Doppelmoral und Fundamentalismus. Eine Selbstanzeige.

Unvoreingenommen, weltoffen, unabhängig und selbstbestimmt – so möchte ich mich gern bezeichnen. Und das tun auch die Menschen, mit denen ich in den letzten Jahren die meiste Zeit verbringe. Allzu oft aber stimmen die moralischen Standards, die wir einfordern, nicht mit denen überein, nach denen wir selbst leben.

Der Begriff Digitale Nomaden gibt uns eine Identifikation; ein Gefühl der Zugehörigkeit. Damit einher gehen Wertevorstellungen und Ansichten, die polarisieren, soziale Normen missachten und sich weit weg von der Mitte der allgemeinen Geisteshaltung bewegen.

Ein minimalistischer und nachhaltiger Lebensstil, sinnerfüllte Geschäftsmodelle, das respektvolle Miteinander und der Abbau von Ungleichheiten auf der Erde liegen uns am Herzen. Dieser Eindruck wird zumindest auf Blogs, sozialen Netzwerken und Veranstaltungen vermittelt.

Gleichzeitig ertappe ich mich selbst und die Menschen in meinem Dunstkreis immer wieder dabei, diese Dinge mit zweierlei Standards zu messen. Wenn ich auf Konferenzen und Meetups gehe oder Kommentare in Facebook Gruppen verfolge, dann schlägt mir nicht selten diese Doppelmoral entgegen.  Von Leuten, die sich selbst als wahnsinnig weltoffen sehen, gleichzeitig aber über alles schimpfen, das nicht in ihr Weltbild passt.

Dieser Beitrag soll weder eine Wutrede, noch eine globale Anschuldigung sein. Es ist der Ausdruck von Gedanken, die mich schon lange beschäftigen. Der Mix aus Selbstreflexion und Beobachtungen schlägt sich in zugespitzten Argumenten nieder, die aufrütteln und darüber nachdenklich stimmen sollen, ob unsere guten Absichten tatsächlich unserem täglichen Handeln entsprechen.

Ich schreibe diese Worte nicht, weil mir plötzlich der ortsunabhängige Lifestyle widerstrebt. Ganz im Gegenteil, ich möchte, dass wir als Community die Werte beibehalten, die diese Bewegung ausmachen. Ich möchte auch nächstes Jahr noch sagen können, dass ich stolz darauf bin, einer Gruppe mit tollen freiheitsliebenden, unkonventionell denkenden Menschen anzugehören.

Bitte tue mir einen großen Gefallen und lies diesen Beitrag nicht aus einer Abwehrhaltung heraus. Nimm die Zeilen nicht persönlich, sondern bewerte sie für dich selbst und die Menschen in deinem Umfeld aus einer Vogelperspektive heraus.

 

Doppelmoral

Die Basis für soziale Bewegungen sind moralische Standards, nach denen sich alle Zugehörigen richten. So auch bei uns digitalen Nomaden. Wir folgen ungeschriebenen Gesetzen, weil sie unserem Wertesystem entsprechen und wir sie für richtig halten.

Einige wollen so sehr dieser Gruppe angehören, dass sie vorgeben, auch Teilen dieses Normensystems zu folgen, die nicht ihrem eigentlichen Handeln entspricht. Wir vertreten nach außen hin Normen, die wir im Privaten selbst nicht befolgen – das ist scheinheilig.

Genauso bewerten wir Handlungen von Personen, die nicht der eigenen Gruppe angehören, ohne Vorliegen von einem rationalen Grund, anders, als wir dies für Gruppenmitglieder tun. Wir fordern von anderen ein Verhalten ein, das wir selbst nicht zeigen – das ist heuchlerisch.

“Mit zweierlei Maß” zu messen, ist genau das, was für uns als unvoreingenommene Menschen eine der großen Todsünden ist. Und doch machen wir es immer wieder.

Wir sorgen uns ach so sehr um das ökologische Gleichgewicht, sammeln aber gleichzeitig Flugmeilen am laufenden Band. Um unser Gewissen zu beruhigen, machen wir alle paar Monate ein Beach Cleanup und spenden 50 Euro für das lokale Tierheim.

Wir betonen immer wieder, wie wichtig uns faire Löhne und Arbeitsbedingungen sind, basieren unsere Geschäftsmodelle aber auf Geo-Arbitrage und dem Handel mit Ländern, die nicht für ihren vorbildlichen Umgang mit Angestellten bekannt sind.

Wir sind große Verfechter von Outsourcing, Automatisierung und Skalierung. Ausgelagert und automatisiert werden selbst Dinge, die uns eigentlich Freude bereitet. Hauptsache Wachstum um jeden Preis, auch wenn dabei die Qualität leidet.

Wir sind der Überzeugung, dass Steuern und Sozialabgaben Raub sind und diese mit allen Mitteln vermieden werden müssen. Angemessene Dankbarkeit für all die Möglichkeiten, die uns der deutsche Reisepass ermöglicht, ist da fehl am Platz. Wenn wir dann doch mal chronisch krank werden oder Heimweh bekommen, können wir unsere Meinung ja wieder ändern.

