Wie Du für unter 600 € einen Monat aus der Sonne arbeiten kannst

In diesem Beitrag überlasse ich Ben von anti-uni.com das Wort. Ganz nach meinem Geschmack beweist er, dass es nicht teuer sein muss, dem kalten deutschen Winter zu entfliehen. Es kommt sogar noch besser. Ben hat es geschafft, für einen Monat in der Sonne zu arbeiten und dabei sogar noch Geld zu sparen.

Immer wieder habe ich in der Vergangenheit betont, dass die Ausrede “aber ich habe doch kein Geld zum Reisen” nicht gilt. Ich freue mich, dass mir Ben in diesem Beitrag zur Seite steht und seinen ganz eigenen Erfahrungsbericht zu diesem Thema mit uns teilt.

Wenn du mehr über unkonventienelles Reisen, Leben und Lernen erfahren möchtest, dann besuche auf jeden Fall den Blog anti-uni.com. Innerhalb kürzester Zeit hat Ben unter dem Motto “Mach dein Ding” einen Blog aufgebaut, der einfach rockt.

Genug von mir, Vorhang auf für Ben.

 

Der Sommer ist bald vorbei … und in meinem Kopf schmiede ich schon Pläne für den kalten und ungemütlichen deutschen Winter.

Letztes Jahr fühlte sich das so an:

Minus 13 Grad in Berlin. Meine Haut brennt vor lauter Kälte, wenn ich aus dem Haus gehe. Ganz schön ungemütlich hier… Eigentlich will ich das Haus gar nicht verlassen.

Ab und an träume ich von Sonne und Strand. Zu sehen bekomme ich sie nicht.

Wäre es nicht schön diesen kalten Tagen einfach zu entfliehen und aus dem Warmen zu arbeiten?

Also zum Beispiel am Strand zu sein, die Sonne zu genießen und ab und an in den kühlen Ozean zu springen?

2012 kam ich im Oktober aus Lateinamerika nach Deutschland zurück. Für mich war das ein schrecklicher Winter – und eine echt harte Zeit. Ich schwor mit also, dass mir das nicht noch einmal passieren würde.

Im Winter 2013 habe ich einen Weg gefunden, der Kälte zumindest für knapp einen Monat zu entfliehen. Ich habe 25 Tage gesurft, in der Sonne gelesen und außerdem höchst produktiv gearbeitet – und das für weniger als 600 €, inklusive Flug.

Reisen und arbeiten gleichzeitig ist kein Ponyhof

Es gehört viel Disziplin und Fokus dazu.

Hier meine Steps:

1. Du brauchst ein “Mobiles Business”

Du musst in der Lage sein, von überall aus zu arbeiten. Möglichkeiten sind zum Beispiel, dass du als Freelancer arbeitest, bloggst oder ein Online-Business hast.

Mit großartigen Tools wie Skype und Co. gelingt es dir auch aus dem Ausland Kontakt mit deinen Kunden oder deinem Team zu halten.

Ich verdiene das meiste meines (noch recht kleinen) Einkommens mit meiner Freelancer-Tätigkeit als Blogger für das Ideacamp. Bloggen kann ich überall auf der Welt, wo ich Internet habe.

 

2. Vermiete dein Zimmer oder deine Wohnung

Vermiete dein Zimmer oder deine Wohnung in der Zeit in der du weg bist. So kannst du die Einnahmen für die Unterkunft im fremden Land nutzen (Stichwort Geo-Arbitrage).

Ich habe für ein kleines Zimmer mit Meerblick in Marokko nur wenig mehr gezahlt als für mein Mini-Zimmer in Berlin Alt-Mariendorf (das kostet mich 170 € im Monat).

 

3. Finde ein Land mit geringen Lebenshaltungskosten

Suche Dir ein Land, in dem die Lebenshaltungskosten niedrig sind.

Mir ist spontan Marokko eingefallen. Und dort sind die Lebenshaltungskosten wirklich günstig. Höre dich um, es gibt sicherlich auch andere Länder. Viele digitale Nomaden zieht es im Winter nach Thailand, habe ich gehört.

