Wireless Life https://wirelesslife.de Selbstbestimmt Leben, Ortsunabhängig Arbeiten Thu, 23 Mar 2017 07:23:49 +0000 de-DE hourly 1 https://wordpress.org/?v=4.7.2 https://wirelesslife.de/wp-content/uploads/2016/12/cropped-wireless_life_icon-32x32.png Wireless Life https://wirelesslife.de 32 32 Was ist eigentlich Freiheit? Wann sind wir wirklich frei und wann sitzen wir im goldenen Käfig? https://wirelesslife.de/freiheit/ https://wirelesslife.de/freiheit/#comments Thu, 23 Mar 2017 07:23:49 +0000 https://wirelesslife.de/?p=6592 Freiheit bedeutet, keinen äußeren und inneren Zwängen folgen zu müssen. Wirklich frei ist aber nur, wer seinen vorhandenen Freiheiten auch Handlungen folgen lässt. Dabei haben die Freiheit für mich als Individuum und die Freiheit im globalen Kontext ganz unterschiedliche Bedeutungen. Ein kompliziertes Thema also, das ich gerne mit dir diskutieren möchte.

Der Artikel Was ist eigentlich Freiheit? Wann sind wir wirklich frei und wann sitzen wir im goldenen Käfig? kommt von Wireless Life.

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1886 wurde die Freiheitsstatue als Geschenk der Franzosen an die Amerikaner eingeweiht. Die Statue der römischen Göttin Libertas soll Freiheit, Unabhängigkeit und die amerikanische Offenheit symbolisieren. Ob die Statue of Liberty heute bei Einwanderern immer noch für den American Dream steht, sei mal dahingestellt.

Fakt ist aber, dass Lady Liberty die Lücke zwischen persönlicher und kollektiver Freiheit zeigt. “America First” hat die Sicherheit und Freiheit der eigenen Bürger im Sinn, was zum Schaden Dritter geschieht.

Was bedeutet Freiheit für mich als Individuum und Freiheit im globalen Kontext? Diese Frage stelle ich mir immer wieder und möchte versuchen, dazu eine Diskussion anzuregen.

Freiheit bezeichnet die Fähigkeit des Menschen, aus eigenem Willen Entscheidungen zu treffen” oder „die Möglichkeit, ohne Zwang zwischen verschiedenen Möglichkeiten auswählen zu können“. So steht es in den Lexika und es liest sich eigentlich auch ganz nett, oder?

Freiheit bedeutet also, über sich selbst bestimmen zu können. Dazu gehören Meinungsfreiheit, Willensfreiheit, Entscheidungsfreiheit, Handlungsfreiheit, Bewegungsfreiheit, Bildungsfreiheit, Religionsfreiheit, Pressefreiheit, Vertragsfreiheit, …

Viele dieser Freiheitsrechte sind in Verfassungen und auch im deutschen Grundgesetz fest verankert. Es sind Grundfreiheiten, die uns in Deutschland (zumindest auf dem Papier) zustehen. Natürlich bedeutet das noch lange nicht, dass wir alle gleich frei sind.

 

Frei ist, wer seine Freiheiten nutzt

In der praktischen Philosophie wird zwischen negativer und positiver Freiheit unterschieden. Es ist der Unterschied zwischen äußerer und innerer Handlungsfreiheit, also den theoretischen Freiheiten von Zwängen und den faktischen Freiheiten zu aktivem Handeln.

Freiheit bedeutet für mich, “Nein” zu Zwängen und “Ja” zu Möglichkeiten zu sagen.

Freiheit von etwas (Nein sagen): Negative, äußere oder persönliche Freiheit besteht, wenn zwar keine Zwänge (z.B. durch die Regierung, Gesellschaft oder körperliche Einschränkungen) bestehen, die Möglichkeiten zum freien Handeln aber nicht genutzt werden. Die negative Freiheit kann als goldener Käfig gesehen werden.

Freiheit zu etwas (Ja sagen): Positive, souveräne oder faktische Freiheit besteht, wenn uns innere Zwänge oder Einschränkungen (z.B. Gesundheit, Geld) nicht von freien Handlungen abhalten. Dazu zählen das Nutzen von Meinungsfreiheit und Bewegungsfreiheit, aber auch das Freisein von Gewohnheiten, Denkmustern und Vorurteilen. Selbstbestimmung und Selbstverwirklichung beginnen erst, wenn wir aktiv nach diesen Freiheiten handeln.

Wer sich trotz aller Möglichkeiten in einer persönlichen Unfreiheit befindet, der endet in einem goldenen Käfig. Das zeigen wohlhabende Menschen, die durch ihren Besitz eingeschränkt sind, Lifestyle Unternehmer, die ununterbrochen arbeiten oder Partner, die sich nicht von einengenden Beziehungen lossagen.

In dem Moment, wo wir unsere Freiheiten nutzen und Ja zu etwas sagen, gehen wir Risiken ein. Wie sagen ja zu Beziehungen, Unternehmertum, Reisen oder äußern eine kritische Meinung und wissen, dass die Konsequenzen daraus schmerzhaft sein können. Zur Freiheit gehört es eben auch, Risiken einzugehen und alle Konsequenzen daraus selbst zu tragen.

Ich denke, genau hier unterschieden wir Menschen uns. Eine Gruppe hat diesen starken Freiheitsdrang und ist bereit, dafür Risiken einzugehen. Die andere Gruppe schätzt Stabilität und Sicherheit weitaus höher, weshalb auf Freiheiten verzichtet wird. Das eigene Wohlbefinden ist je nach diesen Grundwerten auf der einen oder anderen Seite des Spektrums am höchsten.

 

Schließen sich Freiheit und Sicherheit aus?

In den letzten Jahren, in denen ich in Asien gelebt habe, bekam ich das Spannungsverhältnis zwischen Freiheit und Sicherheit zu spüren. Selbstbestimmung und öffentliche Ordnung sollten sich in der Theorie nicht ausschließen, tun dies in der Praxis aber aufgrund der Natur des Menschen.

Nur wer sich sicher fühlt, kann sich auch frei verhalten. Wer zu viele Freiheiten hat, missbraucht diese leider allzu oft zum Schaden Dritter. Um Sicherheit zu gewährleisten werden also Gesetze, Überwachungssysteme, Zensur und Ordnungshüter installiert, die wiederum die persönliche Freiheit einschränken. Diese Sanktionen führen aber auch dazu, dass ich mich nirgendwo so sicher fühle wie in Asien.

In der westlichen Welt steht die Wahrung der Freiheitsrechte im Vordergrund. Auf viele dieser Grundrechte wird in anderen Ländern verzichtet, da Sicherheit trotz eingeschränkter Freiheit zu einem allgemeinen Freiheitsgewinn führt.

„Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren.“

Von Benjamin Franklin stammt diese Aussage, die ich mit gemischten Gefühlen betrachte. Als deutscher Staatsbürger, der mit all diesen Grundfreiheiten aufgewachsen ist, würde ich zustimmen. Als jemand, der lange in Asien gelebt hat, sehe ich es kritisch, da die Aufgabe einiger Grundrechte hier zu mehr Wirtschaftswachstum, Sicherheit und letztendlich auch zu weniger  Zwängen führt.

Mich würde brennend interessieren, wie du das siehst. Gibt es eine absolute Freiheit, die für jeden Menschen auf der Welt gleich sein sollte, oder führen Kompromisse zu einem höheren Allgemeinwohl?

 

Zwischen individueller und kollektiver Freiheit

Freiheit ist individuell. Aber Freiheit ist immer auch universal. Wenn ich nur nach meiner eigenen Freiheit strebe, ohne die Interessen von Menschen mit geringeren Chancen auf Freiheit zu berücksichtigen, dann ist dies eine sehr egozentrische Freiheit.

Freiheit zum Gemeinwohl ist zum Beispiel die Auferlegung des Zwanges, dass in Restaurants nicht geraucht werden darf. Es schränkt die Freiheit des Rauchers ein, sorgt aber für den Rest der Bevölkerung für die freie Wahl des Mittagstisches.

Auf globaler Ebene grenzen Einwanderungsverbote, wirtschaftliche Sanktionen, Zwangsarbeit oder die Bezahlung von Niedriglöhnen die Freiheiten bestimmter Personengruppen massiv ein, oft zum Vorteil und dem Zuwachs an Freiheit von anderen Menschen.

Freiheit heißt eben auch, anderen ihre Freiheiten zuzugestehen. Erst mit dieser Wechselbeziehung gibt es eine kollektive Freiheit. Vermutlich kann es diese absolute Freiheit nie geben, da wir Menschen in der Regel unser eigenes Wohl vor das Allgemeinwohl stellen.

 

Diese egoistische Einstellung sehe ich weniger kritisch als das fehlende Bewusstsein über die großen Freiheiten, die wir im Vergleich zu vielen anderen Ländern besitzen.

Ich kann mir aussuchen, wo ich lebe, in welche Länder ich reise, ob und wie ich arbeite und mit wem ich eine Beziehung führen möchte. Was für mich selbstverständlich, ist für den Großteil der Weltbevölkerung absolute Utopie.

Genau deshalb ärgert es mich, wenn die Schulpflicht, Steuerpflicht und andere vermeintliche Pflichten in Deutschland beklagt werden. Ich stimme auch nicht mit allen Details dieser Zwänge überein, denke aber, dass sie zu einem höheren Allgemeinwohl führen.

Was ich viel eher sehe, sind all die Freiheiten, die mit dem deutschen Reisepass, dem freien Zugang zu Informationen, der freien Partnerwahl und vielen anderen Privilegien kommen. All diese Freiheiten sollten wir viel höher schätzen und davon bestmöglichen Gebrauch machen.

 

Jetzt bist du dran. Was bedeutet Freiheit für dich?

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Wie du deine Geschäftsidee in einer Woche und mit weniger als 100 Euro testest https://wirelesslife.de/geschaeftsidee-testen/ https://wirelesslife.de/geschaeftsidee-testen/#comments Tue, 14 Mar 2017 09:09:44 +0000 https://wirelesslife.de/?p=6567 Der Markttest hat zum Ziel, das Risiko aus der Umsetzung einer Geschäftsidee zu nehmen, die echte Kaufbereitschaft zu überprüfen, erste Kunden zu gewinnen und gleichzeitig Feedback für Verbesserungen zu bekommen. So einen Test kannst du in wenigen Tagen machen und nimmst damit so richtig Fahrt auf.

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Mein erster ernsthafter Versuch, mich selbständig zu machen, begann gemeinsam mit einem Freund im Studium. Unsere Idee war nicht schlecht – Studenten, die ein Pflichtpraktikum im Ausland absolvieren müssen, an Unternehmen zu vermitteln, in denen sie tatsächlich etwas lernen können und dabei vergütet werden.

Also schrieben wir ein halbes Jahr an unserem Businessplan, mieteten uns ein Büro, entworfen das Logo, stellten wilde Finanzpläne auf und interviewten andere Praktikumsvermittler unter dem Vorwand, für unsere Bachelorarbeit zu recherchieren. Wir haben uns totkalkuliert, in Annahmen verloren und letztendlich selbst sabotiert. Auf die Straße gebracht haben wir die Geschäftsidee nie.

Kommt dir das bekannt vor? Hast du eine großartige Idee im Kopf, bist dir aber unsicher, ob die Umsetzung profitabel wäre? Je länger du mit der Umsetzung wartest, desto stärker lässt die Motivation nach. So geht es zumindest mir.

Wenn dir eine Idee in den Kopf gekommen ist, dann ist die Euphorie groß. Diesen Schwung musst du mitnehmen, indem du sofort den ersten kleinen Schritt gehst. Je länger du damit wartest, dir Feedback für deine Idee einzuholen, desto größer wird das Ideenungetüm in deinem Kopf und desto unwahrscheinlicher die Umsetzung.

 

Ideen schnell testen, anstatt Annahmen zu treffen

Mittlerweile habe ich gelernt, dass ich weder viel Zeit noch Geld in ein neues Geschäftskonzept investieren sollte, sondern die Idee schnell und einfach testen kann. Erst wenn sich meine Annahmen – also der Bedarf am Markt – bestätigt hat, dann investiere ich weitere Ressourcen in die Umsetzung.

So ein Markttest kann für die meisten Geschäftsmodelle innerhalb weniger Tage durchgeführt werden. Dabei ist es ganz egal, ob es sich um einen Online-Shop, ein digitales Produkt oder eine Dienstleistung handelt.

Mit dem Markttest überprüfst du nicht nur die echte Kaufbereitschaft und nimmst somit das Risiko aus der Umsetzung einer Geschäftsidee, sondern bekommst gleichzeitig Feedback für Verbesserungen und gewinnst im Bestfall schon die ersten zahlenden Kunden.

Genau so habe ich es mit meinem Wireless Life Guide gemacht, mit einer virtuellen Konferenz und auch mit den Workations. Dabei waren nicht immer alle Markttests erfolgreich, sondern sind wie das Online Business Bootcamp auch mal gescheitert, was dennoch eine wahnsinnig wertvolle Erkenntnis war, die uns vor größeren finanziellen Risiken bewahrt hat.

Die genannten Markttests sind über den Zeitraum von ein bis vier Wochen abgelaufen. Während einer Workation haben wir die Ideenvalidierung im Rahmen einer Startup Night auf die Spitze getrieben, als wir Geschäftsideen in einer einzigen Nacht getestet haben.

Wie lange du für einen solchen Markttest einplanen solltest, hängt ganz von deinen Vorkenntnissen und deiner Idee ab. Exemplarisch möchte ich dir den Prozess mal für einen Zeitraum von einer Woche zeigen.

Teste deine digitale Geschäftsidee

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7 Tage zum Test deiner Geschäftsidee

Auch ohne bestehendes Netzwerk, technische Vorkenntnisse und viel Zeit kannst du deine Geschäftsidee testen. Wichtig dabei ist, dass du schnell ins Handeln kommst und deinen Anspruch an Perfektion zurückstellst.

Du erstellst einen Prototyp für dein Angebot, der den wichtigsten Nutzen kommuniziert, ohne dabei final zu sein. Mit Hilfe von Werbeanzeigen zeigst du diesen Prototypen dann deiner Zielgruppe und überprüfst, ob aus den Interessenten tatsächlich Käufer werden.

 

Tag 1: Strategie für Markttest

Werde dir zunächst klar darüber, wer dein Kunde ist, wie du deine Marktnische abgrenzt, welchen Engpass du bedienst und in welcher Form du dein Produkt am Markt anbietest. Sobald deine Geschäftsidee konkret ist, machst du dir Gedanken darüber, wie der Markttest abläuft.

  1. Start- und Endtermin für die Validierungsphase festlegen, z.B. mein Markttest läuft 7 Tage lange ab dem 01.10. (Zeitpunkt ab dem das Angebot öffentlich gemacht wird).
  2. Kennzahlen für die Erfolgsmessung suchen, z.B. die Anzahl an E-Mail-Abonnenten oder Vorbestellungen, die ich benötige, um mir meiner Idee sicher zu sein
  3. Art des Prototyps bestimmen (mehr dazu weiter unten)
  4. Anzeigen schalten, um deiner Zielgruppe das Angebot zu zeigen
  5. Daten auswerten, um letztendlich eine fundierte Entscheidung treffen zu können

Bevor ich damit begonnen habe, den Wireless Life Guide zu schreiben, habe ich mich Anfang 2015 dazu entschieden, meine Leser vorab einfach zu fragen, ob sie das eBook kaufen würden. Zum Zeitpunkt der Ankündigung stand weder der finale Titel, noch das Cover fest. Auf einer Landing Page waren die thematischen Schwerpunkte für das zukünftige Buch zu sehen und es gab einen 20% Rabattcode für die Eintragung in die Vorverkaufsliste.

Meinen Testzeitraum habe ich auf 4 Wochen festgelegt, in dem ich das Angebot über mein Netzwerk und Facebook Anzeigen beworben habe. Mein Ziel war es, in dieser Zeit mindestens 200 Leute in die Vorverkaufsliste zu bekommen. Nach 30 Tagen hatte ich über 500 Abonnenten und habe erst dann mit dem Schreiben begonnen.

Je nach deinem Angebot könnte dein Prototyp eine einfache Webseite, ein Formular, ein Video oder ein 3D-Mockup deines Produktes sein. Werde bei deinem Prototypen kreativ und denke daran, dass dieser mit möglichst wenig Aufwand erstellt werden muss. Hier ein paar Ideen für verschiedene Geschäftsmodelle:

  • Coaching: kostenlose 15-minütige Erstberatungen mit dem Angebot einer kostenpflichtigen Folgesitzung am Ende.
  • Onlinekurs: erstelle zunächst nur die Gliederung und das erste Kapitel deines Kurses und lasse Interessenten für einen Sonderpreis testen.
  • Online-Shop: frage Produzenten nach der Genehmigung, Produktbilder und -beschreibungen auch schon vor der Bestellung größerer Margen in deinen Online-Shop einbinden zu können. Weise Käufer dann auf verlängerte Lieferzeiten hin und bestelle die Ware selbst erst, wenn du genügend Vorbestellungen hast.
  • Veranstaltungen: organisiere ein Webinar zu deinem Thema und mache den Teilnehmern am Ende ein verbindliches Angebot für die Veranstaltung, welche sie mit einer Anzahlung zum Sonderpreis buchen können.

 

Tag 2: Technik einrichten

Für die meisten Prototypen bietet sich eine Landing Page (einseitige Webseite) an. Diese kannst du schnell und einfach per Drag&Drop mit Website-Buildern wie Weebly oder Jimdo erstellen. Diese Webseite verbindest du dann noch mit einem E-Mail-Anbieter wie Mailchimp, um Anfragen, Abonnements oder Vorbestellungen entgegennehmen zu können.

Wenn dein Angebot weniger erklärungsbedürftig ist, reicht eventuell auch schon ein einfaches Formular von Google Forms, Jotform oder Cognito Forms, das du auf einer Webseite einbinden oder direkt über eine Facebook Anzeige bewerben kannst.

Ein schönes Design für deinen Prototypen kannst du über Canva machen. Über Gumroad kannst du Produkte zum Vorverkauf einstellen und damit Zahlungsdaten sowie Geld einsammeln, wenn du dein Produkt später wirklich erstellst. Ein kostenloses Erklärvideo gestaltest du mit mysimpleshow.

Alle vorgestellten Tools sind in der Grundversion absolut kostenfrei. Wenn Online Marketing für dich Neuland ist, dann wird die Einarbeitung sicher einige Stunden in Anspruch nehmen aber denke immer daran, dass es nicht um Perfektion, sondern um einen Test geht.
 

Tag 3: Protoyp erstellen

Am dritten Tag füllst du das technische Grundgerüst mit Inhalten, die dein Angebot beschreiben. Für einen Service ist das eine Leistungsbeschreibung mit konkretem Preis, für ein physisches Produkt mindestens ein Schaubild oder ein Video und für ein digitales Produkt der Inhalt des späteren Angebotes.

Sehr wichtig dabei ist, dass du deine Interessenten nicht fragst “Würdest du kaufen, wenn …”, sondern ihnen ein konkretes Angebot machst. Wenn wir Menschen nach etwas gefragt werden, dann versuchen wir ehrlich zu antworten oder höflich zu sein, was aber meist nicht unsere tatsächliche Handlung widerspiegelt. Deshalb sollte dein Angebot einen konkreten Preis und einen Call-to-Action (Handlungsaufforderung wie “Jetzt vorbestellen” oder “Updates abonnieren”) haben.

Sehr gute Beiträge zur inhaltlichen Gestaltung deiner Verkaufsseite findest du auf dem affenblog und bei bjoerntantau.com.

 

Tag 4: Angebot sichtbar machen

Wenn du bereits ein eigenes Netzwerk hast (Xing, Facebook, E-Mail usw.), dass für dein Angebot relevant ist, dann teile es dort. Überlege auch, ob du Menschen ansprechen kannst, die deine Zielgruppe bereits bedienen. Stelle ihnen die Vorzüge deines Angebotes vor und bitte sie darum, es mit ihrer Leserschaft zu teilen.

Der schnellste Weg, um Besucher auf deine Landing Page oder dein Formular zu bekommen, führt in der Kürze der Zeit jedoch über bezahlte Anzeigen. Aufgrund der guten Eingrenzung der Zielgruppe empfehle ich dir Facebook Anzeigen. Damit kannst du deiner Zielgruppe innerhalb weniger Stunden dein Angebot zeigen.