Wir schimpfen über die verklausulierte Sprache von Behörden, Banken und Versicherungen, die kein Mensch versteht. Dabei merken wir nicht, dass wir mit Begriffen wie Uniques, Conversion Rates und Coffeeshop Hustling ununterbrochen Buzzword Bingo spielen. Das Außenstehende uns nicht verstehen, ist schließlich qauf ihr fehlendes Interesse zurückzuführen.

Wir sind so stolz darauf, endlich das Hamsterrad der Festanstellung verlassen zu haben, dass wir nicht merken, wie wir uns einen neuen goldenen Käfig gebastelt haben. Aber hey, lieber 24 for 7 im Arbeitsmodus, als von 9 to 5 von einem Arbeitgeber abhängig zu sein. Wer braucht schon eine Work-Life-Balance, wenn er seine Arbeit liebt.

Wir schätzen unsere Unabhängigkeit über alles, drehen uns einmal im Kreis und begeben uns in die Obhut von Amazon, Facebook, Google & Co. Die Abhängigkeit vom Arbeitgeber wird gegen die Abhängigkeit von Kunden und Smartphone eingetauscht. Ein Ende des sich drehenden Hamsterrades ist nicht in Sicht.

Wir belächeln unsere Bekannten, die sich an materiellem Besitz erfreuen. Wenn wir dann selbst ständig die neuesten Gadgets kaufen, dann ist das natürlich etwas anderes. Und wehe jemand besitzt tatsächlich noch einen Fernseher, wo man doch heutzutage stundenlang Netflix und YouTube on Demand schauen kann.

Wir betonen immer wieder, wie wichtig uns tiefgründige Beziehungen sind und finden kaum Zeit, einmal im Jahr unsere Familie zu besuchen. Wir brüsten uns mit vielen multikulturellen Freundschaften auf der ganzen Welt, von denen die meisten aber nicht über Facebook Likes hinausgehen. Und Partnerschaften sind mit diesen Bindungsängsten sowie kaum möglich.

Wir verstehen uns als Durchschnitt der 5 Leute, mit denen wir die meiste Zeit verbringen. Vorbilder sollen es sein, die schon dort sind, wo wir hin wollen. Damit vergraben wir uns immer tiefer in unserer Blase und verlieren den Blick für die restlichen 99,9% der Menschheit, die anderen Lebensmodellen folgen.

Wir lieben das harmonische, respektvolle Miteinander, bis wir uns dann in der nächsten Facebook Gruppe aufs Übelste beschimpfen oder uns zumindest nach guter RTL2-Manier davon unterhalten lassen. Und wehe, jemand kommt mit seinem Geschäftsmodell unserer Zielgruppe zu nahe, dann werden die Ellenbogen ausgefahren und vorbei ist es mit Harmonie und Hilfsbereitschaft.

Wir wissen, dass sich das Leben nicht in Vergangenheit oder Zukunft abspielt, weshalb wir immer im Jetzt sein wollen. Aber anstatt uns wirklich am Moment zu erfreuen, ist es wichtiger, unseren Followern über YouTube und Instagram zu zeigen, wie sehr wir uns am Moment erfreuen.

Wir haben große Ziele, denn nur wer groß denkt, der wird auch was. Shoot for the moon, denn selbst wenn du verfehlst, triffst du noch ein paar Sterne. Diesen schlauen Ratschlag verteilen wir so großzügig, wie Versicherungsvertreter ihre Visitenkarten. Das zwischen den weit voneinander entfernten Sternen ziemlich viel Nichts ist, darüber machen wir uns weniger Gedanken.

Wir geben nicht auf, denn Winners never Quit. Es gibt keinen Weg zurück, denn das wäre ein Eingeständnis an uns selbst. Wenn doch mal jemand in sein altes, spießiges Leben zurückkehrt, dann wird er belächelt oder man hört nie wieder was von ihm. Es gilt schließlich, das Image des mega geilen Lifestyles für Jedermann zu bewahren.

Wir glauben fest daran, dass es Jeder schaffen kann. Wer sollte schließlich nicht so leben wollen wie wir – unabhängig, frei und ständig unterwegs. Menschen, die das nicht für erstrebenswert halten, bekommen nur ein Kopfschütteln und eine Dose Mitleid. Wir fordern Offenheit, haben aber selbst ein Brett vor dem Kopf.

 

Fundamentalismus

Ja, die Welt braucht radikale Ideen, um festgefahrene Denkweisen aufzubrechen. Aber allzu extreme Haltungen haben in der Geschichte der Menschheit noch niemandem genützt. Egal ob in Politik, Religion oder Wirtschaft, gefährden Extremisten das Gemeinwohl, um ihre eigene Sache zu verteidigen.

Die wenigsten von uns würden behaupten, dass wir Neo-Nazis, Jihadisten oder Scientologen brauchen. Andere extreme Gruppierungen wie Aktivisten von Sea Shepherd, studentische Burschenschaften, Frutarier oder anarchistische Kommunen unterstützen oder tolerieren wir. In letzte Kategorie fällt für mich auch die Bewegung der digitalen Nomaden.

Was unterscheidet fundamentalistische Bewegungen, die wir nicht tolerieren, von denen, die wir akzeptabel finden?

Wir sympathisieren mit den Gruppen, die für unsere eigenen Werte eintreten. Abstand nehmen die meisten von uns zu Fundamentalisten, die so überzeugt von ihrer Weltanschauung sind, dass sie diese als absolute Wahrheit sehen und mit Gewalt umsetzen.

