Hong Kong Limited gründen, betreiben und liquidieren

Anfang 2014 habe ich eine Limited in Hong Kong gegründet. Nach knapp zwei Jahren durfte ich viele Vor- aber auch Nachteile eines Offshore Unternehmens kennenlernen. Deshalb ist es an der Zeit für einen ausführlichen Erfahrungsbericht, der dir bei der Gründung und Verwaltung deiner Offshore Company helfen soll.

Mit diesem Guide möchte ich weder zur Steuerflucht aufrufen, noch den Hype verstärken, den es derzeit unter ortsunabhängigen Unternehmern zu geben scheint. Mein Erfahrungsbericht soll ganz einfach all die Fragen beantworten, die mich in den letzten beiden Jahren erreicht haben.

Ob du als Online Unternehmer oder digitaler Nomade eine Offshore Gesellschaft gründen oder ein Gewerbe in Deutschland anmelden solltest, hängt einzig von deinen Umständen ab. Auf keinen Fall sollte die Entscheidung rein steuerlich motiviert sein, sondern zu deinem Geschäftsmodell und deinem Lifestyle passen.

Wenn du einen festen Wohnsitz in Deutschland hast und keine operativen Argumente (z.B. Zulieferer, Kunden, Produktion) für die Gründung im Ausland sprechen, dann melde dein Gewerbe im Inland an. Dafür sprechen nicht nur moralische, sondern auch rein praktische und rechtliche Gründe.

Solltest du keine Bindung mehr zu Deutschland haben, im Ausland leben oder als Langzeitreisender durch die Welt ziehen, dann macht die Gründung eines Offshore Unternehmens Sinn.

Meine Motivation zur Gründung der Hong Kong Limited im Januar 2014 bestand ganz einfach darin, dass ich eine Unternehmen haben wollte, das nicht an einen Wohnsitz gebunden ist. Da ich zu dieser Zeit den Großteil des Jahres in China gelebt habe, lag Hong Kong als Standort nahe.

Kurz nach der Gründung habe ich bereits einen Erfahrungsbericht geschrieben, der viele weitere Fragen aufgeworfen hat. Knapp zwei Jahre und einen Jahresabschluss später habe ich mir viel Know-How mühsam angeeignet und möchte dieses hier mit dir teilen.

Von der Gründung bis zur Liquidierung einer (Hong Kong) Limited wirst du hier viele Informationen finden. Bitte betrachte diese kritisch und denke daran, dass ich weder Steuerberater noch Gründungsexperte bin. Solltest du Anmerkungen oder Fragen haben, dann freue ich mich auf deinen Kommentar unter dem Beitrag.

 

Dieser detaillierte Guide wird dir viele Antworten liefern, wenn du bereits eine Limited in Hong Kong hast oder ein Offshore Unternehmen gründen möchtest. Solltest du noch vor der Entscheidung stehen und nur erste Infos suchen, dann hier die wichtigsten Bulletpoints:

  • Kosten für die Gründung betragen ca. 1.700 Euro (in den Folgejahren kannst du mit ähnlichen Kosten rechnen)
  • Hong Kong hat eine gute Reputation aber auch strenge Regulierungen (wenn es dir nur um Steuererleichterungen geht und du kein direktes Kundengeschäft hast, dann ist die IBC in reinen Offshore Standorten eine Alternative)
  • jede Hong Kong Limited benötigt einen Director, eine Mindesteinlage von 1 HKD sowie eine Secretary und Geschäftsadresse in Hong Kong
  • für die Eröffnung des Geschäftskontos in Hong Kong musst du vor Ort sein (das Konto kann auch außerhalb von Hong Kong eröffnet werden)
  • der Steuersatz für Unternehmensgewinne beträgt 16,5%. Einkommen, das außerhalb von Hong Kong kommt, kann nach “Offshore Profit Claim” steuerfrei sein
  • jährlich muss ein Auditing vollzogen und der Profits Tax Return eingereicht werden (kann nach Antrag auf “Tax Exemption” vermieden werden)

 

 

1. Die Basics zur Hong Kong Limited

Wie die deutsche GmbH ist eine Private Limited (plc) eine eigenständige Rechtspersönlichkeit, die Geschäfte durchführen kann (z.B. Kredite aufnehmen, Immobilien kaufen, Verträge abschließen). Die Haftung beschränkt sich auf das Vermögen der Limited, womit du als Gründer geschützt bist.

Aufgrund der recht strengen Auflagen für die Limited, wie das jährliche Auditing oder Stammeinlagen, ist das Image nach außen deutlich besser als bei IBCs (International Business Company). Neben der Limited gibt es zur Gründung in Hong Kong auch die Alternative des Sole Proprietors.

Diese Rechtsform ähnelt dem deutschen Einzelunternehmen. Die Gründung ist einfacher, schneller und günstiger. Es muss kein Audit Report zum Jahresabschluss eingereicht werden. Jedoch ist der Proprietor keine rechtliche Person, womit du als Gründer persönlich und unbegrenzt haftest und keine Rechtsgeschäfte im Namen des Unternehmens durchführen kannst.

 

1.1 Offshore Company

Die Hong Kong Limited ist anders als oft angenommen grundsätzlich keine Offshore Gesellschaft. Dennoch können alle im Ausland erwirtschafteten Gewinne steuerfrei sein, wenn der Offshore Status beantragt wird und keine Gewinne in Hong Kong anfallen (mehr dazu unter Punkt 4.3 Tax Exemption).

Aufgrund strengerer Regulierungen haben Standorte wir Hong Kong oder Singapur einen deutlich besseren Ruf bei Geschäftspartnern, Kunden und auch Finanzämtern. Außerdem schließen einige Konzerne wie z.b. Amazon Unternehmen aus klassischen Offshore Standorten wie den Seychellen kategorisch als Partner aus.

Beliebte Orte für die Gründung von typischen Offshore Gesellschaften sind z.B. die britischen Jungferninseln (BVI) oder die Seychellen, die bisher noch keine Abkommen zum Informationsaustausch mit anderen Staaten unterzeichnet haben.

Update 11.12. (dank des Kommentars von Alexander): Die Seychellen unterhalten TIEA (Tax Information Agreements mit den skandinavischen Staaten. British Virgin Islands unter halten mehrere TIEA, u.a. mit Deutschland, Frankreich, Australien und natürlich UK.

Die wesentlichen Merkmale einer echten Offshore Company sind:

  • braucht keine natürliche Person als Director (es kann ein anderes Unternehmen als Corporate Director eingesetzt werden)
  • in der Regel muss kein Auditing durchgeführt werden
  • höherer Grad an Anonymität da die Register nicht öffentlich einsehbar sind
  • Kontoeröffnung benötigt mehr Nachweise und ist kostspieliger
  • schlechter Ruf aufgrund Anonymität und Steueroasen

 

1.2 Rechtswidrige Zwischengesellschaft

Eine rechtswidrige Zwischengesellschaft ist umgangssprachlich als Briefkasten-Firma bekannt, die ohne Substanz im Land des Unternehmenssitzes aus Deutschland gesteuert wird. Das Risiko besteht dann, wenn du nach Artikel 5 OECD-MA eine steuerliche Betriebsstätte (“Ort der geschäftlichen Oberleitung”) im Inland hast, also in Deutschland wohnst.

Die deutschen Steuerbehörden werten die Limited damit als steuerbar im Inland. Werden Gewinne nicht versteuert, kann es zu strafrechtlichen Konsequenzen und Steuernachzahlungen kommen. Grundsätzlich besteht diese Gefahr bei Offshore Gesellschaften in Nicht-EU-Ländern ohne Doppelbesteuerungsabkommen (z.B. Hong Kong). Vermieden kann die rechtswidrige Gesellschaft auch nicht einfach durch die Anstellung eines Geschäftsführers oder den Einsatz eines Nominees.

Update vom 11.12. (danke an Christoph): Die Gefahr für Steuerpflichtige besteht auch innerhalb DBAs und der EU in allen Ländern, die von Deutschland als Niedrigsteuerland (unter 25%) definiert werden, etwa Malta, Zypern, Estland und Co. Entscheidend ist hier ausreichende Substanz im entsprechenden Land, etwa eine fest gemietetes Büro samt örtlichen Mitarbeiter. Falls dies nicht gegeben ist, liegt rechtlicher Gestaltungsmißbrauch vor.

