Mit ausländischer Meldeadresse kannst du bei der Comdirect und der DKB ein Konto eröffnen, wobei die Legitimationsprüfung per Video-Ident-Verfahren via Skype funktioniert. Bei Number26 musst du in einem europäischen Land gemeldet sein. Netbank und Consorsbank erlauben die Kontoführung auch ohne deutschen Wohnsitz, jedoch muss die Legitimationsprüfung zur Kontoeröffnung in Deutschland erfolgen.

Für bestehende Konten bei Filialbanken (z.B. Sparkasse, Volksbank, Postbank) solltest du überprüfen, ob eine Meldeadresse vertraglich erforderlich ist, da sich diese in der Regel auf Kunden im eigenen Geschäftsgebiet beschränken. Auch wenn die Banken erstmal keinen Grund haben, deine Meldedaten abzufragen, könnten sie bei unzustellbarer Post misstrauisch werden und haben im Zweifel einen Kündigungsgrund.

Wenn du nach der Abmeldung nicht mehr steuerpflichtig in Deutschland bist, dann kannst du dich nach Mitteilung über den Umzug an deine Bank von der Kapitalertragssteuer (Abgeltungssteuer) befreien lassen. Die Zinseinkünfte oder Dividenden aus Wertpapierdepots fallen unter die Auslandskünfte, wenn du in einem anderen Land steuerpflichtig bist.

Ein Gewerbe anmelden kannst du in Deutschland nur dann, wenn du selbst oder einer der Geschäftsführer im Inland gemeldet ist. Dies gilt nicht für Freiberufler, die kein Gewerbe benötigen, sondern sich nur beim Finanzamt melden müssen. Für die Anmeldung eines Einzelunternehmens brauchst du also eine deutsche Meldeadresse oder zumindest ein eingerichtetes Büro und eine Vertrauensperson mit Vollmacht.

Für Personen- und Kapitalgesellschaft, bei denen mindestens ein Gesellschafter in Deutschland wohnhaft ist und bei Kapitalgesellschaften, die eine feste Betriebsstätte in Deutschland haben, ist das nicht relevant.

Hast du bereits ein bestehendes Gewerbe, kannst du es aber auch nach der Abmeldung aus Deutschland weiterlaufen lassen. Was du in jedem Fall zum Betrieb eines Gewerbes benötigst, ist eine deutsche Betriebsstätte (inklusive Arbeitsplatz mit Schreibtisch und Name am Klingelschild) mit ladungsfähiger Geschäftsadresse. Solch einen Arbeitsplatz kannst du mieten. Kompetent weiterhelfen und Lösungen anbieten kann hier Marco Nava vom DUSOFFICE in Düsseldorf.

Für meine Hong Kong Limited muss ich außerdem einmal im Jahr einen Wohnsitznachweis erbringen, auch wenn sich meine Adresse nicht geändert hat. Ob das bei anderen Unternehmensstandorten auch der Fall ist, kann ich leider nicht sagen.

 

2.2 Sozialleistungen und Versicherungen

Sozialleistungen wie Kindergeld, Existenzgründerzuschüsse oder geförderte Weiterbildungen kannst du nach der Abmeldung nicht mehr in Anspruch nehmen. In der Regel bist du nach der Abmeldung vom deutschen Sozialsystem ausgeschlossen.

Die Riester-Rente wird sinnlos, sobald du ins Ausland verziehst, da du dann keine bezuschussten Steuervorteile mehr hast. Anscheinend müssen die erhaltenen Zuschüsse aus der Riester-Rente sogar zurückgezahlt werden, wenn die Rente letztendlich nicht in Deutschland angetreten wird. Also am besten erstmal stilllegen lassen.

Keine Probleme gibt es beim Bezug der Rente. Auch ohne Meldeadresse verlierst du deinen Anspruch nicht. Du musst deinen zuständigen Träger lediglich über den Umzug informieren und eventuell eine neue Kontoverbindung im Ausland angeben.

Wenn du ins Ausland verziehst und Kindergeld beziehst, dann bist du in der Pflicht, dich bei der zuständigen Familienkasse abzumelden. Anspruch haben nur Eltern, die im Inland unbeschränkt steuerpflichtig sind, also auch in Deutschland leben.

Ein Vorteil der Abmeldung ist die wegfallende Schulpflicht. Wenn du mit deinen Kindern reisen willst oder dich für alternative Bildungswege entscheidest, dann umgehst du mit der Abmeldung (zumindest für deine Kinder) die Schulpflicht.

Du bist nur solange krankenversicherungspflichtig in Deutschland, solange du dort auch deinen gewöhnlichen Aufenthaltsort hast. Das ist in der Regel nicht mehr der Fall, wenn du dich aus Deutschland abmeldest (weitere Infos zur Krankenversicherung und Anwartschaft).

Um bei einem deutschen Versicherer eine Reiseversicherung abschließen zu können, musst du in Deutschland gemeldet sein. Meldest du dich während deiner Reise ab oder bist bereits abgemeldet, kannst du dich auch bei internationalen Reiseversicherern umschauen, die keine Wohnsitzbescheinigung benötigen.

Achtung: Meldest du dich nach Abschluss einer deutschen Reiseversicherung in Deutschland ab, kann dies einen Kündigungsgrund und die Verweigerung von Leistungen darstellen. Beispielsweise steht in den Vertragsbedingungen der bei deutschen Langzeitreisenden beliebten Versicherung der Hanse Merkur: “Versicherungsfähig sind Personen mit Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland bis zum vollendeten 75. Lebensjahr (75. Geburtstag). Der Versicherungsvertrag endet mit dem Wegzug der versicherten Person aus der Bundesrepublik Deutschland.” 

Zum Abschluss einer langfristigen Auslandskrankenversicherung ist es (fast) egal, wo dein Wohnsitz ist oder ob du wohnsitzlos bist. Internationale Versicherer brauchen lediglich eine Postanschrift und berechnen teilweise die Prämien anhand deines angegebenen Aufenthaltslandes.

 

 

2.3 Urkunden und Fahrzeuge

Sobald du aus Deutschland abgemeldet bist, ist die Auslandsvertretung (i.d.R. Konsulat) an deinem neuen Wohnsitz für die Ausstellung von Reisepass und Urkunden verantwortlich. Solltest du deinen Reisepass in Ländern mit Meldepflicht beantragen, ohne einen Wohnsitznachweis erbringen zu können, bezahlst du aufgrund fehlender Zuständigkeit des Konsulates sehr wahrscheinlich einen Aufschlag.

Ohne Meldeadresse kannst du nicht so einfach Fahrzeuge zulassen, da es keine zuständige Zulassungsstelle mehr gibt. Laut Aussage eines Rechtsanwaltes funktioniert die Zulassung trotzdem über eine bevollmächtigte Person. Du musst gemeinsam mit dem Empfangsberechtigten, der eine Meldeadresse hat, zur Zulassungsstelle und kannst dann ein Fahrzeug mit dir als Halter anmelden.

Auch ein bereits angemeldetes Fahrzeug kannst du nach § 46 Abs. 2 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung – FZV weiterhin führen: “Besteht im Inland kein Wohnsitz, kein Sitz, keine Niederlassung oder keine Dienststelle, so ist die Behörde des Wohnorts oder des Aufenthaltsorts eines Empfangsberechtigten zuständig.” Du brauchst also eine Vertrauensperson mit deutschem Wohnsitz, die Post entgegennehmen kann. Der Halter des Fahrzeugs bleibst weiterhin du, so dass die Vertrauensperson keinerlei Verantwortung hat, außer die Post zu empfangen. Entsprechende Formulare gibt es je nach Zulassungsstelle sogar online.

Sehr schwierig wird es, den (internationalen) Führerschein zu beantragen, da es ohne Meldeadresse keine zuständige Führerscheinstelle gibt und solche Fälle auch nicht von deutschen Auslandsvertretungen bearbeitet werden müssen. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur schrieb mir dazu sinngemäß “dass ich es bei der Fahrerlaubnisbehörde, die meinen Führerschein ausgestellt hat bzw. bei der Fahrerlaubnisbehörde, in deren Zuständigkeitsbereich mein letzter ordentlicher Wohnsitz in Deutschland lag, versuchen solle. Die deutsche Auslandsvertretung kann um Hilfe angefragt werden, um lange Postlaufzeiten zu vermeiden. Eine Pflicht zur Mitwirkung besteht seitens der Botschaft aber keinesfalls.” Ich werde es probieren und berichten.

Nach der Abmeldung wirst du automatisch aus dem Wahlregister gestrichen und erhältst damit keine Wahlbenachrichtigungen mehr. Das Wahlrecht für Kommunalwahlen verlierst du komplett. Du kannst jedoch auch ohne Meldeadresse in Deutschland die Stimmabgabe für Europaparlaments-, Bundes- und Landtagswahlen zu beantragen. Der Antrag muss ca. sechs Monate im Voraus bei der zuständigen Auslandsvertretung an den Bundeswahlleiter gestellt werden.

