3 Methoden, um als Freelancer an neue Kunden zu kommen (ohne Werbung, Netzwerk und Jobbörsen)

Auch wenn ich schon eine Weile nicht mehr als Freelancer tätig war, kann ich mich noch gut daran erinnern, was mir immer am schwersten fiel: Kundenakquise! Wo bekomme ich Aufträge her, wenn ich kein Netzwerk habe und mich auf Jobportalen nicht unter Wert verkaufen will? Pascal gibt dir 3 super Tipps.

Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Gastartikel von Pascal, der seit 2014 in Südostasien unterwegs ist. In den letzten Jahren als freiberuflicher Werbetexter hat Pascal für sich erfolgreiche Strategien entwickelt, um seine Stundensätze als Freelancer zu erhöhen und bessere Kunden zu finden.

Also, Vorhang auf für Pascal …

 

Als Freelancer hast du ständig mit einem Problem zu kämpfen: “Wo kriege ich meinen nächsten Auftrag her?”. Nichts ist für die Ewigkeit und jedes noch so lukrative Projekt hat irgendwann mal sein Ende. Als Freelancer bist du daher gut beraten, wenn du immer auch ein Auge auf die Kundenakquise hast und deine Pipeline mit potentiellen Kunden stets gut gefüllt hältst.

Auf den einschlägigen Blogs und in den Freelancer-Ratgebern hast du vielleicht schon einiges zum Thema gelesen. Du kannst zum Beispiel auf Online-Jobbörsen rumtrollen, deinen Freundes- und Bekanntenkreis anzapfen oder dir auch Empfehlungen von deinen Bestandskunden einholen.

Das ist ja alles schön und gut. Nur leider sind die Online-Jobbörsen überfüllt mit Pfennigfuchsern, deine Freunde haben vielleicht nicht die Top-Kontakte und auch deine Bestandskunden können dir nicht immer weiter helfen, was neue Projekte angeht.

Besonders wenn du noch am Anfang stehst und kein großes Kunden-Netzwerk hast, kommst du oftmals nicht drum herum, das ganze auch ein bisschen proaktiver anzugehen. Also rausgehen und an Türen klopfen, anstatt darauf warten, dass dir neue Kunden in den Schoss fallen.

Ich werde dir deswegen heute ein paar Methoden zur Kundenakquise vorstellen, über die nicht so viel geredet wird. Sämtliche dieser Methoden haben mir in letzter Zeit hervorragende Ergebnisse geliefert. Ich bin sicher, dass auch du davon profitieren kannst.

Los gehts…

 

Methode #1 – Vernetze dich mit etablierten Experten in deiner Branche

Auf diese Methode bin ich aus reinem Zufall gestoßen. Dazu muss ich erst mal etwas weiter ausholen. Und zwar arbeite ich als Texter in einer sehr speziellen Branche, die in Deutschland kaum bekannt ist.

Damit habe ich das Problem, dass viele meiner Kunden überhaupt nicht verstehen, was ich für sie wirklich leisten kann. Irgendwann ging es mir nur noch auf die Nerven, ständig Anfragen für Fachartikel, Blogbeiträge und Whitepaper zu bekommen. Das war nicht die Art von Texten, die ich wirklich schreiben wollte. Für mein Spezialgebiet gab es dagegen von den Kunden nur fragende Blicke.

Also habe ich aus einer Laune heraus mal rumgegoogelt, wer im deutschsprachigen Raum sonst noch in dieser (sehr speziellen) Branche unterwegs ist. Dadurch stieß ich auf eine nette Texter-Kollegin.

Ich habe ihr eine E-Mail geschrieben und mein Leid geklagt. Außerdem habe ich sie um Tipps gebeten, ob sie mir nicht einen Wink in die richtige Richtung geben kann. Netterweise hat sie noch viel mehr getan, als nur das.

Denn sie hat mir einen Kontakt beim größten Publisher dieser Art in Deutschland verschafft und diesen schon einmal für mich “vorgewärmt”. Das Telefonat war dann auch mehr Formsache, denn dieser Kontakt war gleich Feuer und Flamme dafür, mit mir zusammen zu arbeiten.