 

4. Finde einen günstigen Flug

“Aber die Flüge sind doch so teuer.”

Muss nicht sein.

Wenn du gut planst und rechtzeitig (oder super spontan) buchst, kannst du echte Schnäppchen ergattern. Auch in Länder außerhalb von Europa. Tipps, wie du günstige Flüge finden kannst findest du auf 101Places und in diesem Beitrag.

Ich habe mit Easy Jet nach Marokko 120 € hin und zurück gezahlt.

 

5. Vor Ort: Lebe sparsam

Wenn du ein paar Punkte beachtest, kannst du echt gut und günstig leben:

  • Finde eine günstige Unterkunft: Ich habe in Marokko 8 € inkl. Frühstück gezahlt (ich habe verhandelt: weil ich lange geblieben bin, habe ich einen Discount bekommen)
  • Koche selbst oder besuche günstige Restaurants: Ich habe ca. 8 € Euro pro Tag ausgegeben und wirklich gut gegessen und mir auch mal hin und wieder einen Café oder ein Dessert gegönnt

Beachte: Wenn du eine Internetverbindung benötigst, dann informiere sich vorher über die Anbindung vor Ort.

 

6. Finde Deinen “Arbeits-Urlaubs-Rhythmus”

Auch wenn der Strand zum Verweilen einlädt – ein wenig Disziplin wird notwendig sein, um in einem solchen Ambiente fokussiert zu arbeiten.

Entwickle deinen eigenen “Arbeits-Urlaubs-Rhythmus”. Versuche feste Zeiten zu definieren, wann du arbeitest und wann du relaxt, liest, surfst oder Ausflüge machst.

Anfangs habe ich versucht meinen deutschen Rhythmus beizubehalten – und war schnell frustriert. Um 7.00 Uhr bekam ich selten Frühstück – in Marokko sind die meisten Menschen einfach sehr gemütlich unterwegs.

Außerdem wollte ich nicht nur früh ins Bett gehen, um morgens um 5.00 Uhr aufstehen zu können. Ich wollte auch abends ab und an mit netten Leuten zusammensitzen, musizieren und reden.

Ben mit Bike

Der Arbeits-Urlaubs-Rhytmus muss stimmen

 

Mein Rhythmus sah am Ende ungefähr so aus:

  • 11-12 Uhr: Sport und Yoga
  • 12 Uhr: “Frühstück”
  • 13-15 Uhr: Lesen und Schreiben
  • 15-22 Uhr: Surfen, Essen, Zusammensitzen, die Gegend erkunden
  • 22-04 Uhr: Arbeiten

Ich habe letztendlich immer nachts gearbeitet, weil ich da die meiste Ruhe hatte und mich entspannt in meinem Zimmer konzentrieren konnte.

Hier gilt es also deinen eigenen Rhythmus zu finden und ihn je nach deinen Vorlieben und Plänen anzupassen.

Meine Ausgaben aus 25 Tagen Marokko im Überblick:

  • Flug: 120 €
  • Essen: 200 €
  • Unterkunft: 180 €
  • Surfen: 80 €
  • Ausflüge und Transport: 15 €

Wenn Du bedenkst, was du allein an Miete zahlst in Deutschland, kannst Du also echt einen guten Deal machen.

Was wären deine Lieblings-Reiseziele für den Winter?

Ben

Ben

Über den Autor:

Ben ist Education Hacker und Gründer von anti-uni.com. Seine große Leidenschaft ist es jungen Menschen zu helfen “ihr Ding” zu finden und ihren ganz individuellen Bildungsweg zu gehen. Laut der Medien ist Ben der bekannteste Studienabbrecher Deutschlands und mittlerweile ein gefragter Gast und Redner bei Konferenzen und Events.

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Huch, Ben, du bist ja genauso ein Nachtmensch wie ich. Wenn es irgendwie geht arbeite ich auch am liebsten nachts. Nicht unbedingt 22 – bis 04, aber vielleicht 20 bis 02.