 

 

2.4 Ämter und Verträge

Die Post von Behörden wird nur an offizielle Meldeadressen oder deine angegebene Folgeadresse bzw. einen Bevollmächtigen in Deutschland versandt. Das heißt du solltest keine Briefe mehr von staatlichen Stellen bekommen. Behördliche Briefe dürfen übrigens auch nicht über einen Nachsendeauftrag verschickt werden, z.B. an einen Postscanservices.

Um die Steuererklärung abzugeben, gibt es keine Notwendigkeit für eine Meldeadresse. Beim Finanzamt musst du lediglich einen Zustellungsbevollmächtigten benennen, der unter deinem Namen Post für dich empfängt. Genau diese Adresse steht dann auch auf deiner Steuererklärung bzw. ist im Online-Portal Elster hinterlegt.

Für bestehende Dienstleistungsverträge hat die Abmeldung den Vorteil, dass du nach Vorlage der Abmeldebescheinigung oft ein Recht zur außerordentlichen Kündigung nach § 626 BGB hast. Schwierig wird der Abschluss von Neuverträgen mit Dienstleistern (z.B. Telefon, Mietauto, Versicherung), die teilweise einen festen Wohnsitz in Deutschland fordern.

Nach Vorlage der Abmeldebescheinigung kannst du auch die Beiträge zum Rundfunkbeitrag (ehemals GEZ) kündigen. Allerdings nur, wenn du neben der Abmeldung auch nicht mehr im Mietvertrag für eine Wohnung auf deutschem Boden stehst, denn die Beiträge hängen nicht an der Meldeadresse, sondern am Mieter der Wohnung. Zur Info: die Landesrundfunkanstalten können problemlos Daten aus dem Melderegister abfragen, wenn sie diese nicht automatisch übermittelt bekommen. Gute Infos zum Rundfunkbeitrag und zur Abmeldung gibt es auf dieser Seite.

Bei vielen Online-Diensten hast du ohne deutsche Meldeadresse ein Problem, denn Unternehmen wie Amazon, PayPal oder Affiliate Partnerprogramme fordern einen Wohnsitznachweis zur Verifizierung deiner Adresse. Bei Werbe- oder Affiliate-Netzwerken muss teilweise eine deutsche Adresse vorhanden sein, teilweise reicht auch ein ausländischer Wohnsitznachweis aus.

Berücksichtigen solltest du das auch, wenn du ein Webhosting für eine deutsche Domain abschließen willst. Denn theoretisch muss der Domaininhaber in Deutschland gemeldet sein. Alternativ kannst du einen Admin-C benennen, der seinen ständigen Wohnsitz im Inland hat. Einige Webhoster wie All Inkl übernehmen genau diese Funktion des Admin-C, der dann auch im Impressum der Webseite ausgewiesen werden muss.

 

Was du also vor der Abmeldung unbedingt noch machen solltest:

  • Reisepass verlängern
  • internationalen Führerschein beantragen
  • Reise-/Auslandskrankenversicherung abschließen
  • Bankkonto/Kreditkarte beantragen
  • Gewerbe anmelden bzw. Betriebsstätte für bestehendes Gewerbe benennen
  • Empfangsberechtigten für dein Fahrzeug suchen und mit Vollmacht ausstatten
  • Kindergeldstelle und Rentenkasse über Umzug informieren

Insofern es dir sinnvoll erscheint, gib beim Meldebüro eine Zustelladresse in Deutschland an, zu der behördliche Post gesendet werden kann. Sobald du die Abmeldebescheinigung in den Fingern hast, solltest du schnellstmöglich den Rundfunkbeitrag und sonstige nicht mehr benötigte Verträge kündigen.

Wenn du bereits abgemeldet bist, dann findest du im folgenden Abschnitt einige Alternativen zur benötigten Meldeadresse.

 

 

3. Alternativen zur Meldeadresse ohne festen Wohnsitz in Deutschland

Jetzt wird es spannend, denn genau nach diesen Alternativen habe ich jahrelang gesucht. Jetzt bin ich guter Dinge, einige Möglichkeiten gefunden zu haben, um auch ohne Meldeadresse in Deutschland nicht von Teilen der Gesellschaft ausgeschlossen zu sein.

Wenn du dich abmelden möchtest oder bereits abgemeldet hast, dann sind folgende Szenarien vorstellbar:

  • Fester Wohnsitz im Ausland: du meldest dich am neuen Wohnsitz an, wenn es dort die Meldepflicht gibt. Ansonsten lässt du dir einen Wohnsitznachweis von Vermieter, Bank oder Versorgungsdienstleister ausstellen.
  • Langzeitreisender ohne festen Wohnsitz im Ausland aber mit Wohnraum in Deutschland: du kannst entweder in Deutschland gemeldet bleiben oder mietest eine Domiziladresse im In- oder Ausland.
  • Perpetual Traveller ohne festen Wohnsitz im In- oder Ausland: du mietest eine Domiziladresse in Deutschland oder im Ausland, die du für vertragliche oder behördliche Dinge als offizielle Meldeadresse verwenden kannst.

 

3.1 Meldeadresse im Ausland anmelden

Wenn du einen festen Wohnsitz im Ausland hast, dann ist die Anmeldung in vielen Ländern sowieso verpflichtend. Aber auch wenn du eine Wohnung in einem Land ohne zentrales Melderegister hast, kannst du dir vom Vermieter, Banken oder Stromanbietern einen Wohnsitznachweis ausstellen lassen.

Die Meldebescheinigung bzw. den Wohnsitznachweis aus dem Ausland brauchst du, um Bankkonten zu eröffnen, Unternehmen anzumelden und um Gebühren bei der Ausstellung von Dokumenten bei der dortigen Auslandsvertretung zu sparen.

Abhängig vom Land, in dem du gemeldet bist, wird einigen deutschen Dienstleistern der ausländische Wohnsitznachweis (vor allem, wenn außereuropäisch) nicht reichen. Solltest du diesen unbedingt benötigen, kannst du zusätzlich eine Domiziladresse mieten.

 

3.2 Wohnsitz behalten

Du musst dich nur dann aus Deutschland abmelden, wenn du aus deiner Wohnung (bzw. der deiner Freunde oder Eltern) ausziehst und diese auch in der Zukunft nicht mehr bewohnen wirst. Du könntest also gemeldet bleiben oder dich ummelden, wenn du in absehbarer Zeit nach Deutschland zurückkommst und einen Wohnraum in Deutschland hast, die dir jederzeit zur Verfügung steht. Das ist auch möglich, wenn du im Ausland mit einem Hauptwohnsitz gemeldet bist.

Du musst also folgende zwei Voraussetzungen erfüllen, um auch nach der Ausreise noch in Deutschland gemeldet sein zu können:

  1. Verfügungsgewalt: du musst die Verfügungsgewalt über die Wohnung bzw. den Wohnraum haben, unter der du gemeldet bist. Das bedeutet, dass du jederzeit darin einziehen kannst und auch den Schlüssel dafür hast.
  2. Nutzungsabsicht: du musst beabsichtigen, in absehbarer Zeit wieder in die Wohnung einzuziehen. Davon kann ausgegangen werden, wenn zur Benutzung erforderliche Einrichtungsgegenstände in der Wohnung verbleiben oder die voraussichtliche Abwesenheit kürzer als ein Jahr ist.“

Jetzt musst du ganz einfach abwägen, ob du angemeldet bleibst und damit deine Meldeadresse behältst. Überlegenswert ist das vor allem dann, wenn du nicht vorhast, länger als 1-2 Jahre im Ausland zu bleiben.

Hinweis: Für die Krankenversicherung und das Finanzamt ist nicht die Meldeadresse, sondern dein gewöhnlicher Aufenthaltsort ausschlaggebend. Diese Argumente allein sollten also nicht für eine Abmeldung sprechen.

 

3.3 Domiziladresse in Deutschland mieten

Eine Domiziladresse bzw. ein Rechtsdomizil ist gewissermaßen eine virtuelle Adresse, die für private oder geschäftliche Gründe genutzt werden kann. Du erhältst eine ladungsfähige Anschrift, die den gesetzlichen Anforderungen an eine Meldeadresse entspricht.

Kein Ersatz für eine Meldeadresse sind Postscanservices wie Dropscan. Ein beliebter Anbieter für eine legale virtuelle Geschäftsadresse ist Clevvermail mit vielen Standorten weltweit. Als Full-Service Dienstleister mit Geschäftsadresse, Telefonservices und Postscan sind das ebuero oder das DUSOFFICE, welches individuelle Lösungen für Netznomaden anbietet, gute Optionen. Aber diese virtuellen Adressen ersetzen auf keinen Fall die Meldeadresse.