Wichtig bei der Erstellung der Werbeanzeige bei Facebook sind vor allem zwei Dinge. Erstens musst du deine Zielgruppe, der die Anzeige gezeigt wird, möglichst konkret definieren. Denke dabei nicht nur an demographische Angaben, sondern auch an Interessen, Bedürfnisse und Vorlieben. Zweitens sollte die Anzeige den Nutzer auf einem emotionalen Level ansprechen. Das schaffst du über Bilder oder Videos und einen Titel, der neugierig macht und zum Klicken verleitet.

Weniger wichtig für den Markttest ist das Optimieren der Anzeige hinsichtlich der Klickrate und dem Anzeigenpreis. Es geht erstmal nur darum, die ersten 100 – 1.000 Klicks zu bekommen. Pro Klick kannst du mit einem Preis von 10 – 50 Cent rechnen. So gehst du bei der Anzeigenerstellung vor:

  1. Werbekampagne mit dem Ziel “Traffic” erstellen
  2. Zielgruppe festlegen (z.B. DACH-Region, Sprache: deutsch, Verhalten: aktuell Reisende, Interessen: Lonely Planet)
  3. Budget und Zeitplan festlegen (z.B. Tagesbudget von 50 Euro für 2 Tage)
  4. Werbeanzeige erstellen (emotionales Bild oder Video, aussagekräftiger Titel, Kurzbeschreibung und Linkziel)
  5. Facebook Seite für dein Produkt erstellen (wenn noch nicht geschehen), da die Werbeanzeige immer mit einer Seite verknüpft werden muss

Eine detaillierte Anleitung zur Erstellung von Werbeanzeigen findest du direkt in der Facebook Hilfe.

 

Tag 5-6: Daten auswerten

Jetzt heißt es, 1-2 Tage abwarten und Daten sammeln. Im Facebook Werbemanager siehst du, wie viele Leute auf deine Anzeige geklickt haben. Diese Zahl setzt du ins Verhältnis zu den eingegangenen Vorbestellungen für dein Produkt, die E-Mail-Anfragen, die Anmeldungen für dein Webinar oder die gewonnenen Abonnenten.

Nehmen wir an, dass 500 Leute auf deine Werbeanzeige geklickt haben. Von diesen 500 haben 25 dein Produkt vorbestellt. Du hast also eine Conversion Rate von 5%. Bei einem eingesetzten Werbebudget von 100 Euro kostet dich ein Kunde 4 Euro. Lässt die Gewinnmarge deines Produktes langfristig ein solches Werbebudget zu?

Ein weiteres Beispiel, wenn du nicht direkt verkaufst, sondern erstmal nur das Interesse abfragst. Nehmen wir an, es haben sich von den 500 Leuten, die auf eine Anzeige geklickt haben,  50 Leute in deine Interessentenliste eingetragen (Conversion Rate von 10%). Gehen wir jetzt davon aus, dass 20% der Interessenten letztendlich auch bei dir kaufen, dann hättest du 10 Kunden (10 Euro Akquisekosten pro Kunde). Lohnt sich das dafür eingesetzte Werbebudget?

Diese Beispiele sind komplett aus der Luft gegriffen, sollen dir aber zeigen, wie du bei der Auswertung der gesammelten Daten denken solltest. Je nach deiner verwendeten Webseiten- und Analyse-Software kannst du dir weitere Daten wie die Verweildauer von Besuchern auf der Webseite anschauen, um Rückschlüsse zu ziehen.

 

Tag 7: Entscheidung

Nachdem du genügend Daten gesammelt hast (abhängig von der Größe deiner Nische und deinem Angebotspreis), entscheidest du, ob deine festgelegten Kennzahlen vom ersten Tag erreicht wurden.

Hast du deine 20 Vorbestellungen, 100 Anmeldungen für das Webinar oder 200 E-Mail-Abonnten bekommen? Lasse dich an dieser Stelle nicht zu sehr von deinen Emotionen und Eindrücken leiten, sondern schaue dir die harten Zahlen an.

Ich weiß nur zu gut, wie schwer es ist sein Ideenbaby sinken zu sehen. Schon mehrmals habe ich Geld und Zeit verloren, nur um eine Idee auf Teufel komm raus weiterzuverfolgen, obwohl das erste Feedback nicht gut war. Heute versuche ich rationaler an die Sache heranzugehen. So sehr es schmerzt, eine aus meiner Sicht gute Idee aufzugeben, so sehr Zeit und Geld spart es mir.

Solltest du dein Ziel um Längen verfehlt haben, dann mache dich an den Test der nächsten Geschäftsidee. Wenn es zumindest ein Grundinteresse an deinem Angebot gab, du dein Ziel also nur knapp verfehlt hast, dann frage bei den Interessenten nach, wie du den Prototyp verbessern kannst und teste erneut.

War dein Markttest erfolgreich, dann herzlichen Glückwunsch. Jetzt geht es darum, dein abgegebenes Versprechen den Interessenten oder Käufern gegenüber einzulösen und aus dem Prototypen ein perfektes Produkt zu entwickeln.

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Wenn du eine Idee für ein digitales Produkt oder einen Service im Kopf hast, dann schiebe sie nicht länger auf. Komme in unsere Macher Challenge und teste innerhalb von 5 Tagen, ob die Umsetzung der Idee erfolgsversprechend ist. Sobald du einmal damit begonnen hast wirst du merken, wie das Rad der Motivation ins Rollen kommt.

Damit wünsche ich dir viel Spaß und Erfolg bei deinem eigenen Markttest. Vielleicht sehen wir uns bald in der Macher Challenge und kommen gemeinsam ins Handeln.

 

Welche Geschäftsideen hast du bisher getestet und wie bist du dabei vorgegangen? 

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Wie du gute Virtuelle Assistenten findest, was sie kosten und worauf es bei der Zusammenarbeit ankommt https://wirelesslife.de/virtueller-assistent/ https://wirelesslife.de/virtueller-assistent/#comments Mon, 06 Mar 2017 06:27:53 +0000 https://wirelesslife.de/?p=6462 Wenn du mehr Arbeit hast, als der Tag Stunden zählt, dann heißt die logische Konsequenz: Outsourcing. Virtuelle Assistenten können dir dabei viele alltägliche Aufgaben abnehmen. Dass das Auslagern an VA's kein Allheilmittel ist, musste ich selbst schon erfahren. Was du auslagern kannst, wie du es machst und wo du virtuelle Assistenten findest, erklärt dir Vera Ruttkowski in diesem Gastbeitrag.

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Wenn du wirklich unternehmerisch handeln möchtest, dann kannst du nicht ständig alle Alltagsaufgaben selbst erledigen. Du als Unternehmer solltest an der Strategie und Vision arbeiten, nicht aber zu 100% in deinem Unternehmen beschäftigt sein.

Auch wenn mir das nach Beginn meiner Selbständigkeit relativ schnell klar wurde, habe ich mich mit dem Auslagern von Aufgaben immer schwer getan. Schließlich erledigt niemand die Dinge so, wie ich es machen würde. Außerdem war es für mich immer eine große Herausforderung, die für mich so logischen Arbeitsschritte so gut zu dokumentieren und zu kommunizieren, dass sie ein virtueller Assistent für mich ausführen kann.

Aber trotz all der Herausforderungen führt kein Weg daran vorbei, wenn wir mit unserem Business wachsen möchten. Eines meiner wichtigsten Learnings dabei war, dass ich genau die Qualität bekomme, für die ich bezahle. Von einem VA, dem ich 10 Euro pro Stunde bezahle, kann ich nicht viel Eigenantrieb und Kreativität erwarten. Wenn ich 25+ Euro bezahle, dann kann ich wirklich eine “rechte Hand” bekommen, die mich extrem entlastet.

Das weiß niemand besser als Vera, die selbst schon einige Jahre als Virtuelle Assistentin arbeitet und mit Fernarbeit.net deutsche VA’s an Auftraggeber vermittelt. Sie schreibt in diesem Gastbeitrag darüber, worauf es beim Outsourcen ankommt und wo du deinen perfekten VA findest.

Also, Vorhang auf für Vera …

 

Der Begriff des Virtuellen Assistenten ist in Deutschland noch nicht so verbreitet wie in anderen Ländern. Vor allem in den USA sind Virtuelle Assistenten sehr bekannt. Doch spätestens nach der Lektüre der “4-Hour Work Week” von Tim Ferris kommen auch viele deutsche Unternehmer auf den Gedanken, sich von einem Virtuellen Assistenten unterstützen zu lassen.

  • Doch welche Aufgaben kann ein Virtueller Assistent überhaupt erledigen?
  • Wo finde ich einen passenden Assistenten?
  • Wie starte ich die Zusammenarbeit?
  • Und was wird mich das Ganze kosten?

Viele Unternehmer lassen sich durch Unklarheiten davon abhalten, die Idee weiterzuverfolgen oder starten ahnungslos den Versuch und sind anschließend nicht mit dem Ergebnis zufrieden. Dabei lohnt sich der anfängliche Mehraufwand. Denn wer lernt Aufgaben abzugeben, gewinnt mehr Zeit und Energie für sein Unternehmen.

 

Was kann ein Virtueller Assistent für mich erledigen?

Was genau macht ein Virtueller Assistent und welche Aufgaben eignen sich für den Start in die Zusammenarbeit?

Virtuelle Assistenten erledigen als selbständige Unternehmer vor allem administrative Aufgaben für ihre Auftraggeber. Je nach Berufserfahrung und Qualifikation reicht die Bandbreite von einfachen Recherchen und Textverarbeitung bis hin zu Projektmanagement, Betreuung der Social Media Kanäle und vielem mehr.

Ein guter Virtueller Assistent kann sich mit dir gemeinsam zu deiner rechten Hand entwickeln und dir so den Rücken in vielen Bereichen frei halten.

Doch fangen wir mal klein an!

Das Abgeben von Aufgaben an Virtuelle Assistenten ist nicht nur was für Großunternehmer – ganz im Gegenteil: gerade für Solopreneure und Neugründer ist diese Art der Unterstützung ideal.

Auch wenn du zu Beginn nur wenige Stunden in der Woche oder sogar im Monat abzugeben hast – dies verschafft dir mehr Zeit um AN deinem Business, statt IN deinem Business zu arbeiten.
Außerdem lernst du Schritt für Schritt, wie man richtig outsourct und mit externen Freelancern zusammenarbeitet. Die perfekte Vorbereitung für den Moment, wenn es ohne Unterstützung nicht mehr geht.

Typische Aufgaben für einen Einstieg sind:

  • Recherchen, Erstellen von Präsentationen und Transkripte
  • Reisebuchungen, Hotelreservierungen und Terminkoordination
  • Einpflegen von Blogbeiträgen auf der Webseite
  • Beantworten von immer wiederkehrenden Kundenanfragen

Noch immer keine Idee, welche Aufgabe du abgeben könntest? Kein Problem. Nimm Dir Zeit und gehe folgendermaßen vor.

Schreibe während deiner gesamten Arbeitswoche auf, welche Aufgaben du erledigst. Am Ende der Woche teilst du diese Aufgabenliste dann auf in:

  • Aufgaben, die du gerne und gut machst
  • Aufgaben, die du nicht gerne machst
  • Aufgaben, die du nicht gut machst
  • Aufgaben, von denen du das Gefühl hast, dass du sie nicht erledigen solltest

Aus den letzten drei Kategorien wählst du dann Aufgaben aus, welche problemlos online und von jemand anderem erledigt werden können.

 

Vor dem Outsourcen steht die Dokumentation

Du hast eine oder mehrere Aufgaben gefunden, welche du auslagern möchtest? Super! Der erste Schritt zur Zusammenarbeit mit einem Virtuellen Assistenten ist geschafft. Aber aufgepasst! Renne nicht gleich los und engagiere einen Assistenten. Du fragst dich warum? Ganz einfach: die Qualität der Leistung, die du erhältst, hängt sehr stark von der Qualität deines Inputs ab.

Dokumentiere die Aufgabe so gut du kannst. Nutze dazu Textdokumente, Projektmanagement-Tools wie z.B. Trello oder mache ein Video für komplexere Aufgaben, in welchem du die Abläufe erklärst.

Stelle sicher, dass der Assistent alle notwendigen Informationen und gegebenenfalls Zugänge (Webseite, Dokumente) hat, bevor er mit der Aufgabe beginnt. Für Webseiten und Dokumente kannst du zu Beginn auch eingeschränkte Zugänge vergeben und diese bei Bedarf wieder sperren.

Das Vertrauen gegenüber deinem Assistenten und in das Abgeben von Aufgaben muss sich natürlich erst aufbauen. Aber einen gewissen “Vertrauensvorschuss” musst du bereit sein zu geben, denn ganz ohne Einblicke in dein Business kann dich dein Assistent nicht unterstützen. Doch mit der Zeit wächst wie auch bei anderen Mitarbeitern das Vertrauen. Zudem kannst du auch eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben lassen.

 

Wo finde ich Virtuelle Assistenten

Im englischsprachigen Bereich ist es derzeit noch um einiges einfacher, gute Virtuelle Assistenten zu finden, als im deutschsprachigen Raum. Gerade auf den Philippinen gibt es sehr gute Arbeitskräfte, die zu äußerst geringen Stundenlöhnen tolle Arbeit abliefern. Je nach Aufgabenstellung kann dies durchaus eine Option darstellen.

Wenn du jedoch einen deutschsprachigen Assistenten suchst, der sich in deine Projekte reindenkt, gute E-Mails und Texte formuliert und mit dir gemeinsam wächst, dann solltest du an anderen Stellen suchen. Folgende Möglichkeiten hast du:

1. Poste dein Projekt auf einer Freelancer-Seite wie Upwork, machdudas.de etc.

Auch hier tummeln sich einige Virtuelle Assistenten. Du kannst deren Bewertungen lesen und die Sicherheit des Zahlungssystems nutzen. Für Einzelprojekte durchaus empfehlenswert – wenn du nach jemandem zur längerfristigen Zusammenarbeit suchst, könnte es schwieriger werden. Oft melden sich Freelancer auf den Portalen nach einigen Aufträgen nicht mehr. Zudem fällt immer eine Gebühr für das Portal an.

2. Agenturen für Virtuelle Assistenten

Auch hier gibt es einige zur Auswahl: my-vpa, Strandschicht, eassistentin.de

Das Prinzip ist bei allen ähnlich: Du buchst ein Stundenpaket, beschreibst deine Aufgabe und bekommst einen Assistenten zugeteilt. Der große Vorteil ist, dass die Zuteilung der Aufgabe in der Regel sehr schnell geschieht und dein Projekt somit schnell erledigt wird.

Die Nachteile: Du kannst zumindest zu Beginn nicht wirklich auswählen, welchen Assistenten du bekommst, es ist also ein wenig Glück dabei. Zudem arbeiten die Assistenten in erster Linie für die Agentur. Wenn sie dort aufhören, bist du deinen mühsam eingearbeiteten Assistenten schnell wieder los und musst von vorne beginnen.

3. Direkter Kontakt mit Virtuellen Assistenten

Gerade wenn du nach einer längerfristigen Zusammenarbeit suchst, macht es Sinn den Assistenten persönlich auszuwählen und direkt für dich arbeiten zu lassen. So hast du größeren Einfluss auf die Motivation und Loyalität. Frage Bekannte nach Empfehlungen oder lasse dir Bewerbungen von Virtuellen Assistenten zusenden. Du kannst dein Gesuch in Jobbörsen, wie beispielsweise Fernarbeit.net, veröffentlichen und erhältst dann Bewerbungen von Virtuellen Assistenten.

Prüfe die eingehenden Bewerbungen und nimm dir Zeit für ein persönliches Gespräch. Wenn die Chemie stimmt, dann macht auch die Zusammenarbeit viel mehr Spaß. Alle Virtuellen Assistenten bei Fernarbeit.net sind deutsche Muttersprachler und können sehr gute Qualifikation aufweisen. Lebensläufe der Assistenten können auf der Seite angesehen werden.

Je nachdem, welchen Weg du wählst und welche Aufgaben du abzugeben hast, ergibt sich der Preis. Du kannst dich auch an den Agenturen orientieren, bei denen die Stundensätze meist bei ca. 20 Euro/Stunde losgehen. Je nach Aufgabe machen vielleicht auch Monatspauschalen für dich Sinn.

Einen gut qualifizierten, deutschsprachigen Virtuellen Assistenten wirst du nicht zu den Preisen wie auf den Philippinen finden. Vergiss nicht, dass ein Virtueller Assistent auch ein Spezialist in seinem Bereich ist und dir im besten Fall dauerhaft den Rücken freihält.

Ein Assistent, der dir beispielsweise einige Stunden am Tag deine Kundenkorrespondenz und Organisation abnimmt sowie deine Social Media Kanäle am Laufen hält, sollte dir die Investition wert sein.

 

Tipps für die ersten Schritte

Nimm dir Zeit für die Einarbeitung und stehe auch für Fragen zur Verfügung. Auch ein Virtueller Assistent ist nur ein Mensch – nimm dir Zeit für Gespräche per Skype und lerne die Person etwas kennen. Gib Feedback auf die Aufgaben und hole dir auch selbst Feedback ein – so könnt ihr gemeinsam eure Zusammenarbeit optimieren und hoffentlich langfristig gestalten.

Virtuelle Assistenten sind oft top qualifiziert und haben viel Erfahrung in verschiedenen Bereichen. Ein Grund, warum dieser Job auch so viel Spaß macht. Auch wenn dein Assistent eine Aufgabe noch nicht gemacht hat, lohnt sich die Investition darin, ihn einzulernen. Die meisten Assistenten finden sich schnell in neue Arbeitsweisen und Programme ein und haben Spaß daran dazuzulernen. Für mich ist der Job als Virtueller Assistent einer der abwechslungsreichsten Jobs, die es gibt – und dazu noch mit dem Vorteil ihn ortsunabhängig ausüben zu können.

 

Über die Autorin:

Vera Ruttkowski arbeitet seit 2014 als Virtuelle Assistentin. Bevor sie sich als VA selbstständig gemacht hat, arbeitete sie in Marketing- und PR-Agenturen. Um auch Anderen das ortsunabhängige Arbeiten als VA zu ermöglichen und VA’s in Deutschland bekannter zu machen, betreibt sie das Portal fernarbeit.net und, gemeinsam mit ihrer Kollegin Tanja Baumann, den Onlinekurs für Virtuelle Assistenten, die VA-Fabrik.

Der Artikel Wie du gute Virtuelle Assistenten findest, was sie kosten und worauf es bei der Zusammenarbeit ankommt kommt von Wireless Life.

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Umsatzsteuer im Internet: Der Guide für den Verkauf digitaler Produkte und Dienstleistungen in der EU https://wirelesslife.de/umsatzsteuer-digitale-leistungen/ https://wirelesslife.de/umsatzsteuer-digitale-leistungen/#comments Mon, 27 Feb 2017 06:41:35 +0000 https://wirelesslife.de/?p=5631 Seit dem 01.01.2015 gilt in Europa ein neues Umsatzsteuergesetz für elektronisch erbrachte Leistungen. Das Ziel war es, die länderübergreifende Behandlung der Umsatzsteuer gerechter und einfacher zu gestalten. An diesem Ziel sind die Gesetzgeber deutlich vorbeigeschossen.

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Seit dem 01.01.2015 gilt in Europa ein neues Umsatzsteuergesetz für elektronisch erbrachte Leistungen. Das Ziel war es, die länderübergreifende Behandlung der Umsatzsteuer gerechter und einfacher zu gestalten. An letzterem Ziel sind die Gesetzgeber deutlich vorbeigeschossen.

Den meisten von uns stößt es beim Gedanken an Steuergesetze sauer auf. Aber nicht nur uns Laien scheint es so zu gehen, sondern auch Steuerberater und Fachanwälte sind meiner Erfahrung nach bei der Kombination aus internationalem Steuerrecht und online erbrachten Leistungen oft überfragt.

Solange du als deutscher Anbieter nur in Deutschland verkaufst, ist das Umsatzsteuersystem auch kein Problem: du stellst die Mehrwertsteuer in Rechnung und machst monatliche Steuererklärungen, in denen du deine bezahlte Vorsteuer gegenrechnest. Sobald du aber Produkte oder Dienstleistungen online verkaufst, wird das Thema deutlich komplexer, denn du kannst nicht ausschließen, dass sich ein Käufer im Ausland befindet, womit sich eventuell der Umsatzsteuersatz ändert.

Die EU hat derzeit 28 Mitgliedsstaaten mit über 75 verschiedenen Umsatzsteuersätzen. Seit 2015 müssten wir als digitale Unternehmer, die innerhalb der EU verkaufen, theoretisch all diese Steuersätze kennen und die entsprechende Umsatzsteuer im Käuferland abführen.