Gefährlich wird es immer dann, wenn alternative Ansichten nicht toleriert, sondern verspottet und bekämpft werden. Diese polarisierende Auslegung der eigenen Sache schweißt zusammen und kreiert das sowohl wichtige als auch gefährliche Wir-Gefühl von Randgruppen, die gegen die bestehende Gesellschaftsordnung kämpfen.

Und das sind wir – digitale Nomaden oder ortsunabhängige Unternehmer – die wir uns und unsere Offenheit feiern bis zum Abwinken und im gleichen Moment gegen alles schießen, was uns zu konventionell ist. Wenn du “Die Welle” gesehen oder “The Circle” gelesen hast, dann kennst du diese Fiktionen, die ich für alles andere als unrealistisch halte und gewisse Parallelen zum digitalen Nomadentum sehe.

Wir selbst und nach Leserzahlen gierende Medien zeichnen ein extremes Bild von unserem Lifestyle, das oft auf den Enden der Skala zwischen Weltverbesserern und Spinnern liegt. Und dann heißt es, Stellung zu beziehen.

Wer dazu gehören möchte, bekommt schnell den Eindruck, dass er der vegane, sporttreibende, mit Handgepäck reisende Yogi sein muss, der als bootstrappender Lifestyle Entrepreneur ohne jegliche Grenze zwischen Arbeit und Leben in Coworking Spaces hustlet.

Warum müssen es immer diese Extreme sein? Müssen wir zwanghaft eine Randgruppe sein, die sich mit allen Mitteln von der Mehrheit abgrenzt? Warum können wir es nicht mit etwas mehr Moderation und weniger Klischee probieren?

Es sind diese radikalen Tipps und Hacks, die als universell einsetzbar gepriesen werden. Jeder scheint zu wissen, was für meine Ernährung, meine Produktivität, mein Mindset oder mein allgemeines Wohlbefinden am besten ist.

Was ist mit dem Menschen, der dazwischen steht? Was gut ist für mich, mag dir schaden. Was dich antreibt, mag mich ausbremsen.

Müssen wir denn alle zu Ernährungsexperten werden, um kein schlechtes Gewissen beim Essen mehr zu haben? Muss ich komplett auf Fast Food verzichten, um mich nicht mehr schuldig zu fühlen? Ist es nicht gut genug, uns bewusst zu ernähren?

Braucht wirklich jeder von uns diese 7-teilige Morgenroutine, um gut in den Tag zu starten? Und müssen wir uns jeden Abend in Dankbarkeit üben und in unser Journal schreiben? Reicht es nicht aus, nach und nach kleine Veränderungen anzustoßen, die uns ein gutes Gefühl geben, anstatt ungesunden Druck auszuüben?

Müssen wir Persönlichkeitsentwicklung so groß schreiben, dass wir jedes Anzeichen von limitierenden Glaubenssätzen und niedrigem Energielevel sofort mit Kursen, Büchern, Seminaren und Coachings bekämpfen? Ist es nicht okay, sich auch mal ein paar Tage lang schlecht zu fühlen und im Bett zu bleiben, ohne gleich unser komplettes Leben zu hinterfragen?

Ist es denn wirklich erstrebenswert, unsere Produktivität immer weiter zu erhöhen? Selbstoptimierung bis zu dem Punkt, an dem wir uns miserabel fühlen, einfach mal nichts zu tun? Uns schlecht fühlen, wenn wir heute nicht 10+ Stunden gearbeitet haben? Ist es nicht viel wichtiger über unser Warum und das Was nachzudenken, anstatt über das Wie?

Reicht es nicht, wenn wir zu den Themen Stellung beziehen, die uns wirklich wichtig sind, anstatt zu allem eine Meinung zu haben? Müssen wir wirklich alle eigenhändig die Welt verbessern und auf Facebook zu jeder Diskussion unsere 5 Cent dazugeben? Sollten wir nicht erstmal bei uns aufräumen, bevor wir andere Menschen belehren?

Dürfen wir nicht auch einige Anker behalten, die uns Sicherheit geben? Müssen denn immer gleich alle Brücken hinter uns abgerissen werden, wenn wir einen neuen Weg einschlagen? Zeugt das nicht von einer gewissen Arroganz? Wer kann schon wissen, wie sein Leben in 10 Jahren aussehen wird?

Nein, es muss nicht immer noch krasser, geiler und more exciting sein. Es kann auch einfach mal nur gut sein. Oder auch mal nicht so gut. Mehr Moderation, bitte. Und weniger geistige Brandstiftung.

 

Kritisches Hinterfragen

“Wie du endlich glücklich wirst”. “Meine 1.963 Tipps für ein besseres Leben”. “Mache A, um Z zu erreichen”. Ach ja, und wenn du eine Abkürzung zum Goldtopf am Ende des Regenbogens suchst, dann hab ich hier noch einen Kurs für dich und ein paar kleine Glückspillen, die deine Konzentration erhöhen.

Das sind die Ratschläge, die uns zum Glück (und zum Schotter) führen sollen. Aber die sind in der Regel genauso schlecht, wie gar nichts in seinem Leben zu verändern.

Wir wissen alle, dass es diese universell einsetzbaren Wege zum Glück nicht gibt. Es gibt keine Lebensentwürfe und Strategien, die uns alle gleichermaßen glücklich macht. Und doch fallen wir immer wieder auf diese Versprechen rein. Wahrscheinlich weil es einfacher ist Vorlagen zu folgen, als selbst kritisch zu denken.