Die Anforderungen an eine Meldeadresse haben wir schon weiter oben im Beitrag angerissen. Ein klares Statement dazu habe ich vom Bundesinnenministerium nicht bekommen, dafür aber einen Verweis auf die Anlage 2 zur Wohnungsgeberbestätigung der Allgemeinen Verwaltungsvorschrift zur Durchführung des Bundesmeldegesetzes (BMGVwV). Dort heißt es:

“Es ist verboten, eine Wohnungsanschrift für eine Anmeldung anzubieten oder zur Verfügung zu stellen, wenn ein tatsächlicher Bezug der Wohnung weder stattfindet noch beabsichtigt ist. Ein Verstoß gegen dieses Verbot stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße bis zu 50000 Euro geahndet werden. Das Unterlassen einer Bestätigung des Ein- oder Auszugs sowie die falsche oder nicht rechtzeitige Bestätigung des Ein- oder Auszugs können als Ordnungswidrigkeiten mit Geldbußen bis zu 1000 Euro geahndet werden.”

Was auf dem Papier recht eindeutig klingt, scheint in der Praxis nicht ganz so klar zu sein. Es gibt Anbieter von Domiziladressen, die nach eigenen Aussagen im Rahmen der Gesetzgebung handeln. Das Problem beim Mieten einer solchen Domiziladresse ist es, die seriösen Anbieter von den schwarzen Schafen zu trennen.

Ich habe mich mit mehreren Anbietern von Geschäftsadressen sowie Domiziladressen im In- und Ausland unterhalten. Einige Interviewpartner haben einen besonders kompetenten und seriösen Eindruck gemacht, weshalb ich diese Interviews hier in Schriftform und nach Absprache mit den Anbietern wiedergebe, ohne die Services selbst getestet zu haben. Wenn du konkrete Fragen zu den Leistungen hast, dann wende dich am besten direkt an die Anbieter.

  • PSD Business Domizilservice: Anbieter von Postadressen, Gewerbeadressen und Domiziladressen
  • Blackpearl London: Wirtschafts- und Steuerberater mit Sitz in London
  • Weg-Adresse.com

 

 

Simon Heinze von PSD Business Domizilservice

Update vom 10.11.2016: PSD Business ist derzeit nicht erreichbar und deshalb vorerst nicht zu empfehlen. Updates folgen nach einer Recherche in Kürze. Vielen Dank an Georgios für den Hinweis!

PSD Business hat seit 2008 einen Domizilservice angeboten und wurde von Simon Heinze gegründet. Seit Anfang November 2016 ist die Webseite von PSD nicht mehr erreichbar, es wird nicht mehr auf Kundenanfragen reagiert und keine Post, weder elektronisch noch physisch, mehr weitergeleitet (siehe Kommentare). Auch auf meine E-Mail-Anfrage vom 10.11.2016 habe ich nie eine Antwort erhalten.

Von der Inanspruchnahme des Services von PSD ist also dringend abzuraten. Dieses Beispiel kann sicher nicht als Verallgemeinerung für alle Domizilservices stehen, sollte aber dafür sensibilisieren, dass es sich dabei um Anbieter handelt, die sich am Rande der Legalität bewegen und deshalb sehr anonym handeln.

Das folgende Interview mit PSD Business möchte ich dennoch hier belassen, da es stellvertretend für die Leistungen ähnlicher Services steht.
 

1.) Für welche Personengruppen ist das Mieten einer Melde- bzw. Domiziladresse sinnvoll?

“Im Prinzip für jeden Menschen der viel unterwegs ist, sich nicht selbst um seine Post kümmern kann, kein eigenes Büro benötigt, oder sich keine teure Wohnung mehr leisten kann. Gerade für Menschen, die über keinen eigenen Wohnsitz mehr in Deutschland verfügen, anonym bleiben möchten – oft Opfer von Stalking, aber auch Künstler – oder Berufler – diese im Ausland unterwegs sind, ist die Vorschaltung einer Domiziladresse von Vorteil und kann so den Vorsprung zu diversen Regelungen, zur Ruhe verschaffen und damit auch wieder die Teilnahme an einem gesellschaftlichen Leben garantieren oder auch weiter als Aussteiger sein Leben zu genießen.”

 

2.) Welche Anforderungen an Domziliadressen gibt es, damit diese von staatlichen Institutionen, Banken und Dienstleistern als offizielle Meldeadresse anerkannt werden?

“Die Vermietung eines Zimmer – oftmals in einer Wohngemeinschaft reicht als offizielle Wohnadresse von Behörden anerkannt zu werden. Wir arbeiten mit versierten Vermietern zusammen, die ihre Wohndomizile für Menschen in Not (oftmals auch Opfern von Stalking, die sich keinen Anwalt leisten können) oder auch durch vorübergehender Abwesenheit – wie beispielsweise Aufenthalt im Ausland – zur Verfügung stellen. Eine Wohnsitzadresse beinhaltet auch die Bereitstellung eines WG Zimmer, welches aber oftmals wegen Abwesenheit der Mieter nicht genutzt wird. Nach neuer Gesetzeslage wird für eine Anmeldung eine Mietbescheinigung zur Vorlage bei der Einwohnermeldebehörde benötigt. Diese wird nach Einmietung vom Vermieter ausgestellt. Wir vermitteln keine Scheinadressen, sondern reale Wohndomizile (oftmals Monteurzimmer) an diese sich Domizilnehmer anmelden und das angebotene WG Zimmer genutzt oder ungenutzt lassen können. Eine interne Aufenhaltspflicht hat hier kein Domizilnehmer. Am Domizil wird die Post empfangen – und bei Abwesenheit wird die Post nachgesandt. Daher handelt es sich bei unseren Meldeadressen um keine Scheinadressen, sondern um real existierende Adressen an diesen empfangsberechtigte Personen (Mitmieter) vor Ort sind und die Post für den Domizilnehmer annehmen, wenn er unterwegs sein sollte um Regelungen zu treffen. Das alles nur zu einer kostengünstigeren Alternative als zur eigenen Wohnung, diese oftmals allein den monatlichen Mietbeitrag übersteigt, als unsere jährlichen Domizilpauschalen.”

 

3. Kann diese Domiziladresse auch zur Anmeldung und zum Betrieb eines deutschen Gewerbes genutzt werden oder reicht hier die Geschäftsadresse aus?

“Mit einem minimalen Aufpreis, kann der Domizilnehmer einer Wohnsitzadresse auch sein Gewerbe am Domizil anmelden. In der Regel reicht jedoch eine Gewerbeadresse/Geschäftsadresse aus, um die Anmeldung seines Betrieb vornehmen zu können. Es gibt Menschen die obdachlos wurden und ohne die Grundlage eines Wohnsitz keine Möglichkeiten mehr hatten sich wieder aufzubauen.”

 

4. Was beinhalten die Angebote von PSD Business für Meldeadresse, Geschäftsadresse und Postanschrift?

“Im Bereich Postanschrift, bieten wir Privatpersonen als auch Firmeninhabern einen seriösen und zuverlässigen Post- und Paketservice an. Dieser Service beinhaltet die Bereitstellung einer Postanschrift, die Annahme der Post/Pakete und die Sicherstellung der Postweiterleitung, auf dem elektronischen Weg für Briefpost – ohne Zusatzkosten, da wir den Service in die Mietpauschale integriert haben – oder auch auf dem Postweg.”

“Im Bereich Gewerbeadresse (Geschäftsadresse) bieten wir lukrative Standorte für Existenzgründer, diese sich zu Anfangs noch keinen eigenen Geschäftssitz oder ein eigenes Büro und einer teuren Büroausstattung leisten können. Ist man also bei der Wahl des Firmensitzes nicht ortsgebunden, erleichtert eine Gewerbeadresse die administrativen Abläufe.”

“Im Bereich Meldeadresse bieten wir unseren Domizilnehmern Freiräume – Privatsphäre und neue Möglichkeiten, sich wieder integrieren zu können. Es gibt viele Gründe den offiziellen Wohnort von dem realen Aufenthaltsort zu trennen, den besten Grund kennt nur der Kunde selbst! Der Domizilnehmer kümmert sich um seine Regelungen und wir kümmern uns um seine tägliche Eingangspost. Funk- und Fernsehgebühren, so wie anfallende Nebenkosten, sind ebenfalls in der einmaligen Mietpauschale eingerechnet, so dass unsere Domizilnehmer ein Rundum-Sorglospaket genießen können, sich wieder ihre ganz privaten Freiräume zu schaffen.”

 

3.4 Domizialdresse im Ausland mieten

Um der deutschen Gesetzgebung auszuweichen, kann auch eine Domiziladresse im Ausland gemietet werden. Rechtlich gesehen spricht überhaupt nichts dagegen, wenn es dir lediglich um den Wohnsitznachweis geht.

Besonders beliebt bei Deutschen ist das Mieten einer englischen Domiziladresse, das rechtlich gesehen auf der Niederlassungsfreiheit nach Art. 43-48 EGV basiert. In Ländern wie England, in denen es keine Meldepflicht gibt, kannst du somit an einen Wohnsitznachweis kommen.

