Warum ein kleiner Pflock einen Elefanten gefangen hält (und warum wir Menschen nicht besser sind)

Kennst du die Geschichte von dem riesigen Elefant, der sich nicht von einem kleinen Pflock losreißen kann? Dabei sollte es für dieses gewaltige Tier doch ein leichtes sein. Nicht nur im Tierreich, sondern auch bei uns Menschen, kommt es jedoch oft mehr auf die mentale Stärke an.

Ich habe von der traurigen Geschichte zum ersten Mal gehört, als ich vor einigen Jahren im Norden Thailands unterwegs war und viele Elefanten in Gefangenschaft gesehen habe. Die tonnenschweren Dickhäuter werden an einem kleinen Pfahl angekettet, den sie eigentlich problemlos aus der Erde ziehen könnten.

Dennoch geben sie sich ihrem Schicksal hin, tragen Touristen auf ihrem Rücken umher und reißen Bäume aus dem Boden. Warum ist das so?

 

KLEINE KETTE MIT GROSSER WIRKUNG

Bereits als Baby wurde der Elefant entweder im Zirkus oder als Arbeitstier angebunden. Als kleiner, schwacher Elefant hat er pausenlos erfolglos versucht, sich zu befreien. Es blieben jedoch nur schmerzhafte Erinnerungen an die Kette, die sich tief in die Haut bohrte. Dem jungen Dickhäuter blieb also nichts anderes übrig, als weiter kleine Kreise um den Pfahl zu drehen.

Einige Jahre später ist der Dickhäuter nun zu einem wahren Giganten herangewachsen, der sich aufgrund seiner immensen Kraft problemlos aus der Gefangenschaft befreien könnte. Leider hindern ihn seine schmerzhaften Erinnerungen und die vielen fehlgeschlagenen Versuche daran, es erneut zu probieren. Er gibt sich also seinem Schicksal hin und führt weiterhin sein trauriges Dasein, angekettet an einen vermeintlich unüberwindbaren Pfahl.

Fühlst du dich auch manchmal wie der Elefant, der trotz seiner enormen Stärke an einen kleinen Pflock gefesselt ist?

So oft kommt es im Leben vor allem auf die mentale Stärke an. Wie der Elefant sind wir konditioniert, halten viel zu oft an alten Gewohnheiten fest oder geben zu schnell auf, wenn wir in der Vergangenheit mit etwas gescheitert sind.

Wie den Elefanten halten uns fehlgeschlagene Versuche davon ab, etwas erneut zu versuchen. Aber genauso wie der Elefant haben wir weitaus mehr Kraft, als uns bewusst ist. Alles was wir brauchen, um uns von der Kette loszureißen, ist Willenskraft und etwas Mut, es erneut zu probieren.

Die oft unbewusste Entscheidung, uns von einer Gewohnheit oder einer gesellschaftlichen Norm leiten zu lassen, führt dazu, dass wir unser Potenzial nicht ausschöpfen. Vielmehr noch, es führt dazu, dass wir uns mit Situationen zufriedengeben, die eigentlich nicht zufriedenstellend sind.

 

WELCHE KETTEN FESSELN DICH IN DEINEM LEBEN?

Nimm dir ein paar Minuten Zeit und überlege in aller Ruhe, was dich daran hindert, dein Traumleben zu führen. Erkenne die Pflöcke und Ketten, gib ihnen einen Namen und bestimme deren Ausmaß.

Wie groß ist dein physischer, emotionaler und intellektueller Bewegungsradius? Gibt es gute Gründe (Familie, gesundheitliche Probleme) dafür, dass du in deiner Entscheidungsfreiheit eingeschränkt bist?

Wenn nicht, dann versuche die Kette zu lösen oder zumindest zu lockern, egal ob Stück für Stück oder mit einem einzigen Kraftakt. Sobald du diesen Ketten einen Namen gegeben hast, wird es so viel einfacher etwas dagegen zu tun.

Sei schlauer als der arme Elefant. Bitte lasse dich nicht von ungeliebten Gewohnheiten fesseln und habe keine Ängste, nur weil du in der Vergangenheit an etwas gescheitert bist. Nimm eine unbefriedigende Situation nicht als gegeben hin, reiße dich los und probiere es erneut.

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2 Kommentare zu "Warum ein kleiner Pflock einen Elefanten gefangen hält (und warum wir Menschen nicht besser sind)"

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