Warum ich keine Existenzängste (mehr) habe und wie du sie ablegst

Blockieren dich Existenzängste dabei, eine Veränderung in deinem Leben anzustoßen oder rauben sie dir gar den Schlaf? Was sind diese Ängste eigentlich und wie werden sie überwunden? Ich möchte dir meine ganz persönliche Geschichte dazu erzählen und hoffe dir damit einige Zweifel nehmen zu können.

Wenn du auf Google nach dem Begriff Existenzangst suchst, dann findest du als Definition etwas wie “die Furcht davor, in der Welt nicht bestehen zu können” oder “die eigene Existenz zu verlieren”. Kann ich denn wirklich meine Existenz verlieren? Ich denke nicht.

Es gibt allerhand gute Ratschläge von sogenannten Experten und Hobby-Psychologen. Ein Einwand von einem Leser auf die Frage “Was tut ihr gegen Existenzängste?”, hat mich besonders schmunzeln lassen:

“Ich schau mir dann immer eine dieser Doku-Soaps an. Dann weiß ich, dass es anderen noch viel beschissener geht als mir.”

Weitere Vorschläge waren Rotwein trinken, einen guten Film schauen oder mit Freizeitaktivitäten ablenken. Mal ganz ehrlich, das sind doch keine echten Lösungen, um Existenzängste zu bekämpfen? Damit werden die Ängste kurzfristig verdrängt, ganz sicher aber nicht ausgeräumt.

Den Begriff Existenzangst benutzen wir doch eigentlich immer dann, wenn es um finanzielle Sorgen geht oder wir vor einer ungewissen Zukunft stehen. Um diese Ängste aus dem Kopf zu verbannen, müssen wir also die Unsicherheit über unsere Zukunft minimieren.

Selbstzweifel und Ängste können wir uns nur dann nehmen, wenn wir diese rationalisieren und richtig einordnen (Stichwort: Worst Case). Gibt es Indizien dafür, dass unsere Zweifel berechtigt sind wie z.B. fehlende Kenntnisse oder Feedback von Freunden? Oder reicht es schon aus, wenn wir unseren Zweifeln positive Gedanken gegenüberstellen?

Male dir nicht immer den Worst Case aus, sondern stelle deinen Zweifeln den Best Case gegenüber – Vorfreude statt Verlustangst, das sollte dein Motto in der Zukunft sein!

 

Das diese Ängste besonders bei Selbständigen auftreten ist kein Wunder, denn wir sind selbst verantwortlich für unsere berufliche Zukunft und unser Einkommen. Für mich ist das allerdings kein Risiko, es ist vielmehr eine Chance.

Anders als Angestellte können wir als Selbständige unsere Zukunft selbst bestimmen. Kein befristeter Arbeitsvertrag und keine Sparpläne im Unternehmen können dazu führen, dass wir einer Entlassung oder Einschnitte beim Einkommen tatenlos zusehen müssen.

Für uns Selbständige ist das Netz mit doppeltem Boden zwar dünner geworden, es verschwindet jedoch nicht. Wir werden bei einem Fall nicht mehr ganz so stark vom Sozialsystem abgefedert, können uns unser Sicherheitsnetz aber selbst stricken.

 

Ein Erlebnis, das meine Existenzängste relativiert hat

Bevor ich 2006 für ein Jahr nach Australien gegangen bin, hatte ich ein ziemlich gefestigtes Leben in Deutschland. Einen guten bezahlten Job mit Personalverantwortung, eine ernsthafte Beziehung und eine nette 3-Raum-Wohnung in Berlin.

Stellenabbau im Unternehmen, die Trennung von meiner damaligen Freundin und eine innere Unzufriedenheit führten dann innerhalb von wenigen Wochen dazu, dass ich vor dem Nichts stand. Relativ spontan entschloss ich mich für eine Auszeit und saß im nächsten Flieger nach Australien.

Meine spärlichen Ersparnisse waren schnell aufgebraucht und ich lebte immer wieder von der Hand in den Mund. Die Sicherheiten, die ich mir jahrelang so mühsam aufgebaut habe, gab es auf einmal nicht mehr.

Je weniger ich von materiellen Dingen abhängig war, desto weniger konnte ich verlieren, wodurch meine Verlustängste drastisch abnahmen.

 

Ich will nicht sagen, dass ich beim Anblick meines leeren Bankkontos nicht auch mal Ängste durchlebt habe, aber meine Erfahrungen in diesem Jahr haben mich gelehrt, dass es immer eine Lösung gibt.

