Was ist eigentlich Freiheit? Wann sind wir wirklich frei und wann sitzen wir im goldenen Käfig?

Freiheit bedeutet, keinen äußeren und inneren Zwängen folgen zu müssen. Wirklich frei ist aber nur, wer seinen vorhandenen Freiheiten auch Handlungen folgen lässt. Dabei haben die Freiheit für mich als Individuum und die Freiheit im globalen Kontext ganz unterschiedliche Bedeutungen. Ein kompliziertes Thema also, das ich gerne mit dir diskutieren möchte.

1886 wurde die Freiheitsstatue als Geschenk der Franzosen an die Amerikaner eingeweiht. Die Statue der römischen Göttin Libertas soll Freiheit, Unabhängigkeit und die amerikanische Offenheit symbolisieren. Ob die Statue of Liberty heute bei Einwanderern immer noch für den American Dream steht, sei mal dahingestellt.

Fakt ist aber, dass Lady Liberty die Lücke zwischen persönlicher und kollektiver Freiheit zeigt. “America First” hat die Sicherheit und Freiheit der eigenen Bürger im Sinn, was zum Schaden Dritter geschieht.

Was bedeutet Freiheit für mich als Individuum und Freiheit im globalen Kontext? Diese Frage stelle ich mir immer wieder und möchte versuchen, dazu eine Diskussion anzuregen.

Freiheit bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, aus eigenem Willen Entscheidungen zu treffen” oder „die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen verschiedenen Möglichkeiten auswählen zu können“. So steht es in den Lexika und es liest sich eigentlich auch ganz nett, oder?

Freiheit bedeutet also, über sich selbst bestimmen zu können. Dazu gehören Meinungsfreiheit, Willensfreiheit, Entscheidungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit, Bildungsfreiheit, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Vertragsfreiheit, …

Viele dieser Freiheitsrechte sind in Verfassungen und auch im deutschen Grundgesetz fest verankert. Es sind Grundfreiheiten, die uns in Deutschland (zumindest auf dem Papier) zustehen. Natürlich bedeutet das noch lange nicht, dass wir alle gleich frei sind.

 

Frei ist, wer seine Freiheiten nutzt

In der praktischen Philosophie wird zwischen negativer und positiver Freiheit unterschieden. Es ist der Unterschied zwischen äußerer und innerer Handlungsfreiheit, also den theoretischen Freiheiten von Zwängen und den faktischen Freiheiten zu aktivem Handeln.

Freiheit bedeutet für mich, “Nein” zu Zwängen und “Ja” zu Möglichkeiten zu sagen.

Freiheit von etwas (Nein sagen): Negative, äußere oder persönliche Freiheit besteht, wenn zwar keine Zwänge (z.B. durch die Regierung, Gesellschaft oder körperliche Einschränkungen) bestehen, die Möglichkeiten zum freien Handeln aber nicht genutzt werden. Die negative Freiheit kann als goldener Käfig gesehen werden.

Freiheit zu etwas (Ja sagen): Positive, souveräne oder faktische Freiheit besteht, wenn uns innere Zwänge oder Einschränkungen (z.B. Gesundheit, Geld) nicht von freien Handlungen abhalten. Dazu zählen das Nutzen von Meinungsfreiheit und Bewegungsfreiheit, aber auch das Freisein von Gewohnheiten, Denkmustern und Vorurteilen. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung beginnen erst, wenn wir aktiv nach diesen Freiheiten handeln.

Wer sich trotz aller Möglichkeiten in einer persönlichen Unfreiheit befindet, der endet in einem goldenen Käfig. Das zeigen wohlhabende Menschen, die durch ihren Besitz eingeschränkt sind, Lifestyle Unternehmer, die ununterbrochen arbeiten oder Partner, die sich nicht von einengenden Beziehungen lossagen.

In dem Moment, wo wir unsere Freiheiten nutzen und Ja zu etwas sagen, gehen wir Risiken ein. Wie sagen ja zu Beziehungen, Unternehmertum, Reisen oder äußern eine kritische Meinung und wissen, dass die Konsequenzen daraus schmerzhaft sein können. Zur Freiheit gehört es eben auch, Risiken einzugehen und alle Konsequenzen daraus selbst zu tragen.

Ich denke, genau hier unterschieden wir Menschen uns. Eine Gruppe hat diesen starken Freiheitsdrang und ist bereit, dafür Risiken einzugehen. Die andere Gruppe schätzt Stabilität und Sicherheit weitaus höher, weshalb auf Freiheiten verzichtet wird. Das eigene Wohlbefinden ist je nach diesen Grundwerten auf der einen oder anderen Seite des Spektrums am höchsten.