Mit diesen irrsinnigen Regelungen müssen wir Kleinunternehmer heute leben, da große Unternehmen wie Amazon oder Apple die Umsatzsteuer nicht im Land des Verkaufs, sondern am Unternehmensstandort mit niedrigem Umsatzsteuersatz abführen und damit enorme Wettbewerbsvorteile haben. Ob ein Finanzamt Anspruch auf Umsatzsteuern für heruntergeladene eBooks oder Online-Kurse haben sollte, bleibt diskussionswürdig, muss wohl aber erstmal so hingenommen werden.

Wenn du in der Praxis alles richtig machen willst, ohne dabei den Verstand zu verlieren, dann gibt dir dieser Beitrag eine Anleitung. Ich muss dabei erwähnen, dass ich kein Steuerexperte bin, sondern hier eine Sammlung aus eigenen Erfahrungswerten, Auskünften von Rechtsanwälten und recherchierten Beiträgen aus dem Internet aufbereitet habe. Wenn du Fehler entdeckst, dann hilf uns durch deinen Kommentar dabei, diesen Guide besser zu machen.

WICHTIG: dieser Guide bezieht sich speziell auf den grenzüberschreitenden Verkauf von elektronisch erbrachten Leistungen in der EU. Die Begriffe Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer werden synonym verwendet.

 

Umsatzsteuer im Internet Quick & Dirty

Wenn du keine Lust hast, dich in das Thema einzulesen, dann sind dies die wichtigsten, stark pauschalisierten Fakten, die du als Online Unternehmer zur Umsatzsteuerpflicht kennen solltest:

  • Elektronisch erbrachte Leistungen sind alle automatisierten Produkte und Dienstleistungen, die über das Internet angeboten werden
  • die Umsatzsteuerpflicht ist abhängig von der Art der Leistung, dem Leistungsort und dem Status des Leistungsempfängers
  • Leistungen zwischen Unternehmen (B2B) werden am Ansässigkeitssort des Dienstleistungserbringers besteuert
  • Leistungen an Privatpersonen (B2C) in der EU werden grundsätzlich am Ansässigkeitssort des Käufers besteuert
  • Beim Ausweis von Preisen auf Webseiten und in Rechnungen muss immer der Endpreis (Brutto) angegeben werden
  • Durch den Verkauf über Reseller kannst du die eigene Abführung der Umsatzsteuer vermeiden

 

 

 

1. Allgemeines zur Umsatzsteuerpflicht

Grundsätzlich ist jeder Unternehmer oder Freiberufler umsatzsteuerpflichtig, wobei nicht alle angebotenen Produkte oder Services der Umsatzsteuerpflicht unterliegen (z.B. medizinische Leistungen). Eine Ausnahme gibt es allerdings mit der Kleinunternehmerregelung.

Sobald du eine selbständige Tätigkeit aufnimmst (gewerblich oder freiberuflich) musst du dich beim Finanzamt steuerlich erfassen lassen. Im Fragebogen zur steuerlichen Erfassung gibst du deine prognostizierten Umsätze der nächsten Jahre an, woraufhin das Finanzamt über deine Umsatzsteuerpflicht entscheidet.

Solange dein angegebener Umsatz im ersten Jahr 17.500 Euro und im folgenden Jahr 50.000 Euro nicht überschreitet, kannst du von der Kleinunternehmerregelung Gebrauch machen. Damit bist du von der Umsatzsteuer befreit. Die Umsatzgrenzen müssen in den Folgejahren überprüft und bei Überschreiten eine Umsatzsteuervoranmeldung abgegeben werden.

Die Befreiung macht den Einstieg in die Selbständigkeit leichter und sorgt dafür, dass du deine Produkte und Services für den Endverbraucher günstiger anbieten kannst. Gleichfalls kannst du aber keine Vorsteuer für Aufwendungen geltend machen. Du kannst als Kleinunternehmer jederzeit freiwillig auf die Befreiung verzichten und zur Umsatzsteuer optieren. Diese Optierung ist für 5 Jahre bindend.

Alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen oder Freiberufler müssen die Umsatzsteuervoranmeldung entweder monatlich oder vierteljährlich beim Finanzamt online einreichen.

 

1.1 Umsatzsteuerpflicht in der EU

Alle umsatzsteuerpflichtigen Unternehmer, die Dienstleistungen im EU-Ausland erbringen, müssen die entsprechende Umsatzsteuer im In- oder Ausland abführen. Da wir bei elektronisch erbrachten Leistungen (z.B. automatisierte Downloads) nicht vorher wissen können, in welchem Land der Käufer sitzt, müssen wir uns europaweit für die Abführung der Umsatzsteuer registrieren.

Die rechtliche Grundlage für die Umsatzsteuer in der EU ist die einheitliche europäische Mehrwertsteuerrichtlinie 2006/112/EG (MwStRL) und die dazugehörige Durchführungsverordnung (EU) Nr. 282/2011 (MwStVO), die anders als die Richtlinie verbindlich für alle Mitgliedsstaaten ist. Speziell für elektronisch erbrachte Leistungen gibt es die Durchführungsverordnung (EU) Nr. 1042/2013 zu den Änderungen seit Anfang 2015.

Nach der für alle EU-Länder einheitlichen Mehrwertsteuerrichtlinie müssen alle Mitgliedsstaaten eine Umsatzsteuer von mindestens 15% erheben (ermäßigter Steuersatz mindestens 5 %), wobei es keine Obergrenze gibt. Den niedrigsten Umsatzsteuersatz hat übrigens Luxemburg, weshalb Apple, Google und Amazon dort ihre europäischen Niederlassungen haben, was seit 2015 jedoch weniger relevant ist. Die Umsatzsteuersätze in allen EU-Ländern findest du hier.

 

1.2 Umsatzsteuerpflicht in Drittländern

Außerhalb der EU legen die Staaten ihre eigenen Regelsätze für VAT (Value added tax) oder GST (Goods and Services Tax) fest. Laut einem Bericht von KPMG lag der weltweit durchschnittliche Umsatzsteuersatz in 2016 bei 15,6%, wobei die EU-Staaten mit durchschnittlich 21,5% deutlich darüber waren.

140 Länder weltweit erheben eine Umsatzsteuer. Ausnahmen sind neben wirtschaftlich eher unbedeutenden Ländern Hong Kong, arabische Staaten und die USA (unterschiedliche Sales Tax in den einzelnen Bundesstaaten).

Sobald du als Unternehmer mit Sitz in einem Drittland an Privatkunden in der EU verkaufst, gelten für dich jedoch die europäischen Regelungen. Selbst wenn dein Unternehmen in einem Land ohne Umsatzsteuersystem registriert ist, musst du beim Verkauf innerhalb der EU die landesübliche Umsatzsteuer ausweisen und abführen.

 

1.3 Umsatzsteuer für elektronisch erbrachte Leistungen

Der Ort der Leistungserbringung und damit die Umsatzsteuerpflicht bestimmt sich neben anderen Faktoren durch die Art des Umsatzes. Neben dem Erwerb und der Lieferung von Gegenständen, gehören dazu Dienstleistungen. In diesem Beitrag sind für uns die elektronisch erbrachten Dienstleistungen interessant, die auf europäischer Ebene in Artikel 56 und Anhang II der MwStRl und im deutschen Umsatzsteuer-Anwendungserlass in Abschnitt 3a.12 UStAE geregelt sind.

Demnach gehören zu den elektronisch erbrachten Leistungen alle Leistungen, “die über das Internet oder ein elektronisches Netz (…) erbracht wird und deren Erbringung auf Grund der Merkmale der sonstigen Leistung in hohem Maße auf Informationstechnologie angewiesen ist.“Also alle Leistungen, die mit minimaler menschlicher Beteiligung (automatisiert) über das Internet erbracht werden. Dazu gehören Hosting- und Streaming-Angebote, kostenpflichtige Mitgliederportale, Datenbanken mit Filmen, Bildern oder Musik sowie E-Books und sonstige digitale Produkte.

Ausgeschlossen davon sind Online-Shops, die physische Waren verkaufen und selbst versenden. Weiterhin ausgeschlossen ist die reine Versendung des Ergebnisses einer Leistung über das Internet (z.B Logoentwurf oder Gutachten wird via E-Mail versandt).

Vor der Neuregelung der Umsatzbesteuerung von elektronischen Leistungen galt, dass der Leistungsort dort ist, wo der Anbieter seinen Sitz hat. Was bis Ende 2014 recht einfach geregelt war, gestaltet sich ab dem 1. Januar 2015 deutlich schwieriger. Der Leistungsort und damit die Pflicht zur Abführung der Umsatzsteuer bestimmt sich jetzt dadurch, wo der Abnehmer seinen Sitz hat und ob es sich beim Käufer um ein Unternehmen oder eine Privatperson handelt.

 

 

 

2. Ort der Leistungserbringung

Der Ort der Leistungserbringung ist wichtig, um die Umsatzsteuerpflicht und damit den Mehrwertsteuersatz sowie die Rechnungsvorschriften zu bestimmen. Das Problem bei digitalen Produkten wie eBooks, Online-Kursen oder Mitgliederbereichen ist es, dass du den Kundenstamm nicht oder nur schwer auf Deutschland beschränken kannst.

Die Umsatzsteuer für alle elektronisch erbrachten Leistungen wird ab 2015 generell dort geschuldet, wo sich der Endkunde (Leistungsempfänger) befindet. Das kann beispielsweise ein Deutscher mit Wohnsitz in Südafrika oder ein Unternehmer mit Standort in Schweden sein.

Die Umsatzsteuer muss dann dort abgeführt werden, wo der Kunde wohnt bzw. das Unternehmen seinen Sitz hat. Leider gibt es einige Ausnahmen, weshalb es nicht so einfach ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Um die Frage zu klären, in welchem Land eine erbrachte Leistung umsatzsteuerlich erfasst wird, kommt es auf mehrere Faktoren an:

  • Leistungserbringer: Unternehmern innerhalb der EU oder in einem Drittland?
  • Leistungsempfänger: Unternehmer oder Nicht-Unternehmer innerhalb oder außerhalb der EU?
  • Art und Ort der Leistungserbringung: Dienstleistung, digitales Produkt, Seminar?

Um den Ort der Leistungserbringung korrekt zu bestimmen, müssen wir also die genaue Art der Dienstleistung und den Status des Dienstleistungsempfängers kennen. In der Praxis wird der Ort der Leistungserbringung anhand der IP-Adresse des Käufers, den Spracheinstellungen im Browser oder der Wohnortangabe im Bestellformular ermittelt. Zuverlässig ist das natürlich nicht.

Je nach Art der Leistung ändert sich der Leistungsort. Bei Seminaren (Fernunterrichtsleistungen) ist der Ort der Leistungserbringung der, an dem das Seminar stattfindet. Bei anderen Dienstleistungen ist es der Ort, an dem die Dienstleistung erbracht und verwertet wird. Und bei digitalen Produkten (Apps, eBooks, Online-Kurse, Musik, Filme) ist der Ort der Leistungserbringung der Ort, an dem der Käufer sitzt.

 

Vermutungen für Empfängerort

Wenn die elektronisch erbrachte sonstige Leistung nur an einem bestimmten Ort erbracht werden kann und die physische Anwesenheit des Leistungsempfängers erforderlich ist (z.B. Internetcafé), gilt die Vermutung, dass der Leistungsempfänger an diesem Ort ansässig ist. Werden die Leistungen über einen Festnetzanschluss erbracht, gilt die Vermutung, dass der Empfängerort am Ort des Festnetzanschlusses liegt. Bei der Leistungserbringung über mobile Netzwerke ist der Ländercode der SIM-Karte maßgeblich.

In allen anderen Fällen reichen dem Unternehmer zur Feststellung des Empfängerorts zwei Beweismittel, die einander nicht widersprechen. Als Beweismittel gelten u.a. die Rechnungsanschrift, IP-Adresse oder Bankangaben. Das alles sind Indizien, die vom Finanzamt jedoch widerlegt werden können, wenn Hinweise auf Missbrauch bestehen.

Der Ort des Leistungsempfängers befindet sich nach Artikel 57-60 der MwSt-Richtlinie an dem Ort, an dem die Leistung tatsächlich genutzt und ausgewertet wird. Dieser Ort ist bei:

  • Unternehmen (Steuerpflichtige) in dem Land, in dem das Unternehmen seinen rechtlich eingetragenen Sitz oder eine feste Niederlassung hat, die die Leistung empfängt. Die Betriebsstätte ist nach dem Umsatzsteuerrecht (UStAE Abschnitt 3a.1. Absatz 3) eine “feste Geschäftseinrichtung oder Anlage mit ausreichend Mindestbestand an Personal- und Sachmitteln, der für die Erbringung der betreffenden Dienstleistungen erforderlich ist”. Hat der steuerpflichtige Empfänger der Dienstleistung keine feste Niederlassung, wird die Leistung am Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt des Käufers besteuert.
  • Nicht-Unternehmern (Nichtsteuerpflichtige) in dem Land, in dem der Käufer gemeldet ist, seinen ständigen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthaltsort hat.

 

Status des Leistungsempfängers

Für die Umsatzsteuerpflicht wichtig ist die Unterscheidung zwischen B2B- und B2C-Geschäften, also ob der Leistungsempfänger ein steuerpflichtiges Unternehmen oder eine nichtsteuerpflichtige Privatperson ist.

  • Zu Unternehmen (Steuerpflichtige) gehören alle unternehmerisch tätigen juristischen Personen, die eine USt-ID-Nr. haben. Der Kauf der Leistung muss für das Unternehmen ausgeführt werden, wovon ausgegangen werden kann, wenn der Leistungsempfänger seine USt-ID-Nr. für die Rechnung verwendet (hier ein Tool zur Validierung der USt-ID). Aber auch wenn ein Leistungsempfänger keine Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer hat, gilt er dann als Steuerpflichtiger, wenn er eine wirtschaftliche Tätigkeit selbständig ausübt (Art. 9 Abs. 1 MwStRL), selbst dann, wenn er keine USt-ID-Nr. besitzt. Das können beispielsweise Kleinunternehmer sein oder ausländische Anbieter, die es mit der Umsatzsteuer nicht so genau nehmen.
  • Zu Nicht-Unternehmen (Nichtsteuerpflichtige): gehören alle Privatpersonen, die als Endverbraucher handeln. Zu den Nicht-Unternehmern zählen natürliche Personen, die keine USt-ID-Nr. haben, aber auch juristische Personen (Unternehmen), die die bezogene Leistung nicht für ihr Unternehmen verwenden.

In der Praxis bedeutet das für dich, dass du immer dann an Unternehmer verkaufst, wenn dir der Leistungsempfänger seine Mehrwertsteuer-Identifikationsnummer (USt-ID-Nr.) mitgeteilt hat. Wenn du keine Informationen hast, die für den Verkauf an einen Steuerpflichtigen sprechen, dann kannst du von der Leistungserbringung an Privatpersonen ausgehen.

 

Bestimmung der Umsatzsteuerpflicht

Vor der Neureglung der Umsatzsteuer galt bei grenzüberschreitenden Leistungen an einen Nicht-Unternehmer das Sitzortsprinzip, wonach die Umsatzbesteuerung in dem Land anfiel, in dem das leistende Unternehmen seinen Sitz hat.

Seit Anfang 2015 gilt für alle grenzüberschreitenden Leistungen an Unternehmen und Endverbraucher das Empfängerortsprinzip (Bestimmungslandprinzip). Die Umsatzbesteuerung liegt damit grundsätzlich in dem Land, in dem der Leistungsempfänger wohnt bzw. sein Unternehmen betreibt.

Sobald feststeht, in welchem Land die Dienstleistung erbracht und damit besteuert wird, muss noch geklärt werden, wer die Umsatzsteuer schuldet. Grundsätzlich ist das leistende Unternehmen der Steuerschuldner, wobei es auch hier wieder Ausnahmen gibt.

Diese Ausnahme ist das sogenannte Reverse-Charge-Verfahren, das bei B2B-Geschäften zwischen zwei Steuerpflichtigen greift. Danach findet eine Umkehr der Steuerschuldnerschaft statt, wenn der steuerpflichtige Dienstleistungserbringer innerhalb der EU eine sonstige Leistung (wie digitale Produkte und Dienstleistungen) an ein Unternehmen erbringt und nicht im Mitgliedstaat des Dienstleistungsempfängers ansässig ist (Artikel 196 MwStRL und § 13b UStG).

Durch die “Umkehr der Steuerschuldnerschaft” wird der Leistungsort in das Land des Leistungserbringers verlagert. Der Dienstleistungserbringer stellt seine Leistung dann netto (ohne MwSt) in Rechnung und weist auf die Umkehr der Steuerschuldnerschaft hin. Dafür gelten die Vorschriften zur Rechnungslegung des EU-Mitgliedstaats, in dem der Dienstleistungserbringer seinen Sitz hat. Der Empfänger der Leistung berechnet dann eigenständig die Mehrwertsteuer und führt diese ab.

Das bedeutet umgekehrt auch, dass du für ein in der EU ansässiges Unternehmen die Umsatzsteuer für empfangene Leistungen von ausländischen Unternehmern auf Grundlage der ausgestellten Rechnung selbst berechnen und abführen musst.

Das klingt in der Theorie alles ziemlich komplex, wird aber in der Praxis leider nicht viel einfacher. Hier ein paar Beispiele, die dir die Bestimmung des Leistungsortes verdeutlichen sollen:

  • eine in Paris lebende Privatperson schaut einen kostenpflichtigen Film über ein amerikanisches Streaming-Netzwerk. Die Umsatzsteuer wird in Frankreich fällig.
  • ein deutsches Unternehmen bietet eine Software zum Download an. Eine Privatperson in Australien kauft die Software. In Deutschland fällt keine Umsatzsteuer an und wird auch nicht in Rechnung gestellt.
  • ein ungarisches Unternehmen verkauft ein eBook an einen deutschen Unternehmer, der das Buch für geschäftliche Zwecke nutzt. Das eBook wird netto in Rechnung gestellt und die Umsatzsteuer aufgrund des Reverse-Charge-Verfahrens in Deutschland geschuldet.
  • ein Anbieter aus Hong Kong verkauft ein Webinar an einen Geschäftskunden in Österreich. Die Umsatzsteuer wird in Hong Kong geschuldet, wo es kein Umsatzsteuersystem gibt, wodurch die Umsatzsteuer komplett entfällt.

 

 

 

3. Umsatzsteuer für Unternehmen in der EU

Die theoretischen Grundlagen zur Bestimmung der Umsatzsteuerpflicht haben wir geklärt. Lass uns doch mal schauen, wie die praktische Anwendung aussieht, wenn dein Unternehmen bzw. eine Niederlassung in Deutschland oder einem anderen EU-Staat gemeldet ist. Da die europäischen Richtlinien zur Umsatzsteuer für den gesamten EU-Raum gelten, macht es zur Bestimmung der Umsatzsteuerpflicht übrigens keinen Unterschied, ob sich dein Unternehmen in Deutschland oder einem anderen EU-Mitgliedsstaat befindet.

Solltest du als deutscher (nicht umsatzsteuerpflichtiger) Kleinunternehmer Leistungen an ausländische Kunden erbringen oder von diesen empfangen, ist die Umsatzsteuerbefreiung aufgehoben. Das liegt ganz einfach daran, dass einige andere Staaten die Kleinunternehmerregelung nicht kennen oder Regelungen mit anderen Schwellenwerten haben. International gilt: (Klein)Unternehmer ist gleich Unternehmer.

Für innergemeinschaftliche Leistungen, also Geschäften mit Unternehmen in anderen EU-Ländern, brauchst du auch als Kleinunternehmer eine USt-ID-Nr. Das gilt sowohl für den Einkauf als auch den Verkauf von Leistungen. Auch das Reverse-Charge-Verfahren gilt für Kleinunternehmer, was in § 13 b Abs. 8 des UStG explizit vermerkt ist.

Wenn du als umsatzsteuerpflichtiger Unternehmer mit Sitz in Deutschland oder im EU-Ausland eine grenzüberschreitende Leistung verkaufst, dann gibt es drei mögliche Konstellationen:

  • Leistungsempfänger ist EU-Unternehmen: nicht du als leistender Unternehmer, sondern der Empfänger der Leistung schuldet die Umsatzsteuer in dem EU-Mitgliedsstaat, in dem sein Unternehmen sitzt. Die Verlagerung der Steuerschuld beruht auf dem Reverse-Charge-Verfahren. Das bedeutet, dass du keine Umsatzsteuer auf der Rechnung ausweisen und keine Umsatzsteuer abführen musst.
  • Leistungsempfänger ist Privatperson in der EU: der leistende Unternehmer schuldet die Umsatzsteuer in dem EU-Mitgliedsstaat, in dem der Käufer wohnt bzw. seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. Du musst die entsprechende Umsatzsteuer ausweisen und abführen. Die Umsatzsteuersätze der EU-Mitgliedstaaten findest du hier.
  • Leistungsempfänger ist Unternehmen oder Privatperson außerhalb der EU: Umsätze an Unternehmen oder Endverbraucher in Drittländer sind nach §4 Nr. 1a UStG nicht steuerbar. Auf der Rechnung wird entweder keine oder die landesübliche Umsatzsteuer im Empfängerland (Drittlandsregelungen) ausgewiesen. Wenn die Leistung im Zielland keiner Umsatzsteuer unterliegt, erfolgt ein Hinweis darauf, dass es sich um eine steuerfreie Ausfuhrleistung handelt.

