Hol dir deine Bildung doch im Internet – da ist sie kostenlos (oder umsonst?)

Das Internet krempelt so ziemlich alle Bereich unseres Lebens um. Die Art, wie wir kommunizieren, einkaufen, arbeiten, Musik hören, Filme sehen und andere Informationen aufnehmen, hat sich stark verändert. Kannst du dir vorstellen, dass das gesamte Bildungssystem bald online geht?

Ich bin mir sicher, dass du schon mal an einem Online-Kurs oder vielleicht sogar an einer Vorlesung über das Internet teilgenommen hast. Kannst du dir vorstellen, dass ganze Klassenstufen und Studiengänge online ausgebildet werden? Nun, es ist ganz bestimmt keine Utopie mehr.

Ein riesiger Vorteil ist die ständige Verfügbarkeit. Lernen ist nicht an feste Unterrichtszeiten oder Vorlesungen gebunden. Die Idee hinter der Online-Bildung ist, dass jeder lernen kann, wann er will und wo er will.

 

Das globale Klassenzimmer wird zur Realität

Ob uns das gefällt oder nicht, in Schulen und Universitäten werden verstärkt digitale Hilfsmittel eingesetzt. Das macht den Beruf des Lehrers oder Dozenten nicht überflüssig, sondern soll zur Unterstützung dienen.

Eine Infografik von Knewton nennt drei Treiber der sich veränderten Bildung, wie wir sie kennen:

  1. Digitale Materialien: eine Prognose schätzt, dass im Jahr 2016 über ein Drittel aller Textbücher in digitaler Form verkauft werden (der Anteil betrug 1,5% in 2010)
  2. Zugänglichkeit von Informationen: digitale Inhalte wie Kurse und Videos sind jederzeit von überall aus abrufbar
  3. Personalisiertes Lernen: individuelle Lernprofile und Lösungen für ein effektiveres Lernen
Personalisiertes Lernen

Personalisiertes Lernen (Aus einer Infografik von Knewton)

 

IBM sieht das “lernende Klassenzimmer” als einen der Megatrends für die nächsten 5 Jahre. Dazu gehören intelligente Geräte, die sich an den Lernfortschritt der Schüler anpassen und personalisierte Hilfe geben.

Der Trend geht ganz klar in Richtung individuelle Bildung für die Massen – angepasst an die Stärken, Schwächen und Interessen des Lernenden.

 

Weltweite kostenlose Bildung für alle – überall und jederzeit

Mit dieser Vision im Hinterkopf haben sich einige Vordenker mit dem Thema Online-Bildung beschäftigt. Es gibt heutzutage tatsächlich Plattformen, die mit hervorragenden Unterrichtsmaterialien für Schüler, Studenten und lebenslange Lernwillige anbieten – kostenlos und frei zugänglich!

Khan Academy – World class education for anyone, anywhere, anytime

Einer der Vorreiter ist Salman Khan, der die Khan Academy gründete. Mit Bill Gates und Google als Unterstützer wächst die Non-Profit-Organisation unaufhaltsam. Tausende kurze Videos unterrichten Menschen weltweit in Mathematik, Physik, Geschichte oder Wirtschaft.

Iversity – Online-Lehre, interaktiv, kollobartiv und weltweit frei verfügbar

Eine deutsche Plattform mit Ursprung in Berlin  ist iversity. Hier kannst du dich in Kurse einschreiben, die per Video von Lehrenden von Universitäten gegeben werden. Die Kurse werden anstatt 90-minütiger Vorlesungen in mehrere kurze Videos eingeteilt und enthalten multimediale Inhalte.

Knewton – Adaptive and personalized learning for all

Newton bietet personalisiertes Lernen. Die Kurse passen sich an die Kenntnisse und Fortschritte des Lernenden an. Es werden Empfehlungen für Vertiefungen gegeben und nicht benötigte Inhalte übersprungen. Wie viel Zeit hast du in der Schule oder Uni mit Inhalten zugebracht, die dir bereits bekannt waren oder die du ohnehin nicht verstanden hast?

Und noch ein paar kostenlose Plattformen für lebenslanges Lernen

  • Code Academy: Kostenlos lernen, wie HTML, PHP, JavaScript und andere Sprachen programmiert werden
  • Udacity: Kurse rund um die Themen Web Development, Data Science, Design und Algebra
  • Duolingo: Kostenlose Kurse, Tests, und Flipcards zum Erlernen von Sprachen

Weitere Anbieter für Online-Bildung stellt ein Artikel im oDesk Blog vor. Ansonsten gibt es natürlich noch reihenweise kostenpflichtiges Videomaterial, eBooks und Kurse mit denen ein gezieltes Lernen möglich ist.

 

Ersetzt die Online-Bildung Schulen und Unis?

Das Konzept der Online-Bildung ist äußerst vielversprechend, lässt aber eine wichtige Komponente vermissen – menschliche Interaktionen. Diese geschehen zwar online in virtuellen Räumen, ersetzen aber kaum den echten Kontakt mit Mitschülern.

Für mich waren es gerade die Personen um mich herum, die mein Studium zu einem großartigen Erlebnis gemacht haben. Gelernt habe ich am meisten auf der sozialen Ebene, bei gemeinsamen Projekten und Diskussionen.

Trotz all der tollen Vorteile, die das Lernen im Internet mit sich bringt, kann auf den persönlichen Austausch nicht verzichtet werden. Plattformen wie die Khan Academy haben dies erkannt und wollen mit Ihren Lehrvideos die herkömmliche Bildung nicht ersetzen, sondern unterstützen.

Das Konzept des “Flipped Classrooms” sieht vor, dass Schüler sich den Lehrstoff am Vorabend zu Hause ansehen und während des Unterrichts Aufgaben gemacht werden. Lehrer haben dadurch mehr Zeit, um sich auf einzelne Schüler zu konzentrieren und auf persönlicher Ebene unterrichten können.

 

Lerne ein Leben lang

Ist es nicht wunderbar, dass uns alle diese Informationen kostenlos zur Verfügung stehen? Wenn dich beispielsweise Astronomie interessiert, dann musst du keine dicken Wälzer mehr lesen oder eine Ausbildung in der Sternwarte machen. Du bekommst alle Lehrmaterialien in gut verdaulichen Häppchen, die du dir selbst zusammenstellen kannst.

Ich weiß genau, dass besonders Absolventen erstmal keine Lust mehr auf “Lernen” haben. Mit unterhaltsamen Videos, Blogs und Online-Kursen sollte sich jedoch auch deine Einstellung zum Lernen ändern.

Lerne nicht für deinen Job oder einen Abschluss, lerne aus Interesse und um dich persönliche weiterzuentwickeln!

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Peter Meinz

Die normalen Online-Lernangebote sind leider oft nicht auf die individuellen Bedürfnisse der Lernenden zugeschnitten. Ein anderes Konzept ist Online-Nachhilfe über Skype, welches das Beste aus zwei Welten vereint: Nachhilfe und Bildung aus dem Internet. Mittlerweile bieten das viele Institute nebenbei an, z.B. Studienkreis. Es gibt aber auch Vermittlung für private Nachhilfelehrer und Tutoren, z.B. bei Lernbude (www.lernbude.de). Da muss jeder selbst wissen, was für ihn am Besten passt. Ich finde das aber vielversprechender als die genannten Online-Angebote.

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