Solange du einen Wohnsitz bzw. gewöhnlichen Aufenthalt in Deutschland hast, dann ist es sehr wahrscheinlich, dass das Finanzamt den Ort der Geschäftsführung und damit die Betriebsstätte in Deutschland sieht. Einen guten weiterführenden Beitrag zum Thema findest du hier.

 

1.3 Informationsaustausch (OECD)

In den letzten Jahren haben über 120 Staaten der OECD gemeinsam an einem Abkommen über den automatischen Informationsaustausch in Steuerfragen gearbeitet. In Kraft treten die Common Reporting Standard (CRS) (deutsche Version) für die ersten 40 teilnehmenden Länder ab dem 01.01.2016. Darunter befinden sich auch viele Staaten, die bisher mit dem Bankgeheimnis geworben haben.

Damit erhalten Finanzämter ohne lange Wege Kontostände und persönliche Daten von Kontoinhabern und Anteilseignern von Geschäftskonten. Welche Informationen wie automatisch ausgetauscht werden, scheint noch nicht klar verankert zu sein und hängt wohl vor allem von den technischen Möglichkeiten der jeweiligen Länderpaare ab.

Vom Informationsaustausch betroffen sind alle Privatkonten (Girokonten, Depots, Kapitalanlagen) und Firmenkonten, die nach dem Stichtag im jeweiligen Land eröffnet wurden. Ausgenommen sind Firmenkonten, die vor dem jeweiligen Stichtag eröffnet wurden und einen Kontensaldo von mehr als 250.000 USD zum Stichtag nicht übersschreiten. Kontodaten zu diesen Konten werden erst dann ausgetauscht, wenn der entsprechende Schwellenwert zum Jahresende erreicht wird.

Mit Wirkung vom 26.07.2016 haben sich die Beitrittszeiten der teilnehmenden Länder noch einmal um ein Jahr nach hinten verschoben. Die folgenden Länder nehmen zu unterschiedlichen Stichtagen bis 2018 am Informationsaustausch teil (Quelle: OECD):

  • Stichtag 31.12.2016 (Informationsaustausch ab 2017): Anguilla, Argentinien, Barbados, Belgien, Bermuda, British Virgin Islands, Bulgarien, Cayman Islands, Kolumbien, Kroatien, Curaçao, Zypern, Tschechische Republik, Dänemark, Dominica, Estland, Färöer, Finnland, Frankreich, Deutschland, Gibraltar, Griechenland, Grönland, Guernsey, Ungarn, Island, Indien, Irland, Isle of Man, Italien, Jersey, Korea, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Mauritius, Mexiko, Montserrat, Niederlande, Niue, Norwegen, Polen, Portugal, Rumänien, San Marino, Seychellen, Slowakei, Slowenien, Südafrika, Spanien, Schweden, Trinidad und Tobago, Turks- und Caicos-Inseln und Großbritannien.
  • Stichtag 31.12.2017 (Informationsaustausch ab 2018): Albanien, Andorra, Antigua und Barbuda, Aruba, Australien, Österreich, Bahamas, Belize, Brasilien, Brunei, Kanada, Chile, China, Cook Islands, Costa Rica, Ghana, Grenada, Hong Kong (China), Indonesien, Israel, Japan, Marshall Islands, Macao (China), Malaysia, Monaco, Neu Seeland, Panama, Katar, Russland, Saint Kitts und Nevis, Samoa, Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen, Saudi-Arabien, Singapur, St. Maarten, Schweiz, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate und Uruguay

Aber es gibt immer noch viele Länder, die sich nicht am automatischen Informationsaustausch beteiligen.

Hong Kong tritt den CRS ab 2018 bei, was bedeutet, dass im Jahr 2017 eröffnete Firmenkonten mit Salden zum Stichtag 31.12.2017 von weniger als 250.000 USD nicht vom Datenaustausch betroffen sind.

 

 

2. Gründung der Hong Kong Limited

Im letzten Jahr habe ich bereits über die Gründung meiner Limited in Hong Kong berichtet. An dieser Stelle will ich noch einmal genau zusammenfassen, was für die Gründung erforderlich ist, welche Kosten anfallen und wie der Gründungsprozess abläuft.

 

2.1 Voraussetzungen für die Gründung

Du wirst überrascht sein, wie einfach es ist eine Hong Kong Limited zu gründen. Besonders dann, wenn du eine Agentur zu Hilfe ziehst, die sich auf den Standort Hong Kong spezialisiert hat. Ich arbeite seit zwei Jahren mit Bridges zusammen, die vor Ort ansässig sind und mir bei allen Fragen kompetent und schnell weiterhelfen konnten.

Solltest du Interesse an einer Zusammenarbeit mit Bridges haben, dann kann ich gerne den Kontakt herstellen (E-Mail an sebastian@wirelesslife.de). Durch die Empfehlung kannst du 500 HKD sparen (ca. 60 Euro) und ich verdiene 500 HKD an Provision. Klingt doch nach Win-Win, oder?

Nachdem du dich für eine Agentur entschieden hast, füllst du den Antrag mit persönlichen Daten aus, entscheidest dich für einen Unternehmensnamen (Check im e-Register), die Art des Unternehmens und Höhe des Stammkapitals. Mit dem Antrag einreichen musst du eine Kopie deines Reisepasses und einen Nachweis deines derzeitigen Wohnsitzes (polizeiliche Meldung, Stromrechnungen o.ä.), der nicht zwingend deiner Meldeadresse entsprechen muss.

Für die Gründung der Hong Kong Limited benötigst du außerdem:

  • Director: Der Director einer Hong Kong Limited muss laut Companies Ordinance (CO) seit März 2014 zwingend eine natürliche Person sein. Es kann also kein anderes Unternehmen als Director eingesetzt werden.
  • Shareholder: Du kannst als Gründer gleichzeitig Shareholder und Director in einer Person sein. Ein Mindestkapital von 1 HKD (entspricht einem Anteil) reicht aus, um die Hong Kong Limited zu gründen.
  • Secretary: Jede Hong Kong Limited muss eine Company Secretary benennen, die bei der Verwaltung des Unternehmens hilft und Ansprechpartner für regierungsnahe Institutionen wie das Unternehmensregister oder die Finanzbehörden ist. Die Secretary kann eine natürliche Person mit Wohnsitz in Hong Kong sein oder ein registriertes Büro mit Betriebsstätte im Inland. Diese Position darf nicht vom Director eingenommen werden. Eine Secretary kann als Service von einer Agentur zur Verfügung gestellt werden, der neben der Benennung einer offiziellen Company Secretary die Vorbereitung und Einreichung der Steuererklärung sowie eventuelle Änderungen in der Unternehmenssatzung beinhaltet.
  • Geschäftsadresse in Hong Kong (Virtual Office): Das Virtual Office Paket beinhaltet die Geschäftsadresse in Hong Kong und auf Wunsch die Entgegennahme von Anrufen im Namen deines Unternehmens sowie die Weiterleitung von Post.

Solltest du dich für die Gründung ohne Agentur entscheiden, dann musst du dich selbst um eine Geschäftsadresse und eine Secretary in Hong Kong kümmern. Das spart dir ein paar Hundert Euro im Jahr, bedeutet jedoch auch deutlich mehr Aufwand (z.B. für Auditing, Steuererklärungen und Erneuerung der Registrierung in Folgejahren). Ich bin mit der All-in-one-Lösung sehr gut gefahren.

In dem folgenden Video spricht Fiona Sen von Bridges über die Anforderungen und Optionen zur Unternehmensgründung in Hong Kong.

 

2.2 Dauer der Gründung

Die Gründung der Limited ist abhängig davon, wie schnell deine Agentur arbeitet und wie schnell du die benötigten Dokumente einsendest. Bei mir sind von der Antragsstellung bis zur Registrierung der Limited keine 10 Tage vergangen.

Alternativ kannst du dich auch für ein bereits bestehendes Unternehmen (sogenannte Shelf-Company) entscheiden, das schon registriert ist aber noch keine Geschäftstätigkeiten aufgenommen hat. Mit einer solchen ready-made Company kann die Gründung in 2 Tagen erledigt sein.