Wir sind in der Verantwortung, Ratschläge kritisch zu hinterfragen und für unsere Persönlichkeit zu bewerten. Schließlich will niemand von uns das Schaf sein, das blind einer Herde hinterherläuft.

Genauso wissen wir, dass unsere Handlungen kausale Zusammenhänge haben, doch viel zu selten machen wir uns das bewusst. Die Verwendung von gesundem Palmkernöl sorgt für die Abholzung von Regenwäldern, jeder Langstreckenflug ist schädlich für das Klima aus … Die Beispiele sind endlos, und selten verlaufen Handlung und Auswirkung linear.

Es wäre unsinnig, sich über jede einzelne Handlung Gedanken zu machen. Aber wir können jeden Tag bewusste Entscheidungen treffen, die unseren moralischen Standards entsprechen. Und noch wichtiger ist es, keine Dinge einzufordern, die wir selbst nicht befolgen.

Ich unterstelle uns, dass wir alles richtig machen wollen und aus Überzeugung handeln. Aber wer sagt schon, was richtig ist? Was unterscheidet uns von anderen extremen Gruppierungen, wenn wir uns auf diesen Thron erheben, von dem aus wir nur noch unsere fundamentalen Ansichten sehen?

 

Unvoreingenommen, weltoffen, unabhängig und selbstbestimmt – so möchten wir uns sehen und so sollten wir handeln. Ohne Doppelmoral und Fundamentalismus.

 

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58 Kommentare zu "Doppelmoral und Fundamentalismus. Eine Selbstanzeige."

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Chris
Leser

Achtung, wieder eine universeller / fundamentalistischer Ansatz. (Entspricht allerdings meiner tiefen Überzeugung):

Das Leben ist einfach und braucht nur zwei Grundregeln.

1. Entfalte dich in voller Pracht zu der geilsten Persönlichkeit, die du sein willst.

UND

2. Geh dabei niemand anderem auf den Sack.

Fabs
Leser
Fabs

Bääääng!
super geiler Artikel! endlich mal was grundtiefes selbstkritisches unter dieser selbsverherrlichenden “Komiuniti” was auch immer das bedeuten soll… Grossartig!
Ich habe mal einem “Hero der Digitalen Nomaden” ein paar deiner Argumente aufgezählt, und ich wurde total niveaulos beschimpft! Also wirklich ziemlich untere Schublade. Der “Hero der Nomaden”, der allen Freiheit verspricht, hat sich von seiner wahren Seite gezeigt: ein junger spiessiger Prolet… aber eben, das darf man ja dem “Hero der selbstverherrlichenden Selbstzufriedenheit” nicht sagen, da bellts grausam laut, es zerfleischte gar. Ein armer Tropf. Und es haben die anderen Heros mitgezogen. Das war ein Spektakel wie bei den Trumps zu Hause kam mir das vor…

Schön dein Artikel, wirklich, chapeau! Er zeigt Grösse, Achtung, Respekt, Authentiziät und Radikalität. ThanX***! //ps. wobei ich Radikalität nicht mit Fundamentalismus/Extremismus gleichsetze sondern eher mit Authentizität.

Didier Hartmann
Leser
Hallo Sebastian, ich denke, dass so ziemlich jede “Berufsgruppe” ambivalent betrachtet werden kann. So könnte ich als Physiotherapeut zum Beispiel sagen, dass es meinen Beruf eigentlich gar nicht geben dürfte, wenn die Bevölkerung ausreichend aufgeklärt wäre und sich ausreichend Zeit für die Kräftigung des Körpers nehmen würde. Andersrum gesagt, erlaubt meine Tätigkeit es vielen sich in das Rad der modernen, passiven Medizin fallen zu lassen. Piloten könnten sich Gedanken machen, was ihre Tätigkeit bewirkt. Meine Frau als Konditorin fördert Diabeteskrankheiten und erhöht die Sterblichkeit durch Herzinfarkt etc. Die Tatsache alleine, das ich lebe, bedeutet schon, dass ich anderes Leben verdränge. Mein Organismus benötigt Nährstoffe, ist aber auch selber Grundlage für viele andere Lebensformen (nehmen wir jetzt mal Darmbakterien zb.). Als mehr oder weniger oberstes Glied in der Nahrungskette sorgten wir früher, genauso wie Wölfe, Löwen etc. für den Erhalt der Vegetation indem wir Jagd auf Herdentiere machten. Jede Tat, die ich vollbringe, hat für den einen Vorteile und für den anderen Nachteile. Ein Arzt zum Beispiel der ein Medikament verschreibt, fördert die Einnahmen der Pharmaindustrie. Vom Patienten aus betrachtet fördert er zwar die Gesundheit kurzfristig, macht diesen aber meistens von Pharmaka abhängig, da die Zusammenhänge warum eine Problamatik entstanden ist… Mehr lesen »
D.T.
Leser
D.T.
Hey Sebastian, es freut mich echt endlich mal kritische Worte zu lesen. Was du sagst ist nämlich vollkommen angebracht und in der “digitale Nomaden Bewegungen” eine ziemliche Seltenheit. Ich denke einer der Gründe dieser Doppelmoral ist, dass Business oft zu einer Art Spiel wird, dass dein ganzes Leben umfasst. Und genauso wie jemand im Vorstand eines Kohle Unternehmens seine Meinung über die Umweltverträglichkeit seines Unternehmens in vorhersehbare Richtung ändert ändern “digitale Nomaden” ihre Meinungen zu beliebigen anderen Themen. Anders gesagt: wenn mein Affiliate Business 1500€ brutto im Monat macht dann sind Steuern und Sozialabgaben eben Raub, denn wenn sie es nicht muss ich mir eingestehen, dass der Fehler bei mir und meinem Geschäftsmodell liegt. Ich denke das ganze hat viel mit Entfremdung im Marxchen Sinne zu tun. Auch wenn in Deutschland unsere Grundbedürfnisse alle zur genüge gedeckt sind ist es für viele Leute wohl unerträglich in langweiligen Bürojobs zu arbeiten. Die meisten Leute würden denke ich lieber eine Zeit lang Pause machen, rumreisen, und dann Teilzeit in erfüllenden Jobs wie Bauer, Gärtner, oder Lehrer arbeiten als irgendwelchen komischen Kursen zu folgen um ihre “Leidenschaften” zu “monetarisieren”. Und so arbeitet man sich irgendwie in eine Ecke in der die 1500€ brutto im… Mehr lesen »
Robert
Leser