 

Marc Foster von Blackpearl Business Partners Ltd.

Die seit 7 Jahren aktive Blackpearl Business Partners Ltd. ist eine Wirtschaftskanzlei für Deutsche, Österreicher und Schweizer mit über 600 Mandanten und Sitz in London. Neben Steuerberatung und typischen Büroservices bietet Blackpearl die Betreuung von Limiteds (aus England, Irland, Malta und Hong Kong) und die Vermittlung privater Meldeadressen in England an. Zum Netzwerk gehören neben erfahrenen Spezialisten auch spezialisierte Rechtsanwälte, Notare, deutsche und englische Steuerberater und Finanzfachleute für besondere Fragestellungen.

 

1.) Ist eine englische Domiziladresse nur für Leute sinnvoll, die tatsächlich nach England ziehen wollen oder kann diese auch aus anderen Motiven heraus gemietet werden?

“Eine englische Domiziladresse ist für beide Aspekte sinnvoll. Diejenigen, die nach England ziehen wollen, erhalten somit zum Start mehr Zeit und können sich in aller Ruhe um den Umzug kümmern, während ihre Post bereits in England ankommt. Andere Motive jedoch sind: Vorbereitung einer internationalen Unternehmensgründung, sichere Post- und Kontaktadresse bei längerem Auslandsaufenthalt usw.”

 

2.) Können Menschen ohne offiziellen Wohnsitz die englische Meldeadresse als Wohnsitznachweis nutzen?

“Der Ausdruck „offizieller Wohnsitz“ ist ein sehr komplizierter Begriff. Im Ausland, z.B. England, gibt es kein Meldegesetz wie in Deutschland. Hier wird dann bei Eröffnung von Bankkonten usw. ein sog. „proof of address“ verlangt. Eine reine Post-/Meldeadresse ist prinzipiell kein vollständiger Wohnsitznachweis. Dieser muss durch weitere „Fakten“ manifestiert werden.”

 

3.) Was würde sich hinsichtlich der englischen Meldeadresse ändern, wenn der Brexit Wirklichkeit wird?

Wir haben hierzu einen 3-teiligen Beitrag veroeffentlicht, hier der Link zum 1. Teil.

Vielen Dank an Mark Foster! Weitere Infos zu den Services von Blackpearl findest du unter blackpearl-london.co.uk.

 

Wie gesagt, habe ich selbst noch keinen Domizilanbieter ausprobiert, werde das aber in naher Zukunft zwangsläufig tun müssen und dann natürlich darüber berichten. Bis dahin hoffe ich, dass dir dieser Beitrag eine gute Entscheidungsgrundlage zur Abmeldung und Alternativen zur deutschen Meldeadresse aufgezeigt hat.

Bitte bedenke, dass es trotz noch so konkreten gesetzlichen Regelungen immer noch Grauzonen gibt, in denen im Einzelfall entschieden werden muss. Solltest du Zweifel an einer Entscheidung haben, dann poste gerne in die Kommentare. Natürlich freue ich mich ebenso über deine Erfahrungsberichte zum Thema.

Hast du bereits eine Domiziladresse oder noch bessere Alternativen zur Meldeadresse für uns?

Danke für 99 Kommentare

Wir freuen uns über deine Fragen, deine Hinweise und dein allgemeines Feedback. Wenn du eine spezielle Frage zum Beitrag hast, schaue bitte zuerst in den bisherigen Kommentaren nach, ob du die Antwort dort findest.

99 Kommentare zu "Wie du auch ohne Meldeadresse oder festen Wohnsitz (über)lebst"

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John
Leser
John

Super Artikel!

Ich habe da mal eine Frage: Ich lebe in den USA und bin habe hier meine Krankenversicherung. Ich bin fertig mit meinem Studium hier und meine Krankenkasse in Deutschland verlangt, dass ich dort (in Deutschland) versichert bin. Da ich aber nun hier lebe, was fuer Moeglichkeiten habe ich? Soll ich mich in Deutschland abmelden oder kann man auch ohne Abmeldung in Deutschland die Krankenversicherung “fallen lassen”?

VIELEN LIEBEN DANK!

dede
Leser
dede

Wie sieht es aus bei einer Postzustellungsanschrift / Adresse mit einem c/o , also einer c/o xy Anschrift ?? Gibt es dazu Meinungen bzw. rechtliche Hinweise ?? Danke für Infos!!!!!

Hendrick
Leser
Hendrick

Hallo Herr Sebastian, ich habe selbst die Wohnung gekündigt, will erstmal eine kleine Reise machen, und würde ohne festen Wohnsitz mich anmelden. Dies ist dann auch gleich die Meldeadresse “ohne festen Wohnsitz”.
Der Vermieter der die Wohnung gegört ist mein Onkel, ich würde meine Postadresse nicht ändern, sondern einfach den selben Briefkasten weiterbenutzen. Der Onkel hat es auch erlaubt. Er will es ohne Gebühr kostenlos eben, ohne Vertrag oder so. Wir kennen uns ja sind eine Familie.

Aber darf er es machen? Ist sowas erlaubt oder muss man Postfach bei der Post machen, wenn man ohne Meldeadresse hat also ohne festen Wohnsitz hat?

Maria
Leser
Maria

Hallo Sebastian,

Herzlichen Glückwünsch für diese Seite. Es hat mir sehr viel geholfen um mehrere Sachen zu verstehen. Ich erkläre mein Fall, vielleicht jemand kann mich beraten. Ich wurde von meiner Wohnung in Berlin gekündigt und seit 1 Monat habe ich keine Wohnung.Hat jemanden Erfahrung mit Virtual Office Berlin, Brain Interfaces?ich möchte mit den einen Vertrag schliessen aber ich möchte mich erstmal beraten lassen.
Andere Überlegung ist mich anzumelden als “Ohne feste Wohnsitz” bis ich eine Wohnung finden, wäre es so was möglich?

Herzlichen Dank uns schönes Wochenende

Kowski
Leser
Kowski

Hallo 🙂
Also ich wurde gekündigt, weil die Miete nicht mehr bezahlen kann. Ich bin Ausländer und habe den Aufenthaltstitel.
Was mache ich jetzt? Wenn ich richtig so verstanden habe gehe ich einfach zur Einwohnermeldeamt und sage habe keinen festen Wohnsitz mehr. Braucht man aktuell, was bestimmtes? Oder reicht einfach ein vorbeikommen und den Reisepass vorzeigen und sagen keinen festen Wohnsitz mehr. Was wird jetzt passieren? Bin ja Ausländer? Können sie mir helfen?
Muss ich auch noch zur Ausländerbehörde? Mache ich mich strafbar dass ich keine Meldeadresse mehr habe? Möchte mich nicht in Obdachloseunterkünfte dort anmelden, weil nicht mag. Ich würde dann für die kurzem Zeit bei Freunden übernachten. Und so schnell, wie möglich wieder Job finden und dann wieder Wohnung mieten.

Angeblich gibt für Ausländer bestimmte Regeln, wenn ich mich wieder anmelde, nach 6 Monaten, wird die Ausländerbehörde mich kontaktieren und prüfen, ob ich in der Zeit nicht im Ausland war. Und muss dann nachweisen. Was genau weiß ich nicht. Können sie für ausländische Mitbürger hier uns aufklären, was zu tun ist?

Damian
Leser
Damian

Hallo Sebastian,

vielen Dank für deinen ausführlichen Artikel.

Ich hätte eine Frage an dich: ich bekomme den Gründungszuschuss der Agentur für Arbeit- Ich habe eine deutsche Anschrift, aber ich überlege sehr stark, das Land zu verlassen und mich abzumelden.
Weißt du, ob es möglich ist, die Förderung in ein EU-Ausland mitzunehmen, wenn ich mein Gewerbe in Deutschland behalten würde?

Schon mal vielen Dank für deine Hilfe

Aleksandr Sokhonevych
Leser
Aleksandr Sokhonevych

Hallo Sebastian,

Kannst du etwas zu http://www.wohnanschrift.com die Meldeadressen anbietet, sagen?

Mark
Leser
Mark

Hallo Sebastian,

Zuvorderst bedanke ich mich hochachtungsvoll für deine ausführliche Zusammenfasssung. Endlich Bürokratendeutsch kompakt in Worte gefasst, was mir schonmal sehr weiterhilft.

Nun habe ich folgende Frage an dich zu meiner jetzigen Situation.

Ich bin seit 2 Jahren von meiner damaligen Gemeinda wohnsitzlos gemeldet, und habe mich bis jetzt nicht in meiner neuen Heimatstadt ummelden lassen. Ich benötige jedoch ein Führungszeugnis und würde gerne wissen, ob ich dieses mit meinem Reisepass (gültig bis zu 09.03.) trotzdem problemlos beantragen und persönlich abholen kann, ohne erklären zu müssen, weshalb ich das Fs in einer fremden Stadt beantrage und bis jetzt meine Meldepflicht nicht wahrgenommen habe.