Shelf Company: Eine ready-made Shelf Company ist bereits gegründet und steht zum Verkauf. Das Unternehmen hat weder Vermögen noch Schulden. Es eignet sich für Leute, denen der Unternehmensname egal ist (der Unternehmensname kann auch im Nachhinein noch geändert werden) und die wenig Zeit für die Gründung haben bzw. die nur für kurze Zeit in Hong Kong sind.

Ein weiterer Vorteil ist das Alter einiger Shelf Companies, das im Außenauftritt für größeres Vertrauen bei Geschäftspartnern sorgen kann. Der große Nachteil ist, dass verfrüht Kosten für Auditing und Jahresabschluss anfallen und nicht erst nach 18 Monaten, wie bei einer neu gegründeten Limited.

 

2.3 Kosten der Gründung

Die Kosten für die Gründung unterscheiden sich je nachdem, ob und mit welcher Agentur du zusammenarbeitest. Meine Agentur, Bridges, befindet sich in der mittleren Preisklasse, weshalb die Aufschlüsselung der einzelnen Kostenpunkte dir einen guten Anhaltspunkt liefern sollten.

  • Government Certificate of Incorporation = 1.730 HKD
  • Government Fee Business Registration Licence = 250 HKD
  • Virtual Office Service (Silver Plan) = 4.200 HKD (aktuelle Kosten von Bridges hier)
  • Company Secretary Service = 2.500 HKD
  • Setup Costs Company Formation Bridges = 4.520 HKD
  • Petty Cash (Portokasse) = 500 HKD

Insgesamt also Kosten von knapp 14.000 HKD (ca. 1.700 Euro) für die Gründung und das Service-Paket im ersten Jahr. Ich konnte damals dank eines Sonderangebotes noch einiges sparen und habe letztendlich um die 11.000 HKD (ca. 1.300 Euro) bezahlt.

Dazu kommen natürlich noch weitere Kosten, die im ersten Jahr der Gründung anfallen. Dazu gehören z.B. Flüge nach Hong Kong sowie eventuelle Ausgaben für Buchhaltung und Steuerberatung.

 

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3. Eröffnung des Geschäftskontos in Hong Kong

Es ist nicht obligatorisch, das Konto in Hong Kong zu eröffnen, wird jedoch empfohlen. Wichtig ist, dass das Geschäftskonto auf den Namen der Limited läuft, was z.B. in Deutschland nicht möglich ist. Eine gute Alternative scheint die Kontoeröffnung in Singapur zu sein.

Die beste Option für ein Geschäftskonto ist jedoch die HSBC in Hong Kong, die international vertreten ist. Jedoch ist die Kontoeröffnung bei der HSBC aufgrund des Bewerbungsverfahrens am schwierigsten. Alternativen für Banken in Hong sind die Hang Seng Bank, Standard Chartered Bank, Citibank, DBS und BEA. Generell nötig ist bei der HSBC ein Vorsprechen vor Ort.

Selbst habe ich mein Konto bei der HSBC eröffnet, was Anfang 2014 noch recht leicht war. Mittlerweile scheint genauer geprüft zu werden, was zu vielen Ablehnungen auf Seiten der Bank führt. Laut diesem Zeitungsartikel macht kein Land die Kontoeröffnung so schwer wie Hong Kong.

Der Termin mit der Bank wurde von meiner Agentur koordiniert und mir blieb dann nur, für einen Tag nach Hong Kong zu fliegen, mein Konzept in aller Kürze vorzustellen und einige Unterschriften zu leisten.

Nach der Vorstellung deines Konzeptes bei der HSBC durchläuft der Kontoantrag das Assessment Center und Risk Management der Bank und du musst dich dann ca. 10 Tage gedulden. Bei anderen Banken wie der Hang Seng gibt es die Bestätigung laut Erfahrungsberichten in der Regel direkt vor Ort.

Benötigte Unterlagen für die Eröffnung des Geschäftskontos sind:

  • Reisepass
  • Nachweis deiner Meldeadresse
  • Kurzer Business Plan (5 – 7-seitiges Business Concept)
  • Optional: Kontoauszüge und Jahresabschlüsse von vorher geführten Unternehmen in anderen Ländern
  • Kontoeröffnungsgebühr in bar oder als Scheck (bei der HSBC waren es 600 HKD)

 

3.1 Geschäftskonzept

Ein gutes Geschäftskonzept gibt den Ausschlag für die Kontoeröffnung. Das Business Concept ist im Grunde ein verkürzter Business Plan, der dein Geschäftsmodell und deine Finanzplanung enthält. Da die Banken ihr Risiko minimieren und Einnahmen maximieren wollen, ist die realistische und vielversprechende Finanzprojektion ein super wichtiger Punkt.

Generell kommt wie bei allen Banken das klassiche Kundengeschäft mit soliden Einnahmen am besten an. Wenn du ein Online Business hast, dann muss das Konzept hieb- und stichfest sein und verständlich erklärt werden.

Hilfreich ist es, wenn du zum Banktermin Nachweise von früheren unternehmerischen Aktivitäten in anderen Ländern mitbringen kannst (Kontoauszüge, Jahresabschlüsse, Bankbescheinigungen zur Kreditwürdigkeit). Wenn du diese nicht hast, dann geht es darum dich professionell zu verkaufen (bitte nicht mit Flip Flops auftreten) und dein Konzept mit voller Überzeugung vorzustellen.

Neben der finanziellen Situation ist die am häufigsten gestellte Frage der Banker deine Motivation für den Standort Hong Kong. Auf gar keinen Fall solltest du Steuervorteile erwähnen. Eine sehr hilfreiche Argumentation ist dieser Leserkommentar (vielen Dank Stefan!):

“Ich habe mit den stabilen ökonomischen und finanziellen Rahmenbedingungen argumentiert, die in Thailand und momentan wegen der Euro Krise in Europa nicht so gut sind wie in Hong Kong oder Singapur. Und dass ich mich dann für Hong Kong entschieden habe, weil ich dort auch einige Bekannte habe, die gute Erfahrungen gemacht haben. Ich glaube, sie hat das dann auch so akzeptiert.”

Ale kleine Hilfestellung kannst du dir hier meine Vorlage des Geschäftskonzeptes herunterladen, die mittlerweile überholt ist aber sicher als Anregung dienen kann. Bitte verwende dieses PDF nur für deine eigenen Zwecke.

 

3.2 Überweisungsgebühren

Ein echtes Problem, das du nicht unterschätzen solltest, sind die Überweisungsgebühren für das Konto in Hong Kong. Bei jeder Überweisung in den Euro-Raum (SEPA) fällt eine pauschale Gebühr zwischen 115 und 265 HKD an (Gebühren der HSBC).

Eine Alternative, wenn auch sicher nicht die optimale Lösung, ist die Nutzung von PayPal. Die Eröffnung des PayPal Kontos in Hong Kong ist problemlos und Gebühren für Überweisungen betragen 3-5%. Auch sorgt die Bezahlung via PayPal durch deutsche bzw. europäische Kunden für weniger Reibungspunkte als die Banküberweisung in Drittländer.

Eine weitere Option ist die Nutzung eines zweiten Geschäftskontos innerhalb des SEPA-Raumes, also in einem EU-Mitgliedsstaat. Ich teste derzeit verschiedene Optionen, weshalb ich hier noch keine Erfahrungswerte habe und über Hinweise sehr dankbar bin.

 

3.3 Kreditkarte für das Geschäftskonto

Meines Wissens nach geben die meisten der in Hong Kong ansässigen Banken keine Kreditkarte an Personen heraus, die keine Kreditwürdigkeit (Credit Record) in Hong Kong nachweisen können. Eine Ausnahme ist die HSBC, bei der du eine Kreditkarte bekommst, wenn du eine anfängliche Einlage von 50.000 HKD (ca. 6.000 Euro) leistest.

Ohne Kreditkarte kannst du in vielen Ländern auch mit deiner Union Pay Karte (ähnlich der Girokarte) bei teilnehmenden Banken Geld abheben, allerdings mit recht hohen Gebühren außerhalb von Asien. Ein weiteres Problem ist die Bezahlung von Online-Einkäufen oder Geschäftsausgaben, die dann über eine zweite, private Kreditkarte getätigt werden müssten.

Da es (anders als in Deutschland) in Hong Kong aber nicht darauf ankommt, möglichst viele Firmenausgaben bei der Steuererklärung geltend zu machen, musst du die Ausgaben per privater Kreditkarte nicht unbedingt buchhalterisch erfassen.