An sich ein sehr ehrlicher Ansatzpunkt und beachtenswert, dass Du den Artikel überhaupt geschrieben hast. Allerdings sind Deine Selbstanklagepunkte total allgemein gehalten. Ich gebe Dir mal etwas konkreteren Anlass zur Selbstkritik: Seit ca. einem Jahr kennst Du mich und zensierst gleichzeitig meine (relativ ausführlichen und sachlichen) Kommentare unter Deinen Artikeln. Aus Deiner facebook-Gruppe hast Du mich rausgeworfen oder rauswerfen lassen, warum genau weiß ich bis heute nicht.
Auch meine letzte Nachfrage unter dem Blog-Artikel zum Personalausweis beantragen wenn man nicht mehr gemeldet ist, war gestern kurz sichtbar, heute ist sie wieder weg, also in der Zwischenzeit offenbar zensiert worden.
Deine Arbeitsmethoden sind mehr als abenteuerlich und manchmal ist es für mich glaube ich besser, nicht zu wissen was sich im Kopf von anderen abspielt. Dabei bin ich Dir weder feindlich gegenüber eingestellt noch sonst irgendwie unehrlich. Das einzige das Dich stören könnte wäre, dass ich eben ein Selbstdenker bin und auch unter Digitalen Nomaden keinem Personenkult folge. Du bist für mich also kein König, Pharao oder anderer Heiliger. Der willst Du aber offenbar sein, oder warum die dauerhafte Zensur???

Sonja
Leser

Lieber Sebastian, ich kann gar nicht ausdrücken, wie Du mir mit jedem Satz und mit jeder Frage aus der Seele gesprochen hast. Das ist ein sehr sehr gelungener und super reflektierter Artikel für den ich Dir sehr dankbar bin! LG aus Kanada

Markus Goller / Consiliarius
Leser

Klasse Artikel mit sehr guten Gedankenansätzen. Danke für diese Worte

Michael
Leser
Michael

Dein “Kommentar” ist ziemlich pauschal und einseitig.
Wo steht geschrieben was richtig und falsch ist und wer bestimmt das?

Ich sehe die einseitige Beeinflussung und zu große Toleranz als größtes Problem unserer heutigen Zeit. Den Menschen wird das eigene Urteilsvermögen genommen und eine angeblich bessere aufdiktiert. Und genau so fühle ich mich wenn ich deinen Bericht lese.
Ich bin Tolerant so lange mein Gegenüber tolerant ist.
Und ein meiner Meinung nach richtiges Sprichwort sagt:
Wenn der Klügere immer nachgibt hat der Dümmere immer Recht.

Deswegen werde ich meine Freiheit mit normalen Menschenverstand und Lebenserfahrung weiterführen

Sandra
Leser
Sandra

Du hast es gut auf den Punkt gebracht, Sebastian.
Mehr Bewusstheit, mehr Eigenverantwortung und weniger Herdentrieb wären eine ideale Grundvoraussetzung.

Sabine Dreßler
Leser

Tolle Gedankenanstöße – und doch sehe ich mich nicht überall darin. Ich betrachte mich zwar als perpetual traveller, doch habe ich viele Werte, die einfach mir selbst entspringen und nicht meiner “Angehörigkeit zu einer Gruppe”. Sicher ist es schön, in gewissem Rahmen auf Gleichgesinnte zu treffen. Doch meine Werten entsprechend lebe ich auch ohne Zuschauer oder -hörer.
So, wie ich auch “Flexitarier” bin: Ich konsumiere achtsam und bewusst, geißele mich aber nicht an allen Ecken mit Verzicht.
Lebensfreude und -genuss ist für mich ebenso wichtig wie “achtsamer Kosum” – von Medien, Nahrung, Getränken – allem.
Gut, in meinen Werten bin ich mittlerweile schon etwas extremer als früher. TV-Abstinenz seit über 10 Jahren lässt mich mittlerweile regelrecht allergisch auf eingeschaltete TV-Apparate reagieren.
Als #HSP erspüre ich da allerdings auch eine Menge an Vibes, denen wir quasi ausgeliefert sind, die völlig unnötig sind – zumal ich viele Leute kenne, die den TV tatsächlich nur als “Nebenberieselung” laufen lassen. Warum dann nicht lieber ne CD oder einfach nur dem Grillenzirpen zu hören – oder Dir selbst? Doch genau Letzterem verschließen sich auch viele hippe DNs – dem eigenen inneren Song zu folgen und die individuell eigene Melodie zu spielen.