 

 

 

4. Umsatzsteuer für Unternehmen im Drittland

Wenn sich dein Unternehmen in einem Drittland befindet, dann solltest du dich natürlich mit den Steuervorschriften in diesem Land vertraut machen. Unabhängig von den nationalen Regelungen gelten allerdings für erbrachte elektronische Leistungen im EU-Raum wieder die gleichen Regeln, die auch für europäische Unternehmen gelten.

Ist der Leistungsempfänger ein Unternehmer in der EU, schuldet dieser die Umsatzsteuer in dem EU-Mitgliedsstaat, in dem sein Unternehmen sitzt (Reverse-Charge-Verfahren). Du musst als Anbieter keine Umsatzsteuer auf der Rechnung ausweisen und deshalb auch nicht abführen. Wichtig ist, dass du die USt-ID-Nr. des Käufers hast.

Ist der Leistungsempfänger eine Privatperson in der EU schuldest du als Unternehmer die Umsatzsteuer in dem EU-Mitgliedsstaat, in dem der Käufer wohnt bzw. seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat. In der Praxis wird dies entweder beim Kauf über die Rechnungsangaben abgefragt oder automatisch über die IP-Adresse des Käufers ermittelt. Du musst die entsprechende Umsatzsteuer ausweisen und abführen.

Besonders wenn dein Unternehmen in einem Land mit einem geringen Mehrwertsteuersatz oder sogar ohne Umsatzsteuersystem (wie z.B. Hong Kong) registriert ist, ist die Abführung der Umsatzsteuer bei Verkäufen an Privatpersonen in der EU ein Ärgernis. Was es für Alternativen gibt, erfährst du am Ende des Beitrags.

Noch eine persönliche Randnotiz zur praktischen Anwendbarkeit des USt-Wahnsinns: wenn du bei den nächsten Käufen einer Software, eines Online-Kurses oder sonstiger digitaler Produkte mal darauf achtest, ob dir als Käufer mit Wohnsitz innerhalb der EU die Mehrwertsteuer in Rechnung gestellt wird, wirst du überrascht sein. Vor allem US-amerikanische Unternehmen scheinen sich wenig Gedanken darüber zu machen, dass sie bei Verkäufen in die EU faktisch Steuern hinterziehen, indem sie keine Umsatzsteuer berechnen. Ernsthafte Konsequenzen scheint es bisher nicht zu geben.

Das bedeutet nicht, dass du damit genauso leichtfertig umgehen solltest, denn mit Crawlern wie dem Xpider kann das Bundeszentralamt für Steuern ohne viel Aufwand Webseiten ausfindig machen, die unternehmerisch tätig sind, sich aber durch die Nichtabführung der Umsatzsteuer einen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

 

 

 

5. Ausweis der Umsatzsteuer

Der korrekte Ausweis der Umsatzsteuer betrifft zum einen die Kennzeichnung von Preisen auf Webseiten und zum anderen die Rechnungslegung.

Sobald du Produkte oder Dienstleistungen an Privatkunden verkaufst, musst du Preise nach der Preisangabenverordnung als Endpreis für den Verbraucher angeben (inkl. Umsatzsteuer und evtl. Versandkosten). Ein Zusatz zum Nettopreis wie “zzgl. MwSt” ist nicht ausreichend. Wenn du Leistungen auf deiner Webseite verkaufst, kannst du selten ausschließen, dass nur Unternehmer kaufen, weshalb du die Umsatzsteuer im Zweifel ausweisen musst.

 

Kennzeichnung von Preisen auf Webseiten

Das Problem mit der Preisauszeichnung auf Webseiten ist, dass du nicht weißt, wo der Leistungsort ist, der letztendlich die Höhe der Umsatzsteuer bestimmt. Praktisch gesehen also ein Albtraum. Bisher gibt es keine einheitlich anerkannte Lösung, sondern nur Indikatoren für die Herkunft des Kunden:

  • IP-Adresse
  • Spracheinestellungen des Browsers
  • Abfrage des Herkunftslandes über das Bestellformular
  • Ländercode der SIM-Karte bei Bestellungen über Handys

In der Praxis hat sich bisher durchgesetzt, dass du die Mehrwertsteuer deines Haupt-Absatzmarktes ausweist und einen Vermerk wie “Im Preis enthalten ist bereits die deutsche Mehrwertsteuer von 19%. Bei Bestellungen aus einem anderen Land verändert sich der Endpreis je nach der landesüblichen Mehrwertsteuer. Wenn du als Unternehmen bestellst, entfällt die Mehrwertsteuer.” unter der Preisangabe hinzufügst.

Generell ausweisen musst du als Unternehmer oder Freiberufler deine UST-ID.Nr. nach § 5 TMG im Impressum deiner Webseite.

 

Ausweis der Umsatzsteuer auf Rechnungen

Kleinunternehmer sind bei innerdeutschen Leistungen umsatzsteuerbefreit. Um diese Befreiung geltend zu machen, reicht ein Zusatz auf der Rechnung: “Als Kleinunternehmer im Sinne von § 19 (1) UStG wird keine Umsatzsteuer berechnet.” Sobald grenzüberschreitend Leistungen verkauft werden (was sich in der Praxis kaum vermeiden lässt), müssen auch Kleinunternehmer die Umsatzsteuer ausweisen und abführen.

Als Unternehmer musst du bei elektronisch erbrachten Leistungen keine Umsatzsteuer ausweisen, wenn dein Unternehmen eine grenzüberschreitende Leistung an ein anderes europäisches Unternehmen verkauft. Auch wenn du keine Umsatzsteuer ausweisen musst, gilt es bei der Rechnungsstellung trotzdem diese Regelungen zu beachten:

  • EU-Unternehmen verkauft an EU-Unternehmen: bei innergemeinschaftlichen Leistungen, also dem Verkauf innerhalb der EU, an Unternehmer bist du nach dem Reverse-Charge-Verfahren nicht der Schuldner der Umsatzsteuer und darfst diese deshalb nicht ausweisen. Dennoch ist es wichtig, dass die Rechnung sowohl deine als auch die USt-Id-Nr. (anstelle der nationalen Steuernummer) des Leistungsempfängers enthält. Außerdem ist folgender Hinweis auf die Umkehr der Steuerschuld verpflichtend: “Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers” (Übersetzungen in andere Sprachen).
  • Unternehmen im Drittland verkauft an EU-Unternehmen: wenn du über ein Unternehmen in einem Drittland eine Leistung an ein EU-Unternehmen verkaufst, dann gibt es aus europäischer Sicht keine besonderen Anforderungen an die Rechnung, da der Umsatz beim Empfänger nicht steuerbar ist. Natürlich musst du die Regelungen im Land des Unternehmenssitzes beachten.
  • EU-Unternehmen verkauft an Unternehmen oder Privatkunde im Drittland: da die Leistung im Drittland steuerbar ist, richten sich die formalen Anforderungen an die Rechnungsstellung nach den Drittlandsregelungen. Nach deutscher und europäischer Gesetzgebung bestehen keinerlei Sonderregelungen für Rechnungen. Empfohlen wird jedoch ein Hinweis darauf, dass es sich um einen nicht im Inland steuerbaren Umsatz handelt “nicht im Inland steuerbare Leistung”. Solltest du nach Drittlandsregelungen die Umsatzsteuer schulden, musst du diese in der Rechnung ausweisen

 

Beim Verkauf an Privatkunden in der EU musst du bei grenzüberschreitenden, elektronisch erbrachten Leistungen grundsätzlich die Umsatzsteuer auf der Rechnung ausweisen,  unabhängig davon, wo dein Unternehmen gemeldet ist. Beim Verkauf von digitalen Produkten und Dienstleistungen ist das sicher die Mehrheit der Geschäftsvorfälle. Auf der Rechnung müssen in diesem Fall die folgenden Angaben gemacht werden:

  • USt-Id-Nr. des leistenden Unternehmens, anstelle der nationalen Steuernummer (hier ein Test-Tool zur Validierung der USt-ID)
  • anzuwendender Umsatzsteuersatz im Land des Leistungsempfängers
  • Betrag der zu zahlenden Umsatzsteuer unter Angabe der verwendeten Währung
  • Datum und Betrag der erhaltenen Zahlungen
  • Art der erbrachten Dienstleistung
  • Datum der Dienstleistungserbringung
  • Name und Adresse des Dienstleistungsempfängers, soweit dem Steuerpflichtigen bekannt
  • Informationen zur Bestimmung des Orts, an dem der Dienstleistungsempfänger ansässig ist oder seinen Wohnsitz oder gewöhnlichen Aufenthalt hat

Die Rechnungen sind wie gewohnt 10 Jahre lang aufzubewahren und müssen dem Finanzamt nach Bedarf auf elektronischem Wege zur Verfügung gestellt werden können.

 

 

 

6.Abführen der Umsatzsteuer

Die Steuerschuld entsteht zu dem Zeitpunkt, zu dem die Dienstleistung erbracht wird (Artikel 63 MwStRL). Wenn der Verkauf über mehrere Raten abgewickelt wird, entsteht die Steuerschuld mit der letzten Rate, spätestens jedoch nach Ablauf eines Kalenderjahres (Artikel 64 MwStRL).

Zur ordnungsgemäßen Abführung der Umsatzsteuer benötigst du eine USt-ID-Nr., die du beim Bundeszentralamt für Steuern beantragen kannst, und musst deine Umsatzsteuererklärung termingerecht abgeben.

 

Registrierung für die Umsatzsteuer

Um die Umsatzsteuerabführung innerhalb der EU zu vereinfachen, gibt es seit Anfang 2015 die sogenannte MOSS-Lösung (Mini-One-Stop-Shop) oder auf deutsch die KEA (kleine einzige Anlaufstelle). Im Grundprinzip sammelt das europaweite Finanzamt bzw. das BZSt die Umsatzsteuer zentral ein und leitet diese dann an die jeweiligen Länder weiter. Du musst dich also nicht in allen EU-Staaten umsatzsteuerlich erfassen lassen, sondern benötigst nur eine USt-IdNr.

Die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer (USt-ID-Nr.) ist die standardisierte Kennzeichnung für Unternehmen innerhalb der EU. Alle Unternehmen, die innergemeinschaftliche Lieferungen erbringen, benötigen die ID. Erteilt wird die Nummer auf Antrag kostenlos vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt). Der Registrierungsbeginn ist grundsätzlich der erste Tag des kommenden Quartals nach der Anmeldung. Mit der Beantragung der USt-ID-Nr. ist dein Unternehmen automatisch für das vereinfachte Besteuerungsverfahren nach § 18 h UStG (MOSS/KEA) angemeldet.

Die Voraussetzung für die Teilnahme an diesem vereinfachten Verfahren ist, dass dein Unternehmen seinen Sitz oder eine umsatzsteuerliche Betriebsstätte in einem EU-Mitgliedsstaat hat (wenn sich der Sitz des Unternehmens außerhalb der EU befindet). Eine weitere Option für Unternehmen in Drittländern ist die Registrierung für VOES (VAT on eServices) in einem beliebigen EU-Mitgliedsstaat. Hier gibt es weitere Informationen zur Registrierung für Unternehmen außerhalb Deutschlands.

 

Termingerechte Abgabe der Umsatzsteuererklärung

Die Umsatzsteuererklärung muss in der Regel (abhängig von den Umsätzen) alle 3 Monate online beim Bundeszentralamt für Steuern eingereicht werden. Der Stichtag ist jeweils der 20. des Folgemonats für den Besteuerungszeitraum des vorangegangenen Quartals (z.B. 20.04. für Quartal I).

Die Steuererklärung muss unabhängig davon eingereicht werden, ob du Umsätze hattest oder nicht. Wenn im gesamten Besteuerungszeitraum keine Umsätze ausgeführt wurden, gibst du eine Nullmeldung ab. Von den Vorauszahlungen befreien lassen kannst du dich, wenn die Steuer im vorangegangenen Kalenderjahr weniger als 1.000 Euro betrug.

Sobald die Steuerlast für das letzte Kalenderjahr mehr als 7.500 Euro beträgt, kann die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich eingereicht werden. Wenn du davon Gebrauch machen willst, musst du die Voranmeldung für den ersten Kalendermonat bis zum 10. Februar des laufenden Kalenderjahres abgeben. Wird dieses Wahlrecht ausgeübt, bist du für das gesamte Jahr an den monatlichen Voranmeldungszeitraum gebunden.

Wenn du die Umsatzsteuervoranmeldung monatlich einreichst, kannst du eine Fristverlängerung beantragen, wenn du eine Sondervorauszahlung für die Umsatzsteuer des kommenden Kalenderjahres leistest. Die Sondervorauszahlung beträgt ein Elftel aller Vorauszahlungen für das letzte Kalenderjahr.

Wie gewohnt kannst du bei der Umsatzsteuervoranmeldung die Vorsteuer geltend machen. Dafür benötigst du eine ordnungsgemäß ausgestellte Rechnung inklusive der USt-ID.Nr. des leistenden Unternehmens.

 

 

 

7. Umsatzsteuerpflicht vermeiden

Wahrscheinlich hast du beim Lesen des Beitrags mehrfach die Hände über dem Gesicht zusammengeschlagen. Zumindest ging es mir so, als ich mich tiefergehend mit der Thematik auseinandergesetzt habe. Aber keine Panik, es gibt auch einfachere Optionen.

Je nachdem, wo dein Unternehmen registriert ist und welche Kunden du bedienst, kommen verschiedene Optionen in Frage, wenn du die Umsatzsteuerabführung nicht selbst machen möchtest.

Die drastische Lösung wäre es, den Verkauf an Privatkunden in der EU einzustellen. Das funktioniert bei Zahlungsdienstleistern wie Sendowl über IP-Sperrungen. Damit schließt du natürlich den kompletten europäischen Markt von deinem Angebot aus.

Alternativ könntest du die angebotenen Leistungen umbenennen. Die nachteiligen Regelungen zur Bestimmung des Leistungsortes und damit der Umsatzsteuerpflicht gelten für elektronisch (automatisch) erbrachte Dienstleistungen, jedoch nicht für klassische Leistungen, die manuell erbracht werden. Anstatt mein Buch als reines eBook zu verkaufen, könnte ich es als Consulting anbieten, bei dem es das Buch als kostenlose Zugabe gibt. In dem Consulting-Gespräch könnte ich dem Käufer danken und ihm alles Gute wünschen. Ziemlich umständlich, aber ich denke du verstehst das Prinzip.

Die am sinnvollsten erscheinende (aber auch kostspieligste) Lösung ist die Nutzung eines Resellers mit Sitz in Deutschland. Anbieter wie DigiStore24, elopage oder affilicon sind Reseller, treten also als Verkäufer auf und zahlen dir als Kunde eine Provision bzw. Lizenzgebühr aus. Der Vertrag und die Zahlungsabwicklung läuft zwischen dem Endkunden und dem Reseller ab. Das heißt, dass diese in Deutschland umsatzsteuerpflichtigen Anbieter letztendlich auch für die Abführung der Umsatzsteuer verantwortlich sind.

Wenn du beispielsweise einen Online-Kurs für 100 Euro über Digistore24 verkaufst, dann berechnet Digistore24 basierend auf den Käuferangaben automatisch die entsprechende Umsatzsteuer (z.B. in Deutschland 19 Euro). Die Umsatzsteuer stellt Digistore24 dem Kunden in Rechnung und führt diese ab. Du bekommst alle zwei Wochen eine Provision von ca. 90% des eingenommenen Nettobetrages ausgeschüttet.

Wenn du als deutscher Unternehmer selbst umsatzsteuerpflichtig bist und deine USt-ID bei dem Reseller einreichst, erhältst du die Auszahlung deiner Provision brutto, also inklusive Umsatzsteuer. Als nicht-umsatzsteuerpflichtiger Kleinunternehmer bekommst du die Auszahlung netto.

Für ausländische Unternehmer wird die Umsatzsteuer beim Verkauf an Privatpersonen nicht erstattet, da keine deutsche USt-ID vorhanden ist, d.h. du bekommst den Netto-Betrag ausgezahlt. Beim Verkauf an Unternehmenskunden berechnet der Reseller keine Umsatzsteuer, womit dein Auszahlungsbetrag brutto gleich netto ist.

 

Konsequenzen bei Nichteinhaltung der Umsatzsteuerregelungen

Als ausländischer Anbieter in einem Drittland könnest du natürlich die Regelungen ignorieren, genauso wie es viele amerikanische Unternehmen machen. Was würde passieren? Sehr wahrscheinlich nicht viel. Du verstößt zwar damit gegen eine Richtlinie und riskierst damit in der Zukunft Steuernachzahlungen leisten zu müssen, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass europäische Finanzämter kleine Unternehmer kontrolliert.

Bußgelder und strafrechtliche Verfolgung ist in der Theorie dann möglich, wenn du vorsätzlich Umsatzsteuern hinterzogen hast. Aber wer kann dir schon nachweisen, dass du Kenntnis von den USt-Regelungen für elektronische Leistungen hattest? Mir könnte es nach der Veröffentlichung dieses Beitrags nachgewiesen werden, weshalb ich nicht mehr auf Unwissenheit plädieren kann.

Derzeit ist jeder EU-Mitgliedsstaat selbst dafür verantwortlich, die Richtlinie mit Audits durchzusetzen. Steuerprüfungen sind dann wahrscheinlich, wenn einer deiner Kunden eine Rechnung bei seiner Steuererklärung einreicht. Eine solche Prüfung ist in der Praxis sehr unwahrscheinlich.

Wenn sich dein Unternehmen in einem Drittland befindet, dann müsste das europäische Finanzamt mit der entsprechenden ausländischen Finanzinstitution kooperieren, um entsprechende Forderungen durchzusetzen. Diese Kooperation ist ebenso unwahrscheinlich, da Drittländer die USt-Forderungen der EU alles andere als begrüßen und wenig Interesse daran haben, Geld in die EU zu senden.

Sobald du dich einmal für MOSS oder VOES registriert und deine USt-ID erhalten hast, ist es damit natürlich vorbei, denn die Institutionen erwarten deine Steuererklärungen.

 

 

 

Was kommt noch auf uns zu?

Die Regeln zur Umsatzsteuer wurden geändert, um große Unternehmen wie Amazon oder Apple fairer zu besteuern. Es war sicher nicht die Absicht der europäischen Gesetzgeber, uns Kleinunternehmer zu bestrafen. Wir sind lediglich Kollateralschaden.

Im April 2016 hat die Europäische Kommission einen Aktionsplan zur Vereinheitlichung der Mehrwertsteuer in Europa angenommen. Die daran festgelegten Maßnahmen sollen die Regelungen für grenzüberschreitende Lieferungen (insbesondere für digitale Leistungen) in Europa vereinheitlichen und modernisieren.

Aufbauend darauf stellte die Europäische Kommission Anfang Dezember 2016 in einer Pressemitteilung neue Steuervorschriften zur Förderung des elektronischen Geschäftsverkehrs für Online-Unternehmen vor. Damit soll vor allem kleinen Online-Händlern das Leben leichter gemacht werden.

Aufgrund des komplizierten Mehrwertsteuersystems ist der Geschäftsverkehr im Binnenmarkt besonders für kleine Unternehmer kostspielig. Genau diese kleinen Unternehmen (Startups und KMUs) sollen durch Gesetzesänderungen begünstigt werden. Ob das in der Praxis der Fall sein wird oder die geplanten Maßnahmen ausschließlich auf die Schließung der Mehrwertsteuerlücke (erwartete – tatsächliche Mehrwertsteuereinnahmen) abzielen, bleibt wohl abzuwarten.

Mich würde es brennend interessieren, ob und welche Gedanken du dir als Online Anbieter Gedanken zur Umsatzsteuerpflicht gemacht hast. Auch freue ich mich riesig über Anregungen und Korrekturen zum Beitrag. Schreibe dein Feedback einfach in die Kommentare.

 

Wie handhabst du den korrekten Ausweis und die Abführung der Umsatzsteuer für elektronisch erbrachte Leistungen?

Der Artikel Umsatzsteuer im Internet: Der Guide für den Verkauf digitaler Produkte und Dienstleistungen in der EU kommt von Wireless Life.

