Wie du Fotos auf Blogs rechtssicher einsetzt (und woher du sie bekommst)

Bilder sagen mehr als tausend Worte. Ohne sie wirkt ein Blog oder eine Webseite einfach langweilig. Bei der Nutzung von fremden Fotos müssen jedoch Lizenzen beachtet werden. Ich habe mir Hilfe von einem Experten geholt, der Antworten zu Nutzungsrechten und Fotodatenbanken gibt.

Große Artikelbilder sind für mich als Blogger ein absolutes Erfolgsrezept. Vor allem beim Teilen in sozialen Netzwerken klicken Menschen eher auf ein attraktives Bild, als auf einen langweiligen Textlink. Doch über die Rechtslage bei der Verwendung von Bildern aus Fotodatenbanken bin ich mir oft unsicher.

Auch bei anderen Projekten wie Affiliate Webseiten, Online-Shops, E-Books oder einer einfachen Firmenwebseite können wir uns nicht einfach Bilder von Dritten bedienen. Im Bestfall verwenden wir also eigene Fotos, für die wir alleine die Nutzungsrechte haben.

Da aber nicht jeder eine riesige private Fotosammlung auf dem Rechner hat, greifen wir auf kostenlose und kostenpflichtige Fotodatenbanken zurück. Was dabei beachtet werden muss, habe ich Amos Struck gefragt.

Amos StruckAmos hat über 10 Jahre Erfahrung in der Stockfoto-Branche und war von Anfang an dabei, als die Revolution der günstigen Bilder (bekannt als Microstock) durchgestartet ist. 2011 hat er mit der Microstock Expo die weltweit einzige Konferenz für Microstock-Fotografen und Microstock-Bildagenturen geschaffen. Außerdem betreibt er selbst Webseiten, auf denen er Informationen zum Kauf von Fotos und auch zum Verkauf von Fotos gibt.

Trotz der langjährigen Erfahrungen in dem Bereich ist Amos kein Anwalt, sondern berichtet in diesem Beitrag nur von seinen Erfahrungen. Aus diesem Grund sind die Antworten keine verbindliche Rechtsauskunft, sondern dienen zur ersten Orientierung.

 

Welche Nutzungsrechte gibt es bei Fotos im Internet und Worauf muss ich achten, wenn ich Bilder auf meiner Website einsetzen möchte?

Das erste worauf man achten sollte ist, dass die Fotos die man verwendet frei von Rechten Dritter sind und man quasi eine “Nutzungslizenz” dafür besitzt. Dies ist vergleichbar mit Software, wenn man z.B. Microsoft Office nutzen möchte, muss man sich auch eine Lizenz kaufen. Genauso ist es bei Bildern, bei denen für die Nutzung (besonders für die kommerzielle Nutzung) unbedingt eine Lizenz nötig ist. Diese kann natürlich auch kostenlos sein oder man kann eine Creative Common Lizenz nutzen.

Jede Lizenz bei jeder Bildagentur unterscheidet sich jedoch und regelt meistens auch die Nutzung im Internet. Kleines Beispiel dazu: die meisten Agenturen erlauben zwar eine Nutzung ihrer Bilder auf einer eigenen Webseite jedoch nicht in Social-Media Kanälen wie Facebook und Twitter (dafür gibt es auch extra Social Media Lizenzen). Andere Bildagenturen geben vor wie groß das Bild maximal im Internet gezeigt werden darf (z.B. 1024 Pixel).

Neben der Lizenz sollte man ausserdem beachten, wer oder was auf dem Bild zu sehen ist. Nur weil es z.B. bei Flickr im Creative Commons Bereich zu haben ist, heißt das noch lange nicht, dass die darauf abgebildete Person damit einverstanden ist, ihr Bild auf einer Webseite zu sehen. Daher kann ich immer nur empfehlen ein Bild von einer etablierten Bildagentur zu kaufen, da diese prüft, ob ein sog. Model-Release vorhanden ist und vom Model unterzeichnet wurde. So ist man hier auch auf der sicheren Seite.

Daneben gibt es noch weitere Details, aber dazu mehr in den folgenden Antworten.

 

Gibt es konkrete Regelung dazu, wie ich ein fremdes Bild auf meiner Website kennzeichnen muss?

Die meisten Bildagenturen geben dies in ihren Lizenzbedingungen vor. Hierbei sollte man unbedingt deren Bedingungen beachten, sonst kann es zu Ärger mit den Fotografen oder der Agentur führen. Eine generelle Regel ist jedoch, dass man bei redaktionellen Inhalten (dazu gehören auch Blogs) den Urheberhinweis am besten am Bild, auf dem Bild oder im Artikel erwähnt.