Vielen Dank für deine Aufmerksamkeit und deine Mühe.

LG
Mark

Dominik
Leser
Dominik

Hallo,
Ich wollte mal fragen ob ich das also richtig verstanden habe:
Ich kann und darf mir also ein unbebautes Grundstück kaufen und einen Linienbus den ich zur Wohnung umgebaut habe da drauf stellen und mich sogar dann vollständig dort melden?! Sowas wie ne fundamentlose Wohnung quasi? Im besten Fall an strom und wasser angeschlossen. Muss dann mein Bus nicht die ganzen formalien mit feuerschutz und wärmedämmung und der ganze quatsch erfüllen? Ich meine ich bin sowieso der meinung das es niemanden zu interessieren hat wie warm oder feuersicher meine wohnung ist. Ich bin ja der der stirbt 😉

Ja aber das würde mich mal interessieren denn ich stoße immer nur auf diese ganzen deutschen Vorschriften *kotz*

Liebe Grüße

travelingtoaster
Leser
travelingtoaster

Dieser Fall interessiert mich auch. Ich nehme übrigens an, dass der Bus GEZ-technisch als Wohnung gilt und die Zwangsabgabe (“Rundfunkbeitrag”) eingetrieben wird.

Nadja
Leser
Nadja

Ich bin gebürtige Berlinerin und vor einigen Jahren aus Krankheitsgründen nach Paderborn verzogen.
Hier bin ich in einer Wohnung polizeilich gemeldet und werde betreut.
Nun ist es so, dass ich doch gern wieder in der Nähe meiner einzigen Tochter in Berlin Lichtenberg
leben würde. Blöderweise kann man sich in den betreuten Wohnprojekten nur mit einer Berliner
Meldeadresse auf die Warteliste setzen lassen. Bei meiner Tochter kann ich mich nicht als 2. Wohnsitz
anmelden, da sie selbst nur zur Untermiete wohnt und der Vermieter da nicht mitmacht.
Meine Gedanken kreisen jetzt sogar darum, die Wohnung hier einfach aufzugeben und mich in Berlin
obdachlos zu melden. Allerdings ist meine Tochter total dagegen und versagt mir dann im Voraus
jegliche Unterstützung ihrerseits.
Ich bin echt verzweifelt. Weißt du einen Rat?
LG Nadja

Taler
Leser
Taler

Bei dem Begriff der Wohnung steht nicht, dass dort auch ein Bett zum schlafen sein muss?
Ist das nicht Voraussetzung?
Dann könnte ich ja auch sagen, wenn ich einen Gewerberaum mit Waschbecken und Toilette gemietet habe, dass das mein Wohnraum ist. Nur der Vermieter stellt dann keine Bescheinigung aus, weil das ja ein Gewerberaum ist.
Wie sieht das dann aus?

Johan
Leser
Johan

Hallo Sebastian,

Meine Wohnung in Berlin ist bereits gekündigt zum 23.04.2017. Ich muss nach England, habe dort aber noch keine Bleibe, geschweige denn einen “Proof of Residence” dort.

Wegen der Lösung mit All Incl. weiß nicht wen ich wegen des Admin-C fragen sollte.
Alternativ dachte ich daran eine Wohnung z. B. in Leipzig zu mieten, da dort die Wohnungen günstig sind – dann die Wohnung unterzuvermieten.
Ob das aber ein guter Weg ist?

Meine Webseiten brauche ich unbedingt, da ich damit mein Geld verdiene.
Hinzu kommt, dass ich zur Zeit echt nicht gerade reich bin – gelinde ausgedrückt.

Ist ein Bisschen eine Zwickmühle – in die ich mich natürlich selbst manövriert habe – sehe aber eine Chance.
Nur: so undeutlich 😉

Angenommen ich melde mich im April einfach wohnungslos. Mein Provider soll weiterhin von meinem deutschen Bankkonto seine Kohle einziehen:
wie schätzt Du die Situation ein? Kann ich mich in diesem Schwebezustand mehr als 3 Monate aufhalten?
Weißt Du vielleicht von anderen, die mit sowas schon Erfahrung haben (Schwebezustand dieser Art)?
Oder sogar Du selbst?

Bestimmt hilft mir etwas weiter, worauf ich selbst noch nicht kam. Darum dieser Kommentar.

Vielen Dank!

Liebe Grüße
Johan

Michael
Leser
Michael

Ich habe kurzfristig eine Stelle in Berlin bekommen und musste deshalb temporär eine bleibe organisieren, bis ich etwas festes/eigenständiges gefunden habe. Jetzt bin ich 2 Monate Zwischenmieter in einer WG, und wenn alles klappt, danach einen festen Wohnsitz.

Sollte ich die 2 Monate warten, und mich erst dann melden wenn ich einen festen Wohnsitz habe, oder kann ich das schon jetzt? Es ist ärgerlich, da ich ja weder Konto noch Mobilfunkvertrag etc abschliessen kann ohne gemeldet zu sein (ausser bei der Direktbank).

Michael
Leser
Michael

Was ich vergessen habe zu erwähnen ist das ich aus der Schweiz komme und deshalb keinen gemeldeten Wohnsitz in DE besitze.

Jürgen Beh
Leser
Jürgen Beh

Habe mich Ende 2016 in D abgemeldet. lebe seit Jahren auf meinem Segelboot im Mittelmeer. Es gab immer wieder Probleme mit den Ämtern. Langzeitreisende sind wohl im System nicht vorgesehen. Hatte leerstehendes eigenes Haus, wenn ich wie fast immer unterwegs war. Post wurde von Nachbarn erledigt. Trotzdem kam Post vom Meldeamt und Nachbarn wurden befragt. Ich hatte den Eindruck es gäbe keine Reisefreiheit mehr! Schnell wird von Scheinadresse gesprochen, obwohl es keine war…ich bin halt fast immer unterwegs, weil ich es einfach so will.
Um endlich Ruhe zu haben, habei ich letztlich meine Immobilien in D verkauft, meine Steuern geregelt und mich abgemeldet. Jetzt fühle ich mich wirklich frei. Postadresse z.B bei Eltern stellt kein Problem dar. Diese ist für Bank, Versicherung , Bootszulassung etc.. von Nöten..

Taler
Leser
Taler

“Die Post von Behörden” an den Bevollmächtigten. Wie ist das gemeint? Beim Kfz ist das geklärt. Aber wenn man als Zeuge geladen wird oder ähnliches? Wie kann man den Behörden den Bevollmächtigten mitteilen? Prüfen die nicht die Meldeadresse?

Taler
Leser
Taler

Hallo, endlich mal Informationen, die man so schnell nicht recherchieren kann.
Wenn man seine Wohnung verliert und keine neue findet, da zu teuer, dann wird durch das neue Meldegesetz ein Problem geschaffen.
Wenn man keine Meldeadresse bekommt, da keine anerkannte Wohnung, dann muss man seinen Gewerbeschein abgeben und sein Auto stilllegen. Aber wie soll man denn dann Geld verdienen? Das Grundrecht auf freie Arbeit wird dadurch ad absurdum geführt.
Man könnte in einem Wohnmobil leben, aber oben wird geschrieben, dass man dafür auf einem gewerblichen Gelände, z.b Campingplatz, stehen muss, Das kostet. Kann mit dem Wohnmobil, wenn man kaum fährt, nicht doch irgendwie eine Meldeadresse anmelden? Auf öffentlichem Grund…z.b

Maximilian
Leser
Maximilian

Hallo Sebastian,

herzlichen Dank erstmal für diesen Beitrag, wirklich sehr aufschlussreich! Bei einer Sache komme ich allerdings nicht weiter. Und zwar geht es um die Frage ob man in Deutschland einen Autoführerschein machen darf, wenn man zwar einen deutschen Pass, jedoch keinen Wohnsitz in Deutschland und auch sonst nirgends hat? Weist du da was?

Viele Grüße
Max

Pon
Leser
Pon

Habe mich spontan zur Anmeldung entschlossen, ein Dankeschön für verständliche und vor allem kostenlosen Informationen.
Wissen ist ja bekanntlich Macht, aber selbstlos anderen zu helfen zeigt die wahre Größe von Menschen im Jahre 2017.
Will jetzt nicht weiter Posten, bevor Ich mich nicht intensiv mit Wireless Life auseinander gesetzt habe.
Nur noch so viel, Wireless Life Lesen, bevor das Kind in den Brunnen gefallen ist, wünsche Ich allen Die diese Seite besuchen.
Gruß aus Duisburg
Pon

Heike
Leser
Heike

Hallo und vielen Dank für den ausführlichen Beitrag!

Viele der Themen habe ich der Vergangenheit selbst schon recherchiert und manchmal auch durch Erfahrung in Einklang mit allgemeinen Infos bringen müssen.