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Sind alle Schwäne weiß? Über kritisches Hinterfragen, Selbstreflexion und Zielerreichung https://wirelesslife.de/weisse-schwaene/ https://wirelesslife.de/weisse-schwaene/#respond Wed, 08 Feb 2017 07:35:33 +0000 https://wirelesslife.de/?p=6455 Marvin Nowozin schreibt in seinem Buch "Sind alle Schwäne weiß?" über kritisches Hinterfragen und Querdenken. Mit vielen persönlichen und fremden Beispielen inspiriert er dazu, gegebene Tatsachen in Frage zu stellen. In diesem Gastbeitrag schreibt er über einen strukturierten Prozess zur Zielerreichung mit Hilfe von Selbstreflexion.

Der Artikel Sind alle Schwäne weiß? Über kritisches Hinterfragen, Selbstreflexion und Zielerreichung kommt von Wireless Life.

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Als Marvin mich vor ein paar Monaten fragte, ob ich Interesse daran habe, einen Gastbeitrag zu seinem Buchprojekt beizusteuern, habe ich dankbar angenommen. Schon allein der Titel “Sind alle Schwäne weiß?” hat dafür den Ausschlag gegeben. In seinem Buch möchte der Jungautor zum Querdenken und kritischen Hinterfragen anregen, was ihm dank vieler Beispiele sehr gut gelungen ist.

Es braucht ganz einfach nur diesen einen schwarzen Schwan, um eine Tatsache, die lange Zeit als absolute Wahrheit feststand, in Frage zu stellen. Wir halten selbst viel zu oft an Annahmen fest, die genauso falsch sind, wie die Welt keine Scheibe ist. Kritisches Hinterfragen sollte also ein fester Bestandteil deines “Betriebssystems” sein.

Ich freue mich, dass Marvin mit diesem Gastbeitrag seinen Prozess zur Zielerreichung mit uns teilt und damit einen kleinen Vorgeschmack auf das Buch gibt.

Also, Vorhang auf für Marvin …

 

Welche Ziele setzt du dir persönlich in deinem Leben? Ganz egal, ob du einen köstlichen Mojito auf Koh Samui schlürfen oder die nächste Unicorn Company in Berlin aus den Boden stampfen willst. Es geht darum, sich Ziele im Leben zu setzen und an diesen Zielen festzuhalten, denn genau darum geht es im Leben doch, oder etwa nicht?

Wenn ich über Zielerreichung spreche, gibt es für mich immer eine notwendige Voraussetzung, und zwar Selbstreflexion. Was möchte ich in meinem Leben erreichen? Befriedige ich momentan nur die Wünsche der Gesellschaft oder ziehe ich mein eigenes Ding durch? Wer oder was beeinflusst mich in meiner Entscheidungsfindung?

Genau mit diesen Themen beschäftige ich mich seit geraumer Zeit. Nach meinem Studium zog es mich in die Logistikbranche, sodass ich seit knapp 18 Monaten ein Traineeprogramm bei einem amerikanischen Logistikdienstleister mache – und das macht mich glücklich. Doch fangen wir erst einmal damit an, was das mit Zielerreichung und Selbstreflexion zu tun haben soll.

Kurz nachdem ich meinen Job im Unternehmen begonnen habe, gründete ich gemeinsam mit knapp dreißig weiteren Millennials eine Fokusgruppe, die sich auf die Fahnen schreibt, innovative Ideen ins Unternehmen zu bringen und an diesen zu arbeiten. In unserem Kick-Off-Meeting diskutierten wir über sämtliche Themen, die uns emotional berühren.

Der Begriff „Work-Life-Balance“ fiel dabei so oft, dass ich mir mehr und mehr Gedanken über die eigentliche Bedeutung machte. Schließlich schrieb ich einen Beitrag in einem Karriereportal darüber, warum „Work-Life-Balance“ in meinen Augen etwas Kurioses ist. Die Arbeit und (das) Leben ins Gleichgewicht bringen? Für mich macht das irgendwie keinen Sinn.

Jedenfalls machte ich mir ab diesem Zeitpunkt noch viel mehr Gedanken über Dinge, die mir von meinem Umfeld als Gegeben verkauft wurden. Ich fing an, unterschiedliche Themen mehr und mehr zu hinterfragen. Die Frage, ob alle Schwäne weiß sind, wirst du sicherlich schnell verneinen.

Doch in unserem Leben existieren ähnliche Fragen, die wir nicht selbstständig beantworten, sondern die Meinung der Gesellschaft kopieren. Ganz egal, ob es Konstrukte in unserem Leben sind (wie zum Beispiel Ländergrenzen, Geld und Staatsformen) oder aber Themen wie Selbstverwirklichung und Co. – kritisch hinterfragen lassen sich so viele Bereiche in unserem Leben.

Meine Gedanken zu diesem Thema habe ich letztendlich in einem Buch mit dem Titel „Sind alle Schwäne weiß?“ zusammengefasst, welches kürzlich veröffentlicht wurde. Als nächstes möchte ich dir beispielhaft an meinem Buchprojekt zeigen, welche Punkte du im Hinblick auf Zielerreichung unbedingt beachten solltest:

 

1. SETZE DIR ZIELE

Bevor du dir Gedanken über deine Zielerreichung machen kannst, bedarf es einer notwendigen Bedingung: der Zielformulierung. Wir ernten nun mal, was wir säen. Was also nicht gesät wird, kann anschließend auch nicht geerntet werden. Sei dir darüber im Klaren, was du erreichen möchtest. Setze dir Prioritäten und sei dir deiner Kapazitäten, welche dir für die Erreichung deines Ziels zur Verfügung stehen, bewusst.

Je langfristiger dein Ziel ist, desto mehr Sinn macht es, sich Meilensteine zu setzen, welche als Teilziele fungieren. Diese werden dir regelmäßig das Gefühl geben, einen Schritt weiter gekommen zu sein. In der Realität wirst du womöglich mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen. Achte darauf, dass sich diese Ziele nicht widersprechen, sondern bestenfalls gegenseitig unterstützen.

Mit meinem Buch war das relativ simpel: Ich habe mir ohnehin Gedanken über verschiedene Bereiche in meinem Leben gemacht und Spaß daran gefunden, diese zu kommunizieren. Mein Ziel lautete schließlich: Teile deine Sichtweisen, kommuniziere diese und inspiriere dein Umfeld auch kritischer über Verschiedenes nachzudenken. Voila.

2. IDENTIFIZIERE DEINE RESSOURCEN

Sobald du dein Ziel vor Augen und dieses definiert hast, solltest du dir Gedanken darüber machen, welche Ressourcen dir zur Verfügung stehen. Du möchtest Mojito auf Koh Samui verkaufen? Dann solltest du mindestens ein One-Way-Ticket, Kenntnisse über das Mixen von Cocktails sowie ein Ladenlokal und ein paar unternehmerische Fähigkeiten besitzen. Schon bei der Zieldefinition solltest du die dir zu Verfügung stehenden Ressourcen kennen, sodass dein Ziel auch tatsächlich erreichbar ist.

Ressourcen für mein Buch? Das war relativ einfach: Ich brauchte nur ein Werkzeug, um meine Gedanken zu „Papier“ zu bringen. In diesem Fall war es mein Laptop.

3. DENKE GROß UND LASS DIR HELFEN

Dein privates oder berufliches Umfeld suggeriert dir, dass dir für deine Zielerreichung die benötigten Ressourcen fehlen? Neider, die dir deinen Erfolg nicht gönnen und dich davon überzeugen wollen, dass du dein Ziel niemals erreichen wirst, wird es immer geben.

Erinnere dich daran, dass es eine einzige Person benötigte, um den Rest der Menschheit davon zu überzeugen, dass die Erde keine Scheibe ist. Solange du das Vertrauen in dich selbst nicht verlierst, wirst du auch dein Ziel nicht aus den Augen verlieren. Löse dich von starren Denkmustern und akzeptiere niemals den Status quo. Als eine „Ein-Mann-Armee“ wirst du aller Voraussicht nach niemals dein Ziel erreichen. Umgib dich deshalb mit Personen, die dir Kraft schenken und an dich glauben. Nutze die Energie von Neidern zu deinem eigenen Vorteil.

Auch während meines Schreibprozesses stieß mein Plan auf viel Zuspruch – gleichzeitig gab es aber auch einige Freunde, die ihre Augen verrollten, als sie von meiner Idee gehört haben. Den größten Ansporn gaben mir tatsächlich diejenigen, die nicht wirklich an meinen Plan glaubten.

4. RICHTE DEIN LEBEN NACH DEINEM ZIEL AUS

Fokussiere dich auf dein Ziel. Meide Situationen, welche der Erreichung deines Ziels schaden könnten. Stell dir vor, du modellierst dein Leben mit Hilfe eines Kartenhauses. Dabei stellt die unterste Ebene dein Ziel dar. Jedes weitere Geschoss baut auf deinem Ziel auf. Alles was du tust, richtet sich folglich nach deinem Ziel. Es ist das Fundament, das alles zusammenhält und ohne das die anderen Geschosse nicht existieren könnten. Nimm dir am Tag wenigstens ein paar Minuten Zeit, um dich selbst zu hinterfragen, ob dich dein tägliches Handeln zur Zielerreichung führt.

In Bezug auf mein Buch war das relativ einfach. Klar, ich ging nicht stundenlang am Tag durch die Straßen und redete mir ein, heute wieder ein paar Seiten zu schreiben. Aber ich dachte in schier jeder Situation über verschiedene Dinge nach und wie ich diese anschaulich kommunizieren kann.

5. TEILE DEINE ZIELE

Einen kräftigen Motivationsschub verschafft dir das Teilen deines Zielvorhabens. In schwachen Momenten, in denen du dein Ziel aus den Augen verlierst, wird dich dein Umfeld daran erinnern und dir die nötige Motivation geben, fokussiert zu bleiben. Diese Motivation kann sich einerseits in Lob, andererseits auch als Druck äußern. Ganz egal: Je mehr Leuten du von deinem Vorhaben berichtest, desto fokussierter blickst du in Richtung Ziellinie. »Der Weg ist das Ziel« zählt in diesem Kontext nicht!

Ich habe oft über mein Buchprojekt gesprochen, es relativ früh in den sozialen Medien gestreut. Dadurch erhielt ich unglaublich viel Zuspruch und freute mich bereits, dass meine Zeilen künftig andere Menschen inspirieren können.

6. SEI EHRLICH ZU DIR SELBST

Bist du in einer festen Partnerschaft? Die Beantwortung dieser Frage nehme ich dir ab, denn sie lautet Ja. Auch wenn du im Moment keinen Partner in einem anderen Menschen hast, ist es dein inneres Ich. Dieser Partner begleitet dich bereits seit deiner Geburt und wird dich noch dein ganzes Leben begleiten. Dein inneres Ich ist dein strengster Richter, dem du nichts verheimlichen solltest.

Natürlich kannst du zu dir selbst unehrlich sein und damit Problemen aus dem Weg gehen. Oft erscheint unser Leben einfacher und angenehmer, wenn wir vor unseren Problemen eine Barrikade errichten und diese aus dem Gedächtnis verbannen. Loswerden wird man diese dadurch jedoch nicht. Wahrscheinlich kehrt das schlechte Gefühl, früher oder später, noch viel stärker zurück. Dein inneres Ich ist aber nicht nur dein strengster Richter, es kann zugleich auch dein motivierender Coach sein. Belohne dich also auch einmal, wenn du ein gewisses Teilziel erreicht und Durchhaltevermögen bewiesen hast.

Ich persönlich bin sehr ehrlich mit mir selbst und meinem Projekt umgegangen und habe mir stets Hilfe gesucht, wenn ich einmal nicht weitergekommen bin.

7. STARTE JETZT

Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Du hast dir bereits ein Ziel gesetzt, welches du unbedingt erreichen willst? Wenn du diese Frage mit Ja beantworten kannst, existiert kein Grund, warum du dein Vorhaben nicht sofort in die Tat umsetzen solltest. Besonders zu Beginn deines Vorhabens sollte deine Motivation riesengroß sein. Bevor diese mit der Zeit wieder verpufft, solltest du sofort Initiativen ergreifen, die dich zum Ziel führen werden.

Ein Raucher, der zu einem vordefinierten Zeitpunkt sein Laster loswerden möchte, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erfolgreich sein. Aus unterschiedlichen Gründen ist die Motivation später nicht mehr dieselbe. Wenn du Punkt 6 beachtest und ehrlich zu dir selbst bist, gibt es keinen triftigen Grund, warum du nicht jetzt durchstarten solltest. Hör auf, nach Ausreden zu suchen und spring jetzt auf die Lokomotive, die dich zu deinem Ziel bringen wird. Ob sich erneut eine solche Möglichkeit ergibt, ist ungewiss. Kleiner Tipp: Der eine, perfekte Start existiert nicht!

Nachdem ich meinen Beitrag über die kuriose „Work-Life-Balance“ in einem Karriereportal geteilt habe, war mir sofort klar, dass ich meine Gedanken künftig teilen muss. Es hat nicht lange gedauert, bis ich die ersten Seiten für mein Buch fertiggestellt habe.

8. SCHREIBE DEINEM 80-JÄHRIGEN ICH

Ich persönlich bin kein großer Fan davon, seine Ziele zu verschriftlichen, Checklisten anzulegen oder den Prozess seiner Zielerreichung an einem seltsamen Ampelsystem zu messen. Setze ich mir ein Ziel, welches ich unbedingt erreichen will, verankert sich dieses so fest in meinen Gedanken, dass ich es nie wieder vergessen werde. Das passiert zwangsläufig, wenn du Punkt 4 beachtest.

Es geht auch etwas kreativer: Berichte deinem zukünftigen Ich von deinen Plänen. Notiere dein konkretes Zielvorhaben, deine Motivation und alle Schritte, welche für deine Zielerreichung notwendig sind. Zum einen wirst du dich jederzeit daran erinnern, dass du ehrlich zu dir selbst sein solltest und Motivation in deinem inneren Ich findest (Punkt 6). Zum anderen hast du später einen schriftlichen Beleg für deinen Erfolg.

Das 80-jährige Ich eignet sich als Adressat besonders dann, wenn es um langfristige Ziele geht, die du in deinem Leben unbedingt erreichen möchtest. Später wirst du auf dein Leben zurückblicken und stolz auf dich sein. Das Alter des adressierten Ichs muss daher für jedes Ziel individuell angepasst werden. Es sollte also nur so weit in der Zukunft liegen, wie du für deine Zielerreichung benötigst.

9. BLEIB AM BALL

Diese Überschrift kannst du fast wörtlich nehmen. Stell dir vor, du formst einen kleinen Schneeball und rollst diesen einen verschneiten Abhang hinunter. Am Anfang musst du noch sehr viel Kraft investieren, da der kleine Schneeball ansonsten auf der Stelle liegen bleibt. Mit jedem gewonnenen Zentimeter, den der Schneeball zurücklegt, gewinnt er gleichzeitig an Volumen. Je größer er wird, desto weniger Kraft musst du selbst investieren, bis er irgendwann von ganz alleine den Abhang runterrollt und dabei immer schneller wird.

Dieses physikalische Phänomen namens Momentum ist ausschlaggebend für deinen Zielerfolg. Besonders zu Beginn deines Zielerreichungsprozesses musst du dir deines Momentums bewusst werden. Ziele sind häufig das auf dem Seitenstreifen stehen gebliebene Auto, welches partout nicht mehr anspringen will. Möchtest du das Auto zur 200 Meter entfernten Raststätte schieben, musst du anfangs extrem viel Kraft aufwenden. Hat sich das Auto jedoch erst einmal in Bewegung gesetzt, also mehr und mehr Momentum aufgebaut, kannst du die von dir aufgebrachte Kraft verringern. Das Auto rollt von selbst.

Momentum motiviert uns, besonders zu Beginn viel Kraft und Mühe aufzuwenden, um den „Ball“ erstmal ans Rollen zu bringen. Rede dir nicht ein, dass der Weg zu deinem Ziel anfangs zu steinig ist. Behalte dein Ziel im Auge und du wirst es schneller erreichen als du denkst.

Mein Buch habe ich auch nicht binnen zwei Wochen geschrieben. Ein „professioneller“ Schriftsteller hätte das vielleicht gekonnt. Doch ich habe mich nicht entmutigen lassen und Woche für Woche mehr Gedanken zu „Papier“ bringen können. Es war ein unglaubliches Gefühl immer ein Stück weiter gekommen zu sein.

 

Wenn du mehr zum Thema „kritisches Hinterfragen & Querdenken“ erfahren möchtest, lade ich dich ganz herzlich dazu ein, meine Website www.marvinnowozin.de zu besuchen. Auch Sebastian hat mit seinen Erfahrungen und einem kleinen Beitrag zu diesem Buch beigetragen, wobei ich mich an dieser Stelle noch einmal bei dir, Sebastian, für deinen Input bedanken möchte. Ich würde mich riesig darüber freuen, wenn ich den einen oder anderen von euch auch zu mehr Selbstreflexion inspirieren könnte.

 

Über den Autor:

Inspiriert durch sein Studium der Wirtschaftswissenschaften veröffentlichte Marvin Nowozin im Januar 2017 sein erstes Buch “Sind alle Schwäne weiß?: Inspirationen zum kritischen Hinterfragen & Querdenken”. Sowohl im Studium als auch in seiner Freizeit beschäftigt sich der junge Autor mit unterschiedlichen Themen rund um Entrepreneurship, Innovationsmanagement und Managerial Economics. Dabei interessiert ihn vor allem, warum und wovon sich Menschen in ihrem alltäglichen Leben beeinflussen lassen.

Der Artikel Sind alle Schwäne weiß? Über kritisches Hinterfragen, Selbstreflexion und Zielerreichung kommt von Wireless Life.

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Schlechte Ratschläge und innere Antreiber, die dir das Leben zur Hölle machen https://wirelesslife.de/antreiber/ https://wirelesslife.de/antreiber/#comments Mon, 30 Jan 2017 09:05:51 +0000 https://wirelesslife.de/?p=6440 Der erste Schritt zu mehr Glück und Erfolg in deinem Leben besteht darin, dich selbst besser kennenzulernen. Wenn du weißt, welche innere Grundmotivation dich antreibt, kannst du diese gezielt einsetzen. Und sobald du die äußeren Glaubenssätze kennst, die dich gegen Blockaden rennen lassen, kannst du daran arbeiten.

Der Artikel Schlechte Ratschläge und innere Antreiber, die dir das Leben zur Hölle machen kommt von Wireless Life.

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Bei diesem Beitrag handelt es sich um einen Auszug aus der 2. Auflage des Wireless Life Guide.

“Geld verdirbt den Charakter” und “Gib nie auf” sind zwei Glaubenssätze, mit denen ich aufgewachsen bin. Sie haben dafür gesorgt, dass ich in meinen früheren Jobs nie nach Gehaltserhöhungen gefragt und mein Studium bis zum Ende durchgezogen habe. Diese Glaubenssätze entstanden, weil sie mir in meiner Kindheit zugetragen wurden, bis ich sie tief in meiner DNA verinnerlicht habe.

So viele unserer Glaubenssätze basieren auf dem, was uns andere Menschen bewusst oder unbewusst als Kinder und junge Erwachsene immer wieder erzählt haben. Immer dann, wenn wir eine Meinung hören und dieser Glauben schenken, wird sie Teil unserer Realität, ganz egal ob sie wahr ist oder nicht.

Viel zu oft sind diese Meinungen aber nur die Reflektion von Glaubenssätzen anderer Menschen, die für dich schädlich sein können. Deshalb solltest du “gut gemeinte Ratschläge” nie persönlich nehmen, denn schließlich bewegen wir uns alle in ganz unterschiedlichen Realitäten.

In den letzten zwei Jahren habe ich mich intensiv mit dem Thema Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt. Mit Hilfe von Coaches habe ich mich selbst besser kennengelernt und verstehe nach und nach, welche limitierenden Glaubenssätze mich ausbremsen und welche Grundmotive mich antreiben.