 

 

4. Verwaltung in den Folgejahren

Nach der Gründung der Hong Kong Limited hast du erst einmal Ruhe. Es müssen keine monatlichen Steuererklärungen eingereicht werden oder sonstigen Verpflichtungen nachgekommen werden. Lediglich die Registrierung und Services für die Secretary und das Virtual Office müssen jährlich verlängert werden.

Nach dem ersten Geschäftsjahr steht dann das Auditing und die anschließende Steuererklärung an. Natürlich muss ich dir nicht sagen, dass du deine Buchhaltung und Belege nicht erst kurz vor der Jahresfrist in Ordnung bringen solltest.

Solltest du im ersten Jahr keinerlei Einkünfte aus Hong Kong haben, kannst du einen Antrag auf Tax Exemption stellen.

 

4.1 Kosten für die Folgejahre der Hong Kong Limited

Wie im Gründungsjahr brauchst du auch in den Folgejahren die obligatorische Company Secretary und eine Geschäftsadresse in Hong Kong. Dazu kommen Kosten für den Jahresabschluss und die Erneuerung der Company Registration.

Auch hier sind die Kosten wieder abhängig von der Agentur, mit der du zusammenarbeitest. In meinem zweiten Jahr mit der Hong Kong Limited sind folgende Kosten angefallen:

  • Company Secretary Service = 2.500 HKD
  • Virtual Office Service (Silver Plan) = 4.200 HKD (aktuelle Kosten von Bridges)
  • Government Fee Business Registration Certificate Renewal = 2.600 HKD (inkl. 100 HKD Handling Fee Bridges)
  • Employers Tax Return = 500 HKD
  • Government Fee Annual Return = 105 HKD
  • Auditing = 4.500 HKD (bei Umsatz unter 1.000.000 HKD, aktuelle Kosten von Bridges)

Insgesamt also ca. 14.000 HKD, was zum heutigen Wechselkurs knapp 1.700 Euro sind. Dazu kommen noch Kosten für die Buchhaltung, die du selbst übernehmen oder an deine Agentur auslagern kannst. Kleinere Korrekturen im Kontenplan wurden bei mir im Rahmen des Auditing von Bridges vorgenommen.

Angefallene Kosten für die Weiterleitung von Post werden aus der Portokasse (Petty Cash) bezahlt, die nach Bedarf während des Jahres aufgefüllt werden muss. Bei Bridges kostet das Scannen von Briefen 5 HKD pro Seite und die Weiterleitung von Briefen via Luftpost oder Kurier kannst du der Preisliste für internationale Sendungen entnehmen.

 

4.2 Buchhaltung und Rechnungslegung

Die Entscheidung für oder gegen die Auslagerung deiner Buchhaltung solltest du von der Komplexität und der Anzahl deiner Buchungen abhängig machen. Ich habe die vorbereitende Buchhaltung im ersten Jahr selbst übernommen (bzw. von einem virtuellen Assistenten machen lassen).

Alle benötigten Berichte für den Jahresabschluss konnte ich mit meinem Accounting Tool Waveapps als PDF generieren und direkt an Bridges senden, die diese dann kontrolliert und zum Auditing weitergeleitet haben.

Für das zweite Geschäftsjahr sind meine Buchungen deutlich komplexer, weshalb ich den professionellen Service von Bridges nutzen werde. Die Kosten sind hierbei abhängig von der Anzahl der monatlichen Buchungsvorgänge. Alle relevanten Dokumente (Kontoauszüge, Rechnungen, Belege, Verträge) lege ich in die Dropbox, woraufhin sie von Bridges bearbeitet werden.

Natürlich besteht auch die Möglichkeit, dass du dir ein unabhängiges Steuerbüro in Hong Kong suchst, wobei du sicher ein paar Euro sparen kannst. Wie gesagt, bin ich ein großer Fan von All-in-one-Lösungen.

Rechnungen: Ausgangsrechnungen aus dem Ausland, besonders dann wenn sie an deutsche Kunden gehen, müssen bestimmte Kriterien erfüllen, damit sie vom Finanzamt anerkannt werden. Folgende Angaben müssen auf deinen gestellten Rechnungen enthalten sein:

  • Geschäftsadresse
  • Steuernummer (Tax ID)
  • Rechnungsanschrift des Leistungsempfängers
  • Rechnungsbetrag und Leistungsbeschreibung
  • Umsatzsteuernummer des Leistungsempfängers (wenn umsatzsteuerpflichtig)

Umsatzsteuer: Das ist ein Thema, bei dem nicht nur mir der endgültige Durchblick fehlt, sondern auch Steuerberater unterschiedliche Aussagen machen. Deshalb solltest du die folgenden Ausführungen mit Vorsicht genießen. Über Hinweise bin ich sehr dankbar!

Grundsätzlich wird die Umsatzsteuer bei Verkäufen an Privatpersonen am Ort der Leistungserstellung fällig. Dieser Ort ist Hong Kong, womit keine Umsaztsteuer ausgewiesen werden muss. Der Leistungsempfänger ist als Privatperson ohnehin nicht umsatzsteuerpflichtig.

Bei Verkäufen an Unternehmen gilt die Leistung am Ort des Kunden erbracht. Bei einem deutschen Kunden wird die Umsatzsteuer also in Deutschland geschuldet, auch wenn es in Hong Kong kein Umsatzsteuersystem gibt.

Auf der Rechnung weist du dennoch keine Umsatzsteuer aus, sondern den Nettobetrag. Laut einem Leserkommentar solltest du noch den Hinweis “Auf die Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers nach § 13b UStG wird hingewiesen. Der Steuersatz beträgt 19%.” hinzufügen. Für deinen Kunden hat das keine Konsequenzen. In seiner Buchhaltung schlägt er die Mehrwertsteuer auf die Nettorechnung auf und zieht diese als Vorsteuer wieder ab. Ein rein buchhalterischer Vorgang also.

 

4.3 Tax Exemption

Wenn alle Einkünfte außerhalb von Hong Kong erzielt werden, dann kann beim Finanzamt in Hong Kong (IRD) ein Antrag auf Steuerbefreiung bzw. Anerkennung des Offshore-Status (Offshore Exemption Claim) gestellt werden. Der große Vorteil des Offshore-Status ist, neben der Steuerbefreiung, der Wegfall des Audit Reports.

Nach Aussage meiner Agentur dauert es ein bis zwei Jahre, bis solch einem Antrag stattgegeben wird. Die Kosten für den Prozess betragen mindestens 20.000 HKD, je nachdem wie viele Dokumente und Informationen das IRD nach der Antragsstellung einfordert.

Um als Offshore Business in Hong Kong anerkannt zu werden, müssen mindestens die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • alle Einkünfte müssen von Geschäften außerhalb von Hong Kong stammen
  • alle Geschäftstätigkeiten müssen außerhalb von Hong Kong stattfinden
  • alle Verträge mit Kunden und Zulieferern müssen außerhalb von Hong Kong verhandelt und geschlossen werden

Gestellt wird der Antrag vor dem jährlichen Auditing im Rahmen des Jahresabschlusses. Der Auditor prüft, ob alle Voraussetzungen erfüllt werden und reicht den Antrag gemeinsam mit dem Profits Tax Return und den Audited Financial Statements bei der IRD ein.

Daraufhin fordert das IRD Dokumente ein, die den Antrag unterstützen und die gemachten Angaben beweisen. Nachdem das IRD die bereitgestellten Informationen als ausreichend bewertet, gelten die gesamten Einkünfte der Limited als nicht steuerbar (not liable to Hong Kong Profits Tax) und es kann in den Folgejahren auf das Auditing verzichtet werden.

Achtung: der Prozess des Offshore Profits Claim ist nicht nur kostspielig und langwierig, sondern birgt auch ein großes Risiko. Sollte das IRD den Antrag der Limited ablehnen, sind die Prozesskosten verloren und alle Einkünfte, auch Offshore Einkünfte, werden zum inländischen Steuersatz von 16,5% besteuert.