Meinen finanziellen Tiefpunkt hatte ich, als ich in Perth ankam. Nachdem es in Adelaide unmöglich war einen Job zu finden, habe ich mir mit dem letzten Geld eine Mitfahrgelegenheit nach Perth organisiert. Dort angekommen hatte ich nicht mal mehr genug Geld für ein günstiges Zimmer.

Ich habe dann in einem Hostel jeden Morgen zwei Stunden geputzt und durfte dafür kostenlos übernachten. Zur Mittagszeit war ich jeden Tag für eine Stunde in einem indischen Restaurant und habe Tische geputzt. Als Gegenleistung durfte ich mir vom Buffet mitnehmen, was ich wollte. Abends habe ich Pizza ausgefahren und in der verbliebenen Zeit wurde nach Jobs geschaut.

Nach dem kurzen Tief habe ich einen gut bezahlten Job gefunden und es ging wieder aufwärts. Wenn mich dieses Erlebnis eine Sache gelehrt hat, dann dass die vermeintliche Angst des Existenzverlustes nicht eintrifft. Selbst ohne soziales Netz, welches wir in Deutschland haben, werde ich nicht auf der Straße landen und keinen Hunger leiden.

Auch wenn ich heute nicht mehr in diese Situation zurückfallen möchte, würde ich zur größten Not aber auch wieder Kellnern gehen, Pizza ausfahren oder Deutsch unterrichten. Das ist ein Worst Case, mit dem ich (vorübergehend) gut leben kann.

 

Was ich machen würde, wenn ich heute “meine Existenz verliere”

Hast du dir schon mal überlegt, was der Worst Case für dein Business oder deine Situation ist? Die irrationalen Ängste werden in der Regel ganz klein, wenn du diese rationalisierst. Mein Worst Case sieht so aus:

  • Amazon stellt sein Affiliate Partnerprogramm ein
  • Google straft alle meine Webseiten ab
  • alle Blogleser und Mitglieder von My Wireless Life kehren mir den Rücken
  • ein Rechtsstreit führt zum finanziellen Ruin meines Unternehmens

Alle diese Dinge sind sehr unwahrscheinlich aber sicher nicht ausgeschlossen. Deshalb mache ich mir so meine Gedanken darüber, jedoch ohne Angst um meine Existenz zu haben.

Sollte der Worst Case wirklich eintreffen, dann würde ich mit meinem letzten Ersparten in ein Land mit niedrigen Lebenshaltungskosten fliegen, dort meine benötigten 500 Euro im Monat mit Aushilfsjobs verdienen und mir nebenbei ein neues Online Business aufbauen.

Ich weiß, dass ich jederzeit als Freelancer, durch Coaching oder als Affiliate Marketer wieder Geld verdienen kann. Es würde keine zwei Monate dauern, bis ich finanziell wieder auf den Beinen bin. Dieses Selbstbewusstsein habe ich in den letzten Jahren erlangt, indem ich viel Know-How in meinem Bereich gesammelt habe.

Mein Ratschlag an dich: Je mehr Expertise du dir in einem bestimmten Bereich aneignest, desto unabhängiger machst du dich von externen Einflüssen, die du nicht beeinflussen kannst. Je mehr Know-How du hast, desto selbstbewusster gehst du mit Risiken und desto weniger Zukunftsängste wirst du haben.

Existenzängste werden durch die Minimierung von Risiken bekämpft. Echte Sicherheit entsteht nicht durch materielle Abhängigkeiten, sondern durch Wissen und Erfahrungen.

 

Vielleicht wirst du jetzt sagen, dass es für mich nicht viel zu verlieren gibt und für dich als Elternteil oder jemand mit einem höheren Lebensstandard die Situation ganz anders aussieht …

Das mag ein berechtigter Einwand sein, besonders wenn du für andere Menschen verantwortlich bist. Doch für deine materiellen Abhängigkeiten, die zu Verlustängsten führen, bist nur du verantwortlich.

Wie sieht dein Worst Case aus und was würdest du machen, wenn er eintrifft?