 

Schließen sich Freiheit und Sicherheit aus?

In den letzten Jahren, in denen ich in Asien gelebt habe, bekam ich das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit zu spüren. Selbstbestimmung und öffentliche Ordnung sollten sich in der Theorie nicht ausschließen, tun dies in der Praxis aber aufgrund der Natur des Menschen.

Nur wer sich sicher fühlt, kann sich auch frei verhalten. Wer zu viele Freiheiten hat, missbraucht diese leider allzu oft zum Schaden Dritter. Um Sicherheit zu gewährleisten werden also Gesetze, Überwachungssysteme, Zensur und Ordnungshüter installiert, die wiederum die persönliche Freiheit einschränken. Diese Sanktionen führen aber auch dazu, dass ich mich nirgendwo so sicher fühle wie in Asien.

In der westlichen Welt steht die Wahrung der Freiheitsrechte im Vordergrund. Auf viele dieser Grundrechte wird in anderen Ländern verzichtet, da Sicherheit trotz eingeschränkter Freiheit zu einem allgemeinen Freiheitsgewinn führt.

„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Von Benjamin Franklin stammt diese Aussage, die ich mit gemischten Gefühlen betrachte. Als deutscher Staatsbürger, der mit all diesen Grundfreiheiten aufgewachsen ist, würde ich zustimmen. Als jemand, der lange in Asien gelebt hat, sehe ich es kritisch, da die Aufgabe einiger Grundrechte hier zu mehr Wirtschaftswachstum, Sicherheit und letztendlich auch zu weniger  Zwängen führt.

Mich würde brennend interessieren, wie du das siehst. Gibt es eine absolute Freiheit, die für jeden Menschen auf der Welt gleich sein sollte, oder führen Kompromisse zu einem höheren Allgemeinwohl?

 

Zwischen individueller und kollektiver Freiheit

Freiheit ist individuell. Aber Freiheit ist immer auch universal. Wenn ich nur nach meiner eigenen Freiheit strebe, ohne die Interessen von Menschen mit geringeren Chancen auf Freiheit zu berücksichtigen, dann ist dies eine sehr egozentrische Freiheit.

Freiheit zum Gemeinwohl ist zum Beispiel die Auferlegung des Zwanges, dass in Restaurants nicht geraucht werden darf. Es schränkt die Freiheit des Rauchers ein, sorgt aber für den Rest der Bevölkerung für die freie Wahl des Mittagstisches.

Auf globaler Ebene grenzen Einwanderungsverbote, wirtschaftliche Sanktionen, Zwangsarbeit oder die Bezahlung von Niedriglöhnen die Freiheiten bestimmter Personengruppen massiv ein, oft zum Vorteil und dem Zuwachs an Freiheit von anderen Menschen.

Freiheit heißt eben auch, anderen ihre Freiheiten zuzugestehen. Erst mit dieser Wechselbeziehung gibt es eine kollektive Freiheit. Vermutlich kann es diese absolute Freiheit nie geben, da wir Menschen in der Regel unser eigenes Wohl vor das Allgemeinwohl stellen.

 

Diese egoistische Einstellung sehe ich weniger kritisch als das fehlende Bewusstsein über die großen Freiheiten, die wir im Vergleich zu vielen anderen Ländern besitzen.

Ich kann mir aussuchen, wo ich lebe, in welche Länder ich reise, ob und wie ich arbeite und mit wem ich eine Beziehung führen möchte. Was für mich selbstverständlich, ist für den Großteil der Weltbevölkerung absolute Utopie.

Genau deshalb ärgert es mich, wenn die Schulpflicht, Steuerpflicht und andere vermeintliche Pflichten in Deutschland beklagt werden. Ich stimme auch nicht mit allen Details dieser Zwänge überein, denke aber, dass sie zu einem höheren Allgemeinwohl führen.

Was ich viel eher sehe, sind all die Freiheiten, die mit dem deutschen Reisepass, dem freien Zugang zu Informationen, der freien Partnerwahl und vielen anderen Privilegien kommen. All diese Freiheiten sollten wir viel höher schätzen und davon bestmöglichen Gebrauch machen.

 

Jetzt bist du dran. Was bedeutet Freiheit für dich?

Danke für 22 Kommentare

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22 Kommentare zu "Was ist eigentlich Freiheit? Wann sind wir wirklich frei und wann sitzen wir im goldenen Käfig?"