 

 

 

5. Steuererklärung(en) für die Hong Kong Limited

Das zuständige Finanzamt in Hong Kong (Inland Revenue Department) schickt nach dem ersten Jahr der Gründung die folgenden drei Steuererklärungen (Tax Returns):

  1. Employer’s Return (jährlich Anfang April)
  2. Profits Tax Return (erstmalig 18 Monate nach Gründung, dann jährlich Anfang April)
  3. Personal Tax Return (jährlich Anfang Mai)

Sowohl der Employer’s Return als auch der Personal Tax Return sind weniger aufwändig, abhängig davon, ob und wieviel Personal du beschäftigst. Wenn du als Geschäftsführer gleichzeitig der einzige Angestellte bist, dann musst du lediglich den einseitigen Employer’s Return (ähnlich der deutschen Einkommensteuererklärung) ausfüllen.

Weitaus aufwändiger ist der Profits Tax Return, der gemeinsam mit dem Auditing Report erstmalig 18 Monate nach Gründung und in den Folgejahren einmal jährlich beim IRD eingereicht werden muss.

 

5.1 Employer’s Return

Für alle Angestellten und Direktoren (theoretisch auch für beschäftigte Freelancer), die ein Gehalt oder andere Vergütungen erhalten, muss jedes Jahr ein Employer’s Return beim IRD eingereicht werden. Die Erklärungen werden Anfang April vom IRD versendet und müssen innerhalb von einem Monat ausgefüllt zurückgeschickt werden.

Auch wenn das Unternehmen in dem Fiskaljahr vom 1. April bis 31. März keine Gehälter ausgezahlt hat oder kein Angestellter in Hong Kong lebt, ist die Erklärung notwendig. Für dich als Director gibst du die Einkünfte an, die du dir selbst ausgezahlt hast.

Einen großen Unterschied macht es hier, wie du dir Geld auszahlst. In der Buchhaltung kannst du Vergütungen als Salary, Director’s Fee oder Comission erfassen.

Director’s Fee und Comission: Diese optionale Vergütung für den Director ist kein Gehalt, sondern eine Entlohnung für die Besetzung des Postens als Geschäftsführer. Die Director’s Fee ist steuerbar, unabhängig davon ob der Geschäftsführer in Hong Kong sitzt oder nicht.

Director’s Salary: Das Gehalt wird an Angestellte (z.B. den Geschäftsführer) mit bestehendem Arbeitsvertrag gezahlt und ist nur dann in Hong Kong steuerbar, wenn sich der Angestellte in Hong Kong befindet bzw. dort Leistungen erbringt. Auf Antrag wird das Gehalt für “Offshore Leistungen” vom Employer’s Return ausgenommen.

 

5.2 Profits Tax Return

Ungefähr 18 Monate nach der Gründung in Hong Kong erreicht dich die erste Aufforderung zur Einreichung des Profits Tax Return durch die IRD. Nach Eingang der Steuererklärung hast du drei Monate Zeit, um die ausgefüllte Steuererklärung sowie einen Audit Report im HK SME-Format beim IRD einzureichen.

Wann das Geschäftsjahr deiner Limited endet, kannst du selbst festlegen. Üblich ist es jedoch, das Jahresende zu nehmen. Das Gründungsdatum spielt dabei keine Rolle. Nach dem ersten Profits Tax Return reichst du die Erklärung in den Folgejahren dann jährlich nach Ende des Fiskaljahres ein.

Abgegeben werden muss der Tax Return von allen Unternehmen, die Geschäfte aufgenommen haben, unabhängig davon, ob bereits Gewinne angefallen sind. Nur wenn die Geschäfte noch nicht aufgenommen wurden, kann beim Tax Return “not yet commenced” angegeben werden und die Pflicht für den Audit Report entfällt.

Schaffst du es nicht, den Tax Return innerhalb von drei Monaten einzureichen, kannst du eine Verlängerung von bis zu 7,5 Monaten schriftlich beim IRD beantragen. Versäumst du das, werden deine Umsätze und die darauf basierende Steuerschuld geschätzt. Du hast dann einen Monat Zeit, dazu Stellung zu nehmen. Verpasst du auch diese Deadline, dann wird deine eigentliche Steuerlast verdreifacht und es kann ein Bußgeld von 10.000 HKD verhängt werden.

 

5.3 Audit Report

Die Buchführung kann firmenintern oder durch eine Agentur erledigt werden. Das Auditing muss jedoch zwingend von einem Hong Kong Certified Public Accountant (CPA) durchgeführt werden. Den CPA kannst du dir selbst suchen oder den Service einer Agentur wie Bridges nutzen. Folgende Berichte musst du zum Auditing vorlegen:

  1. Profit & Loss Account (Gewinn- und Verlustkonten)
  2. Balance Sheet (Bilanz)
  3. Trial Balance (Rohbilanz)
  4. General Ledger (Hauptbuch)

Dazu kommen unterstützende Dokumente wie Kopien der Company Registration, Articles of Association, Certificate of Incorporation, Kontoauszüge, Eingangs- und Ausgangsrechnungen, Quittungen für Auslagen und geschlossene Verträge. Ein Scan dieser Unterlagen reicht aus.

Sobald der CPA den Audit Report unterschrieben hat, wird dieser zusammen mit dem ausgefüllten Profits Tax Return zur finalen Bewertung beim IRD eingereicht. Dann dauert es einige Monate bis du einen Bescheid mit deiner endgültigen Steuerlast erhältst.

 

Ist das Thema “Offshore” für dich interessant?

Genau darum geht es auch im Wireless Life Guide. Neben Informationen zur Unternehmensgründung im Ausland findest du alles zum Aufbau deines Online Business und eines ortsunabhängigen, selbstbestimmten Lifestyles.

Zum Wireless Life Guide

 

 

6. Liquidierung der Hong Kong Limited

Mit der Betreibung der Limited entstehen jährlich Kosten für die Secretary, die Geschäftsadresse und das Auditing, weshalb die Liquidation sinnvoll ist, wenn du keine Verwendung mehr für die Limited hast.

Die Auflösung (Deregistration Process) der Limited ist recht langwierig (6-9 Monate) und an strenge Vorgaben gebunden. Selbst habe ich damit noch keine Erfahrungen, jedoch habe ich bei meiner Agentur nach Infos gefragt, die ich hier zusammenfasse.

Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein, bevor die Liquidierung angestoßen werden kann:

  • alle Teilhaber am Unternehmen stimmen der Liquidierung zu
  • mindestens 3 Monate vor der Antragseinreichung zur Liquidation fanden keine Geschäftstätigkeiten statt
  • die Limited hat keine offenen Verbindlichkeiten gegenüber dem IRD oder andere ausstehenden Bußgelder und Strafen
  • es wurde vom IRD eine “Notice of No Objection” ausgestellt, die bestätigt, dass keine Steuererklärungen ausstehen

Bevor die Liquidierung dann durchgeführt werden kann, muss noch eine letzte Steuererklärung (Profits Tax Return) eingereicht werden. Eine Erneuerung der Business Licence ist jedoch bis zum Ende des Liquidierungsprozesses nicht notwendig.

Wenn alle Voraussetzungen erfüllt sind und dem Antrag auf Liquidierung stattgeben wird, dann bestätigt das Companies Registry die Deregistration durch eine Bekanntgabe in der Gazette. Sollte innerhalb von 3 Monaten nach der Bekanntgabe kein Widerspruch eingegangen sein, wird der Unternehmenseintrag offiziell gelöscht.

 

Fragen oder Hinweise? Ich freue mich auf deine Kommentare!

Ich hoffe dieser Guide konnte dir bei der Entscheidungsfindung hinsichtlich der Gründung einer Offshore Company oder bei der Verwaltung deiner bestehenden Hong Kong Limited helfen. Ganz sicher ist der Guide nicht vollständig und Potenzial für Verbesserungen gibt es immer. Deshalb freue ich mich über deine Hinweise und Erfahrungswerte.

Danke für 63 Kommentare

Wir freuen uns über deine Fragen, deine Hinweise und dein allgemeines Feedback. Wenn du eine spezielle Frage zum Beitrag hast, schaue bitte zuerst in den bisherigen Kommentaren nach, ob du die Antwort dort findest.

63 Kommentare zu "Hong Kong Limited gründen, betreiben und liquidieren"

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Sven J.
Leser
Sven J.

Hi Sebastian,

ab wann würde es sich denn lohnen eine HK Limited zu gründen?