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Anna

Hallo Sebastian,
danke für diesen Artikel, er hat mir sehr geholfen. Wenn Deinen Text so Revue passieren lasse, da fällt mir ein: es gibt Naturvölker, die setzen 15/16hrige in der Natur aus damit sie selbst lernen zu überleben. Diesen Entwicklungsschritt überspringen die meisten, ich glaube sogar je mehr man vererbt bekommt umso schlimmer werden die Ängste, weil man noch weniger gelernt hat für sich selbst zu sorgne und weil man noch mehr (scheinbar) zu verlieren hat.
Wenn man den üblichen Pfad dann verlässt treten diese Existenzängste in Erscheinung, bleibt man brav in der Familien/Elternspur zeigen diese sich gar nicht….
Viele Grüsse
Anna

Anna

Hallo Volker und Marcel,

solange man in Deutschland lebt ist man durch sehr viele Organisationen mit Ehrenamtlichen sozial versorgt. Es gibt die Tafel, Caritas, AWO, Diakonie, und viele weitere lokale Organisationen die sehr oft kostenlos sowohl seelischen Beistand oder konkrete Hilfe bei der Erledigung täglicher Aufgaben leisten. Mir hat es während einer langen Krankheit sehr geholfen 1. mich selbst ehrenamtlich zu engagieren (soviel wie man halt machen kann) und 2. dadurch unsere Sozialsysteme gut kennenzulernen. Ich war trotz großer Familie auf mich alleine gestellt, aber ich habe Menschen kennengelernt, denen andere nicht egal sind, die sich für das Wohlbefinden der Gesellschaft engagieren und dies alles gibt mir einen großen inneren Frieden – weil ich gelernt und gefühlt habe: es gibt ausserhalb von meinem Umfeld noch eine viel größere und leistungsfähigere Welt zur Unterstützung, wenn ich mal was brauche.
Lieber Gruß und alles Gute
Anna

Volker

Als ich diesem Brieg gelesen habe, dachte ich, dem ghet es gut, der ist gesund, hat ein soziales Netz. Ich habe Knochenkrebs und ALS schwerkrank, mir hilft wirklich niemand, weil keiner da ist (gestorben

Marcel

Was machst Du wenn Deine Gesundheit nicht mehr mitspielt und Du dadurch nur noch weniger arbeiten kannst als ein “normaler” Mensch? Dann sieht´s doch schon anders aus mit Initiative und Engagement etc. Oder?

Hi Sebastian,

danke Dir für Deinen Artikel.
Gerade heute morgen bin ich auf gewacht wieder mit dieser tiefen Existenzangst.
Und klar: Ich weiß, dass das Szenario, das ich mir aus male so nicht ein treten wird. Aber diese Verunischerung sitzt tief.

Dein Beispiel fand ich klasse. Was Du getan hast, als Du wirklich kein Geld mehr hattest.
Irgendwie rückt das die Perspektive wieder gerade. Unterkunft und Essen als direkte Gegenleistung für Arbeit. Und *zack* sind die Basics wieder da. Ungemein beruhigend.

Danke + Grüße

Keller Christine

Sehr beruhigend…..
Zu realisieren dass man nicht wirklich seine Existenz verlieren kann ausser wenn man stirbt nimmt sofort Stress raus.
Wir sollten uns daran erinnern dass wir solange wir Hände und Beine haben die funktionieren, immer für uns sorgen können.
Ein sehr hilfreicher Beitrag!!

Hallo Sebastian,
wirklich ein gelungener und Mut machender Artikel für alle Menschen mit einem gesundem Selbst- bzw. Urvertrauen und „normalen“ Zweifeln.
Meine Meinung ist, dass man das Thema differenziert betrachten muss, da man nicht alle Menschen über einen Kamm scheren kann.
Wer eine schwierige Kindheit hatte und zum Beispiel aus einer dysfunktionalen Familie stammt, dessen Urvertrauen wurde sehr oft im Ansatz stark geschädigt.
Das ist eine reale seelische Verletzung, die einen ebenso behindert wie ein gebrochenes Bein. In dem Fall macht (Existenz-)Angst nicht einfach Angst, sondern lähmt den Menschen sprichwörtlich.
Solche Menschen können erst dann „kleine Schritt raus aus der Komfortzone machen“, wenn die tiefere Verletzung geheilt ist, weil sie vorher keine echte Komfortzone haben.
Vielleicht hilft dieser Gruppe deiner Leser nachfolgender Beitrag weiter, um ein bisschen mehr über den Ursprung ihrer Ängste zu erfahren und was man dagegen tun kann.
https://www.selbsthilfehelden.com/dysfunktionale-familien-10-merkmale/
Beste Grüße
Kris