Jetzt stehe ich vor dem Problem das ich im Ausland lebe, noch auf Touristen Visa (Philippinen) und in D abgemeldet bin, da ich keinen Wohnsitz mehr habe.
Nun meine Frage: ich habe ein jobaangebot einer deutschen reiseagentur, auf einen
freie Mitarbeiter oder Teilzeitkraft
allerdings keine deutsche Adresse mehr. Gibt es da irgendwelche Erfahrungen? Habe gelesen das ich als freelancer mich beim Finanzamt melden kann, wäre das eine Option um Rechnungen als freie Mitarbeiterin zu erstellen?

Danke im voraus! 😉
LG Heike

Frank Meier
Leser
Frank Meier

Hallo,

was passiert denn mit dem Personalausweis bzw. Reisepass wenn ich mich onkine abmelde um ins Ausland zu gehen?

Helmut Josef Weber
Leser
Helmut Josef Weber

Garnichts.
Seit 2013 kann jeder deutsche Staatsangehörige (ob es nur in der EU ist weiß ich nicht) bei jeder Botschaft oder Konsulat einen Ausweis und/oder einen Reisepass bekommen; früher, vor 2013, nur Reisepässe.
“Eigentlich” hätte man früher den Ausweis bei der Stadt abgeben müssen, bei der man gemeldet war, wenn man ins Ausland ging, denn ein Ausweis ist praktisch eine Meldebestätigung der Gemeinde, aber das wurde nie durchgesetzt, denn viele Leute haben keinen Reisepass.
Und wenn die Stadt den Ausweis einzieht, dann steht man plötzlich ohne Papiere da, also– geht nicht.
Denn wenn Du mal wieder in Deutschland bist und Deinen Ausweis vorzeigst, steht ja noch Deine alte Adresse drin.
Und die Polizei denkt dann, dass Du noch dort wohnst, wenn Du z. B. bei rot über die Ampel gefahren bist und die Zahlkarte kommt nie bei Dir an.
Auch könntest Du mit dem Ausweis, obwohl Du im Ausland wohnst, Z. B. noch ein Auto anmelden in Deutschland oder eine Firma eröffnen.

Viele Grüße aus Andalusien
H. J. Weber

Helmut Josef Weber
Leser
Helmut Josef Weber

Hallo Karin,
ich bin zwar nicht gefragt worden, aber vielleicht kann ich Dir helfen, denn Rentenangelegenheiten sind mein Hobby.
Es könnte sein, dass Du eine Berufs- bzw. Erwerbsunfähigkeitsrente bekommst, bei deren Genehmigung die Situation am Arbeitsmarkt berücksichtigt wurde, oder die Grundsicherung?
Diese Renten werden oft nicht ins Ausland gezahlt.
Eine Altersrente, die aus Deinen eigenen eingezahlten Beiträgen besteht, wird in alle Länder gezahlt.
Denke aber auch daran, beim Finanzamt Neubrandenburg einen Antrag auf unbegrenzte Steuerpflicht zu stellen, denn sonst musst Du in Deutschland 25% Steuern von Deiner Remter zahlen.
Die unbegrenzte Steuerpflicht wird anerkannt, wenn Deine Rente aus einer deutschen Rentenkasse gezahlt wird,
Du entweder 90% Deines Welteikommens in Deutschland erwirtschaftest,
o d e r außerhalb von Deutschland nicht mehr als etwa 8.500,00 Euro Grundeinkommen hast.
Bei Ehepaaren kann unter Umstanden der Betrag (Splitting) verdoppelt werden.
Am besten fragst Du einfach mal bei der Rentenkasse nach.

Viele grüße aus Andalusien
H. J. Weber

Karin
Leser

Hallo Sebastian,
Ich habe mich aus Deutschland abgemeldet. Trotz Postanschrift und eigenem Konto wird mir die Rente verweigert. Wie kann ich weiter
handeln ?
Liebe Grüsse
Karin

Frank
Leser
Frank
Hallo Sebastian, auch ich wollte Dir hier ein großes Lob aussprechen für all die nützlichen Informationen die man hier findet. Danke! Ich möchte gern meine kürzlich gemachte Erfahrung mit PSD teilen: Ich habe vor mehr als einem Monat den Service von PSD in Anspruch genommen was auch am Anfang wunderbar geklappt hat. Seit dem die Internetseite nicht mehr aktiv ist bekomme ich weder Post in elektronischer noch auf nicht elektronischem Weg weitergeleitet. Bin etwas verzweifelt was ich genau machen soll. Werde mich wie es aussieht aber dann doch komplett abmelden müssen da ich sonst keine alternative Meldeadresse habe. Hierzu habe ich noch eine Frage: Ich nutze den Service von Dropscan was wirklich wunderbar funktioniert. Die “offizielle” Amts Post von Finanzbehörde, Polizei, Gericht oder ähnliches wird ja da nicht empfangen. Welche Möglichkeiten habe ich hierbei wenn ich mich komplett aus Deutschland abgemeldet habe. Also es kann durchaus sein, dass ich schon im Ausland lebe und irgendeine “offizielle” Amt Post erhalten soll, die jedoch nicht ausgestellt werden kann da ich abgemeldet bin. Wie ist hierzu das Prozedere genau? Kann man irgendwie einen bevollmächtigen (bspw. einen nahen Verwandten) das er die Post empfängt? Ich möchte irgendwie nicht wenn ich wieder nach Deutschland einreise,… Mehr lesen »
Georgios
Leser
Georgios

Frank wie kann ich dich kontaktieren? Ich hatte ebenfalls den Service von PSD in Anspruch genommen. Habe ein paar Nachforschungen gemacht und ein paar Infos für Leute wie dich die geschädigt wurden. Bitte kontaktiere mich damit wir näheres telefonisch bereden können.

Frank
Leser
Frank

Hier meine Mail:
frank.testres@mailbox.org

Frank
Leser
Frank

@Georgios

Hallo,
danke fürs Feedback. Schreibe mir doch eine eMail auf die kann ich dann antworten und meine Nr. dir schicken. Danke!

Georgios
Leser
Georgios

Hallo Frank,

Habe dir soeben eine email zukommen lassen.

Helmut Josef Weber
Leser
Helmut Josef Weber

Hallo Sonara,
ein Deutscher Staatsbürger muss in Deutschland keine Ausweispapiere mit sich führen.
Die Polizei darf nur bei Verdachtsmomenten meine Daten fordern.
Entweder kann ich mich dann ausweisen, oder ich muss meine Daten wahrheitsgemäß angeben;
eben die Daten, die auch auf meinem Ausweis stehen.
Wenn ich z. B. als deutscher Staatsbürger, mit Wohnsitz in Spanien, in eine deutsche Verkehrskontrolle komme, dann muss ich die Wagenpapiere und meinen spanischen Führerschein vorzeigen.
Natürlich habe ich, wenn ich in Deutschland bin, weil ich ja vom Ausland einreise, auch meinen deutschen Ausweis dabei, und wenn ich danach gefragt werde, dann zeige ich ihn auch, aber ich muss nicht.
Neben meinen Daten steht dann auf dem Ausweis: In Deutschland keinen Hauptwohnsitz.
Ich muss nicht die ganzen spanischen Papiere mitschleppen, mit denen ich einen Wohnsitz in Spanien nachweisen kann.
Hätte ich nur einen Reisepass, dann wäre sowieso kein Wohnsitz vermerkt.
Ich denke, wenn ich meinen Reisepass oder Ausweis in Deutschland irgendwo vorzeigen muss, wird Niemand in der Lage sein hier in Málaga in die Daten der spanischen Behörden Einblick zu haben.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut J. Weber

Sonara
Leser
Sonara

Hallo Sebastian,
vielen herzlichen Dank für diese tollen Seiten und die vielen Informationen!
Ich konnte bisher nirgends soviel erfahren, wie bei Dir!
Aber ich habe noch eine Frage:
Ist es denn nicht strafbar, wenn man nirgends eine Meldeadresse hat, also in kein zentrales Melderegister (abgesehen von der Ordnungswidrigkeit) eingetragen ist? Wie ist denn z.B. bei simplen Fahrzeugkontrollen oder am Flughafen? Wird da nicht gecheckt, ob man in irgendeinem Melderegister (der EU oder außerhalb) eingetragen ist?

Danke und Grüße
Sonara

Amona
Leser
Amona

Hallo,
Ich habe diesbezüglich auch eine Frage.
Vor einem Monat sind wir aus unserer Wohnung gezogen haben aber noch keine neue. Ich bin mit den Kindern bei meiner Oma in einer anderen Stadt und mein Mann ist ebenfalls in einer anderen Stadt bei Verwandten. Wir können uns aber alle aufgrund der kleinen Wohnung nicht hier anmelden. Jetzt wird mir aber gesagt das ich mich hier anmelden soll dann würde auf d Ausweis nur die Stadt stehen?! Das würde mir doch nur wieder neue Probleme geben?