Das Einzige was mich bis jetzt abschreckt sind Erfahrungsberichte über die Weiterführungskosten der Limited.
Die Auditing und Accounting Service Kosten sind ja schon sehr hoch. Wenn man bspw. ein eCommerce Business gründet hat man sicherlich mehr als 10 Einträge pro Monat.

Die Preise bei Bridges sind diesbezüglich gestiegen – teilweise fast um das Doppelte.
(http://www.bridges.hk/e-mail/acc/Accounting_and_Auditing_Arrangement.pdf)

In deinem Beitrag oben sind wahrscheinlich noch die alten Preise.

Wenn man also alle Kosten (+ Accounting, Gründung, Weiterführung etc.) betrachtet, würde es sich dann nicht fast schon wieder lohnen in Deutschland zu gründen?

LG,

Sven

Tom
Leser
Tom

Wenn es nur um die Steuern geht, würde ich nicht unbedingt eine Limited in Hong Kong gründen. Steuerlich lohnen tut es sich meines Erachtens erst ab einen Gewinn von 60.000 bis 80.000 EUR. Es gibt aber andere Vorteile wie:
Keine ladungsfähige Adresse mehr in Deutschland (also keine ständige Überwachung des Briefkastens nötig)
keine Miete und Mietnebenkosten in D.
Keine drohende auch nachträgliche Aberkennung der Freibeträge (begrenzt Steuerpflichtige müssen alles versteuern), weil man im Ausland wohnt.
Wesentlich einfachere Buchhaltung
Gute Reputation von Hong Kong
Man kann problemlos das Land wechseln und dann von dort weiterarbeiten.
Keine lange lästigen Flüge nach Deutschland mehr. (war wegen irgendetwas immer einmal im Jahr nötig)
keine “GEZ”, 🙂
Englisch sprechend
und ganz persönlich nicht weit von meinem “zu Hause” entfernt.

Bernhard
Leser
Bernhard
Hallo Weltler, das Wichtigste zuerst: Vielen Dank Sebastian! 🙂 Hiermit nur ein paar kurze Worte dazu, sprich, meine bisherigen Erfahrungen bzgl. Hong Kong Ltd. via Bridges seit Anfang August 2015 in Kompression. Grob zusammengefasst, finde ich Bridges gut und bin dankbar für die Empfehlung von Sebastian. Die Reaktionszeiten auf Anfragen/Probleme/Verständnissschwierigkeiten sind gut bis sehr gut. Die Informationen, welche einen interessieren, bekommt man aber nur, wenn man deutlich danach fragt. Für mich war zuletzt, nachdem ich nun die erste Steuererklärung für meine (liebgewonnene) Limited in HK abgeben musste, der Sachverhalt bzgl. eventueller (genaugenommen erwarteter) Steuerbefreiung erst ganz klar, dann gänzlich unklar, um dann zuletzt (hoffentlich) doch wieder – bis auf Weiteres – geklärt zu sein. Ich mache es (schon wieder) kurz, hier ist es nach einem langen arbeitesintensiven Wochenende nun gleich 5 Uhr morgens, hatte ich nach einigem Hin und Her via E-Mail folgenden Sachstand: – Tax exemption kann beantragt werden, da keinerlei Einkünfte und/oder geschäftliche Aktivität meiner Limited in HK. – Es muss abweichend davon immer(!) die “Employers Return” abgegeben werden, womit die Einkünfte der Angestellten/Direktoren definiert werden. Letzteres hat mich dann stutzig gemacht, was zu einem intensiveren Nachrichtenaustausch geführt hat, was in der Phase der Steuererklärungsabgabefrist schon Nerven kosten… Mehr lesen »
Tom
Leser
Tom

Ich bin auch gerade dabei den Antrag für Offshore Profits Claim zu stellen, zahle mir aber zur Sicherheit ein steuerbares Salary knapp über dem Freibetrag von 120.000/240.000 (verheiratet) aus.

Dennis S.
Leser
Dennis S.

Hallo Sebastian,

sehr informativer Artikel!
Hat mir sehr gefallen.

Ich habe eine Frage zum Director Gehalt.
Im Artikel schreibst du: “Director’s Salary: Das Gehalt wird an Angestellte (z.B. den Geschäftsführer) mit bestehendem Arbeitsvertrag gezahlt und ist nur dann in Hong Kong steuerbar, wenn sich der Angestellte in Hong Kong befindet bzw. dort Leistungen erbringt. Auf Antrag wird das Gehalt für “Offshore Leistungen” vom Employer’s Return ausgenommen.”
In den Kommentaren schreibst du: “Da ich in HK angestellt bin, muss ich dort auch ESt zahlen.”

Irgendwie hört sich das für mich widersprüchlich an.

Im Falle der Ausübung der GF-Tätigkeit von Dtl. aus:
Da es kein DBA zw. Dtl. und HK gibt, könnte es u.U. passieren, dass man doppelt Steuern zahlt, wenn man tatsächlich in HK Einkommensteuer auf das GF-Gehalt zahlen muss.

LG,
Dennis

Paul
Leser
Paul

Hallo Sebastian.
Danke für diesen detaillierten Beitrag.
Möglicherweise kannst du mir weiterhelfen.
Wir beziehen mit unser Firma Ware aus China. Deren Geschäftskonten sind meist in Hong Kong.
Um die Ware zu bezahlen, überweisen wir das Geld aus Deutschland. Leider dauert dies 2-3 Tage.
Um die Transaktionszeit von Konto zu Konto zu reduzieren, überlegen wir, ob es sinnvoll ist, ein Geschäftskonto für unsere Firma in Hong Kong zu führen.
Hierfür scheint es notwendig zu sein eine Limited zu Gründen. Wäre dies der sinnvollste Weg, oder kannst du etwas anderes vorschlagen?
Viele Grüße
Paul

Viele Grüße
Paul

Arthur
Leser

Hallo Sebastian,

vielen Dank für die vielen Informationen. Du schreibst man muss bei der Kontoeröffnung vor Ort sein. Jedoch habe ich gelesen, dass man beispielsweise bei der Euro Pacific Bank nicht persönlich vorsprechen muss. Siehe: https://www.hongkong-offshore-firma.com/online-firmengruendung/#start

Weiß jemand ob diese Agentur seriös ist? Ich schaffe es nämlich in nächster Zeit nicht nach HongKong zu fliegen und brauche das Konto trotzdem bald. möglichst.

Dimitri
Leser

Hallo zusammen,
seit einigen Monaten habe ich die Diskussion bzgl. der Firmengründungen im Ausland mit Interesse mitverfolgt.
Sollte jemand Interesse an Firmengründungen in Singapur oder Hong Kong haben, können wir es für Euch direkt von Deutschland aus erledigen.
Wir sprechen Deutsch (mit anderen Worten: Ihr braucht keine besonderen Englischkenntnisse, um mit der Gründung voranzukommen), wir sind in derselben Zeitzone wir Ihr (Deutschland) und arbeiten mit einem breiten Netzwerk an erfahrenen Partnern zusammen, die die Gründung und die benötigten Formalitäten recht zügig erledigen können. Außerdem arbeiten wir eng mit EBD (Singapore Economic Development Board), mit den AHKs, mit German Centers, Regus Network und mit internationalen Consulting Companies (wie E&Y) zusammen, um für alle möglichen Vorhaben die besten Lösungen bieten zu können.
Bei Interesse schreibt uns an info@singabiz.com und wir können gemeinsam Euer Projekt zum benötigten Reifegrad bringen.
Wir sind übrigens am kommenden Samstag (dem 19.11.) auf der INITIALE in Dortmund am Stand B08 zu finden.
Sollte jemand Zeit und Lust haben vorbeizukommen, zögert nicht. Mit unserem Gutscheincode (111607) könnt Ihr unter http://www.die-initiale.de/messe/ihr-messebesuch/tickets-gutscheine.html einen kostenfreien Eintrittsgutschein herunterladen.
Es wird uns freuen, wenn wir auch Euch bei der Realisierung Eurer Pläne und Projekte helfen können.
Viele Grüße,
Dimitri