Zu den vielen Menschen, die mich in meiner Entwicklung stark beeinflusst haben, gehört Unternehmercoach Marion Lang, die auch Teil der letztjährigen Workation auf Bali war. Sie sagte mir in einem Interview, dass es vor allem zwei relevante Kriterien gibt, die für selbständig handelnde Menschen extrem wichtig sind. Die wenigsten von uns haben Kenntnis davon, ganz einfach weil wir es weder in der Schule noch sonst im Leben gelernt haben:

Das ist zum einen die intrinsische Motivation (Grundmotivation), die uns in einen Fluß versetzt und unser Handeln mit Leichtigkeit vorantreibt. Der zweite Teil sind angelernte Strategien (Antreiber), die uns wie eine Peitsche vorantreiben. Sie sind nicht per se schlecht aber sie können im Gegensatz zur intrinsischen Motivation sehr anstrengend sein. Wichtig ist zu erkennen, wann die Antreiber positiv eingesetzt werden können und damit den Fluß des Grundmotives unterstützen.“

 

Werte kennen, Grundmotive stärken

Werte sind Teil deiner Persönlichkeit und Leitbilder für dein Handeln. Sie entwickeln sich bereits ab der 15. Schwangerschaftswoche und verändern sich nach der Pubertät nicht mehr. Im Laufe der Zeit mögen sich einige Werte stärker entfalten und andere werden von dir unterdrückt, du kannst aber nicht vor ihnen davonlaufen.

Diese Werte stehen in direkter Verbindung zu deiner Grundmotivation und deinen Antreibern. Sobald du sie erkannt hast, kannst du sie gezielt einsetzen und an ihnen arbeiten.

Dich selbst und deine Werte kennenzulernen, ist keine einfache Aufgabe, da du dich selbst natürlich nur aus der eigenen Perspektive siehst. Daher solltest du die Arbeit mit einem Coach unbedingt in Betracht ziehen. Da das natürlich eine Investition ist, sind Persönlichkeitstests ein guter Anfang.

Empfehlenswert ist die Lymbic Map, eine Wertekarte mit sieben verschiedenen Typen. In einem Online-Persönlichkeitstest wird analysisert, wie stark deine Ausprägungen hinsichtlich Dominanz, Stimulanz und Balance sind. Stehst du gerne im Wettbewerb? Brauchst du ständige Abwechslung? Wie hoch ist dein Wunsch nach Sicherheit? Sobald du deinen Wertemix kennst, weißt du, was dich in deinem inneren Kern antreibt.

Indem du die für dich wichtigen Grundmotive, die sich aus Werten ableiten, verstärkst, handelst du aus einer intrinsischen Motivation, die das Erreichen deiner Ziele deutlich leichter macht. Handelst du gegen diese Motivation, fühlt sich alles nach Zwang an und benötigt viel mehr Energie.

Wenn du beispielsweise durch Grundmotive wie Kreativität, Risikofreude und Individualismus angetrieben wirst, verstärkt sich deine Motivation mit der Selbständigkeit. Andersherum sind stark ausgeprägte Werte wie Sicherheit, Heimat und Familie ein gutes Anzeichen dafür, dass du als digitaler Nomade auf viele innere Blockaden stoßen wirst.

 

Antreiber definieren, Erlauber setzen

Antreiber sind unsere inneren Stimmen, die auf antrainierten Verhaltensmustern basieren. Anders als unsere Grundmotive sind sie extrinsisch motiviert und meist zwanghaft. Diese Glaubenssätze können in bestimmten Situationen hilfreich sein, jedoch auch schaden, wenn sie zu stark ausgeprägt sind und uns in unserem Handeln einschränken. Es gibt fünf Antreiber – sei perfekt, sei stark, beeil dich, streng dich an, mach es allen recht – die bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

Wenn du Antreiber permanent gegen deine eigene intrinsische Motivation arbeiten lässt, sabotierst du dich selbst. Du bist nur durch die Peitsche getrieben und wirst immer müder oder im schlimmsten Fall krank“, sagte mir Marion dazu im Gespräch. „Deshalb solltest du mit Freude und Leichtigkeit aus deiner Grundmotivation heraus handeln. Wenn ich meine Werte und Vision im Leben verankert habe und bewusst entscheiden kann, wann ich was an welcher Stelle sinnvoll einsetzen kann, dann muss ich nicht ständig gegen Blockaden rennen, womit alles im Leben leichter wird. Du weißt genau, welche Strategie du einsetzen musst, welche Grundmotivation dich unterstützt, welche Werte genau in diese Richtung mitschwingen.“

Weißt du, was dich antreibt? Finde es ganz einfach heraus, indem du den Antreibertest machst. Mit Hilfe von 50 kurzen Fragen findest du heraus, was dich motiviert und was dich ausbremst. Sei dir bewusst darüber, welche Antreiber du hast und setze dir Erlauber, die deine hinderlichen Denkweisen entkräften. Gute Informationen zum Weiterlesen und zur Interpretation deiner Antreiber gibt es auf dieser Seite.

Wenn du durch den Wunsch getrieben bist, es immer allen recht machen zu wollen, dann erlaube dir, auch mal Nein sagen zu dürfen. Achte in deinem Alltag ganz bewusst darauf, wann ein Antreiber für dich hilfreich ist und wann er dich ausbremst.

Triff dann eine aktive Entscheidung darüber, ob du diesen Antreiber zulassen willst oder dir einen Erlauber setzt. Je bewusster du mit deinen Antreibern umgehst, desto schneller bilden sich neue Verknüpfungen in deinem Nervensystem, die hinderlichen Antreibern den Wind aus den Segeln nehmen.

 

Stärken stärken, Schwächen beseitigen

Neben diesen bereits im Kindesalter verinnerlichten Verhaltensweisen entwickeln wir im Laufe der Zeit neue Fähigkeiten. Viel zu oft fokussieren wir uns allerdings nicht auf unsere Stärken, sondern auf Defizite, die wir mit aller Macht beseitigen wollen.

Ich halte es für extrem wichtig, dass du deine Schwächen akzeptierst, anstatt dich von ihnen aufhalten zu lassen. So sehr viele von uns Multi-Potentials sein mögen, so sehr haben wir im Laufe des Lebens einige wenige Fähigkeiten entwickelt, auf die wir uns besinnen sollten.

Kennst du deine Stärken? Setzt du diese ganz gezielt ein? Auch das kannst du über Online-Tests herausfinden. Einer der bekanntesten Tests ist der kostenpflichtige StrengthFinder 2.0 des Gallup Institutes, wobei es auch gute kostenlose Tests zur Entdeckung deiner Fähigkeiten gibt.

Anders als bei dem Lymbic- und Antreiber-Test bin ich persönlich kein großer Fan solcher Potenzialanalysen im Internet. Um meine Stärken und Schwächen besser kennenzulernen, habe ich in der Vergangenheit Freunde und Geschäftspartner danach gefragt, wo sie meine größten Potenziale und Defizite sehen.

Genau diese Stärken fördere ich, indem ich mich weiterbilde und durch Erfahrungen lerne. Meine Schwächen beseitige ich, indem ich beispielsweise Arbeiten auslagere oder gar nicht erst Dinge mache, die nicht meinen Fähigkeiten entsprechen. Besonders wenn du gerade am Anfang deiner Selbständigkeit stehst, dann ist genau dies auch mein Ratschlag für dich: bediene dich deiner Stärken, anstatt zu versuchen, deine Schwächen zu beseitigen.

Der Artikel Schlechte Ratschläge und innere Antreiber, die dir das Leben zur Hölle machen kommt von Wireless Life.

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Noch selbständig oder schon angestellt? Das solltest du als Freelancer und Auftraggeber über die Scheinselbständigkeit wissen https://wirelesslife.de/scheinselbstaendigkeit/ https://wirelesslife.de/scheinselbstaendigkeit/#comments Thu, 19 Jan 2017 09:24:30 +0000 https://wirelesslife.de/?p=6420 Die Grenzen zwischen Selbständigkeit und Scheinselbständigkeit sind alles andere als klar. Wenn du zwar selbständig bist aber nach rechtlicher Definition wie ein Arbeitnehmer handelst, hat dies Auswirkungen auf Sozialversicherung, Steuern und Arbeitsrecht. Die Konsequenzen trägt vor allem der Auftraggeber.

Der Artikel Noch selbständig oder schon angestellt? Das solltest du als Freelancer und Auftraggeber über die Scheinselbständigkeit wissen kommt von Wireless Life.

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Viele Startups arbeiten ausschließlich mit Freelancern. Dadurch sparen sie Geld und Verbindlichkeiten. Auch ich mache es so und bin froh, mich nicht mit den Themen Lohnsteuer, SV-Beiträge und Arbeitsrecht auseinandersetzen zu müssen. Für Freelancer hat diese flexible Form der Beschäftigung den Vorteil, dass sie ihre Leistungen außerhalb der Festanstellung anbieten können.

Das große Problem dabei ist, dass die Grenzen zwischen selbständiger und sozialversicherungspflichtiger, abhängiger Beschäftigung sehr fließend sind. Der Deutschen Rentenversicherung Bund hat ein großes Interesse daran, Freelancer als Angestellte einzustufen, wenn sie sich eigentlich in einer abhängigen Beschäftigung befinden. Das ist verständlich, denn damit fließen mehr Beiträge in die Kasse der Rentenversicherung.

Deshalb solltest du sowohl als Freelancer als auch als Auftraggeber sehr vorsichtig bei der Vertragsgestaltung sein. Es sollte im Vertrag keine Wettbewerbsklauseln geben, die die Arbeit für andere Auftragnehmer in der gleichen Branche verbietet. Arbeitszeit und -ort sollten nicht festgeschrieben sein, sondern maximal nach “betrieblichen Erfordernissen” vereinbart werden. Abgerechnet werden sollte nicht nur nach Stunden- oder Tagessätzen, sondern mit einem erfolgsbasierten Anteil (z.B. inkl. Korrekturen) bzw. einem fest vorgeschriebenem Projektergebnis.

 

Warum die Unterscheidung zwischen Freelancer und Arbeitnehmer so wichtig ist

Die Abgrenzung spielt für das Sozialversicherungsrecht, Arbeitsrecht und Steuerrecht eine wichtige Rolle. Sowohl Sozialleistungen und Arbeitnehmerrechte als auch die steuerliche Einstufung unterscheiden sich zwischen Selbständigen und Angestellten. Nach dem Schwarzarbeitsbekämpfungsgesetz (SchwarzArbG) wird die Scheinselbständigkeit sogar als Fall von Schwarzarbeit eingestuft.

Als Scheinselbständiger, also jemand, der zwar selbständig ist aber eigentlich wie ein Angestellter handelt, befindest du dich aus Sicht des Sozialgesetzbuches in einem Arbeitsverhältnis. Das schließt Ansprüche wie Urlaubstage, Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall, Kündigungsschutz und andere Arbeitnehmerrechte ein.

Für die Abgrenzung kommt es zwar auch auf die Vertragsgestaltung zwischen Freelancer und Auftraggeber an, letztendlich zählen aber immer die tatsächlichen Verhältnisse zwischen beiden Parteien.

Für digitale Unternehmer kann die Feststellung besonders heikel sein. Ein Bestandteil der Definition der Rentenversicherung für eine Selbständigkeit ist das unternehmerische Risiko, welches vorhanden sein muss. Dazu gehören eine eigene Betriebsausstattung, Mitarbeiter und andere Fixkosten. Wenn du außer deinem Laptop nichts für die Leistungserbringung benötigst, was ja durchaus erstrebenswert ist, kann dir das zum Nachteil ausgelegt werden.

 

Wann du als Selbständiger handelst

Als Selbständiger trägst du das unternehmerische Risiko eigenverantwortlich, wozu vor allem dein Einkommen und der Einsatz von eigenem Kapital zählt. Du kannst deine Zeit selbst einteilen und frei entscheiden, an welchem Ort du arbeitest. Typische Merkmale für unternehmerisches Handeln liegen dann vor, wenn du:

  • auf eigenes Risiko handelst,
  • eine eigene Betriebsstätte hast,
  • Kundenakquisition und Werbemaßnahmen ergreifst und
  • frei über deine eigene Arbeitskraft und -zeit bestimmen kannst.

Kein einzelnes Kriterium sorgt dafür, dass du selbständig handelst. Die Einstufung ist immer von einer Gesamtabwägung abhängig. Deshalb kannst du deinen Status im Zweifel prüfen lassen (Infos zur Statusfeststellung weiter unten).

 

Wann du unter die Scheinselbständigkeit fällst

Anhaltspunkte für eine Beschäftigung sind eine Tätigkeit nach Weisungen und eine Eingliederung in die Arbeitsorganisation des Weisungsgebers”, steht in § 7 SGB IV, in dem die Beschäftigung definiert wird.

Als eindeutiges Kriterium für die Scheinselbständigkeit wird oft genannt, nur einen Auftraggeber über einen längeren Zeitraum zu haben. Das spielt aus rechtlicher Sicht aber inzwischen nur eine untergeordnete Rolle.

Zwar ist es ein Indikator für die Scheinselbständigkeit, wenn du nur einen Auftraggeber hast bzw. mehr als 5/6 deines Einkommens von einem einzelnen Auftraggeber beziehst, das allein reicht allerdings noch nicht zur Prüfung einer Scheinselbständigkeit aus.

Diese kann auch vorliegen, wenn du zwar mehrere Auftraggeber hast, von denen einer jedoch Steuerungs- und Kontrollmöglichkeiten hat, denen du unterliegst. Das ist dann der Fall, wenn du:

  • ähnlich wie ein Arbeitnehmer uneingeschränkt weisungsgebunden bist,
  • vorgeschriebene Arbeitszeiten einhalten musst,
  • in die Organisation des Auftraggebers eingebunden bist (z.B. Firmenlaptop, regelmäßige Teilnahme an Meetings, Teil des Urlaubsplans, Zugang zum Intranet, Firmeninterne E-Mail-Adresse) und
  • in Zeit, Ort und Umfang die gleichen Tätigkeiten ausführst wie die festangestellten Kollegen.

Je mehr dieser Eigenschaften vorliegen, desto wahrscheinlicher ist die Einstufung als Scheinselbständiger. Du bist dann zwar immer noch selbständig, wirst aber aus Sicht der Rentenversicherung, Krankenkasse, Finanzämter und dem Arbeitsrecht als Arbeitnehmer eingestuft.

 

Rentenversicherungspflichtige Selbständige

Neben Arbeitnehmern, Selbständigen und Scheinselbständigen gibt es noch eine vierte Kategorie. Du kannst auch als Selbständiger rentenversicherungspflichtig sein, wenn du nach § 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI:

  • keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigst und
  • auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig bist.

Diese Einstufung ist eher selten, da die Rentenversicherung in der Regel gleich auf Scheinselbständigkeit prüft. Solltest du hierunter fallen, kannst du dich auf Antrag von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen.

 

Freelancer oder Auftraggeber – wer trägt das Risiko?

Wenn du deine selbständigen Tätigkeiten anbietest aber eigentlich nicht selbständig handelst, wirst du zum Arbeitnehmer. Das hat für dich als Freelancer weniger Auswirkungen, denn die rechtlichen und finanziellen Risiken liegen vor allem auf Seiten des Auftraggebers.

Dieser muss dann Sozialversicherungsbeiträge (Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung) sowie Lohnsteuer rückwirkend bis zu 4 Jahre ab Beginn des Beschäftigungsverhältnisses abführen. Die Statusprüfung durch Einzugsstellen und Betriebsprüfer ist mit Kosten verbunden, die der Auftraggeber trägt.

Als Freelancer kannst du theoretisch eine Festanstellung einklagen und hast damit rückwirkend Ansprüche auf rückständiges Arbeitsentgelt, Urlaub, Kündigungsschutz und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Auch die Arbeitnehmeranteile zur Sozialversicherung trägt nach erfolgreicher Klage der Arbeitgeber. Das bedeutet, dass du dich als Auftraggeber erpressbar machst.

Wenn es hart auf hart kommt und vorsätzlich gehandelt wurde, können dem Auftraggeber sogar Straftatbestände wie die Förderung der Schwarzarbeit, Vorenthaltung sozialversicherungsrechtlicher Arbeitnehmeranteile und Steuerhinterziehung unterstellt werden.

 

Immer noch unsicher über deinen Status?

Kein Problem, denn sowohl als Freelancer als auch Auftraggeber kannst du deinen Fall individuell von der Clearingstelle der Deutschen Rentenversicherung prüfen lassen. Dieses Statusfeststellungsverfahren musst du schriftlich beantragen, woraufhin deine Versicherungspflicht in der Sozialversicherung festgestellt wird.

Das 7-seitige Formular “Antrag auf Feststellung des sozialversicherungsrechtlichen Status” (V0027) bekommst du auf den Seiten der Rentenversicherung. Erläuterungen zum Antrag gibt es in diesem PDF. Alternativ gibt es Antragsvordrucke auch bei den örtlichen Beratungsstellen, wo das Formular unter Anleitung ausgefüllt werden kann.

Zum Weiterlesen kann ich dir die sehr guten Informationen auf den Seiten der IHK Frankfurt empfehlen.

 

Hattest du als Freelancer oder Auftraggeber bereits Probleme mit der Selbständigkeit?

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Zwischen Sinnkrise und Aufbruch: Eine Kritik und Momentaufnahme zur digitalen Nomadenszene https://wirelesslife.de/aufbruch/ https://wirelesslife.de/aufbruch/#comments Tue, 10 Jan 2017 10:50:46 +0000 https://wirelesslife.de/?p=6409 Die digitale Nomadenszene hat ein riesiges Glaubwürdigkeitsproblem und verschweigt es konsequent. Sie verwechselt Erfolg mit Geld, Message mit Werten und Reichweite mit Wahrheit. In diesem kritischen Gastbeitrag schreibt Sebastian Berlein über Startups, digitale Nomaden und Entrepreneurship.

Der Artikel Zwischen Sinnkrise und Aufbruch: Eine Kritik und Momentaufnahme zur digitalen Nomadenszene kommt von Wireless Life.

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Als ich im Sommer 2016 zu Gast auf der Freiheitsbusiness Konferenz von Markus Gabor war, drehten sich die vielen tollen Vorträge um Amazon FBA und darum, wie Conversion Rates optimiert und Profitmargen erhöht werden können. Als letzter Speaker kam Sebastian Berlein kurz vor Mitternacht auf die Bühne und schaffte einen guten Ausgleich zu den zahlengetriebenen Vorträgen seiner Vorredner.

Er ruf allen Zuhörern ins Gedächtnis, wie wichtig neben nackten Zahlen auch die Liebe zum Produkt (und zur Idee) ist. Allzu oft vergessen wir vor lauter Betriebswirtschaft die Menschen und die Umwelt, die durch unsere Geschäftsmodelle betroffen sind.

Seit der Konferenz hatte ich einige inspirierende Gespräch mit Sebastian, dessen Meinung ich sehr zu schätzen gelernt habe. Deshalb freue ich mich sehr, dass er in diesem Gastbeitrag seine Kritik und gedankliche Momentaufnahme zur Startup Szene, zu digitalen Nomaden und Entrepreneurship mit uns teilt.

Eine Bitte vorab: lies diesen Beitrag mit einem offenen Geist. Egal, ob du Partei für die eine oder andere Seite ergreifst, wirf deine Vorurteile für einen Moment über Bord und reflektiere die kommenden Absätze. Die anschließende Diskussion (mit dir selbst oder öffentlich) soll einen Beitrag für mehr Bewusstsein schaffen.

Also, Vorhang auf für Sebastian Berlein.

 

Die digitale Nomadenszene hat ein riesiges Glaubwürdigkeitsproblem und verschweigt es konsequent. Sie verwechselt Erfolg mit Geld, Message mit Werten und Reichweite mit Wahrheit.

Groß war meine Hemmung diesen Beitrag zu schreiben. In einer Welt, die durch ihre Fülle an Gütern zu ersticken droht. In einer Welt, in der alles nach Aufmerksamkeit schreit, sind meine Worte hier wohl eher als ein Flüstern zu verstehen.

Die digitale Verschmutzung wird morgendlich sichtbar. Erstmal wieder Newsletter abbestellen, ignorieren was mir anscheinend gefällt. Und mir will mal wieder jemand zum tausendsten Mal beibringen, wie ich mit Amazon ortsunabhängig leben und arbeiten kann. Ach ja und dann war da ja noch Instagram, Snapchat & Co.

Im Hostel in Mexiko sitzen alle wie gebannt vor ihren Smartphones sowie Laptops und hauen in die Tasten. Ich auch. Eine Meute jagt nach “xk”-Reichweiten”, “Usern”, “Communities”, “Email-Verteilern” und will dabei unverblümt den Wunsch ausleben – jemand zu sein. Mit Stolz jagt eine elitäre Community die andere.

Teils wird gegen Geld exklusiver Zugang gewährt. Alle suchen die Tricks, um beispielsweise Steuern zu vermeiden und damit der “King vom Pausenhof” zu sein. Jugendliche werden mitunter in ein vermeintlich besseres Hamsterrad gelockt. Es geht um das eigene Ich. Es geht um Geld, nichts anderes. Wer zuerst kommt, klickt zuerst. Es war nie anders.

Wer zuerst kommt, monetarisiert zuerst.