Sascha Uebber

Ich habe auch 2014 erfolgreich die Meisterprüfung im Schreinerhandwerk abgelegt wurde dann als Meister eingestellt und in nur 4 Wochen wieder entlassen. Das gab mir einen kleinen Selbstbewustseinsknick aber und das war die beste entscheidung meines Lebens ich machte mir 2 dinge bewusst aktuell (01.2015) kann ich mir nicht vorstellen mivh Selbstständig zu machen da mir gerade gesagt wurde mir fehlt noch erfahrung als Meister… aber wieder Bewerben und evtl. wieder auf die Nase fallen weil ich eben eine Persönlichkeit habe die mich mehrfach den Job gekostet hat es war immer gleich … ich fange irgendwo an bin motiviert und Arbeite hart. Doch dann frage ich mich, will ich hier ewig bleiben? Am Anfang ist es eben immer ganz Nett gewesen nur auf dauer schwand die motivation immer wieder … Aufjedenfall hat mich das zu dem entschluss gebracht nach Australien zu gehen dort habe ich mein Selbstbewusstsein zurück erlangt weil ich eben jede herausforderung Meistern konnte und ich im Gegensatz zu den meisten Backpackern insgesamt in Australien mehr Geld verdient als ausgegeben habe und das obwohl mein Lebensstandart dort besser war als bei den meisten anderen. Was vor allen dingen an meiner handwerklichen Ausbildung lag. Zurück in Deutschland habe ich… Mehr lesen »

Die Angst überwinden kann sehr schwer sein, besonders wenn man viele Jahre in (vermeintlicher) Sicherheit gelebt hat. Eventuell kann man es ja langsam angehen. Lässt der Arbeitgeber zB. remote work zu, dann kann man sich mal zur Probe verabschieden. Einfach ein halbes Jahr von weiter entfernt arbeiten.
Was aber tun, wenn der Lebenspartner nicht mit zieht? Darauf habe ich noch keine Antwort gefunden.

Passender Beitrag gerade. Wir trennen uns von allem Besitz und gehen Ende der Woche für ein paar Jahre nach Taiwan. Je mehr verkauft wurde, umso besser fühlte es sich an, Haus, Autos, Kleinkram. Ängste sind da, aber – wer hätte das gedacht – erstaunlich wenige!

regina

hallo ein guter beitrag danke ….aber wenn man alleine ist geht manches leichter….ich trage verantwortung für ein schulpflichtiges kind,bin geschieden..vater kümmert sich nicht ums kind (wenn mir etwas passiert muß das kind ins heim )der vater nimmts nicht andere verwandte hab ich nicht…habe nen hund und3 katzen ,lebe am land…. bin nun psychisch erkrankt und mußte in früh pension….ja da schauts schlecht aus von der hand in demn mund leben…oder abends tische wischen und oder jobben nebenbei 🙁 und ich weiß nicht wie lange ich das alleine alles noch schaffen kann l.g.regina

Anna

Ein sehr schöner Beitrag, leider hat er mir nicht geholfen, da meine Situation so anders ist als deine und ich aus deinen Erfahrungen für mich keine positiven Rückschlüsse ableiten kann.
Ich denke, solange man sich aus eigener Kraft ernähren kann, wenn auch nicht mit dem Traumjob, ist die Existenz nicht wirklich bedroht und man kann sich dies mit viel Willenskraft bewußt machen. Anders sieht es jedoch aus, wenn man körperlich nicht mehr in der Lage ist, für sich selbst zu sorgen und die Erfahrung macht, vom Sozialstaat Deutschland allein gelassen zu werden. Meine größte Angst derzeit: trotz schwerer Krankheit auf der Straße zu landen und dort zu sterben. Leider “bedient” Deutschland nur weit verbreitete Krankheiten. Sobald man eine seltene oder schlecht erforschte Krankheit hat, fällt man durch’s System. Oft wird dann die Frührente abgelehnt und man landet letztendlich bei Hartz4, was einem wegen fehlender Mitwirkung (ohne entsprechende Gesundheit ist es nicht möglich, mitzuwirken), nach und nach gestrichen wird.

Bert

So sieht es leider aus. Unser soziales Netz, welches einem das Überleben im Notfall (angeblich) sichert, ist durch die jahrelange Aushöhlung sehr löchrig geworden. Sofern der Kopf noch dran ist, wird es keine Frühverrentung geben. Dafür haben unsere Volkszertreter gesorg. Als einziger Rettungsanker bleibt dann (vorerst) nur noch H4. Solltest du dann in diesem Erpressungssystem allerdings Schwerverbrechen begehen wie beispielsweise: Bus verpassen, verschlafen, vom Zusteller verschlampte Post nicht erhalten etc. so werden dir deine Almosen gekürzt und letztlich ganz gestrichen. Auch dafür haben unsere Politdarsteller gesorgt.
SIch selbst abzusichern, indem man etwas anspart ist dank Minilöhnen, Zeitverträgen, massivem Missbrauch von Leiharbeit, Nullzins, extrem angestiegenden Lebenshaltungskosten und bald wahrscheinlich auch Negativzins ebenfalls kaum noch möglich.