Xsandro
Leser
Xsandro
Vielen Dank erstmal für Deine Summary, welches sehr viele meiner Fragen hinsichtlich einer Hong Kong Ltd. beantwortet hat. Ich werde gegen Ende 2016 meinen Wohnsitz nach Peking verlegen und möchte in Hong Kong eine Limited gründen. Ich werde als Director der Limited tätig. Hierzu habe ich noch folgende Fragen in der Hoffnung, dass Du mir diese beantworten kannst: 1) Zumindest im ersten Jahr nach Gründung möchte ich mir erst einmal kein Gehalt auszahlen. Wenn dann über Gewinnausschüttungen. Ist das Gehalt ein Thema um eine Workpermit zu beantragen? 2) Bei mir werden alle Einnahmen ex Hong Kong sein, schwerpunktmäßig über Vermittlungsprovisionen auf Geschäfte in Indien und China sowie Beratungshonorare. Insofern wären diese Einnahmen dann steuerfrei. Deshalb stellt sich die Frage, was steuerlich günstiger ist, mir ein regelmäßiges Gehalt zu zahlen oder mit jährlichen Gewinnausschüttungen zu arbeiten? 3) In Deiner Summary schreibst Du, dass wenn alle Einkünfte außerhalb Kong Kongs erzielt werden, beim IRD ein Antrag auf Steuerbefreiung gestellt werden kann. Was nun, wenn doch auch Einnahmen aus Hong Kong hinzukommen? So werde ich für in zumeist Europa ansässige Künstler Galerien in Hong Kong akquirieren. Verkauft der Künstler nun über eine dieser Galerien in Hong Kong ein Kunstwerk, stellt meine HK Ltd… Mehr lesen »
Mario
Leser
Mario

Hallo Sebastian. Aus welchem Grund hast du dich für eine HK Ltd entschieden und nicht für eine Offshore Company in einem Land, in dem es keine Buchführungspflicht gibt (z.B. Belize, Seychellen, Bahamas, etc.)?

Herbert Kehle
Leser

Hallo Sebastian, eine Frage zum Geschaeftskonto. Denke du weist ja, dass ich in Dubai lebe, hier Partner einer Trading Company bin und gleichzeitig deren Geschaeftsfuehrer. Also beziehe ich hier Gehalt und Gewinnanteile. Bis jetzt habe ich ein zentrales Konto bei der NBD in Dubai. Ich bin aber mit der Austria Bank in Oesterreich in Kontakt um dort ein privates Konto zu eroeffnen um nicht das komplette Risiko bei der NBD einzugehen, sondern die Bankguthaben zu splitten. Banken in den UAE unterliegen der Shariah (islamischen Gesetz), weiss heist, dass die jederzeit bei Vorkomnissen und sei es nur ein Unfall dein Konto einfrieren koennen.
So nun zu meiner eigentlichen Frage: Kann ich in Oesterreich ein Firmengeschaeftskonto fuer eine Hong Kong Firma eroeffenen? Wird das in Hong Kong anerkannt? Weiss nicht ob die Austria (die ja auch Auslandskunden hat) Bankbelege in englisch ausstellt.
Was denkst du?

Flo
Leser
Flo

Hi Sebastian,

Wenn du dir dein Director Salary auf dein deutsches Konto auszahlst, musst du dann darauf in Deutschland Steuern zahlen?

Martin
Leser
Martin

Hi!

Vielen Dank für den ausführlichen Beitrag!

Ich frage mich noch, ob du in China dann steuern zahlen musstest und dort auch eine Arbeitsgenehmigung beantragen musstest?

Viele Grüße

Martin

Robert
Leser
Robert

Hi Sebastian,

du zahlst dir dein Geschäftsführer Gehalt auf ein Deutsches Konto aus? Dann könnte man doch so eigentlich sowohl die Corporate Tax in Hong Kong als auch die Einkommensteuer in Deutschland (vorausgesetzt man ist dort nicht steuerpflichtig) komplett umgehen oder? Einfach den komplette Monatsgewinn aufs deutsche Konto überweisen und als G’Gehalt angeben. Wäre interessant für mich da ich auch ein Internet Business habe und somit nur sehr geringe Ausgaben.

lg Robert

Kai
Leser

Hi Sebastian,
ich verneige mich vor dieser Flut an hilfreichen Infos!
Sind die Infos noch aktuell? Ein Freund von mir, der in Thailand ein Business betreibt, hat kürzlich versucht, eine HGK- Limited zu gründen und hatte massive Probleme, weil keiner Gesellschafter oder Geschäftsführer Hongkong- Resident war. Das sei wegen verschärfter Regeln zur Geldwäsche nun schwieriger.
Kannst du das bestätigen oder haben die einfach nur Pech gehabt, an den falschen Berater geraten zu sein?

Sasha
Leser
Sasha

sehr hilf und Informationsreich!
Danke erstmal für diese tolle Seite .
Meine Frage geht in Richtung Visa und Arbeitserlaubnis.
HK LTD = HK ID Karte?
Soweit ich nun erfahren habe muss ich bei Aufenthalt von über 6 Monaten diese Karte beantragen.
Dies sei aber nur mit Arbeitsvertrag möglich?
Wenn ich nun die LTD ins Leben rufe bin ich bzw kann ich mich ja selbst anstellen bzw bin Director? Bitte korrigiere mich wenn ich da falsch liege und ih wäre dir dankbar über einen tip 🙂
Vielen Dank im Voraus 🙂
Grüße aus HK

Tom
Leser
Tom

Hallo Sebastian,

gute Zusammenfassung!
Ich habe dazu eine Einzelfrage.
Zu Beginn hast Du erwähnt, dass Du bei Gründung der LTD in China gelebt hast.
Ich lebe ebenfalls bereits seit 4 Jahren in China und habe mir hier auch eine Wohnung gekauft.
Leider begründet selbst eine Wohnung hier kein Aufenthaltsrecht.
Hast Du Deine LTD damals von China aus betrieben?
Kann eine Hong Kong LTD eine Niederlassung in China gründen?
(ich weiss, dass dies im Grunde möglich ist, finde aber praktisch keine konkreten Erfahrungen dazu).

Grüße

TOM

Nairolf
Leser
Nairolf

Hallo,
erst einmal VIELEN DANK für den grandiosen Input den Du hier lieferst. Top!

Ich stehe gerade mit Bridges bezüglich einer Limited-Gründung in Kontakt. Da mir die Preise für das Accounting sehr hoch vorkommen, habe ich denen geschrieben, dass ich die Buchführung alleine machen würde. Hey, wofür hat man BWL studiert 🙂

Jetzt schreibt Bridges folgendes zurück: For the accounting work, you can prepare the reports by yourself yet you have to prepare all the accounting reports for auditors to check.

Du schreibst ja: Alle benötigten Berichte für den Jahresabschluss konnte ich mit meinem Accounting Tool … als PDF generieren und direkt an Bridges senden, die diese dann kontrolliert und zum Auditing weitergeleitet haben.

Ich lese die Mail an mich anders. Ich kann Accounting selber machen, muss aber dafür sorgen, dass für das Auditing alles stimmt/passt.

Oder sehe ich das falsch?

Alfred Jakobs
Leser

nur eine Randbemerkung bezüglich BWLer und Buchhaltungskenntnissen. Wir hatten in unserer Steuerberatungskanzlei
des öfteren BWL-Studenten gegen Ende ihres Studiums als Hospitanten. Was ein BWL-Studium für Buchhaltungskenntnisse
bringt hat sich mir immer verschlossen, es tendierte gegen Null. Die “Buchhaltung” von Nairobi hätte ich mit Sicherheit ungern auf meinem Tisch gehabt. Er sollte ruhig ein paar Euros investieren um sich eine Blamage zu ersparen. Es sind ja nicht nur die mangelhaften Buchhaltungskenntnisse sondern auch zusätzlich die Umsetzung der Buchhaltung in die englische Sprache.

Andreas
Leser
Andreas

Hi, sehr interessanter Artikel. Für die Eröffnung des Geschäftskontos braucht es die Meldeadresse und das wäre vor der Auswanderung kein Problem. Meine erste Frage ist, kann man bei der HSBC später auch die Adresse seiner Eltern angeben oder die Adresse vom Virtual Office der Agentur um zum Beispiel die aktuelle Kreditkarte zu erhalten? Meine zweite Frage ist, wie verwendest du das Geschäftskonto auf Reisen bzw. hast du auch persönliche Bankkonten und Depot Konten? Kann es Steuerlich zu Problemen führen wenn du zb von HSBC Business auf ein privates europäisches Bankkonto überweist, obwohl du in DE abgemeldet bist und im Ausland einen festen Wohnsitz beim Überweisungszeitpunkt nachweisen könntest? Wär ein persönliches Bankkonto zB. in Singapur diesbezüglich empfehlenswerter?