Aus einer einfachen E-Mail ist somit für mich ein sehr lukrativer Geschäftskontakt entstanden. Aber noch besser, ich kann endlich die Art von Texten schreiben, die ich wirklich machen möchte.

Das gleiche kannst du auch machen. Wenn du dich auf eine bestimmte Tätigkeit oder einen Fachbereich spezialisiert hast und dort noch Kunden suchst, dann versuch doch einmal, Kontakt mit einem etablierten Profi in diesem Bereich aufzunehmen.

ACHTUNG!!!

Du solltest nicht wie ein Bittsteller an diese Personen herantreten und erwarten, dass Sie dich mit lukrativen Aufträgen überhäufen. Wenn du das tust, verschwendest du nur ihre Zeit und wirst wahrscheinlich eine Absage erhalten.

Statt dessen solltest du Folgendes versuchen:

  • zeige ihnen, dass es dir ernst ist und du dich in diesem Bereich hervorragend auskennst
  • zeige ihnen Arbeitsproben, die du bereits in diesem Bereich erstellt hast
  • erwarte keine Aufträge, sondern frage einfach nach ein paar Tipps und Hinweisen

Alternativ kannst du auch anbieten, diesen Freelancern Arbeit abzunehmen und sie so zu unterstützen. Viele etablierte Experten haben mehr Arbeit, als sie annehmen können. Diese Leute geben häufig Arbeit an andere Freelancer in ihrem Netzwerk ab. Wenn du einen kompetenten Eindruck machst, kannst du so einen Fuß in die Tür kriegen.

 

Methode #2 – Gehe auf Seminare

Auf diese Methode zur Kundenakquise bin ich ebenfalls mehr durch Zufall gestoßen. Und zwar habe ich mich Ende letzten Jahres auf eine englischsprachige Konferenz zum Thema Affiliate-Marketing gemacht. Das ist zwar nicht wirklich mein Bereich, aber ich habe einige Freunde die dort hin gingen und fand das Thema ganz interessant.

Ich hatte überhaupt nicht vor, dort irgendjemandem meine Dienstleistungen anzubieten. Aber wenn du dich mit neuen Leuten dort unterhältst, fällt natürlich immer gleich die Frage: “Und was machst du so?”

Dass ich selber Werbetexter bin, fanden einige der Jungs und Mädels dort wohl ziemlich spannend. So spannend sogar, dass gleich mehrere davon meine Kontaktdaten verlangten und wissen wollten, ob ich denn für Projekte zur Verfügung stehe. Ich habe die Anfragen abgelehnt, denn ich war zu diesem Zeitpunkt komplett ausgebucht und konzentriere mich außerdem lieber auf meine deutschsprachigen Kunden.

Aber es hat mir schon die Augen geöffnet, wie einfach es ist, über Seminare und Konferenzen neue Kontakte zu knüpfen und zahlende Kunden zu finden. Ich habe sogar von einigen der dort Anwesenden gehört, dass sie nur Leute anheuern, die sie über Seminare und Konferenzen kennenlernen.

Für Auftraggeber macht das auch Sinn und zwar aus zwei Gründen:

  1. sie können dich so persönlich kennenlernen und sich gleich von dir ein Bild machen (anstatt nur per E-Mail oder Telefon mit dir zu kommunizieren)
  2. sie wissen, dass du ein ernstzunehmender Dienstleister bist (denn die Reisekosten und Tickets für solche Seminare sind oft nicht billig)

Für dich macht das die Sache denkbar einfach. Denn allein, dass du da bist, ist für einige Auftraggeber schon gut genug, um dich anzuheuern.

Für dich gelten übrigens die gleichen Vorteile, wie auch für deine Kunden. Du kannst auf Seminaren und Konferenzen potentielle Auftraggeber gleich persönlich kennenlernen.

