Online Arbeiten [12/15]: Influencer als ortsunabhängiges Geschäftsmodell

Youtube-Stars, Instagram-Sternchen und Besitzer von großen Facebook-Gruppen sind für Unternehmen viel Geld wert. Sie versuchen über die Personen, die bei ihrer Zielgruppe ein hohes Ansehen genießen, Werbung zu platzieren. Aber ist das ein nachhaltiges Geschäftsmodell?

Kim Kardashian bekommt für ein gesponsertes Foto auf Instagram 300.000 Euro. Aber ihr folgen auch über 100 Millionen Menschen. Ab 100.000 Followern kannst du zumindest um die 400 Euro pro Post verlangen.

Um als Influencer wahrgenommen zu werden, kommt es weder auf dein Aussehen noch das Thema an. Du musst auf authentische Art andere Menschen inspirieren, zum Lachen bringen oder begeistern.

Es gibt eine junge Japanerin, die Fotos davon macht, wie sie sich frische Backwaren ins Gesicht drückt. Für ihren Gesichtsabdruck in Broten bezahlen Bäckereien und Konditoreien mittlerweile gutes Geld. Auf originelle Ideen kommt es an.

Influencer arbeiten als Markenbotschafter, platzieren Produkte in ihren Videos oder Bildern und erwähnen Anbieter positiv in Posts. Dafür bekommen sie einen monatlichen Pauschalbetrag oder eine auf Beiträgen basierende Entlohnung.

Wenn du bereits Zugang zu einer Gruppe von Menschen hast, kannst du dich vermarkten. Dabei helfen Agenturen wie Buzzbird, die Unternehmen und Influencer zusammenbringen. Dort erstellst du ein Profil, erhältst Kooperationsanfragen, handelst einen Preis aus und produzierst dann die besprochenen Inhalte für den Auftraggeber.


Vorteile: Sobald du es geschafft hast, dich in einem Bereich als Trendsetter zu positionieren, hast du als Person für Unternehmen einen großen Wert. Deine Reichweite kannst du perspektivisch auch durch eigene Produkte vermarkten. Durch den engen Kontakt mit deiner Anhängerschaft kennst du ihre Bedürfnisse ganz genau.

  • Bekanntheitsgrad und Anerkennung als Vorreiter steigern deinen persönlichen Marktwert
  • Hoher Einfluss auf eine Zielgruppe, wodurch es viel Potenzial für eigene Produkte gibt
  • Intensiver Kontakt mit deiner Anhängerschaft

Nachteile: Nachteilig auswirken kann sich bei Influencer-Modellen, dass du die Marke bist. Dein Einkommen ist abhängig von dir als Person. Es wird schwer, dich davon frei zu machen, da Unternehmen und Fans immer den direkten Kontakt zu dir suchen. Der große Spagat besteht darin, die passenden Partner auszuwählen. Deine Anhänger folgen dir, weil du authentisch bist. Sie merken sofort, wenn sie ausverkauft werden. Deshalb braucht es ein sensibles Händchen.

  • Spagat zwischen Interessen von Werbetreibenden und Fans
  • Verdienst ist stark gekoppelt an die eigene Person
  • Ständige Verfügbarkeit und Nähe wird von Fans erwartet
  • Fällst du bei deiner Anhängerschaft in Ungnade, ist deine Marke von einem Tag auf den anderen nichts mehr wert

 

Erste Schritte für Influencer

  1. Thema: Finde eine klare Positionierung, die authentisch und gleichzeitig von Interesse für Follower und Unternehmen ist.
  2. Kanal: Entscheide dich für ein Format wie Video, Foto oder Text. Lege einen Hauptkanal, der das Zentrum für alle Aktivitäten wird.
  3. Inhalte: Erstelle kontinuierlich Beiträge, die unterhalten, Aha-Momente bescheren und dich als Mensch so nahbar wie möglich zeigen.
  4. Fanbase: Tausche dich mit Anhängern aus, veranstalte Lokaltreffen und lasse deine Followerzahl durch authentische Posts wachsen.
  5. Kooperationen: Starte Gespräche mit Unternehmen, deren Angebote zu dir als Person und deiner Zielgruppe passen.

18 digitale Geschäftsmodelle

Bist du verloren im Dschungel der Informationen? Der Wireless Life Kompass gibt dir einen Überblick über 18 ortsunabhängige Geschäftsmodelle, die jeweiligen Vor- und Nachteile und erste Schritte zum Start.

Zum Wireless Life Kompass

1. Themensuche

Es müssen nicht immer Mode- oder Fitnessthemen sein. Du solltest es mit deinen Inhalten schaffen, Menschen zu unterhalten, zu inspirieren und ihnen etwas beizubringen. Deine Anhänger werden die Posts und Videos teilen, wenn sie dadurch selbst Anerkennung von ihrem Netzwerk bekommen. Finde eine klare Positionierung, die authentisch und gleichzeitig von Interesse für Follower und Unternehmen ist.

 

2. Kanal

Entscheide dich für ein Format wie Video, Foto oder Text. Natürlich kann es auch eine Kombination aus verschiedenen Medien sein, wobei du aber einen Hauptkanal wählen solltest, der das Zentrum für alle Aktivitäten wird. Richte dich dabei danach, welches Medium dir liegt und am meisten Spaß macht. Wenn du nicht gerne vor der Kamera stehst, wirst du deine Botschaften über YouTube nicht authentisch rüberbringen können.