Sollte das z.B. bei einer werblichen Webseite oder einer Firmenwebseite nicht möglich sein, empfehle ich das Impressum oder eine dedizierte Seite mit Hinweisen auf die Urheber. Hier sollte man nicht vergessen auch die jeweilige Agentur zu nennen. Beispielsweise gibt Fotolia beim Download direkt die Texte dafür vor.

Vorsicht ist auch bei kostenlosen Bildagenturen oder Fotoplattformen geboten, da diese oftmals spezielle oder striktere Regeln für die Nennung haben. Auch die CC Lizenz (Creative Commons) erfordert teilweise etwas mehr Aufwand, z.B. mit einem Link auf das Originalbild.

Bei einer Nutzung in einer Werbung oder einer werblichen Webseite sind dann wieder andere Regeln zu beachten. An sich sollte man als Blogger aber einfach daran denken den Urheber sowie die Bildagentur zu nennen, bei der man das Bild gekauft hat. Diese helfen auch gerne weiter, wenn man nicht weiß, wie oder wo man es hinschreiben soll.

 

Kann ich Bilder von Creative Commons-Datenbanken wie Flickr beliebig einsetzen und wie muss ich diese kennzeichnen?

Nein, auf gar keinen Fall. Leider ist das eine völlig irrige Annahme, die viele Blogger haben. Auch wenn Creative Commons eine tolle Erfindung ist, sollte man sich unbedingt strikt an die jeweilige Lizenz halten. Die Creative Commons werden hier schön erklärt.

CC unterscheidet ausserdem sehr stark zwischen dem kommerziellen und nicht-kommerziellen Einsatz. Hier muss jeder Blogger selbst entscheiden ob sein Blog schon “kommerziell” ist oder nicht. So erfodert z.B. die CC BY-ND Lizenz eine Namensnennung, jedoch verbietet sie die Veränderung des Bildes. Hier stellt sich also die Frage, ob ich einen Text oder eine Grafik darüberlegen darf oder nicht. Theoretisch dürftest du noch nicht mal den Hinweis auf den Fotografen unten ins Bild einfügen.

Viele Blogger denken leider auch, dass Sie ein CC-Bild einfach so einsetzen dürften weil die Lizenz eine kommerzielle Nutzung erlaubt (oder sogar ein “Remixen” wie die CC BY Version). Was hier leider oft vergessen wird, sind die auf dem Foto abgebildeten Personen, Gebäude, Logos, Produkte oder ähnliches. Hier kann sich der Blogger also gar nicht sicher sein, ob die hübsche Frau auf dem CC-Bild dem Fotografen überhaupt die Rechte gegeben hat, ihr Foto über die CC-Lizenz weltweit zu verbreiten.

Armos beim Vortrag auf der Photokina

Amos beim Vortrag auf der Photokina

 

 

Benötige ich für Bilder auf meinem Blog (mit dem ich ein paar Euro im Monat verdiene) Lizenzrechte zur kommerziellen Nutzung?

Sehr gute Frage. Das ist “Ansichtssache”, jedoch habe ich letztens noch über ein Gerichtsurteil gelesen, in welchem genau diese Frage beantwortet wurde (im besprochen Fall wurde auf nicht-kommerzielle Nutzung entschieden).

Ich persönlich kann immer nur empfehlen entweder eigene Bilder zu verwenden oder sich über eine Bildagentur mit günstigen Bildern einzudecken. So teuer ist es dann auch nicht und man sichert sich nicht nur für heute ab, sondern auch für die Zukunft. Schließlich wollen die meisten Blogger ja irgendwann mal “kommerziell” werden und dann wird oft vergessen, die alten Bilder auszutauschen und schon mag die Nutzung nicht mehr legal sein.

Hier ist sicher auch der Umfang der Webseite oder des Blogs wichtig. Wenn ich z.B. eine Affiliate-Seite baue und dort Bilder verwende, sollte ich unbedingt die rechtliche Lage klären bevor ich sie verwende. Gerade Produktfotos können problematisch werden, wenn sie falsch oder ohne Lizenz eingesetzt werden. Wenn ich dann quasi damit noch Geld verdiene könnte es schnell schwierig werden. Hierzu sollte man sich immer auch beim Affiliate-Partner (z.B. Amazon) absichern und die Nutzungsrechte der Produktfotos prüfen.