Außerdem treiben sich auf solchen Treffen echte Schwergewichte rum. Klienten mit tiefen Taschen und haufenweise Arbeit, für die sie teilweise händeringend nach kompetenten Freelancern suchen.

Eine hervorragende Möglichkeit für dich, um neue Kontakte zu knüpfen.

Die Vorgehensweise ist denkbar einfach:

  • suche dir Konferenzen und Seminare raus, bei denen potentielle Auftraggeber von dir abhängen
  • quatsche so viele Leute an, wie möglich und stelle dich und deine Dienstleistungen vor
  • halte auf Anfrage Visitenkarten oder einen Link zu deiner Website parat, damit die Klienten mit dir in Kontakt bleiben können

Easy, oder?

Wenn du das umsetzt, würde es mich wundern, wenn du nicht mit ein paar wertvollen neuen Kontakten nach Hause gehst.

 

Methode #3 – Hänge dich ans Telefon

Richtig gehört, nutz das gute alte Telefon. Pass auf: So ziemlich jeder kann E-Mails verschicken und seine Arbeitsproben und Lebenslauf an Unternehmen mailen.

Aber nicht jeder hat die Eier, das Telefon in die Hand zu nehmen und einfach anzurufen.

Im Gegenteil, viele Menschen haben geradezu panische Angst davor, “kalt” bei potentiellen Kunden anzurufen. Das ist für dich ein Riesenvorteil. Wenn du dich per Telefon vorstellt, stichst du gleich aus der Masse anderer Freelancer hervor, die sich nur per E-Mail bewerben.

Ausserdem kriegst du so gleich ein Feedback, ob die Unternehmen überhaupt mit Freiberuflern arbeiten oder du hier nur deine Zeit verschwendest.

Beim Thema Cold Calling oder Telefonakquise werden bei vielen Bilder von schmierigen Telemarketing-Fuzzis oder Gebrauchtwagenverkäufern wach. Aber der Witz ist, du musst diesen Unternehmen überhaupt nichts verkaufen.

Du sollst lediglich anrufen und nachfragen, ob sie überhaupt grundsätzlich mit Freelancern arbeiten.

Simpel oder?

Wenn Sie nein sagen, hat sich die Sache erledigt und du rufst die nächste Firma an.

Wenn Sie aber “Ja” sagen, dann ist es nur noch eine Frage des Timings. Brauchen Sie jetzt gerade deine Dienstleistung? Oder sind sie gerade gut versorgt, könnten aber in der Zukunft Bedarf an deinen Diensten haben?

Das findest du am Telefon in 1-2 Minuten raus. Wenn die Klienten an dir und deiner Leistung interessiert sind, werden Sie dich in der Regel sowieso mit Fragen bombardieren. Dann kannst du dich ganz entspannt zurücklehnen und musst nur noch die Antworten dazu liefern.

Du musst also kein Dampfplauderer sein, um mit dieser Methode erfolgreich Kunden zu gewinnen. Vergiss das Bild vom extrovertierten Super-Verkäufer, dass dir vielleicht durch einige Hollywood-Streifen eingetrichtert wurde.

Im Gegenteil, ich bin selber absolut introvertiert und hasse jegliche Form von Smalltalk. Mit Kaltakquise per Telefon habe ich allerdings überhaupt kein Problem und ich habe mit dieser Methode schon ein paar richtig dicke Fische an Land gezogen.

Also, ich hoffe ich habe dir jetzt ein paar Anregungen verschafft, damit du an neue und hochkarätige Kunde kommen kannst.

Ja, diese Methoden sind mit etwas mehr Aufwand verbunden, als einfach nur auf Upwork rumzutrollen oder darauf zu warten, dass das nächste Projekt vom Himmel fällt. Dafür kannst du hier aber sehr hochkarätige Projekte gewinnen. Denn viele der Kunden, die du so erreichst, werden sich niemals auf Online-Jobbörsen anmelden.

Du musst dich also hier nicht mit Dutzenden anderer Freelancer um ein einzelnes Projekt prügeln. Stattdessen findest du über die genannten Methoden sogar manchmal Leute, die scheinbar nur darauf gewartet haben, dass sich endlich ein Freelancer bei ihnen meldet.