Sich selbst inszenierende Hobby “Entrepreneure” haben gemeutert und das Ruder übernommen. Sie überschwemmen eine Startup Szene, welche zuvor noch nach Antworten auf die drängenden Fragen der Zeit gesucht hat. Das war gestern. Jetzt zählt “Money, Money” und an jeden “unique visitor” denken. “Superfood”, “Amazon”, “FBA” und bei Markus Lanz sitzen die “Internet Rockstars”. Mir wird kurz schwindelig.

Was haben wir eigentlich erreicht? Außer, dass eine sogenannte “share economy” immer weniger sozial agiert, Infrastrukturen ruiniert und für immer weniger Geld alles haben will. Und wir? Wir machen mit. Ich auch.

Einsamen Laptopern ruft heute die Bequemlichkeit der ersten Welt zu – fast wie ein Freizeitangebot – “Mach dein Business in 10 Tagen”. Mal sehen, habe ich noch etwas Zeit, ok, mach ich. Ob sie außer ihrem eigenen Leben die Dinge verändern wollen, wage ich zu bezweifeln. Diese haben – wen wundert’s – Business als Lifestyle entdeckt.

Die, die es schaffen, werden als sogenannte Rockstars der Szene announced. Viel schlimmer noch, teils als Entrepreneure bezeichnet. Sie geben Vorträge, Workshops und Konferenzen. Schnell das Momentum nutzen. Schneeballeffekte in real-time, einmal anders. Denn der Hype war gestern. Die Selbstdarstellung wird auf die Spitze getrieben. Es kommt mir vor wie damals in der Schule: Jemand hat den Kaugummi-Automat geknackt. Cool, oder? Doch wir kommen nicht darum herum, irgendjemand bezahlt für diesen Raubbau. Es werden nicht die Reichen sein.

Korrekt war gestern.

Die Werte in unserer Gesellschaft haben sich in den letzten Jahren verschoben. In vielerlei Hinsicht. Die digitale Nomaden-Szene ist natürlich ein Spiegel davon.

Wir verpesten die Umwelt mit unseren jährlichen Flügen – welche natürlich günstig sein sollen – und machen dann bei Plastik-Strandsäuberungen auf Bali mit.

Wir sourcen Produkte aus Billiglohnländern und wenn wir gnädig sind, zahlen wir am Ende 10% mehr Lohn an die Arbeiter. Nett, mehr nicht. Denn die Marge muss stimmen.

Schönheitsfehler, die nicht so recht passen wollen in unser Bild von Sonne, Strand und Meer. Es gibt keine Werte-Agenda, keine Vision und erst Recht kein Ziel der digitalen Nomaden außer das eigene Ich zu polieren.

Postkolonialismus 2.0, welcher überwiegend Menschen aus der ersten Welt vorbehalten ist. Beziehungsweise ist diese Menschengruppe privilegiert überhaupt erst die Option eines digitalen Nomadentums zu versuchen. Mit der Absicherung jederzeit in das beste Versorgungsnetz der Welt zurückzufallen – die Staatsbürgerschaft wird zum Alleinstellungsmerkmal.

Wer hat eigentlich diesen Begriff “digitale Nomaden” erfunden, der für eine Szene steht, die dieses Wort ohne Widerspruch adaptiert hat? Vielleicht, weil sich das im Fernsehen gut verkauft? Ähnlich wie “Hipster” wissen alle was gemeint ist, nur komischerweise zählt sich kaum einer ernsthaft dazu. Beides Beispiele unserer angepassten Unangepasstheit.

Uns ist der Mut abhanden gekommen, uns selbst zu definieren. Oder lassen wir uns erschlagen vom SEO-Keyword-Todesstern, der uns marketingtechnisch dazu zwingt uns zu konfirmieren? Wo ist unsere Freiheit, unser Rebellentum? Wir haben es abgegeben an der Garderobe der Monetarisierung.

Es ist nicht mehr als eine Randnotiz und dennoch bemerkenswert, dass viele Plattformen, Konferenzen und Communities, die mit der Ortsunabhängig-Arbeiten-Philosophie verbandelt sind, häufig gar nicht von digitalen Nomaden geführt werden. Es ist der Diebstahl einer Idee, ein Fall der Verletzung von Intellectual Property Rights und ähnlich wie die Ikone Che Guevara laufen wir Gefahr komplett kommerzialisiert zu werden.

Leadership, Adieu!

Wie wenige Leader und Entrepreneure tatsächlich dort draußen unterwegs sind, zeigt sich in narzisstischen Videos und Fotos, in denen man den Drang nach Anerkennung & Fame so sehr spürt, dass einem schnell schlecht wird. Startups & Gründer werden in zahlreichen Artikeln, Blogs, Podcasts durchgereicht wie an der Supermarktkasse. “Der Nächste Bitte”, Hauptsache Preis und die Reichweite stimmen.

Ach ja, und die Qualität an der berühmten Abbruchkante. Alles in allem verdaubare Häppchen, damit der Content nicht zu schwer im Magen liegt. Denn das Format funktioniert. Und es funktioniert wirklich!

Doch es gibt ein Zeichen der Hoffnung, so könnte man denken. Denn erstaunlicherweise entdecken dann selbst diese Menschen nach ein einiger Zeit ihr Gewissen wieder. Es folgt die Sinnsuche. Wie sollte es auch anders sein, natürlich wieder in Vorträgen zelebriert, öffentlich. Man ist jetzt der “good guy”. Still war gestern. Leider entsteht diese monetarisierte Erkenntnis erst, nachdem wieder einmal sinnlose Produkte in die Welt gesetzt wurden. Es wirkt wie ein Hangover. Eine zu Ende gehende Pubertät. Man blickt vermehrt in seelenlose Gesichter.

Die Dinge haben sich geändert. Vor einigen Jahren wurde man noch als ‘Nerd’ klassifiziert, “Startup” hatte die Anklänge eines Fitness Studios und “Gründerzentren” sahen aus wie verlassene Orte nach einem nuklearen Endszenario. Heute werden die Wohlfühl-Coworking-Labs weltweit aufbereitet, für die sogenannten digitalen Nomaden und Hobby-Entrepreneure in Teilzeit.

Gegen den Strom!

Ernsthafte Traveler, die seit Jahren unterwegs sind, sind schon längst zu Weltbürgern geworden. Aus diesen Reisenden sind mittlerweile Menschen entwachsen, welche die Suche nach Freiheit antreibt. Geld war nie deren Motivation. Das sind wir, die Sinnsucher. Individuen, welche sich eigentlich nie starren Strukturen und Lebenskonzepten ergeben haben. Und die Widerstände waren groß, der soziale Druck erst recht, bis heute.

Was digitales Nomadentum, ortsunabhängiges Arbeiten oder Amazon FBA mit Entrepreneurship zu tun haben soll, hat sich mir bis heute nicht erschlossen. Lediglich die Cafes mit Laptops sind weniger geworden. Ich vermute die zahlreichen Freelancer, Workaholics und digitalen Nomaden haben ein Zuhause gefunden.

Ich wünsche es ihnen so sehr.

 


 

Nachtrag von Sebastian Berlein vom 30.01.2017

Vielen Dank für die vielen Kommentare und Impulse!

Meine Erkenntnis nach Erscheinen des Artikels ist, dass es “Gesprächsbedarf” gibt. Daher ist meine logische Schlussfolgerung zugleich ein konstruktiver Lösungsvorschlag, welchen Sebastian Kühn und ich gemeinsam erarbeitet haben:

Lasst uns aktiv werden!

Wir wollen, dass eine Impulsgruppe gezielt bei Veranstaltungen (Konferenzen, Meet-ups etc.) zum Thema “ortsunabhängiges Arbeiten” integriert und angeboten wird. Dort kann und soll der Aspekt “Werte & Nachhaltigkeit” als fester Bestandteil diskutiert werden.

Allen Interessierten wird dadurch die Möglichkeit gegeben zu partizipieren und sich mit den im Artikel besprochenen Punkte zu beschäftigen. Weiterhin haben neue Teilnehmer der Szene dadurch die Chance, von Anfang auf die Thematik aufmerksam zu werden.

Konkret: Ein Versuch.

Wir werden in den kommenden Tagen eine erste Informationsseite aufbauen, welche die Initiative “For people, the planet and profit.” aufzeigt und die Forderung nach einer Impulsgruppe zum Thema “Werte & Nachhaltigkeit” erklärt.

Uns geht es ausdrücklich um eine kooperative und partizipative Auseinandersetzung. Eine positive Initiative soll entstehen, welche sich mit den im Artikel besprochenen Aspekten auseinandersetzt. Die Forderung muss von und durch uns kommen. Deshalb …

Was du tun kannst?

Nimm dir jetzt etwas Zeit und schreibe direkt an die Veranstalter von Konferenzen, Bloggern, YouTubern, Influencern etc. mit der Bitte die Initiative bekannt zu machen und die Impulsgruppe in deren Angebot zu integrieren.

Schreibe einfach, dass du dir wünschen würdest, dass das Thema “Werte & Nachhaltigkeit” ein fester Bestandteil der Szene wird. Natürlich wäre es ideal, wenn du deine Freunde & Bekannte ebenso informierst und eine Nachricht sendest, damit die Initiative Gehör findet.

 

Nun will ich versuchen, noch kurz inhaltlich auf die Kommentare einzugehen.

Meine Intention mit dem Beitrag “Sinnkrise in der digitalen Welt” ist es, ausdrücklich eine Kritik zu äußern und einen ersten Aufschlag zu versuchen. Es geht nicht nur um digitale Nomaden. Natürlich betrifft die Kritik genauso Startups, Gründer und sämtliche Erscheinungen von Unternehmertum. Gleichzeitig bin ich davon überzeugt, dass ein “ich kann es nicht mehr hören”, ”diese Kritik gibts schon zu hauf” oder “so ist es eben”, ein Zeichen von Resignation und Müdigkeit an gesellschaftlicher Teilhabe ist. Wir müssen anfangen wieder konstruktiv zu denken und zu partizipieren.

Sehr gerne würde ich weiter in die Tiefe gehen mit Statistiken, Quellen und ausführlichen Debatten. Ich denke jedoch, dass hier an dieser Stelle vorerst einmal der Versuch wichtig ist, ein größeres Bild zu zeichnen. Es geht darum herauszufinden, ob es noch mehr Menschen ähnlich geht.

Dennoch ein Gedanke: Wir befinden uns in der Entstehung eines neuen Arbeitsmarktes. Dieser funktioniert in Teilen ähnlich wie der sogenannte 2. Arbeitsmarkt, welcher vor einigen Jahren entstanden ist. Dahingehend, dass beispielsweise durch günstigere Stundenlöhne, Subventionen oder indirekte Methoden (Auslassen des Zwischenhandels) alte Mechanismen ausgehebelt werden und nicht mehr greifen. Brisant ist, dass immer häufiger knallhart der Konsument bedient wird. UBER und AIRBNB funktionieren teils ähnlich. Ich sehe diese Zuspitzung mit Sorge, weil dadurch Werte-basierte Unternehmen zunehmend nicht mehr mit ihrer Philosophie überzeugen können.

Die grundsätzliche Frage “Wie kann ich mehr Zeit und somit Freiheit gewinnen über das eigene Leben?” beschäftigt mich nun schon über 15 Jahre. Die entstandenen ersten literarischen Werke zu dieser Fragestellung romantisierten damals diese Idee: Bücher wie “Wir nennen es Arbeit” (Friebe,Lobo) oder “Vier-Stunden-Woche” (Ferris) bedienten und bedienen bis heute diesen Nerv. Natürlich werden erfolgreiche Strömungen kommerzialisiert. Dies rechtfertigt jedoch nicht, nichts dagegen zu unternehmen und die Entwicklung passiv hinzunehmen. Bemerkenswert: Sascha Lobo ist mittlerweile in den elitären Kreisen der Politik angekommen und die vor kurzem entwickelte Charta ist ein Zeichen davon. Intellektuell, theoretisch, politisch. Ich wage zu bezweifeln, dass er uns vertritt.

Leider findet die Politik seit Jahren (noch) keine Antworten auf  unsere “neue” Form des Arbeitens und Lebens. Selbstverständlich liegt es aber auch an uns, unser Arbeits- und Lebensmodell aktiv zu vertreten und eine “Interessenvertretung” zu organisieren. Damit meine ich im Detail, dass wir Forderungen formulieren müssen: Wir brauchen eine klare (digitale) Infrastruktur, welche zu unserem Arbeits- und Lebensmodell passt. So könnte beispielsweise eine neue Steuerklasse oder eine neue Form von Sozial-, und Krankenversicherung (vielleicht ähnlich der KSK) interessant sein. Ein schöner Nebeneffekt wäre, dass “Steuertricks” o.ä. nicht mehr in Seminaren und Büchern “erlernt” werden. Meine Kritik ist, dass die Szene zu sehr mit sich selbst und ihrer Kommerzialisierung beschäftigt ist anstatt solche Themen gemeinsam anzugehen. Es fehlt der gemeinsame Nenner. Wir reagieren aber agieren nicht.

Ja, ich stehe zu dem Begriff Postkolonialismus 2.0 und bin sehr gerne bereit darüber zu diskutieren. Ich beziehe mich nicht auf den alleinigen Zugang zum Internet sondern darauf, dass es überwiegend Menschen aus reichen Ländern ermöglicht wird – schon allein durch die Staatsbürgerschaft – ihre “Vormachtstellung” hinsichtlich der digitalen und realen Infrastruktur und deren Bildungsvorteil geltend zu machen. Dass Diktatoren ein Land beherrschen und schlecht regieren ist primär ein brisantes und zumal aktuell politisches Problem. Meiner Meinung nach rechtfertigt dies jedoch nicht das Argument, ökonomische Infrastrukturen ganzer Länder nach dem – teils subventionierten – Bedarf der ersten Welt auszurichten. Das bessere Übel bleibt ein Übel.

China ist bestimmt als Produzent unglaublich viele Güter weltweit ein großer Faktor hinsichtlich des globalen Klimawandels. Jedoch ist heute unsere Welt derart vernetzt und arbeitsteilig, dass Umweltverschmutzung an Ländern festzumachen meiner Meinung nach zu kurz greift. Es ist ja mitunter unser Bedarf an Gütern, der dort die Umweltverschmutzung verursacht. So sind es ja letztlich mitunter auch gerade FBA-Businesses die dafür sorgen, dass diese Güter bei uns landen. Ich bin nachwievor davon überzeugt, dass Fliegen – eines der schädlichsten Transportmittel der Welt – ein Faktor ist, welchen ich persönlich beeinflussen kann und will. Auch wenn ich dies natürlich selbst nicht immer schaffe.

Ein Schlusswort das den Aufbruch bedeutet

Die Kommentare sind vielfältig. Ich bedanke mich für das Lesen und Mitdenken. Und vor allem denjenigen, die hier mit Name und Bild ihre Meinung hinterlassen haben. Ich bitte um Verzeihung, wenn ich vielleicht nicht direkt auf jeden Kommentar eingehen konnte. Melde dich jedoch gerne bei mir (hello@findfind.org), wenn du das Gefühl hast noch einmal mit mir über den einen oder anderen Punkt zu sprechen.

Lasst uns zusammen den Versuch wagen und dafür eintreten, dass das Thema “Werte & Nachhaltigkeit” ein fester Bestandteil der Szene wird.


 

Anmerkung von Sebastian Kühn: auch ich möchte mich für die zahlreichen, zu großen Teilen gut reflektierten Kommentare bedanken, die den Diskussionsbedarf erkennen lassen. Seit der Veröffentlichung des Beitrags stehe ich mit Sebastian Berlein im engen Austausch, um einen Rahmen zu finden, in der wir die Wertediskussion weiterführen können. Mehr dazu in Kürze auf dieser Seite und über den Newsletter.

Unabhängig davon, ob du und ich mit jedem Punkt aus dem Artikel oder den Kommentaren übereinstimmen, haben wir die einmalige Chance, eine Bewegung mitzugestalten. Anstatt in fünf Jahren von den Dächern zu schreien, dass wir uns mit den Werten dieser digitalen Nomadenszene nicht mehr identifizieren können, kann heute jeder von uns heute dazu beitragen, was die Zeitungen in fünf Jahren schreiben werden. Wir können aktiv Beiträge leisten zur bestehenden Unternehmerkultur, zum nachhaltigen Reisen und zur Annäherung der Einkommensverhältnisse in der Welt – ganz egal, wie groß oder klein dieser Beitrag ist.

 

 

Über den Autor:

Sebastian Berlein lebt zwischen Mexiko und Berlin. Seit 8 Jahren gründet und berät er Startups. Sein neuestest Projekt ist die Vanilla Campaign, das die original Vanillepflanze aus Mexiko in die Welt bringen soll und gleichzeitig die Bauern vor Ort unterstützt.

Der Artikel Zwischen Sinnkrise und Aufbruch: Eine Kritik und Momentaufnahme zur digitalen Nomadenszene kommt von Wireless Life.

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Menschen, Mindset, Meilensteine: Ein Rückblick auf 5 Jahre digitale Selbständigkeit https://wirelesslife.de/menschen-mindset-meilensteine/ https://wirelesslife.de/menschen-mindset-meilensteine/#comments Fri, 23 Dec 2016 09:28:19 +0000 https://wirelesslife.de/?p=6092 In den letzten 5 Jahren digitaler Selbständigkeit habe ich so einige Höhen und Tiefen durchlaufen. Viele neue Menschen sind in mein Leben getreten, mein Mindset hat sich komplett verschoben und ich kann mit Stolz auf erreichte Meilensteine in meinem Business zurückblicken.

Der Artikel Menschen, Mindset, Meilensteine: Ein Rückblick auf 5 Jahre digitale Selbständigkeit kommt von Wireless Life.

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Menschen. Mindset. Meilenstein. Genau in dieser Reihenfolge hat sich bei mir in den letzten 5 Jahren so vieles getan. Menschen, die ich kennenlernen durfte, haben mich inspiriert und gelehrt. Diese Menschen haben mein Mindset komplett verändert, wodurch ich einige Meilensteine in meinem Business aber auch auf der persönlichen Ebene erreicht habe.

“Life doesn’t happen to me, it happens for me” ist einer der Sätze, die mich im Jahr 2016 verfolgt haben. Diese Haltung ist meiner Meinung nach der Grund dafür, dass einige Menschen erfolgreich sind und andere nach ein paar gescheiterten Versuchen wieder den Weg zurück ins alte Leben gehen. Es ist der Unterschied zwischen Opferrolle und dem Übernehmen von Verantwortung für das, was in unserem Leben geschieht. Diese Einstellung ist so viel wichtiger als alle Taktiken, Routinen und Tools.

Mein Mindset hat sich über einen langen Prozess hin verschoben. Von einem recht geradlinigen Lebenslauf mit vielen Abhängigkeiten hin zu einem immer weiteren Horizont. Heute gibt es nur noch wenige Grenzen in meinem Kopf, die mich zurückhalten. Der Weg zum Unternehmertum war jedoch ein langer Prozess, den ich dir in diesem Beitrag veranschaulichen möchte.

Da ich weiß, wie sehr wir alle Zahlen und Fakten lieben, gibt es zur Einstimmung ein paar Highlights aus den letzten 3 Jahren Wireless Life:

  • 1.086.655 Besucher insgesamt (646.019 davon in 2016)
  • 253.152 geschriebene Wörter in Beiträgen (1.612 Wörter pro Beitrag)
  • 23.212 Spam-Kommentare (Danke Aksimet für’s Abfangen)
  • 4.384 Likes auf Facebook (4 Likes pro Tag)
  • 3.486 Kommentare (22 Kommentare pro Artikel)
  • 2.200 verkaufte Wireless Life Guides
  • 219 Länder, in denen der Blog gelesen wurde
  • 157 Beiträge (ca. 80 Beiträge seit Start gelöscht)
  • 93 eingereichte Buchempfehlungen von Lesern
  • 35 selbst gelesene Bücher in 2016
  • 34 organisierte Mastermind Gruppen
  • 6 veranstaltete Workations
  • 1 unglaubliche Partnerin, die mich seit 6 Jahren begleitet

 

2011 – Erste Gehversuche

Während meines Master-Studiums in Berlin habe ich bei Google Sachen wie “Geld von zuhause aus verdienen” eingegeben. Neben einigen fragwürdigen Geschäftsmodellen habe ich Jobportale gefunden, auf denen für Texte und Recherchearbeiten kleine Beträge bezahlt wurden.

Ich habe mich dort angemeldet und hatte nach kurzer Zeit sogar einen ersten festen Klienten, für den ich für einen Stundenlohn von 15 Euro Texte über Fenster schrieb. Kein spannendes Thema aber ein besserer Verdienst als viele Kommilitonen mit ihren Nebenjobs hatten. Das waren meine ersten Berührungspunkte mit der Online-Arbeit.