 

Worauf muss ich achten, wenn ich fremde Bilder auf Facebook, Google+ und anderen sozialen Netzwerken teile?

Ich kann dazu nur den Hinweis geben, dass ich von einigen Agenturen gehört habe für die es okay wäre, die gekauften Bilder auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken zu teilen. Andere Angenturen bieten extra Bilder für Facebook, Twitter und Co. zum Kauf an.

Hierzu sollte man sich immer bei der Bildagentur rückversichern, da man über die sozialen Netzwerke eigentlich ein Nutzungsrecht abgibt, welches man selbst gar nicht hat (z.B. weltweite Nutzung ohne Einschränkungen). Ich selbst teile natürlich auch meine Blog-Beiträge sowie die darin verwendeten Bilder, das es ohne  ja quasi heute nicht mehr geht, aber das sollte jeder selbst prüfen.

Noch ein Tipp, falls man sich nicht ganz sicher ist, kann man einfach den Fotografen sowie die Agentur in einen weißen Rand unter das Bild packen. So bleibt der Copyright Hinweis auch beim Teilen erhalten. Das mag aber nur bei ein paar Agenturen helfen – hier hilft wie sonst auch einfach nachfragen bei den Agenturen.

 

Was muss ich beachten, wenn ich ein fremdes Bild für ein E-Book (Cover oder Abbildung) benutzen möchte?

Leider gibt es auch hierfür keine generische Antwort. Ich würde einfach die Lizenzbedingungen lesen. Diese beinhalten bei einigen Angenturen eine Nutzung auf einem Cover eines eBooks (solange es eine Auflagenmenge von X nicht überschreitet). Bei anderen Angenturen kann dies aber auch bedeuten, dass man eine sog. erweiterte Lizenz kaufen muss. Dies muss im Einzelfall also auch mit der Agentur geklärt sein.

Ich merke mir das immer so: Wenn ich ein Bild oder Grafik erstelle die dann als Teil eines Produktes (in deinem Fall ein E-Book) genutzt wird, reicht oftmals eine normale Lizenz. Wenn ich jedoch einen Fotokalender, eine Postkarte oder ein Produkt erstelle, in der das Bild einen prominenten Anteil ausmacht (also z.B. ein E-Book mit nur Fotos) dann brauche eine “erweiterte Lizenz”. Diese kann man oft pro Bild kaufen und kostet je nach Agentur von 50 – 250 Euro.

 

Welches sind deiner Meinung nach die besten Fotodatenbanken?

Oh das ist schwer, es gibt so viele. Es kommt wie bei Allem auf die Nutzung an. Als kostenlose Alternativen finde ich z.B. Pixabay oder aber auch Death to the StockphotoGratisography oder Picjumbo ganz gut.

Viele der kostenpflichtigen Bildagenturen habe ich auf Fotoskaufen.de verglichen und teilweise sehr gute exklusive Angebote oder Gutscheine von Bildagenturen zusammengefasst.

Hier mal eine Top 10 Liste meiner Top Agenturen. Ich habe mit einigen Agenturen exklusive Angebot z.B. kostenlose Bilder für Neukunden oder Rabatte ausgehandelt. Diese sind hinter dem Agenturnamen verlinkt. Viel Spass damit. (Hinweis: bei einigen der Links handelt es sich um Affiliate Links von Fotoskaufen.de).

  1. Photocase: Cool, Trend und Flippig aus Berlin (kostenlos hier ausprobieren)
  2. Fotolia: Große Datenbank mit vielen deutschen Fotos und Grafiken (hier kostenlose Bilder sichern)
  3. Shutterstock: Das internationale Projekt muss fertig werden (hier gibts einen Shutterstock Gutschein)
  4. Pitopia’s Food Fotos: Ich mach was mit Food
  5. Panthermedia: Bilder auf Rechnung, netter Support und guter Bildbestand (Angebot hier)
  6. iStock: Kreative Bilder von den Erfindern der günstigen Fotos (iStock Gutschein gibt es hier)
  7. Depositphotos: für wenig Geld (5 kostenlose Fotos hier)
  8. StockPhotoSecrets Shop: Keine Lust 40 Millionen Bilder zu durchsuchen (7 Tage kostenlos Fotos herunterladen)
  9. Stocksy: Hammer Style aber nicht günstig (Gutschein “STOCKPHOTOPRESS” für 10% Rabatt nutzen)
  10. Dreamstime: Gute Auswahl und gute Preise (3 kostenlose Credits über diesen Link)

Vielen Dank für die aufschlussreichen Informationen

 

Hast du jetzt etwas mehr Durchblick, wenn es zu der Nutzung von Bildern im Internet kommt? Für mich war diese Auskunft aufschlussreich und hat mir einige Dinge ins Gedächtnis gerufen, die ich in Zukunft bei der Verwendung von fremden Fotos auf meinem Blog beachten werde.