Laura
Leser

Ein wichtiger Beitrag für alle digitale Nomaden und für Leute wie mich, die gerade überlegen, ob sie einer werden wollen. Wie bei allen Bewegungen und Lebensentwürfen gibt es eben nicht die eine “Bedienungsanleitung”. Danke, dass du uns darin bestärkst, unseren eigenen Weg zu finden und dann auch dazu zu stehen.

Marvin
Leser
Marvin

Deine Webseite funktioniert leider nicht unter Chrome (getestet unter Chrome 61 & 62 ohne Plugins). Das ganze ist leider schon seit Wochen so. Sie funktioniert nur in Safari und Firefox. Hier ein Screenshot (es bleibt alles weiß): http://imgur.com/a/mwIft

Sabine Dreßler
Leser

Es funktioniert schon, hat aber ewig lange Ladezeiten. Bei mir blieb auch für etliche Minuten der Bildschirm weiss.

Marvin
Leser
Marvin

Das ganze tritt nur auf dem Desktop auf, Mobilseite funktioniert.

Arnika
Leser
Arnika
Viele gute Worte! Eines missfällt mir: Meine aus Liebe und dem Gefühl für Fairness getroffene Entscheidung für eine vegane Lebensweise in einen Kontext mit Fundamentalismus, Extremismus und “anders sein wollen” gesetzt zu sehen. Glaube mir, eine solche Entscheidung geht viel tiefer. Schade, dass es hier als Beispiel für “extrem” herhalten muss. Extrem finde ich, was nichtmenschlichen Tieren zugemutet wird samt der Entscheidung, jene Menschen, die diese davor bewahren wollen, auf alle möglichen, manchmal auch subtile Weisen, zu diffamieren. Ist es wohl ein Weltbild, das zu tolerieren sich für einen “offenen” Menschen gehört, Tiere quälen und töten zu lassen, ohne sich allzu sehr darüber aufzuregen? Ich bin nicht perfekt, ich kann es mir nicht immer leisten, die bestmögliche Alternative zu kaufen, und manchmal will ich nicht verzichten. Doch nie im Traum würde mir einfallen, meinen Schmerz über diese profit- und bequemlichkeitsgeile Welt als Ärger auf jene zu projizieren, die es besser machen als ich. Ihnen gebührt Dankbarkeit, und ich möchte von ihnen lernen. Wenn Du das Wort “vegan” benutzt, dann bitte mit Herz, Dankbarkeit und Respekt für jene, denen andere nicht egal sind. Die Welt wird durch uns ein schönerer Ort, Beispiele gibt es viele, und da haben alle was davon.… Mehr lesen »
Bettina
Leser
Bettina

nichts liegt mir ferner, als Veganer zum Fleischessen bekehren zu wollen, aber auch diese sollten vielleicht auch fragen, ob es denn wirklich stimmt, dass dadurch Tiere nicht leiden müssen?

zB brauchen Veganer Schweinehaltung, denn der Dünger für das Gemüse kommt von dort

zB werden genauso für Apfelplantagen Mäuse getötet, und zwar mit Rattengift, und wie das wirkt, weißt du vielleicht? Nicht, dass davon nur diese sterben, nein, von den vergifteten Tieren ernähren sich auch Greifvögel, und diese werden gleich mitausgerottet

und mein Lieblingsbeispiel: erkläre bitte Inuit, dass sie sich vegan ernähren sollen

Frank
Leser
Frank

Danke, Sebastian, für diesen tollen Artikel. Ich finde ja die Bewegung der Digitalnomaden selber total faszinioerend und bezeichne micg auch manchmal selber so. Trotzdem will ich einfach nicht so recht ins Bild passen: Viel zu alt, ohne Vorliebe für Südostanien, Joga, Wassersport, Tattoos und vegane Ernährung . Reisen finde ich toll, aber ich bin gerne zu Fuß im Schwarzwald oder anderswo in Europa unterwegs statt permanent um die Welt dem Glück hinterherzujetten. Nein, ich bin auch nicht besser als viele anderen, auch wenn meine Morgenroutine inkl. Frühstück und Zähneputzen nur sechs Punkte beinhaltet. Regelmäßig ein bisschen Selbstreflexion schadet keinem. Es muss nicht immer extrem sein, um dem Mittelmaß zu entfliehen. Ich muss nicht krampfhaft anders sein als Andere. Ich versuche lieber, einzigartig zu sein. Ich zu sein. Danke, dass Du Du bist und Dich dazu bekennst.