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Sebastian Bachmann
Leser
Sebastian Bachmann

Freiheit und Sicherheit sind nicht unbedingt antagonistische Partner sondern bedingen sind häufig auch auf verschiedenen Ebenen verbunden und bedingen sich teilweise wobei auf die Entwicklungsperspektive durch die Akzentuierung und Umsetzung des einen Begriff zum anderen sofern konfliktreich ausschließlich benutzt wünschenswert ist da jede Sache einen Anfang und ein Ende hat und die Entwicklung für nach dem Ende im Auge behalten werden sollte im Falle von Freiheit und Sicherheit ist hier denke ich die Freiheit die positivere Perspektive und sollte deshalb vor zu vor der Sicherheit oder als Bedingung für Sicherheit gesehen werden jeglicher Zustand ist nur ein Entwicklungsstadium aber auch hier kann man sehen dass ich bestimmte Dinge durchsetzen werden und welche funktional sind gibt den Ausschlag

Joy
Leser
Oh, gerade die Schulpflicht (genau: Schulgebäudeanwesenheitspflicht) in Deutschland, die du im letzten Absatz ansprichst, ist für uns bzw. für (frei leben wollende) Familie so unglaublich wichtig anzugehen! Wieso ärgert dich gerade dieser wichtige Punkt, wenn er beklagt wird? Es ist so unglaublich wichtig und längst überfällig, das sie endlich abgeschafft wird! Ja, klar, natürlich haben wir die Freiheit ins Ausland zu gehen und dort ohne Schule zu leben. Aber das will nicht jede Familie. Gerade nicht mit Kindern. Familien wollen oftmals in der Heimat bleiben, bei der Verwandtschaft, bei Freunden, nahe den Beziehungen die für die Familie und vor allem für die Kinder wichtig sind – Oma, Opa, Tante, usw… Leider bleibt uns momentan nur zu gehen und auf diese Beziehungen größtenteils zu verzichten, oder uns mit den Behörden auseinanderzusetzen, was unglaublich viel Energie kostet und auch sehr belastend ist. Denke bitte nochmal über dein Urteil nach, ob die Schulpflicht in Dtl. deiner Meinung nach nicht doch lieber zu Gunsten der Freiheit abgeschafft werden sollte! Vielleicht habe ich dich auch nur falsch verstanden? Ein höheres Allgemeinwohl gibt es durch die Schulpflicht meiner Meinung nach nicht – wenn die Schule so toll wäre, dann bräuchte es keine Pflicht um sie mit… Mehr lesen »
Tim
Leser

Hey Sebastian,
total cooler Artikel. Ich finde deine Einstellung die aus diesem Artikel spricht echt klasse und da kann ich mir noch eine gute Scheibe von abschneiden. Hat spaß gemacht diesen Artikel zu lesen!

Liebe Grüße

Tim

Michael Holz
Leser
Michael Holz
Lieber Sebastian, Ich halte es für wichtig und notwendig zunächst festzulegen und zu beschreiben, von welchem Menschenbild wir in unserem Denken ausgehen. Noch leichter und verständlicher wird die Diskussion, wenn wir uns zusätzlich darüber klar werden, wie wir über uns selbst und das Leben an sich denken: “Wer bin ich?”, “Wo bin ich?”, “Warum bin ich da wo ich bin?”, und “Was ist eigentlich der Sinn des Ganzen, das wir Leben nennen?” Nach meinem Wissen bin ich – und sind wir alle – geistige (= spirituelle) Wesen in einem menschlichen (= physischen, vergänglichen) Körper. Wir entstammen alle ausnahmslos der selben Quelle, dem “Alles-was-ist”, und unterliegen einzig und allein den universellen Gesetzen, die wir auch Naturgesetze nennen, und die zum Beispiel als Hermetische Gesetze seit langer Zeit beschrieben sind. Das bedeutet in dem hier diskutierten Zusammenhang,: Jeder Mensch ist von ,Natur aus frei alles zu sein, zu tun und zu haben, was seiner jeweiligen Absicht entspricht. Dabei ist die Freiheit des Anderen,zu respektieren. Wir brauchen niemanden aus der Gattung der Menschen, der sich über die anderen stellt und bestimmt, was richtig und falsch, erlaubt oder verboten sein soll. Die Spielregeln werden vom Leben selbst “überwacht”. Von Natur aus ist alles für… Mehr lesen »
Walter Wurschy
Leser
Wir sind ein Paar 52 w. 77 m. und momentan in Bulgarien. Zurück nach Österreich oder Deutschland wollen wir unter keinen Umständen.In Bulgarien bereiten wir uns auf den endgültigen Abflug aus der EU vor.Vor allem gesundheitlich um uns ohne Medikamente auch bei Stress und Verletzungen selbst zu helfen.Wir haben uns auch Kaffee,Milch,Alkohol,Weizen und Zucker abgewöhnt was leider die Sozialleben erschwert was aber nicht an der Sprache liegt.Thai,Laotisch,Malaisch habe ich immer im jeweiligen Land gelernt und jetzt Bulgarisch,Russisch u.Griechisch.Es erfordert eben mehr Anstrengung um auch im Alter mit Jungen mitzuhalten.Da ich nicht daran glaube meine Pension ewig zu beziehen und ich in Marketing und Verkauf tätig war ist Internet Marketing unsere Zukunft.Durch minimalistische aber extrem gesunde Ernährung hauptsächlich mit Hirse,Buchweizen und Grünzeug haben wir geringe Lebenshaltungskosten. Jetzt wo wir noch die Zeit dazu haben nutzen wir jede Möglichkeit um uns im Internet das entsprechende Wissen anzueignen da es auf Reisen diese Möglichkeit nicht mehr gibt.Ein freies Leben heisst für uns: Intelligent und regulär keine Steuern zu zahlen, keine freiwilligen “Pflichtkrankenkassen” sowie möglichst wenig amtliche Vorschriften.Ein nettes, etwas korruptes Land, wo man weiß wieviel etwas kostet ist am angenehmsten.Dies ist nämlich das reale Leben in Asien, das ich zur Genüge kennengelernt habe.… Mehr lesen »
Alex Hammerschmied
Leser