Hast du noch weitere Fragen zu Lizenzen und der Verwendung von Fotos? Dann immer her damit in den Kommentaren.

Danke für 12 Kommentare

Wir freuen uns über deine Fragen, Hinweise und allgemeines Feedback. Wenn du eine spezielle Frage zum Beitrag hast, schaue bitte zuerst in den bisherigen Kommentaren und im FAQ nach, ob du die Antwort dort findest.

  Neue Kommentare abonnieren  
Neueste Älteste Beliebteste
Benachrichtige mich bei

Ich versuche auch nur eigene Bilder zu nutzen, was leider nicht immer klappt da man nicht alle Themen so einfach abdecken kann.

Hallo,
evtl. wäre unsere Seite https://www.redman.de/ noch interessant, speziell für Leute die kostenlose Landschaftsbilder aus Australien, Marokko usw. benötigen.
Schöne Grüße
Roland

Hallo, und wie ist das: darf ich selbstgemachte Photos von Produkten, z.B. einem Rasierer von Firma xy, veröffentlichen. Oder gibt es da auch sowas wie ein Urheberrecht, dass man keine Elektrogeräte ablichten darf.
Danke schonmal
Klaus Schleusener

Hallo,
Danke erstmal für den interessanten Beitrag. Beim Lesen ist mir eine Frage in den Kopf geschossen, und vielleicht hat ja jemand hier eine Antwort.
Wenn ich auf meinem Blog ein Film Review schreibe und nach Bildern von dem Film suche, stoßt man hin und wieder auf “Promotion-Packages”, die unter anderem auch ein paar Bilder und Stills des Filmes einhalten. Kann man diese Bilder im Blog verwenden (da sie ja vermutlich für Promotion Zwecke erstellt wurden und auf den offiziellen Webseiten meist problemlos zum Download verfügbar sind) oder muss ich mich da dennoch mit den jeweiligen Copyright Inhabern in Kontakt setzen? Bei größeren Filmen bekommt man als kleiner Blog ja nicht zwangsläufig schnell eine Rückmeldung.

Hallo David,
vielen Dank für deine interessante Frage, leider bin ich kein Anwalt und kenne mich eher mit Stockfotos etc. aus. Ich würde einmal vermuten das du Promotion-Bilder nutzen kannst wenn sie deutlich für die Nutzung auf Blogs wie deinem freigegeben wurden. Jedoch bin ich mir auch da nicht 100%-sicher. Nur weil die Bilder zum Download bereit stehen, bedeutet es nicht, dass du diese auch benutzen darfst. Ich müsste mir dazu vielleicht mal anschauen in welchem “Paket” die Bilder zum Download bereit stehen und ob dazu zusätzliche Informationen geliefert werden wie und wo man diese einsetzen darf. Viele größere Blogs und Magazine drucken die Bilder mit einem Hinweiss auf “Copyright FIRMA” ab. Ob das reicht kann ich dir leider nicht beantworten. Am besten ist immer einen Nachweiss für die Nutzungserlaubnis aufzuheben auf den man gegebenenfalls zurückgreifen kann falls es zu Problemen kommt. Selbst wenn du ein “kleiner Blogger” bist, würde ich mich trotzdem mal an die Firmen und deren Pressestellen wenden, oft reagieren diese positiv und du kannst eine gute Beziehung aufbauen. Mein finaler Tipp: Von einem Anwalt prüfen lassen wenn du oft Film Reviews schreibst.

Hallo Sebastian,

Wir handhaben das schlicht und einfach so:
unsere Bilder im Blog werden ausschließlich von uns selbst gemacht. Das minimiert das Risiko auf nahezu Null.

Aber natürlich ist es ein großer Unterschied, ob ein Blog eher Tagebuch- oder Business–Charakter hat. Das gebe ich zu.

Dirk Wiethüchter

Die Motive von “Death to the Stockfoto” gefallen mir persönlich sehr gut. Es gibt da eine kostenlose Variante bei der man monatlich 10 Fotos zur Verfügung gestellt bekommt und eine kostenpflichtige für 10 USD um unbegrenzt auf alle Bilder zurückgreifen zu können. Ich persönlich finde zur Zeit diesen Anbieter am besten.