Liebe grüße

Helmut Josef Weber
Leser
Helmut Josef Weber

Der Beitrag hat mir sehr gut gefallen, denn ich bin Altersrentner, und wohne ich Südspanien.
Ich schlage mich regelmäßig mit meiner gesetzlichen deutschen Krankenkasse herum, bei der ich über die KVdR Zwangsbeiträge in Deutschland zahlen muss, obwohl in Spanien für Rentner die Beitragsfreiheit besteht.
Aber da gibt es viele Lücken die man nutzen kann; z. B. dass ich mir meinen Zahnersatz (ohne Zuzahlung) durch die deutsche Krankenkasse bezahlen lasse, obwohl mein Wohnsitz seit 2001 in Spanien ist.
Ganz kompliziert wird es mit dem Kindergeld und der damalige Sachbearbeiter bei der Kindergeldkasse ist nur ganz knapp daran vorbeigeschrammt, dass ich ihn wegen Betruges angezeigt habe.
4 Jahre musste ich klagen und zwei Prozesse hat die Kindergeldkasse verloren; eben Steuergelder verplempert.
Daher halte ich es für sehr wichtig, dass hier einmal ein äußerst komfortabler Grundstock an Wissen der Allgemeinheit komprimiert zur Verfügung gestellt wir.
Daher sollten wir alle dazu beitragen, dem Autor die neuesten Informationen anzutragen, die wir auch am eigenen Leib erfahren haben.

Viele Grüße aus Andalusien
Helmut J. Weber

Helmut Josef Weber
Leser
Helmut Josef Weber

“Wenn du ins Ausland verziehst und Kindergeld beziehst, dann bist du in der Pflicht, dich bei der zuständigen Familienkasse abzumelden. Anspruch haben nur Eltern, die im Inland unbeschränkt steuerpflichtig sind, also auch in Deutschland leben.”

***Das ist falsch***
Unbeschränkt steuerpflichtig können in Deutschland auch Rentner oder Personen sein, ***die im EU-Ausland leben*** und die in Deutschland mindestens 90% ihres Einkommens erwirtschaften, ***oder*** nicht mehr als etwa 8.500,00 Euro im Ausland.
Ich bekomme z. B. das Kindergeld für meine in Deutschland lebende behinderte Tochter, die in einer eigenen Wohnung lebt,
weil ich eine deutsche Altersrente beziehe und in Spanien nur Einkommen unter etwa 8.500,00 Euro habe.

Viele Grüße aus Andalusien
H. J. Weber

Andrea
Leser

Hallo,
also in Deutschland abmelden ist IMMER eine SEHR SCHLECHTE Idee, denn dann fliegt man aus der Pflegeversicherung und es gibt kein Zurück und alle bisher bezahlten Beiträge sind futsch.
Diese Auskunft ist amtlich und habe ich von der Rentenversicherung gesagt bekommen und Krankenkasse und Pflegekasse hat dies auf Nachfrage bestätigt. Also VORSICHT !!!!

Helmut Josef Weber
Leser
Helmut Josef Weber
Hallo Andrea, natürlich ***fliegt man aus der Pflegeversicherung*** in Deutschland, wenn man z. B. im Ausland wohnt, denn dann unterliegt man ja auch den Richtlinien, nach denen man in der Pflegeversicherung des Landes ist, in dem man wohnt. Ausnahmen gibt es nur bei deutschen Rentnern, die z. B. in Spanien wohnen; die haben weiter Anrecht auf Leistungen aus der deutschen Pflegeversicherung. In Spanien zahlt man z. B. keine Beiträge zur Pflegeversicherung, denn sie ist eine staatliche Leistung. Ich sehe hier immer wieder, dass EU-Bürger, z. B. durch Krankheit, zum Sozialfall werden. Sind diese EU-Bürger nicht mindestens 5 Jahre in Spanien gemeldet, erhalten sie keinerlei Sozialleistungen wie, Wohngeld, Erwerbsunfähigkeitsrente, Prozesskostenbeihilfe usw. Auch steht diesen nicht angemeldeten EU-Bürgern die gesundheitliche Versorgung nur sehr begrenzt zu; praktisch nur die Erstversorgung. Wer wie ich als Altersrentner in Spanien angemeldet ist, hat zwei ***unbegrenzte*** Versicherungskarten. Einmal meine AOK Karte, wofür ich etwa 10% Beiträge von meiner deutschen Rente, einschließlich Pflegeversicherung, in Deutschland über die KVdr zahlen muss . Mit der AOK-Karte lasse ich mir z. B. in Deutschland die Zahnbehandlungen bezahlen. Mit der kostenlosen Karte der spanischen Sozialversicherung (Rentner zahlen in Spanien keine KK-Beiträge) wird z. B. meine Leukämie in Spanien (CML) behandelt. Alleine Medikamentenkosten… Mehr lesen »
Gesa Hansen
Leser
Gesa Hansen

Hallo Sebastian,

ich bin gestern von meiner Gemeinde abgemeldet worden, obwohl ich nie wirklich ausgezogen bin. Ich arbeite als Freelancer in ganz Europa, aber meine Basis ist in Deutschland. Die Gemeindemitarbeiter wollen jetzt einen Beweis, dass ich mehr als 6 Monate mich in der Gemeinde aufhalte, kann das sein? Kann man mich einfach abmelden, ohne dass ich das möchte und ohne dass ich in einem anderen Land einen Mietvertrag habe?

Daniel
Leser
Daniel

Hallo Sebastian,
wenn ich Ich eine Domiziladresse in England nutzen möchte wie sieht es in dem Fall mit meiner Adresse im Personalausweis aus. Kann ich die Domiziladresse auch in Deutschland als Meldeadresse verwenden?

Gruß
Daniel

Aliciana
Leser

Hallo Sebastian,

ich habe gehört, dass man auch Kindergeld weiterhin erhalten kann, wenn man in die Abmeldung für das Kind “Reisen” als Grund angibt. Hast du da noch irgendwelche Infos, wie es sich bei dem Umstand verhält?

Atina
Leser
Atina
Hallihallo, jetzt habe ich hier so viel gelesen, aber nicht konkret gefunden, was für mich zutrifft. Vielleicht kann mir jemand helfen. Ich habe in Deutschland keinen Wohnsitz mehr. Ich besitze seit über 2 Jahren ein Ferienhaus in einem Ferienpark in Holland. Dort darf ich jedoch nicht gemeldet sein. Ich war bzw. bin bei meinem Freund (Holländer) eingeschrieben. Mein Auto läuft über seinen Namen. Ich arbeite weiterhin in Deutschland und zahle dort auch meine Steuern. In Holland bin ich nur registriert und da wir grenznah wohnen, brauche ich auch in NL nichts zu bezahlen, weder Steuern noch Krankenversicherung (Grenzgänger). Nun ist es aber so, das ich von meinem Freund getrennt bin und er möchte, das ich mich bei ihm wieder abmelde. Ich wohne jetzt nur noch in meinem Ferienhaus. Ich möchte mich jetzt gerne wieder in Deutschland einschreiben, kann mir aber keine zusätzliche Wohnung noch ein Zimmer leisten. Wie oder wo kann ich mich rechtens einschreiben lassen ? Darf ich mich bei einer Freundin offiziell anmelden, ohne das ich da wohne, wo ich nur meine Post abholen kann ? Wichtig ist auch die Abrechnung beim Finanzamt für meine Fahrtwege. Ich fahre jeden Tag 35 km zur Arbeit (nach Deutschland). Ich benötigen… Mehr lesen »
Ulli
Leser
Ulli

Hallo Sebastian, Vielen Dank fuer den Beitrag! Da ich für ein halbes Jahr nach Australien gehe (mit festem Wohnsitz und festem Job) und vor Ort mein Visum für 3 Jahre beantrage, ist es ratsam sich bei nur einem halben Jahr in D abzumelden? Die Wohnung würde ich in dieser Zeitspanne behalten und sollten es dann 3 Jahre werden ganz klar aufgeben. Bin etwas ratlos was in diesem Fall das Sinnvollste ist! LG Ulli

Dada
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Dada
Guten Abend, Ich habe eine besondere Problem. Ich bin seit 3 und halb Jahren in Deutschland. Von meine alte Adresse ich musste nach eine Frauenhaus umziehen. Ich habe Probleme mit meine Arbeitgeber gehabt. Zwischenzeit ich habe mein Man kennengelernt und wir haben letzte Monat verheiratet. Natürlich vorher habe ich mich von FH abgemeldet.Mein Man ist aus Ausland und wegen Aufenthaltserlaubnis, weil wir haben nach dem Hochzeit nicht alle Papiere fertiggemacht er musste Deutschland verlassen.Jetz bin ich schwanger und ich bin hier nicht in eine neue Wohnung angemeldet, weil ich lebe mit meine Bekannte.Ich habe auch Auskunftsperre, also in Sistem wird noch lange meine alte Adresse stehen.Mein arbeit ist Nachtdienst und ich kann nicht als schwanger weiterarbeiten.Ich möchte zu Hause gehen damit meine Eltern mich unterstützen können im Alltag.Ich komme aus eine andere EU Land.Ich möchte dann auch für meine Man die papiere beeintragen. Meine Frage ist, ob ist das eine Problem dass ich bin nicht in eine neue Stelle angemeldet? Könnte ich einfach als Postanschrift diese Adresse wo ich wie alternative Wohne benutzen und verliere ich keine Unterstützung von Arbeitgeber oder bekomme ich Probleme?In Zukunft möchte ich wieder in Deutschland zu kommen aber jetz in diese Situation ich möchte nicht… Mehr lesen »
Jens
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Jens