Regina
Leser
Regina
Vielen, vielen, vielen Dank! Ich dachte schon man könne nur als digitaler Nomade glücklich werden 😉 Insbesondere was du zum Punkt “Steuern und Sozialabgaben” formuliert hast, ist mir schon einige Male beim sporadischen Lesen von Blogbeiträgen zum Thema aufgestossen. Ohne den Besitz eines Reisepasses eines “privilegierten” Landes ist der Lebensstil der digitalen Nomaden wohl kaum möglich. Trotzdem hat die digitale Firma ihren Sitz in einer Steueroase. Wird aus jedem Land der Welt das Beste für sich herausgepickt – die moralische Messlatte spielt dann plötzlich keine Rolle mehr. Aber wo sind die Wurzeln der digitalen Nomaden? Wo kommen Wertvorstellungen von Freiheit und Selbstbestimmtheit her? Ich bin der Meinung, diese sind nicht nur “selbst gebacken” entstanden auf Reisen und beim Kennenlernen anderer Kulturen. Die vergangenen 70 Jahre in Deutschland, mit der Aufarbeitung seiner Geschichte und der Schaffung des Grundgesetzes – demokratische Kultur, die schon in der Schule geübt wird ( in diese sein Kind zu schicken ist als digitaler Nomade wahrscheinlich auch verpönt – zu sehr “System” und nicht selbstbestimmt) haben hier grossen Anteil. So sind die meisten gross geworden – rühmen sich ihrer eigenen (Orts-)Unabhängigkeit, die aber ohne solche sicheren Wurzeln meiner Meinung nach nicht möglich wäre. Einmal abgesehen davon, dass… Mehr lesen »
Moritz Aly
Leser

Klasse Artikel Sebastian,
das ist Selbstreflexion par deluxe. Genau das was unsere Welt und Gesellschaft so dringend braucht. Ich bin kein Digitaler Nomade und werde nie einer sein. Und trotzdem betrifft mich dieser Artikel genauso wie jeden von uns!
Denn streiche einfach “Digitaler Nomade” und du kannst den Text als Blaupause für nahezu jede Gruppierung nehmen. Klar, du musst dann ein paar deiner “Keywords” durch andere ersetzten aber praktisch immer findest du irgendwelche Dogmen, die zwar von anderen eingefordert werden aber selbst nicht befolgt werden.
Ich hab mir vor ungefähr zehn Jahren den Spruch angewöhnt: “Jede Form von Fundamentalismus ist scheiße!” Jede!
Es freut mich, dass du das ähnlich siehst. Und auch die Buddhisten reden ja vom “Weg der Mitte!”. Wir sind also in guten Händen.
Mehr davon!

BuchnerMax
Leser
BuchnerMax

Hallo Sebastian,
Viele gute Gedanken voller Ethik und Moral – aber nur eine Seite der Medaille.
Die andere Seite nennt sich schlicht “Naturgesetze” – und denen kommen wir nicht aus !!
Der Brecht Bertl hats zugespitzt auf “erst kommt das Fressen – dann die Moral”
sowas will der linksliberale rotgrüne Gutmensch natürlich nicht hören – und ist dann zutiefst
entsetzt, wenn sich Naturgesetze mit roher Gewalt entfalten (durchsetzen”).

Eines der obersten Naturgesetze ist, daß ALLES auf dieser Welt, von dem es zuviel gibt, letztlich nichts
mehr Wert ist – eben auch Mensch und Tier !!
Die Nachrichten beweisen es täglich.
Ein weiteres Naturgesetz ist z.B. auch, daß ein kleines Land wie Deutschland nicht halb Afrika
beherbergen kann. Aber mit der Meinung bist du ja sofort in der Nazi-Ecke Du böse – ich gut !!
ganz einfach — oder ??
gruß max

Regina
Leser
Regina

Ja, die Naturgesetze, wenn das so einfach wäre…es ist also auch ein Naturgesetz, dass wir von der Armut Afrikas profitieren, indem wir unseren (Essens-, Kleidungs- und Gift-) Abfall dorthin schicken, Waffen exportieren und auf viele weitere Arten die Märkte und Lebensgrundlagen dort zerstören und Konflikte fördern? (Ja, das sind nicht die einzigen Gründe, für die Flucht der Menschen von dort, doch auch gewichtige!)

Bettina
Leser
Bettina

aber die Diktatoren in Afrika haben schon ein bisschen zu den Zuständen in ihren Ländern beigetragen, oder sind hier auch “wir” schuld

Selim
Leser
Selim

Spannend. Nur wie würde man wieder aussteigen wollen, aus etwas, das als selbst geschaffenes Ziel mehrfach erreicht wurde? War es nur auf Zeit? Und ist am Ende sowieso alles nur eine Frage der Zeit? Digitale Nomaden mit 72.
Im Grunde sprichst Du an, dass das Leben ein Stück weit nur auf Kosten anderen Lebens, beziehungsweise anderer Lebensweisen möglich ist. Wohl bestimmt ist das Digitale Nomadentum eine Bewegung, so wie es solche auch in anderen Dekaden, nach dem Zweiten Weltkrieg gab.
Es ist diese Lebensart aber vor allem (noch) so ungewöhnlich, dass sie von sich Reden macht: man schaut sich diese Typen an. Und was tun Sie? Sie suchen nach Wegen, das Leben ihrer Mitmenschen zu vereinfachen.
Mehr davon!