Sehr schön. Interessant finde ich deine Erfahrung, dass du dich in Asien sicherer fühlst als in Europa. Die konflikte der vergangenen Zeit zeigen sicherlich auf, dass es in Europa Unsicherheiten gibt. Wir leben in einer spannenden Zeit, in der in Europa und auch in den USA noch so einiges passieren wird. Es wird immer restriktiver und in manchen Ländern in der EU gibt es aufgrund politischer Interessen schon erste Anzeichen für das Abschaffen der Pressefreiheit. Umso wichtiger, dass wir als Blogger diese Themen diskutieren 😉
Ich denke, dass mit dem Thema Freiheit auch Gleichberechtigung für Frauen und auch Kinder viel Stärker diskutiert werden muss. In Vielen Bereichen erscheint uns Männern jede Tür offen, aber für Frauen sieht die Welt ganz anders aus. Für Frauen aus zB. Arabischen Ländern ist das ganze nochmal eine Komplett andere Geschichte.

Oli
Leser

Auf Grund unserer Biographien haben wir ähnliche Erlebnisse gehabt. Auch ich habe ein ambivalentes Verhältnis zur Sicherheit und Freiheit, da ich mich in China generell sicherer fühlte als in der Schweiz. Lustigerweise aber auch freier. In Europa ist praktisch alles verboten und durchreglemeniert. In China und andern asiatischen Ländern kannst du einfach was machen. So lange du nicht die Machtstruktur wirst du in Ruhe gelassen. Wir sollten uns aber auch bewusst sein, dass wir zu hause in Europa eine andere gesellschaftliche Stellung einnehmen. Als Ausländer in China schlägt mir Respekt entgegen und durch die Preisunterschiede bin ich für chinesische Verhältnisse reich. Das war bei dir sicherlich auch so und lässt einiges anders wahrnehmen.

Tom
Leser
Tom

Die Freiheit des Menschen liegt nicht darin, daß er tun kann, was er will, sondern daß er nicht tun muß, was er nicht will.
Jean-Jacques Rousseau

Didier Hartmann
Leser

Eines Tages sass ich mit meinem buddhistischen Kung Fu Lehrer in einem kleinen asiatischen Imbiss. Wir redeten über Freiheit. Plötzlich hob er den Finger in Richtung seiner Nase und atmete tief und bewusst ein. Dazu sagte er: “Das….. ist Freiheit”. Diese Geste habe ich erst viele Jahre später verstanden. Mönche leben ja oft mit noch mehr einschränkenden Regeln als wir “zivilen” Menschen. In diesen Grenzen erfahren sie dann aber die (meiner Meinung nach) grösste und unabhängigste Freiheit. Die Freiheit von sich selbst, vom “Ich”. Diese tiefe innere Entspannung, wenn klar wird, dass alle Probleme, Alter, Krankheit und Tod völlig natürlich und normal sind, keiner Aufregung bedürfen. Oder wie in vielen schönen Zen-Geschichten beschrieben: Wenn es Zeit ist zu essen, dann esse ich, wenn es Zeit ist zu schreiben, dann schreibe ich 🙂