P.S. Und selbst dieses kaputte Sozialsystem wird es in naher Zukunft, dank der unverantvortlichen Asylpolitik gar nicht mehr geben, da es durch überlastung vollständig zusammenbrechen wird.

Fazit: Deutschland geht es gut und das ist ein Grund zur Freude!?

Fazit: (Zitat unserer kinderlosen Supermutti) Deutschland geht es gut und das ist ein Grund zur Freude!?

Dona

Du hast vollkommen recht, wir sind leider eine Gesellschaft der Mutlosen.
Schulmedizin, Staat, soziale Absicherung, Medien, Kriege usw. dies und so viel mehr, sind alles Dinge die Existent sind und im Argen liegen. Es gibt alternativen die uns nicht gesagt werden, weil es nicht gewollt ist!

Hallo Anna, egal, welche Krankheit du hast. Es gibt wege, wieder Gesund zu werden. Es gibt mehr wie Schulmedizin.

Verena

Hallo Sebastian, das ist ein Thema, das mich auch immer wieder beschäftigt. Psychologisch gesehen sind eigentlich all Ängste ähnlich – egal ob Existenzangst, Flugangst oder die Angst vor einem erneuten Überfall. Mit letzerer Angst hatte und habe ich immer noch zu kämpfen, nachdem ich letztes Jahr bei einem Raubüberfall in Malawi schwer verletzt worden bin. Ich musste deshalb sogar eine intensive Traumatherapie machen. Was ich dort gelernt habe, kann man aber auch gut auf den Umgang mit Existenzangst als Unternehmer anwenden. Den Worst Case muss man einmal ganz zu Ende denken. Das ist nicht angenehm und die meisten hören auf halber Strecke auf und dann kreisen die Gedanken immer weder darum. Man kann sogar die Wahrscheinlichkeiten berechnen, was dann sehr deutlich macht wie unwahrscheinlich der Worst case eigentlich ist. Das nimmt dem Ganzen schon einiges an Bedrohung weg. Aber da Angst im Grunde irrational ist, bleibt Restangst genauso wie immer ein Restrisiko für den Worst Case bleibt. Dann muss man lernen mit der Angst zu leben und sich nicht blockieren zu lassen. Ich habe es geschafft seit fast 4 Monaten wieder durch Afrika zu reisen, obwohl ich in Malawi überfallen worden bin. Außerdem erscheint einem Existenzangst gar nicht mehr so… Mehr lesen »

Existenzängste im Zusammenhang mit materieller Existenz kann ich seitdem ich große Armut gesehen und erlebt habe
doch schon wirklich viel besser relativieren. Für mich persönlich hängt das persönliche Wohlbefinden viel mehr
von geliebten Menschen und Orten ab, als denn von Vermögen. Das ich all mein Vermögen verliere fürchte ich nicht so sehr.

Allerdings hängt für mich meine Existenz an meiner Gesundheit, Freunden und Familie. Der (teilweise) Verlust dieser führt
bei mir schon eher zu Existenzängsten. Die Relativierung welche du beschreibst kann diese Angst nur bedingt vertreiben. Da
meine Gedanken es manchmal schön finden komplett irrational und ängstlich zu sein, da hilft dann keine Relativierung.

Sobald man natürlich nicht mehr so sehr an andere Personen gebunden ist, fällt diese Angst weg. Jedoch verbinde ich meine
Existenzängste oft mit gesundheitlichem, dessen Einschränkung ich schon sehr zum Fürchten finde.
Kannst du deine gesundheitlichen Existenzängste auch rationalisieren?