Hardy
Leser
Hardy

Konto nicht in HKG führen – Es heisst im Bericht, man kann ein Konto auch ausserhalb von HKG führen, es muss aber auf den namen der Firma lauten, was in DE nicht möglich wäre. Hmmm…. Ich habe ein Geschäftskonto bei der Fidor, welches auf den Namen der Firma lautet. Dieser Name ist im HKG Register noch nicht vorhanden, könnte also von mir so in HKG beider Firmengründung verwendet werden. Da das Konto bei der Fidor gegründet wurde, als ich noch in DE gemeldet war, akzeptiert diese auch eine Änderung der Anschrift, egal wo auf der Welt. Wäre mein Konto daher nicht ideal, wenn ich in HKG meine Firma gründen möchte? Ich habe mich zum 31.12.2015 in DE abgemeldet, was auch für meine Firma gilt, nun muss ich sie rechtlich auf neue Beine stellen, ich lebe inzwischen in Spanien.

Alexander
Leser

Hallo Hardy,
das bisherige Geschäftskonto läuft auf den Namen einer Firma, also einer bestimmten (juristischen) Person. Die HK LTD wäre aber eine andere Person.
Bei Namensgleichheit mag dies Kunden und Bank nicht auffallen, allerdings täuscht Du die Bank über die Identität des Kontoinhabers. Solltest Du später mal Dokumente vorlegen müssen, fällt dies auf.
Steuerrechtlich fließen die Einnahmen der bestehenden Firma zu, gewonnen hättest Du daher leider nichts.

Didi
Leser
Didi

Hallo Hardy, wir sind gerade in einer aehnlichen Situation – 12_15 abgemeldet in Germany und suchen nun, unter anderem mit Unterstuetzung von Sebastian eine machbare und sinnvolle Auslandsregistrierung unserer Firma.Wir koennten uns ja vielleicht ab und an kurzschliessen und Erfahrungen ausstauschen….man muss ja nicht alle Fehler selbst machen….vg Didi

Alexander
Leser

Hallo Didi,
wenn Du spezifische Fragen hast, helfe ich gerne weiter, wenn ich kann.

Andreas
Leser
Andreas

Hallo Sebastian

Erstmal danke für diese ausführliche Auflistung. Wenn ich das in meinem Fall so machen will, daß die HK Ltd. ausschließlich in Europa handelt treibt, sind die Folgekosten aufgrund von einer nicht notwendigen Steuererklärung überschaubar? Die Firma kauft und verkauft in Europa und lässt die Logistik von einem Dienstleister abwickeln, der in Deutschland ansässig ist und dafür Rechnungen an die Firma in Hongkong ausstellt. Somit wird niemals Umsatz innerhalb von HK erzielt. Lediglich Einkäufe innerhalb HK’s sind denkbar.

Grüße

Alexander
Leser
Hallo, noch ein Nachtrag von mir: @Bettina: Das ist einerseits eine Frage, wie konservativ Deine Kunden sind. Andererseits kann bei Rechnungen aus Staaten, mit denen Deutschland kein DBA unterhält auch das Finanzamt im Rahmen einer Betriebsprüfung diese Rechnung beim Kunden anzweifeln und als betriebsbedingte Aufwendungen ablehnen. Christoph hat daher recht, wenn er eine gewisse Substance bei der Betriebsstätte im Ausland für erforderlich hält. Genau diesen Nachweis über die Substance wird das Finanzamt einfordern. Liegt kein DBA vor, ist der Rechnungsempfänger beweispflichtig (Umkehr der Beweislast). Fraglich ist, ob es immer ein voll eingerichtetes Büro und mehrere Angestellte sein müssen. Als Faustregel: Die Anforderungen an de Substance nehmen zu, je weniger Verträge zwischen den jeweiligen Staaten bestehen. Bei Gesellschaften in der EU gelten die Regeln nach der Cadbury-Schweppes-Entscheidung und dem deutschen Außensteuerrecht (Stichwort “Fremdvergleich”). Mit anderen Worten: Ja, Du darfst eine Firma im (EU-) Ausland gründen und betreiben und die Rechnungen werden auch anerkannt, jedoch muß man im Fremdvergleich betrachten, was in Deutschland notwändig wäre, um diese Firma zu betreiben. Cadbury-Schweppes setzt dem Grenzen, insoweit kein “übertriebener” Aufwand gefordert werden darf; reine Briefkastengesellschaften sind demnach jedoch Zwischengesellschaften. Auf HK bezogen bedeutet dies, dass man als zB Webdesigner schon über ein Büro –… Mehr lesen »
Bettina
Leser
Bettina

Hi

Erstmal vielen Dank für das Zusammentragen der Informationen, das ist sehr nett. Könnte auch ein guter Lead Magnet sein und Dir neue Emailadressen bescheren.

Hast Du auch deutsche Kunden? Wie reagieren diese auf die ausländische Firma? Gibt es deutsche Kunden die deswegen nicht mit Dir handeln wollen?

Wir haben eine UK Limited company und ich überlege hier in Deutschland einen neuen Service anzubieten, frage mich aber, wie sich das auf die Zusammenarbeit mit deutschen Kunden auswirken könnte.

Deine Website ist wirklich sehr hilfreich, vielen Dank nochmals dafür.

Viele Grüsse!

Staatenlos
Leser

Hallo Sebastian,

danke Dir für diesen sehr ausführlichen Erfahrungsbericht, dem ich wenig anzumerken habe. Der einzige “fehlerhafte” Punkt mit dem Informationsaustausch wurde ja bereits angesprochen, die anderen “moralischen” Differenzen müssen wir hier nicht zur Sprache bringen.

Eine zusätzliche Anmerkung zu diesem Satz (auch wenn es im verlinkten Artikel erklärt wird).
“Grundsätzlich besteht diese Gefahr bei Offshore Gesellschaften in Nicht-EU-Ländern ohne Doppelbesteuerungsabkommen (z.B. Hong Kong). Vermieden kann die rechtswidrige Gesellschaft auch nicht einfach durch die Anstellung eines Geschäftsführers oder den Einsatz eines Nominees.”

Die Gefahr für Steuerpflichtige besteht auch innerhalb DBAs und der EU in allen Ländern, die von Deutschland als Niedrigsteuerland (unter 25%) definiert werden, etwa Malta, Zypern, Estland und Co. Entscheidend ist hier ausreichende Substanz im entsprechenden Land, etwa eine fest gemietetes Büro samt örtlichen Mitarbeiter. Falls dies nicht gegeben ist, liegt rechtlicher Gestaltungsmißbrauch vor.

Wie Du zur Einschätzung kommst, dass die HSBC die beste Bank sei, würde mich aber interessieren. Sicher die größte, aber mit standard chartered oder dbs fährt man besser in meinen Augen (Hang Seng gehört auch zu HSBC). Oder bist Du bisher zufrieden dort?

LG
Christoph

Thomas
Leser
Thomas

Servus,

interessante Infos. Aber zahlt sich der Aufwand wirklich aus?
Viele 1000 EUR Kosten, viele Stunden Aufwand – und was ich als Hauptproblem sehe:
Man wird von fast allen Geschäftspartnern in Europa als, sagen wir mal “weniger seriös” wahrgenommen.

Wäre es nicht günstiger statt der Gebühren die Steuern schlicht und einfach in Europa zu zahlen?

lg Thomas

Alexander
Leser

Hallo Sebastian,

danke für die guten Ausführungen!

Eine kleine Anmerkung:
Die Seychellen unterhalten TIEA (Tax Information Agreements mit den skandinavischen Staaten.
British Virgin Islands unter halten mehrere TIEA, u.a. mit Deutschland, Frankreich, Australien und natürlich UK.

Grüße aus Hamburg!

andi
Leser

Hi, dass nenne ich mal Hammer Content.
Vielen Dank für die Mühe.
Sorry ich habe es mir erstmal ausgedruckt. Es gibt wenig Informationen darüber. Super gegliedert.
Vielen Dank für die Mühe Sebastian.

Gruß
Andi

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