Sebastian Kühn
Leser
Sebastian Kühn

Das ist eine tolle Anekdote! Daraus schließe ich, dass Achtsamkeit und das Leben in der Gegenwart viel wichtiger für die Freiheit ist, als der Wegfall von Zwängen und Regeln (solange ich mir diese Zwänge selbst auferlege). Dem kann ich durchaus vieles abgewinnen 😉

Nova Moon
Leser
Nova Moon

.. als ich an dem besonderen Punkt in meinem Leben war, konnte mich nur noch das erFühlen dessen, das ich nicht will, leiten. Und was soll ich Euch sagen, auch das führt zu diesem zuFRIEDENen Leben im Augenblick.

<3

Didier Hartmann
Leser

Solange man im begrifflichen Kontext und Aussen die Freiheit sucht wird man immer wieder auf Unfreiheiten stossen: man “muss auf Toilette gehen”, man muss was essen, man muss was trinken, man muss Schlafen… um nur die aller Existentiellsten zu nennen.

Oliver
Leser
Oliver

Lieber Sebastian,

bezüglich der praktischen Überlegungen finde ich Deinen Beitrag sehr gut. Ich würde gerne eine weitere Perspektive ergänzen, die aus meiner Sicht unbedingt zum Thema und Verständnis von Freiheit dazu gehört. Der Beginn des Vaterunser, dem Grundgebet der gesamten Christenheit lautet: “Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe,…..” Das Thema Freiheit ist aus meiner Sicht vor diesem Hintergrund zu betrachten und zu verstehen. Also von einer übergeordneten spirituellen Perspektive, in der es auch um den Sinn des Lebens geht bzw. den Sinn und Zweck der (dieser) individuellen Reinkarnation. Nach meiner Überzeugung trifft jeder Mensch eine Wahl für dieses Leben und inkarniert dann, um seine eigenen Ziele zu realisieren. Das jeweilige Lebensziel ist ein Teilziel auf dem jeweiligen Weg zurück in das Paradies. Im Ergebnis bedeutet dies, dass die ultimative Freiheit darin liegt, nicht mehr inkarnieren zu müssen. Unser Wahlmöglichkeiten in unserem jeweiligen Leben, sind daher per se beschränkt (oder auch unlimitiert), da wir selbst die Wahl bereits getroffen haben, dies aber schwer erkennen können (wollen).

Was meinst Du?

Beste Grüße
Oliver

Sebastian Kühn
Leser
Sebastian Kühn

Lieber Oliver,
das ist eine spannende Perspektive. Ganz praktisch gesehen spielt das die freie Wahl der Religion bzw. des spirituellen Glaubens eine große Rolle. Hier stellst sich mir wieder die Frage, wie frei wir hinsichtlich dieser Entscheidung sind und wie sehr wir durch Institutionen, Eltern oder die Gesellschaft zu einer Entscheidung gezwungen werden.
Etwas abstrakter betrachtet stimme ich dir zu. Wenn ich von Reinkarnation überzeugt bin, dann treffe ich Entscheidungen, die über das eine Leben hinaus reichen. Dieser Glaube führt aber auch dazu, dass ich mich von dem Wunsch, nicht mehr inkarnieren zu müssen, sondern im Paradies anzukommen, leiten lasse. Ist das ein Zuwachs an Freiheit oder ist das ein einschränkender Gedanke? Auf jeden Fall sehe ich es als Mittel zu mehr Achtsamkeit uns selbst und unseren Mitmenschen gegenüber.

Oliver
Leser
Oliver

Lieber Sebastian,
vielen Dank für Deine Rückmeldung. Sehr interessant. Aus meiner eigenen Erfahrung kann ich sagen, dass ich katholisch erzogen wurde, zur katholischen Schule ging und als erste Handlung mit 18 aus der Kirche ausgetreten bin. Trotz Beeinflussung habe ich die Freiheit jede Entscheidung zu treffen, solange ich die Verantwortung / Konsequenzen dafür trage. Es ist “angenehmer”, wenn Deine Entscheidungen im Einklang mit Deiner vorherigen Wahl für dieses Leben stehen (Seelenplan). Wenn nicht, führt es zu Erfahrungen (Heilung). So sehe ich das Thema Freiheit.
Ich stimme Dir zu, dass Aktion bzw. Handeln sehr wichtig ist. Darin sind wir alle frei.

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