 

3. Inhalte

Erstelle kontinuierlich Beiträge, die unterhalten, Aha-Momente bescheren und dich als Mensch so nahbar wie möglich zeigen. Analysiere vergangene Inhalte und lerne, welche Themen und Formate besonders gut ankommen. Höre deiner Zielgruppe zu, denn sie sagen dir direkt oder indirekt, was sie am stärksten interessiert. Gleichzeitig solltest du aber auch deiner Rolle als Trendsetter gerecht werden, indem du immer wieder mit neuen Ideen überraschst.

 

4. Fanbase

Tausche dich mit Anhängern aus, veranstalte Lokaltreffen und lasse deine Followerzahl durch authentische Posts wachsen. Die echten Superfans schaffst du dir, indem du die aktivsten Follower lobend erwähnst oder ihnen die Chance gibst, dich auf Offline-Treffen persönlich kennenzulernen. Echte Superfans sind der Schlüssel für den Erfolg, denn sie verbreiten deine Botschaft, womit sie kontinuierlich für neue Follower sorgen. Verbinde dich vor allem auch mit anderen Influencern aus deiner Branche, um euch gegenseitig beim Wachstum zu unterstützen.

 

 

Fallstudie: Anna vermarktet Influencer

Anna will selbst nicht im Rampenlicht stehen, hat aber in ihrer täglichen Arbeit mit Menschen zu tun, deren Meinung von ihren Fans wertgeschätzt wird. Sie beschließt, über ein Magazin und eine Facebook-Seite die besten Inhalte ihrer Kunden zu kuratieren. Dazu schließt sie Verträge mit Influencern, die ihr das Recht zum Teilen ihrer Inhalte gegen die Zahlung einer Beteiligungsprovision einräumen.

Sie bereitet die Videos, Podcast Folgen, Bücher, Facebook Posts und andere Beiträge der Vortragsredner für ihren eigenen Blog neu auf. Die Artikel von Anna werden von den Urhebern geteilt, sodass sie bald von deren Reichweite profitiert. Bereits nach wenigen Monaten hat sie selbst eine beachtliche Zahl an Followern, für die sie deutschlandweite Stammtische organisiert.

Ein Jahr nach dem Start ihres Formats veranstaltet Anna einen Rednerabend, der von großen Unternehmen, die sich ein innovatives Image verschaffen wollen, gesponsert wird. Weitere Angebote wie Coachingprogramme und Seminarreisen mit einigen ihrer Klienten entstehen.

Anna selbst ist nicht der Star, sie wird aber durch ihre Verbindungen und die clevere Aufbereitung der Inhalte zum absoluten Influencer für das Thema Persönlichkeitsentwicklung.

 

5. Vermarktung

Starte Gespräche mit Unternehmen, deren Angebote zu dir als Person und deiner Zielgruppe passen. Anfangs sind Product-Placements (Produktplatzierungen) und Affiliate Marketing gute Möglichkeiten, mittelfristig solltest du feste Sponsoren suchen, die eine regelmäßige Einnahme garantieren.

Dabei helfen können Agenturen wie Buzzbird oder Channelbuzz. Langfristig solltest du nicht mehr nur Provisionen für andere Produkte verdienen, sondern deine Reichweite dazu nutzen, eigene Angebote wie Infoprodukte, Coaching, Kleidung oder Seminare zu bewerben.

Perspektivisch gesehen kannst du dich für Vorträge buchen lassen oder ein Seminarprogramm entwerfen, das du deinen Fans anbietest. Von Merchandise über Infoprodukte hin zu Coachings ist alles denkbar, was der Zielgruppe hilft. So schaffst du den Übergang von einem Werbeträger hin zu eigenen Produkten.

Eine weitere Möglichkeit ist es, selbst andere Influencer aufzubauen. Du teilst dein Wissen und das Netzwerk mit den Neueinsteigern, wofür du dich über Managementverträge an den Umsätzen beteiligen lässt.

 

 

12 Ideen für Influencer

  • Fitness-Videos für Schwangere auf YouTube
  • Buddhismus einfach erklärt auf Facebook
  • Politische Satire über einen Tumblr-Blog
  • Quantenphysik für Anfänger im Podcast
  • Xing-Gruppe für freiberufliche Designer
  • World of Warcraft Profi auf twitch.tv
  • Mode für umweltbewusste Männer auf Instagram
  • Die Welt aus Sicht eines Chemikers im Podcast
  • Neue Technologien erklärt in einer Kolumne
  • Basteln mit Naturmaterialien für Eltern
  • 360-Grad-Videos von exotischen Reisedestinationen
  • Statistiken leicht verständlich aufbereitet

 

 

Weiterführende Ressourcen

 

Hat dir der Beitrag geholfen? Es ist 12. Teil einer Artikelserie zu ortsunabhängigen Geschäftsmodellen. Neben der Tätigkeit als Influencer gibt es natürlich viele weitere Möglichkeiten, um online zu arbeiten. Regelmäßig erscheint ein neuer Artikel zu dieser Reihe.

Wenn du jetzt schon herausfinden möchtest, welches Geschäftsmodell zu dir passt, mache den folgenden Test. Lasse uns gerne in den Kommentaren wissen, was dein Ergebnis ist und ob es zu dir passt.

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