Hallo,
hab da auch so ein kleines problem. Bin im April arbeitslos gewurden und müsste deswegen meine wohnung kündigen, da das alg 1 geld einfach nicht ausreicht und kein neuen job gefunden hab bzw ich jetz in einer weiterbildung bin, die ich schon immer machen wollte.
So, bin dann wieder zu meiner eltern gezogen, als ich mich ummelden wollte, meinten die gute dame, ich brauch vom vermieter meiner eltern die einzugsbestätigung. Nun genau da liegt das problem. Da ich damals ja mit in der wohnung ziehen musste ( da kam ich erst ausser schule und begonn eine lehre) steh ich auch im mietvertrag mit drin und wurde nach mein auszug nicht beim vermieter abgemeldet (da denkt man ja ach nicht wirklich dran). So nun bekomm ich den wisch halt nicht weil ich ja offiziel, von seiner seite aus, ja nie ausgezogen bin. was könnte man da tun um dieses problem zu lösen?? ich danke schonmal für die antwort.

Marion
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Marion

Hallo Sebastian,
ich wüßte gern, ob die Mitwirkungspflicht des Vermieters auch dann greift, wenn ich meine Wohnung für die Zeit der Abwesenheit untervermieten oder über AirBnB vermieten will – muss er da auch jeweils eine Bescheinigung ausstellen ?

Kafe Elasch
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Kafe Elasch

Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag! Habe Deutschland den Rücken gekehrt und auch keine Lust mehr zurückzukommen. Möchte bald eine HK Ltd. gründen und da braucht man auch diesen blöden Adressnachweis, den ich als Nomade natürlich nicht habe, da ich nur in Hotels und Airbnb Wohnungen lebe. In Deutschland möchte ich keine Adresse und England ist mir auch zu unsicher zur Zeit. Falls jemand noch eine andere Idee hat, bitte antworten.

Hans
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Hans

Hans

Hinsichtlich Deiner Informationen zu den Firmen, die Domizil bzw. Meldeadressen anbieten, bin ich zunächst etwas skeptisch. Auf die Firma PSD stösst man beim Googlen ja recht schnell. Will man jedoch Genaueres über die Firma im Netz finden, stösst man sehr schnell an die Grenzen. Laut Impressum hat die Firma ihren Sitz in der Schweiz im Kanton Zug – soweit ich weiss das Eldorado aller Briefkastenfirmen. Eine Telefonnummer zur Kontaktaufnahme findet sich nicht, die Kommunikation erfolgt angeblich ausschliesslich elektronisch. Die aufgeführten Preise sind deftig: Meldeadresse für zwei Personen mit emailscan und Postweiterleitung knapp 100 EUR im Monat. Natürlich mindest für 12 Monate im Vorraus zahlbar. Angeblich will man hiermit auch Wohnsitzlosen bei der Wiedereingliederung helfen. Welcher Wohnsitzlose kann sich das bitte leisten? Abgesehen davon ist das Ganze ja höchst illegal, wie du schon richtig schreibst, denn es werden Meldeadressen zum Schein vermietet. Das Ganze wirkt auf mich höchst unseriös. Kennst du denn den Betreiber näher und kannst was zu dessen Seriosität sagen?

Maren
Leser
Maren

Dieser Artikel hat mir sehr gut gefallen, auch wenn ich mich an die direkte Anrede in der 2. Person erst noch gewöhnen muss…

Meine Erfahrung war noch ergänzend:

– Weil ich zwar abgemeldet war, aber meine Wohnung nicht untervermietete, musste ich in D Steuern bezahlen.

– Die GKV wollte die Vertragsunterlagen der KV aus dem Ausland.

Freue mich sehr über diesen Artikel.

Gruß!

Steffi
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Hallo Sebastian!

Vielen Dank für diesen Artikel. Auch ich beschäftige mich seit einiger Zeit mit diesem Thema und habe versucht bei den zuständigen Stellen (Einwohnermeldeamt, Zulassungsstelle, Finanzamt, Krankenversicherung, etc.) Informationen und Auskünfte zu bekommen. Seit 4 Wochen warte ich, oder hake nach. Bisher habe ich keine verwertbaren Infos bekommen. Ich frage mich, wie du das geschafft hast. Respekt!

Ich kann es mir jetzt jedenfalls sparen weiter zu suchen und zu fragen. Dafür danke ich dir sehr, denn wir war es schon fast zu mühsam 🙂 Jetzt kann ich jeden der mich zu diesem Thema befragt einfach den Link zu diesem Artikel geben.

Großartig

🙂

Miguel
Leser
Miguel

Es ist der absolute Wahnsinn wie weitreichend du deine Artikel recherchierst:) danke dafür! Nun konnte ich für mich endgültig und eindeutig die Abmeldung aus Deutschland (gehe im Oktober nach Indonesien) festmachen, grad auch aus dem Aspekt der Krankenversicherung.

Liebe Grüße
Miguel

Kerstin
Leser
Hallo Sebastian, ich danke dir ganz herzlich für diesen tollen Artike! Für uns wird das Thema möglicherweise in absehbarer Zeit wichtig und mir graute schon vor der Recherche. Klar sind diese Informationen unverbindlich und es kann sich auch mal was ändern. Aber insgesamt hast du schon so viel an Vorarbeit geleistet – da kann ich nur sagen: Super herzlichen Dank! Ich bin sicher, dieser Artikel hat extrem viel Recherchearbeit gekostet, trotz eigener Erfahrungen. Chapeau! Ich habe noch eine Ergänzung, die für junge Menschen derzeit keine Rolle spielt, aber für Menschen 50 +, die sich später im Ausland niederlassen wollen: Ein Notar erzählte uns vor kurzem, dass Deutsche, die sich im Ausland niederlassen, sich nicht bewusst sind, dass ihre TESTAMENTE nicht mehr gelten! D.h. die Länder haben unterschiedliche gesetzliche Vorgaben diesbezüglich. Wenn man sich jetzt z. B. in Spanien auf Dauer niederlässt, sollte man wissen, das Spanien zur Zeit in vier Regionen aufgeteilt ist bezüglich unterschiedlicher Testamentsregelungen. D. h. wenn ein Paar in Deutschland ein Testament abschließt, gilt das dort nicht mehr, sondern dann ist das entsprechende spanische Recht entscheidend. So soll es z. B. in einem Teil Frankreichs noch das sog. “Höferecht” geben, wonach eine Frau z. B. von ihrem… Mehr lesen »
Jutta Oels
Leser

Hallo, zu diesem Absatz:

Hinweis: Für die Krankenversicherung und das Finanzamt ist nicht die Meldeadresse, sondern dein gewöhnlicher Aufenthaltsort ausschlaggebend. Diese Argumente allein sollten also nicht für eine Abmeldung sprechen.

habe ich ganz andere Infos erhalten. das wäre toll, wenn es so wäre, wie du schreibst! wenn man einem Gewerbe nachgeht, oder Freiberufler ist, was auch immer… und Wohnsitz in D ist, dann ist man immer in D steuerpflichtig. Und ausserdem da, wo der Hauptaufenthaltsort ist. ( weil man ja 2 Hauptwohnsitze hat). Mit den meisten Ländern gibt es Doppelbesteuerungsabkommen. Man zahlt allerdings immer die höhere Steuer. Problematisch ist nur, dass man in 2 Ländern eine Steuererklärung abgeben muss, und das ist sehr kompliziert, man braucht die Hilfe eines Steuerberaters, in den meisten Fällen. Das grössere Problem aber ist, dass man durch die Steuerpflicht in D auf jeden Fall in D auch sozialversichert sein muss, und zwar unabhängig vom Hauptaufenthaltsort.

Lisa Kühn
Leser

Hallo Sebastian,
vielen Dank für den super informativen Artikel! Er kommt genau richtig – beschäftigen uns auch gerade mit dem Thema Abmeldung. Es wird einem wirklich nicht leicht gemacht.

Ich habe momentan nebenberuflich ein Gewerbe angemeldet. Ich bin die ganze Zeit davon ausgegangen, dass ich dieses bei einer Langzeitreise (ca. 2 Jahre) und dementsprechender Abmeldung aus Deutschland sowieso abmelden muss. Das werde ich jetzt nochmal überdenken.

Viele liebe Grüße
Lisa

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