 

2012 – Einstieg als Freelancer

Anfang diesen Jahres sind wir gemeinsam mit meiner Freundin nach Shanghai geflogen, um dort für ein halbes Jahr lang zu arbeiten. Ich hatte einen Job im Online Marketing, den ich bis September 2012 gemacht habe.

Als wir entschieden haben länger in Shanghai zu bleiben, habe ich noch ein paar halbherzige Bewerbungen verschickt. Dann habe ich mich endlich getraut und meinen Kopf komplett auf Selbständigkeit eingestellt. Ich habe mir ein Portfolio in Jobportalen aufgebaut und Vollzeit Übersetzungen und Online Marketing für Klienten gemacht.

Menschen: Es hat mir extrem geholfen aus meinem gewohnten Umfeld auszubrechen. Vielleicht hätte ich in Berlin mit all den besorgten und warnenden Stimmen den Schritt nicht gewagt. Außerdem war es ein extremer Halt, eine Freundin zu haben, die meinen Plänen komplett vertraut hat.

Mindset: Nach jahrelangen Zweifeln habe ich mir endlich eingestanden, dass ich mein Glück nicht in einer Festanstellung finden werde. Trotz anfänglichen finanziellen Engpässen habe ich es sehr genossen, nicht mehr täglich in ein Büro fahren zu müssen und mein eigener Boss zu sein.

Meilensteine: Der Umzug und das Ende des letzten Arbeitsvertrages haben den Weg für meine Selbständigkeit geebnet. Der erste Freelancing Kunde und eine erste Affiliate Seite waren weitere kleine Erfolge zum Jahresende 2012.

  • 04/2012: Umzug nach Shanghai
  • 09/2012: Beendigung des letzten Arbeitsvertrages
  • 10/2012: ersten Blog gestartet
  • 10/2012: kleine Freelancer-Aufträge über Jobportale
  • 11/2012: erste Affiliate Seite erstellt

 

Homebase in Shanghai ab 2012

 

 

2013 – Passives Einkommen

Nach anfänglich sehr niedrigen Stundensätzen habe ich das Freelancing weiter professionalisiert, indem ich immer um Referenzen gefragt und mich auf eine extrem kleine Nische spezialisiert habe. Außerdem kamen erste Einnahmen über Affiliate Seiten.

Menschen: Mein Umfeld in Shanghai ist großartig. Ich fühle mich Zuhause, habe aber wenige Freunde, die selbst Unternehmer sind. In diesem Jahr habe ich aber das erste Mal von der Bewegung der digitalen Nomaden gehört und mich zumindest online mit Gleichgesinnten vernetzt. Außerdem haben wir Anfang 2013 einen Hund adoptiert (O-Ton: “ja, wir nehmen ihn nur 2 Wochen, bis sich jemand für ihn findet …”), der seitdem verdammt viel Freude in unser Leben bringt.

Mindset: Mir hat das Selbstbewusstsein gefehlt, um höhere Stundensätze als Freelancer zu verlangen. Aber ich habe mich an den Leitsatz “Fake it till you make it” gehalten und mit zunehmender Expertise im Bereich SEO-optimierte Übersetzungen für App Stores auch an Sicherheit gewonnen. Nebenbei habe ich extrem viele Blogs und Bücher gelesen, Podcasts gehört und mich auf Startup-Treffen und Coworking Spaces mit Gleichgesinnten umgeben. Das gab mir Vertrauen in meine eigenen Ideen, die mein früheres Umfeld als unrealistisch abgetan hätte.

Meilensteine: Die formale Abmeldung aus Deutschland und das symbolische Löschen meines Lebenslaufes waren für mich Brücken, die ich hinter mir abgerissen habe. Dann kam der erste Freelancing-Klient, der zum Bestandskunde wurde und mir gutes Geld bezahlt hat, sowie die Erkenntnis, dass ich mit Affiliate Marketing relativ passives Einkommen verdienen kann.

 

Perrito, Ein treuer Begleiter seit 2013

 

 

2014 – Blog und Online-Community

Die Einnahmen aus dem Affiliate Marketing sichern mittlerweile meinen kompletten Lebensunterhalt ab. Die bisherigen Freelancer-Dienstleistungen biete ich nun über eine Marketing- und Übersetzungsagentur an, wobei die operative Arbeit an andere Freelancer abgegeben wird.

Der erste finanzielle Druck war weg und somit hatte ich Zeit, um meine wahren Leidenschaften zu entdecken. Aus meiner eigenen Begeisterung über die Möglichkeiten des ortsunabhängigen Arbeitens heraus habe ich am 01.01.2014 meinen Blog Wireless Life gestartet. Nicht mit einem großen Launch, sondern ganz soft und ohne monetäre Absichten.

Nach ein paar vereinzelten Reisen in 2013 war dieses Jahr voller längerer Aufenthalte in Bali, Vietnam, Myanmar, Thailand und Berlin. Das Thema produktives Arbeiten auf Reisen hatte ich unterschätzt und musste feststellen, dass dies nur möglich ist, wenn man sich sehr langsam fortbewegt.

Menschen: Die Verbindung und der Austausch mit anderen Menschen hat zumindest online an Fahrt aufgenommen. Um meinen eigenen und den Bedarf anderer Webworker zu decken, habe ich im April die Online-Community My Wireless Life ins Leben gerufen. Der Austausch dort, in Mastermind Gruppen und auf Veranstaltungen wie der ersten DNX hat mich unglaublich motiviert. Es hat gut getan zu sehen, dass es so viele andere Menschen gibt, die ticken wie ich.

Mindset: Ganz vorsichtig habe ich mich in Gesprächen nun nicht mehr als Freelancer, sondern als Unternehmer vorgestellt. Ich habe mein Dienstleistungsangebot skaliert und nicht mehr alle Kundenanfragen angenommen. Mittlerweile war ich selbstbewusst genug, den Wert meiner Arbeit zu erkennen. Außerdem habe ich mir viel Zeit genommen, um langfristige Visionen zu verfolgen.

Meilensteine: Mit der formalen Gründung einer Kapitalgesellschaft hat sich viel in meinem Kopf getan. Ich habe mich nun viel mehr als erwachsen gewordener Unternehmer gefühlt. Das positive Feedback für meinen Blog hat mich weiter bestärkt.

 

Das Experiment “Arbeiten und Reisen”

 

 

2015 – Buchveröffentlichung und Workation

Nachdem ich ein Jahr lang meine komplette Zeit und Energie in Wireless Life und unsere Community gesteckt habe, erreichten mich immer mehr Fragen zum Thema digitales Nomadentum. Nach so kurzer Zeit wurde  mein Rat bereits geschätzt, weshalb ich mich zum Schreiben des Wireless Life Guide entschloss. Es hätte wirklich keinen besseren Ort und Zeitpunkt für die Buchveröffentlichung geben können als während der allerersten Workation auf Bali mit 9 fantastischen Menschen, die die Nacht zum Tag gemacht haben.

Auch andere Reisen nahmen zu, u.a. habe ich in 2015 von Indien, Bali, Tarifa, Mallorca, Berlin und Australien aus gearbeitet. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich mich und mein Business gut darauf eingestellt. Den Dienstleistungsbereich habe ich in diesem Jahr komplett aufgegeben, um mich Themen zu widmen, die mich erfüllen.

Menschen: Extrem beeindruckt hat mich die Gruppendynamik während der ersten Workation und generell die Hilfsbereitschaft, die in der Community der digitalen Nomaden herrscht. Menschen, die ich bewundere und respektiere, haben mich in Mastermind Gruppen und Meetups stark beeinflusst.

Mindset: Nach den ersten Vorträgen, der Buchveröffentlichung und großem Zuspruch für meinen Blog wurde ich immer mehr als Vorbildfunktion gesehen, womit ich auch heute noch Schwierigkeiten habe. Durch das positive Feedback und die ersten erfolgreichen Produkt-Launches ist jedoch auch mein Selbstvertrauen in meine eigenen Fähigkeiten gestiegen. Außerdem habe ich das Lean-Startup-Prinzip verinnerlicht, um neue Geschäftsideen schnell und einfach zu testen.

Meilensteine: Im Jahr 2015 war es turbulent. Zu den Highlights zählten ganz sicher die Beendigung des Dienstleistungsgeschäftes, die Buchveröffentlichung und die erste Workation auf Bali.

 

Buchlaunch auf der Workation mit fantastischen Menschen

 

 

2016 – Lifestyle Business

Sowohl privat als auch im Business ging es 2016 turbulent zu. Nach vielen Reisen in China, Thailand, USA, Mexiko, Europa, Südafrika und Kenya kamen noch Workations in Ko Lanta, Taghazout und Bali hinzu. Das sorgte nicht nur bei mir für eine gewisse Reisemüdigkeit, sondern war auch schwierig mit einer Beziehung zu vereinen.

Der Umzug nach Singapur im Oktober brachte die für uns dringend benötigte Ruhe und das Gefühl, endlich mal wieder irgendwo angekommen zu sein. So sehr ich das Reisen und die Freiheiten genieße, so sehr merke ich, wie wichtig mir eine echte Homebase ist. Auch unser Hund kam nach ein paar Monaten bei Freunden in Shanghai und Quarantäne in Singapur im Dezember nach.

Menschen: Auf jeder einzelnen Workation waren so viele inspirierende und energiegeladene Menschen, dass ich nach den zwei Wochen immer voller neuer Ideen war. Aber auch auf Meetups und Konferenzen habe ich 2016 so viele interessante Menschen kennengelernt, die mich persönlich und auch im Business so unendlich weitergebracht haben. Mit einigen von ihnen habe ich in diesem Jahr an gemeinsamen Projekten gearbeitet, was ganz neue Möglichkeiten aber auch Herausforderungen mit sich brachte.

Mindset: Ich stelle mich heute selbstbewusst als Lifestyle Entrepreneur und Autor vor, anstelle mich als Blogger oder Freelancer zu verstecken. Meine Marke und die dahinterstehende Plattform verstehe ich immer mehr als professionelles Business, das einen Wert für viele Menschen schafft. Mit Hilfe eines Coaches arbeite ich seit Anfang 2016 regelmäßig an meiner persönlichen Entwicklung, an limitierenden Glaubenssätzen und an meinen Visionen. Ich habe verstanden, dass ich in Auszeiten, in denen ich mir Zeit für mich selbst nehme, am stärksten wachse.

Meilensteine: Persönliche Erfolge waren für mich alle Workations und Meetups, auf denen ich persönlichen Kontakt mit Menschen hatte. Außerdem habe ich mich in 2016 mit vielen neuen Projekten ausprobiert, wozu das Online Business Bootcamp, ein FBA-Projekt und ein Online-Kurs, der in 2017 erscheint, ausprobiert habe.

 

Workations, die viele Leben bereichert haben

 

 

2017 – Wo geht die Reise hin?

Die ersten kleineren Reisen und Workations sind geplant aber ansonsten ist der Kalendar nach 2 sehr intensiven Jahren noch recht leer. Das ist auch gut so, denn ich möchte mich in der Zukunft wieder auf weniger Projekte konzentrieren, anstatt so umtriebig zu sein wie bisher.

Am 31.01.2017 steht die Veröffentlichung der zweiten Auflage des Wireless Life Guide an, woran ich seit Monaten intensiv arbeite. Danach geht es für längere Zeit nach Thailand, wo ich Tim Chimoy, den ich über die Jahre sehr zu schätzen gelernt habe, bei seinem Seminar im JungleHub unterstützen werde.

Ansonsten zieht es mich immer mehr dahin, die Bereiche Online und Offline stärker zu verknüpfen. Es ist eine wahnsinnige Bereicherung, mit Menschen so barrierefrei im Internet ins Gespräch zu kommen, aber der echte Wert einer Beziehung entsteht natürlich in den kleinen Momenten bei persönlichen Treffen. Deshalb wird es in 2017 mehr Workations, Workshops und Seminare geben. In welcher Form sich das genau gestaltet, vermag ich Ende 2016 noch nicht zu sagen aber genau darin liegt wohl auch der Charme im Unternehmertum.

Auf neuen Pfaden in die Zukunft

 

 

Diesen Beitrag habe ich zum einen geschrieben, um zurückzublicken und um meine Gedanken festzuhalten. Zum anderen wollte ich dir Einblicke darin geben, wie es in den letzten Jahren in meinem Kopf aussah. Es war ein langer Weg mit einigen Rückschlägen und vielen Zweifeln, aber die Reise hat sich ausgezahlt und so wird es auch dir ergehen, wenn du bereit bist, die volle Verantwortung für dein eigenes Leben zu übernehmen.

Ich wünsche dir, dass 2017 das beste Jahr deines Lebens wird und wünsche dir von Herzen alles Gute!

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https://wirelesslife.de/menschen-mindset-meilensteine/feed/ 11
Diese 3 Tools sparen dir jeden Tag mindestens 10 Minuten am Computer https://wirelesslife.de/tools-zeit-sparen/ https://wirelesslife.de/tools-zeit-sparen/#comments Fri, 16 Dec 2016 08:40:42 +0000 https://wirelesslife.de/?p=5840 Was wäre, wenn du jeden Tag nur 10 Minuten bei deiner Arbeit am Computer sparen könntest? Das wäre mehr als 1 Stunde pro Woche und auf das Jahr gerechnet 2,5 komplette Tage! Lass mich dir zeigen, mit welchen Produktivitäts-Tools du dir mindestens diese 10 Minuten pro Tag sparen kannst.

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Jedesmal wenn wir von der Tastatur zur Maus (oder Touchpad) umgreifen, eine Grußformel in eine E-Mail einfügen oder für eine Online-Bestellung nach unserer Kreditkartennummer suchen, gehen wertvolle Sekunden verloren. Das mag sich in diesem einen Moment nicht nach sonderlich viel anfühlen aber rechne das mal auf ein Jahr hoch.

Zum Lesen dieses Beitrags brauchst du maximal 10 Minuten. Wenn du im Durchschnitt wenigstens 20 Stunden in der Woche am Computer verbringst (und nicht nur Ego-Shooter spielst), dann kann ich dir mit diesen Tools zukünftig eine Zeitersparnis von mindestens 10 Minuten täglich(!) versprechen. Das klingt doch nach einem guten Return of Investment, oder?

 

#1 Textvorlagen mit Text Expander nutzen

Ein absolutes Muss! Wenn du noch keinen Text Expander verwendest, dann ist es an der Zeit dafür. Alleine mit diesem einen Tool habe ich im Jahr 2016 im Durchschnitt knapp 9 Minuten pro Tag eingespart (1.513 Snippets mit insgesamt 195.302 Anschlägen bei 60 Anschlägen pro Minute). Das sind auf das Jahr gerechnet 54 Stunden!

Mit einem Text Expander kannst du systemweite Textvorlagen anlegen, die unabhängig vom verwendeten Programm nach Eingabe eines Tastaturkürzels eingefügt werden. Ich verwende den Text Expander u.a. für folgende Snippets:

  • meine Reisepassnummer und IBAN’s für Konten
  • private und geschäftliche Adressen und Telefonnummern
  • Codeschnipsel zur Bearbeitung von HTML- und CSS-Dateien
  • Vorlagen für E-Mails (Antworten auf häufige Fragen, Signaturen, Grußformeln)

Alle meine Snippets beginnen mit einem Punkt, gefolgt von 3 Buchstaben. Wenn ich z.B. “.017” eingebe, dann wird dieser Shortcut durch meine deutsche Handyummer ersetzt. Deine Shortcuts kannst du frei wählen, jedoch sollten sie einem festen, einfach zu merkenden System folgen.

Für variable Textbausteine wie Zeitangaben, eine persönliche Anrede oder die Verschachtelung von mehreren Snippets kannst du Makros erstellen. Das funktioniert auch ohne jegliches technisches Verständnis dafür zu haben.

Es gibt verschiedene Anbieter für Text Expander, sowohl für Mac als auch für Windows. Mein Favorit für den Mac ist der kostenpflichtige Text Expander von Smile (geräteübergreifende Nutzung im Monatsabo oder als Standalone-App mit einmaliger Zahlung). Für Windows gibt es Alternativen wie Autotext von Phrase Express, wozu ich allerdings nichts sagen kann.

 

#2 Shortcuts für die Tastatur verwenden

Beim Wechseln eines Tabs im Browser oder dem Klick auf einen Button kostet jedes Umgreifen zwischen Tastatur und Maus Bruchteile von Sekunden. Selbst wenn du wie ich nur das Touchpad am Laptop verwendest, summieren sich diese Zeit für das Umgreifen auf lange Sicht.

Wahrscheinlich kennst du schon geläufige Tastaturkürzel wie “Strg +F” oder “Strg + C”. Warum nicht ein paar weitere Shortcuts lernen, um nur noch in Ausnahmefällen die Maus verwenden zu müssen?

Kennst du die folgenden Tastaturkürzel, die du garantierst fast täglich gebrauchen könntest?

  • “Strg + Shift + N” um einen neuen Dateiordner zu erstellen
  • “Leertaste” und “Shift + Leertaste” um im Browser nach oben und unten zu scrollen
  • “Strg + T” zum Öffnen eines neuen Tabs im Browser

Je nach deinem Betriebssystem und den verwendeten Programmen gibt es hunderte weiterer Shortcuts, die dir Zeit sparen können. Natürlich musst du diese einmal lernen aber je öfter du sie verwendest, desto mehr wird die Verwendung zum Automatismus.

Um Shortcuts für neue Programme zu lernen oder zu erweitern ist das Tool KeyCue wirklich genial. Sobald ich zweimal die Strg-Taste drücke, erscheinen alle Shortcuts für das Programm, was gerade aktiv ist. Eine gute Windows Alternative scheint Keyrocket zu sein.

 

#3 Messenger-Dienste über ein zentrales Programm abrufen

Hand aufs Herz, wie oft schaust du am Tag auf deinem Smartphone oder am Laptop in deine Messenger-Dienste wie Facebook, WhatsApp, Slack, Wechat, Skype, Hangouts und was es noch so alles gibt?

Wahrscheinlich viel zu oft. Deshalb ist der erste Schritt zur Besserung, nicht ständig verfügbar zu sein. Manche Leute behaupten sogar, dass es dich interessanter macht, wenn du nicht immer auf Abruf bist. Wie wäre es als Therapie, alle Chat-Apps vom Handy zu deinstallieren und Nachrichten nur noch gelegentlich am Laptop zu schreiben?

Der zweite Schritt ist die Zentralisierung deiner Messenger-Dienste. Das bedeutet, dass du nicht mehr 10 Chat-Kanäle gleichzeitig offen hast, sondern nur noch eine App, über du die alle Nachrichten empfangen und beantworten kannst.

Ich benutze seit ein paar Monaten die App Franz, wobei auch Rambox eine super Alternative zu sein scheint. Beide Programme können kostenlos lokal installiert und mit so ziemlich allen Messengern verbunden werden. Selbst Nachrichten für WhatsApp oder Wechat, die sonst nur auf dem Handy empfangen werden können, kannst du so zentral abrufen und musst dich nicht mit der kleinen Touchpad-Tastatur ärgern.

Die Benachrichtigungen für alle Dienste kannst du innerhalb der Franz App  mit einem Klick auf stumm schalten und einmal alle paar Stunden wieder aktivieren, um in einem Rutsch alle neuen Nachrichten von verschiedenen Diensten zu bekommen.

 

Bonus für alle Mac User

Im letzten Jahr habe ich die Produktivitätsapp Alfred sehr häufig genutzt. Die Anwendung ist in der Grundversion kostenlos und wird durch eine Tastenkombination aktiviert, woraufhin ein kleiner Suchschlitz erscheint, über den du alle möglichen Dinge suchen, kontrollieren und ausgeben lassen kannst. Mittlerweile ist die hauseigene Mac Alternative “Spotlight Search” ziemlich gut, weshalb ich diese verwende.

Beide Anwendungen sind super sinnvoll, um eine schnelle Google Suche durchzuführen, Dateien auf deinem Computer zu finden oder E-Mails zu durchsuchen. Außerdem kannst du es als Taschenrechner, Wörterbuch und Währungsumrechner nutzen. Bei jeder Anwendung sparst du dir den Umweg über ein anderes Programm bzw. eine Webseite und damit wertvolle Sekunden.

 

So, was sagt du? Konnte ich mein Versprechen einhalten oder denkst du nicht, dass du mit diesen Tools mindestens 10 Minuten am Tag sparen kannst?

Der Artikel Diese 3 Tools sparen dir jeden Tag mindestens 10 Minuten am Computer kommt von Wireless Life.

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