Klemens

Danke für deinen schönen Artikel, Sebastian! Meine Erfahrung: Neue Horizonte eröffnen sich nur dann, WENN ich die alten, lieb gewordenen, aber ausgetretenen Pfade verlasse und an meine Grenzen gehe. Das ist besonders für uns sicherheitsvernarrte Deutsche nicht einfach. Doch es gibt objektiv gesehen keine Sicherheit! Ich kenne einen Fall, bei dem jemand im Bett liegend überfahren wurde, als ein Laster durch die Wand brach!
Was ist Sicherheit, Glück oder gar Reichtum? Ich war längere Zeit in Indien unterwegs und mir sind dort unglaublich viele Menschen begegnet, die nach westlichem Verständnis bitter arm waren, keinerlei “Sicherheiten” hatten, dafür aber einen inneren Reichtum, den man hier in den Gesichtern mit den oft hängenden Mundwinkeln vergeblich sucht. Obwohl wir in einem der reichsten Länder der Welt leben, haben viele das Gefühl, sie sind außen vor und das Leben ist etwas, was man “durchstehen” muss … Wie schade!

Ein schöner und mutmachender Artikel. Ich verstehe deine Sicht und würde das für mich persönlich ähnlich formulieren. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass er am gleichen Problem handert wie die Diskussion um den freien Willen in der Philosophie. Ich kann zwar tun, was ich will. Aber kann ich deswegen auch wollen, was ich will? Es ist wie der Vorschlag an den Depressiven, einfach etwas glücklicher zu sein, um seine Depression zu überwinden. Existenzängste hat doch jemand, der keinen Ausweg sieht. Das ist ein Teufelskreis: Ich sehe keinen Ausweg also bewege ich mich nicht. Wenn ich mich nicht bewege, finde ich keinen Ausweg. Und jeden Tag werden die Ängste stärker und lähmen mehr. Die Stärke deines Textes sehe ich deswegen eher darin, einen Weg zu weisen, wie man überhaupt nicht in diesen Teufelskreis schlittert.

Hmm, vielleicht versteht jeder was anderes unter Existenzangst.
Meine Angst ist nicht, dass ich keinen Job mehr kriegen würde, sondern dass ich evtl. wieder einen annehmen MUSS.
Und wieder im Hamsterrad malochen müßte – grusel …

Hi Sebastian! Guter Artikel! Ich kenne Existenzängste vor allem in Phasen großer Veränderungen. Dann, wenn man sich weit aus der Komfortzone herausgelehnt hat (oder wurde) und mit vielen neuen, unbekannten Situationen zu tun hat. Meiner Einschätzung nach sind wir stark geprägt von dem Leben, das wir gerade erst gestern gelebt haben, mit allen Verpflichtungen – vor allem auch finanzieller Natur. Wie kommen wir eigentlich darauf, unsere Existenz mit unserem Bankkonto gleichzusetzen? Da hilft nur ein starkes Bewusstsein für sich selbst und seine Umgebung. Ja, da kann es dann passieren, dass der Typ, der in einer Traumwohnung lebt, ein Wohnmobil und ein Auto für die alltäglichen Dinge vor der Tür hat, aber mit der Gesamtsituation unzufrieden ist, sich plötzlich “auflöst” oder “seine Existenz verliert”. Und dann ändert dieser Typ (ja, ich…) einiges und findet heraus, dass man auch in einer anderen Umgebung existieren kann und dass es ihm dabei richtig gut gehen kann. Aber erst wenn das Vertrauen gefestigt ist, mit den neuen Situationen umgehen zu können, dann kommt der Aha-Effekt. Einer meiner liebsten Worst-Cases: Fremdes Land, komplett ohne Geldbeutel, ohne die Sprache zu sprechen, es wird langsam dunkel und kalt, keine Jacke dabei, … Danke für den Artikel, der ein… Mehr lesen »

Finn

Das mit der Jacke und es wird dunkel ist gut 🙂 Schlimmer geht es für einen alleine wirklich nicht mehr…

Und du hast recht. Sein Bankkonto mit seiner Existenz gleichzusetzen ist etwas was man sich merken sollte!

Grüße Finn

Katharina

Ein ermutigender Beitrag! Ich denke, viele Selbständige haben Existenzängste. Und wenn wir rational denken, sind diese Ängste meistens unbegründet. Der irrationale Teil in uns flüstert uns jedoch irgendwelche Gedanken von Weltuntergangszenarien ein… Man muss sich einfach nur vor Augen führen, was schlimmstenfalls passieren kann. In den meisten Fällen gibt es einen Ausweg, eine Lösung, einen Weg, den man vorher nicht gesehen hat.
Und wie du schreibst, geht es auch darum, Experte auf einem Gebiet zu werden. Mit Expertenwissen steigt das Selbstwertgefühl, wohingegen die Stimme, die nur Negatives flüstert, immer leiser wird.
Also… Vielen Dank für diesen Beitrag und alles Liebe!
Katharina