Dennis
Leser
Hallo Sebastian, danke dafür, dass Du hin und wieder auch mal solche Meta-Artikel bringst, die zum Nachdenken einladen. Ich verstehe, dass Du ja nicht jemanden persönlich anschreibst, sondern die Szene als Gesamtheit. Deswegen fühle ich mich bei manchen Punkten einfach nicht angesprochen, die ich für mich nicht sehe. Aber ja, selbst diese Punkte sind – zumindest in der Außenpräsentation – Szene-typisch. Es gibt jedoch einen Punkt, den ich einmal herausgreifen möchte, da er meiner Meinung nach immer unaufrichtig ist (Stichwort Doppelmoral usw.): Unvoreingenommenheit. Ja, viele möchten sich gerne als unvoreingenommen präsentieren. Aber wieso eigentlich? Ich habe für mich erkannt und bekenne daher ganz klar: Nein, ich bin nicht unvoreingenommen. Ja, es gibt Themen, über die habe ich halt keine Ahnung und da ist es nur vernünftig, würde ich mich da auch immer zurückhalten und zumindest nicht zu voreilig eine Meinung fassen oder sie gar hinausposaunen. Aber selbst, wenn ich mich zügele und mich mit der voreiligen endgültigen Meinungsbildung zurücknehme, so muss ich mir dennoch eingestehen: Nein, ich bin nicht unvoreingenommen. Egal welches Thema, egal in welchem Lebensbereich, sofort stecke ich in Schubladen, probiere einzuordnen, versuche die Welt, in der ich lebe zu strukturieren. Dazu dienen mir meine Lebenserfahrung, mein Wissen… Mehr lesen »
Daniela
Leser

Herzlichen Glückwunsch! An diesen Punkten bin ich schon vor einiger Zeit angekommen. Deshalb bin ich sehr glücklich, jetzt auf dem Land zu leben. Will sagen, ich habe mich aus vielen dieser ach so wichtigen Lebenspunkte herausgenommen und mache meins: Das, was mir wichtig erscheint, ohne ständig meine Lebensphilosophie zu präsentieren.
Es gab übrigens ein Schlüsselerlebnis, was mich zum Umlenken brachte. Eine Freundin meinte vor vielen Jahren zu mir: “Das ist toll, was Du machst und wie Du lebst. Du bist ein Vorbild für andere!” – … und mir wurde klar, dass ich um nichts in der Welt ein Vorbild sein möchte, da jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen soll.
In diesem Sinne, schöne Grüsse
Daniela

Alina
Leser
Alina

Ein großartiger Artikel, der vielen aus der Seele spricht, die dem Missionierungseifer der digitalen Nomaden kritisch gegenüber stehen. Danke.

Michael
Leser
Michael

Mal sehen, zu welchen Erkenntnissen und zu welchen Verhaltensänderungen das noch hinführt. Denn ich vermute, dass es ein – freilich tüchtiger – Anfang ist.

Dagmar
Leser

Lieber Sebastian, super Artikel.
Der erste, der meiner Erinnerung nach, den Hype um DN etwas relativiert und vor allem hinterfragt.

Ist es nicht so, dass es bei >7 Mrd. Menschen ebenso viele Lebensentwürfe gibt? Und fast alle werden als richtig empfunden. Oder zumindest ganz ok.

Die Frau, die es toll findet in einem kleinen Dorf ihre drei Kinder großzuziehen, ohne nach Selbstverwirklichung heischend, nach Berlin oder München zu schielen.

Der Mann, der seine Ehe verlässt, weil ihm der schöne Schein, den seine Frau den Nachbarn im gläsernen Bungalow vorgaukelt, auf die Nüsse geht. Und er lieber mit seinem Wohnwagen um die Welt ziehen will.

Und ja, auch als DN darfs du Sehnsucht nach einem Zuhause haben, mit mehr als 7kg Gewicht.

Es gibt nicht ein entweder/oder. Sondern nur ein sowohl/als auch.

Liebe Grüße Dagmar z.Zt. ganz beschaulich im Schwarzwald

Ewa
Leser

Bin vollkommen deiner Meinung, Sebastian. Heute ist es viel schwieriger nach eigenem Kompass zu leben, ständig gibt es Ablenkung und Meinungsbildung von außen.
Das erzeugt Druck und Erwartungshaltungen, welche zu sozial erwünschtem Verhalten, im schlechtesten Fall zu Radikalisierung führt.
Die Wenigsten von uns lernen, sich selbst zu reflektieren und das Leben nach Prinzipien auszurichten.
Ich möchte meinen Beitrag dazu leisten, dass Menschen dies wieder in ihr Bewusstsein rücken, in der Hoffnung, dass ein selbstbestimmtes Leben auch ein Leben ist, das den Win-Win-Gedanken an nachfolgende Generationen weiterträgt.
Liebe Grüße,
Ewa

Thomas
Leser
Thomas

Sehr schöner Beitrag, den man gerne bis zum Ende kopfnickend durchliest.

Nima
Leser

Hach Sebastian, was soll ich dazu sagen außer: du sprichst mir aus tiefster Seele! 🙂
Danke für diesen Wachrüttler!

Sandra Staub
Leser

Stark geschrieben!
Ich habe mir manchmal schon ähnliches gedacht, es aber nur bei Rotwein formuliert. Hoffentlich lesen viele diesen Artikel und nehmen sich dann einige Minuten Zeit, darüber nachzudenken.

Thomas
Leser
Thomas

Chapeau!

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