Kein Witz, früher oder später wirst du den folgenden Satz hören: “Gott sei Dank, dass Sie sich bei uns melden!”. Das ist nur eine Frage des Timings und passiert immer dann, wenn beim Kunden gerade die Hütte brennt und er gar nicht weiß, wie er all die Arbeit überhaupt bewältigen soll. Dann tauchst du auf einmal völlig aus dem Nichts auf und bist der Retter in der Not

Viel Glück dabei, solch einen Effekt auf den Online-Jobbörsen zu erzielen.

Falls du bereits Erfahrung mit einer dieser Methoden gemacht hast, kannst du mir natürlich gerne davon in den Kommentaren erzählen.

Wenn du Lust auf mehr Tipps zum Thema Marketing und Kundenakquise für Freelancer hast, dann meld dich auch zu meinem kostenlosen Newsletter an: www.freelanceformula.de

Viele Grüße
Pascal

 

Pascal

Über den Autor:

Pascal ist freiberuflicher Werbetexter, Weltenbummler und treibt sich seit 2014 in Südostasien rum. In seinem kostenlosen Newsletter www.freelanceformula.de verrät er dir Tipps und Tricks, wie du als Freelancer mehr Geld verdienen und bessere Kunden gewinnen kannst.

Danke für 6 Kommentare

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Horst

Hallo Pascal,
klasse Artikel, hast ein paar Ideen die nicht sooo bekannt sind!

Vielen Dank
Horst

Cool, freut mich wenn für dich was neues dabei ist!

Alex

Hi Pascal,
vielen Dank für den Artikel. Er hat mir gut gefallen.

Was ist denn dein Spezialgebiet? Wir suchen einen Texter für eine Landingpage für den Verkauf und die Ankündigung eines Buches für vegane Travelers.

Interesse oder eine Idee?

Grüße
Alex

Hi Alex,

mein Spezialgebiet sind Direct Response Texte. Themengebiete sind vor allem Finanzen, Ernährung und Online Marketing.

Wegen dem Projekt kannst du mir ja mal eine Email schreiben an: pascal {at] pascal-schafft.com

Jan

Hi Pascal!
Ja, Kundenakquise ist immer so eine Sache bei der man oft nicht so hinter her ist wie man sollte. Aber ich finde, dass es hier noch einen Aspekt gibt, den man noch beleuchten könnte: dafür zu sorgen, dass Kunden wieder kommen anstatt sich immer neue zu suchen. Oder dafür zu sorgen, dass man weiter empfohlen wird.

Hi Jan völlig richtig und Kundenbindung ist auch ein Aspekt den ich in meinem Newsletter beleuchte. Jeder Freelancer sollte sich ein Kontingent an Bestandskunden aufbauen, die ihn Monat für Monat mit Arbeit versorgen.

Aber ich würde mich niemals darauf ausruhen.

Selbst wenn der Kalender bereits gerammelt voll ist sollten Freelancer immer etwas Zeit in Akquise investieren. Ein volle Kalender ist sogar die beste Voraussetzung zur Akquise, denn damit kannst du wählerisch sein, deine Raten erhöhen und dich von Low-End Kunden trennen.

Ausserdem kannst du dir so gleich Monate im Voraus den Kalender voll buchen. Wenn du einem Kunden sagst du willst gerne mit ihm arbeiten hast aber alles voll im Moment und er muss warten…. das ist kein Nachteil. Im Gegenteil, viele werden denken “wow der ist gefragt, mit dem will ich auch arbeiten”.

Ich würde daher jedem Freelancer empfehlen, etwas Zeit in Akquise zu investieren und wenns nur 2-3 Stunden die Woche sind.

Noch besser: das ganze automatisieren oder einen Inbound Funnel aufbauen. Top Leute in meiner Branche sind 6+ Monate im Voraus komplett ausgebucht und haben so viele Anfragen über ihre Publikationen, dass sie mehr Arbeit ablehnen als sie annehmen.